Leben mit Einzelkind

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Mäusebaby
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Leben mit Einzelkind

Beitrag von Mäusebaby »

Hallo allerseits!

Auch wenn wir hier im SuT gefühlt eher Familien mit mehreren Kinder haben, es gibt doch bestimmt einige Menschen hier, die nur ein Kind haben und das auch so bleibt oder alternativ vielleicht selber Einzelkind sind.

Bei uns/mir ist das jedenfalls der Fall und ich (wir) finde es zeitweise sehr herausfordernd (und auch traurig).

Ich habe das Gefühl, ich tappe in die typischen Fallen: Teilen kann schwierig sein, der Fokus ist stark auf dem Kind, so dass es einerseits eher verwöhnt wird, auf der anderen Seite nie eine Pause hat und zu wenige außerschulische Kontakte zu anderen Kindern, gerade in den Ferien/Urlaub und daher eine gewisse Einsamkeit.

Jetzt wollte ich mal hören, wie andere Einzelkindeltern damit umgehen/umgegangen sind (ihr oder eure Eltern).

Vielleicht habt ihr ja selber auch Fragen und Interesse an einem Austausch?

Ich würde mich freuen. 🥰
Liebe Grüße,
Mäusebaby mit ihrem Weihnachtswunderwunschkind (09/2015) und zwei **
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Bönthi
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Bönthi »

Mein Sohn ist ja noch sehr klein, also kann ich noch nicht so viel dazu sagen. Er ist und bleibt aber definitiv auch Einzelkind und da werd ich wohl auch in so einige Fallen tappen. Das Kontaktproblem haben wir nicht, da ich Freundinnen mit gleichaltrigen Kindern habe, eins davon der Kitafreund meines Sohnes. Aber das mit dem Verwöhnen kenne ich auf jeden Fall 🙈 Wir haben zum Beispiel viel zu viel Spielzeug, auch, weil es 8 Cousins und Cousinen und drei Paar Großeltern gibt. Und ich kaufe einfach zu gerne Sachen zwischendurch, die ich toll finde. Da hab ich auch noch keine wirkliche Strategie, wie ich verhindern kann, dass aus dem Zwerg ein verwöhntes Einzelkind wird
mit Zelli, dem kleinen Zellhaufen (02/20)
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joko
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von joko »

Ich bin Einzelkind 😀 und fand das allermeistens gut so.
Mir hat nichts gefehlt, ich hatte ja Freunde.
Ich halte mich nicht für "verwöhnt", hatte noch nie ein Problem damit, mit jmd. etwas zu teilen. Ich halte das tatsächlich für ein Vorurteile, bzw denke ich, es ist Charaktersache.

Ich habe ja zwei Kinder...und die spielen eben nicht schön zusammen, auch früher eher selten. Stattdessen wird sich gezofft, konkurriert, und in letzter Zeit aus dem Weg gegangen. Jeder sieht zu, dass "sein" Zeug bloß nicht vom Bruder benutzt wird. Obwohl ich da schon immer drauf geachtet habe.. So Aussagen wie "das gehört euch beiden" führt regelmäßig zu Streit. Sohn2 fühlt sich eh immer benachteiligt :roll:
Zuviel Kram haben sie auch, man kann auch zwei und mehr Kinder verwöhnen 😬

In den Ferien sitzen beide trotzdem alleine in ihren Zimmern, die jeweiligen Freunde sind im Urlaub usw.

Naja es ist ja nicht überall so, wie bei uns. Aber ich würde nicht pauschal sagen, dass es ein Einzelkind schlechter hat.

Was genau versteht ihr unter einem "verwöhnten Einzelkind"?
Ich würde mich definitiv nicht als ein Solches bezeichnen 😀
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Jadzia
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Jadzia »

Mein Kind kann sehr gut teilen und teilt auch sehr gerne. Sie ist generell sehr sozial.

Gegen die Einsamkeit hilft dass ich enge Kontakte zu Freundinnen mit Kindern pflege wodurch Dax quasi Cousins und Cousinen hat.

Und unsere Hunde retten uns. Hier ist wieder ein Welpe eingezogen. Nicht weil ich einen Welpen wollen würde sondern weil das ein Familien bzw Rudelgefühl erzeugt.

Dax übernimmt auch Verantwortung für den Hund und ist im Urlaub jeden Tag ein Mal mit ihr spazieren gegangen.

Zu viel Zeug haben wir auch aber es gibt schlimmeres 😉
Alles kann, Liebe muss

Jadzia mit Dax (03/11)

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Linda89
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Linda89 »

Ich bin auch Einzelkind und unterschreibe bei joko.

Allerdings hatte ich oft das Problem, dass ich nach der Schule mit jemandem spielen wollte und alle mussten bis x uhr drinnen bleiben. Da hab ich mir schon ab und zu Geschwister gewünscht.
Sohn Juli 2013, Tochter Januar 2015, Tochter Juni 2019, Tochter März 2021
Batinka
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Batinka »

Ich bin Einzelkind. Als Kind studierender Eltern materiell nicht verwöhnt, aber definitiv was die Aufmerksamkeit und das beachtet werden angeht. Einziges Kind, einziges Enkelkind, einzige Nichte. Ich war es gewohnt, dass man mir zuhört, Essen gekocht wird, weil ich es mag, Ausflüge so laufen, wie es mir gefällt, solche Dinge.
Teilen fiel mir selten schwer, aber allein war ich oft, einsam- naja, ich habe in meiner Welt gelebt, in der ich auch heute noch zufrieden wäre, wenn Mann und Kinder mich denn ließen.

Mein Mann ist das Nesthäkchen nach drei großen Brüdern, anfangs gab es viele Momente der Fassungslosigkeit beiderseits- er hat gelernt, zuzugreifen wenn ihm etwas wichtig ist, ich, dass die wichtigen Dinge auf mich warten- zB besondere Süßigkeiten oder die Waffel im Eisbecher.

Wirklich ernsthaft Geschwister gewünscht habe ich mir nur, als mein Vater ziemlich früh gestorben ist, da war ich gerade 20 und hätte gerne jemanden mit genau meiner Perspektive zum gemeinsam Trauern gehabt.
Die zehn Jahre davor hatte ich Panik, meine getrennten Eltern könnten mit jemand anderem noch Kinder bekommen, das wäre für mich furchtbar gewesen.
Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

12-10-7
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Linda89
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Linda89 »

Batinka hat geschrieben: 11.08.2022, 15:05 anfangs gab es viele Momente der Fassungslosigkeit beiderseits- er hat gelernt, zuzugreifen wenn ihm etwas wichtig ist, ich, dass die wichtigen Dinge auf mich warten- zB besondere Süßigkeiten oder die Waffel im Eisbecher.
Oh ja krass, ich merke grade, das ist bei uns auch so. Und klar, hat vermutlich was mit dem Geschwisterstatus zu tun.
Sohn Juli 2013, Tochter Januar 2015, Tochter Juni 2019, Tochter März 2021
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Mäusebaby
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Mäusebaby »

Ich bin Einzelkind und hasse es immer noch. Meine Eltern sind allerdings auch „speziell“.

Teilen kann ich sehr gut. Im Gegenteil, ich bin sogar sehr großzügig.
Einsam war/bin ich immer wieder, allerdings erst so ab der 5. Klasse, nach einem Umzug.

Ich möchte auch nicht sagen, dass bestimmte Thematiken nur bei Einzelkindern vorkommen. Mit geht es eher darum, dass sie halt anders gehandhabt werden müssen.
Mein Kind hat nicht mal jemanden zum Streiten. Da ist es egal, wie andere Geschwister miteinander auskommen, versteht ihr, was ich meine?

Und Kontakt mit Freundinnen klappt hier einfach nicht. Die Leute sind hier zum großen Teil einfach mega zugeknöpft, desinteressiert, passiv, unverbindlich und die Kinder haben meistens auch einfach Geschwister und die Eltern sehen gar keine Notwendigkeit, darüber hinaus Kontakte zu knüpfen, schon gar nicht mit einem Einzelkind, denn „Three is a crowd“.

Fakt ist, dass ich oft ein total unglückliches Kind habe, das halt so empfindet wie oben beschrieben (allein und immer im Fokus) und das daher bestimmt oft zu oft Kram bekommt, den es eigentlich nicht braucht und auch am Geburtstag in Geschenken (nicht nur von uns) schier ertrinkt.
Und wenn ich google, ist das oft genau das, was auch andere Einzelkindeltern berichten.

Da wir zwei Seniorkatzen haben, kommt ein Hund auch nicht infrage. Vielleicht wenn sie mal nicht mehr sind, aber ich bin wirklich eine totale Katzenperson und mag Hunde nur, wenn sie anderen Menschen gehören. Da frage ich mich auch, wie weit ich mich verbiegen sollte, damit mein Kind vielleicht(!) ein wenig(!) glücklicher ist!?
Liebe Grüße,
Mäusebaby mit ihrem Weihnachtswunderwunschkind (09/2015) und zwei **
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Sandtiger
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von Sandtiger »

Hier doppeltes Einzelkind.
Ich hatte keine Geschwister und Junior wird aufgrund der diversen Krankheiten meines Mannes und mir, den ganzen Umständen etc. ebenfalls Einzelkind bleiben (war ursprünglich so zwar nicht geplant, aber ist jetzt so).

Mir hat nie etwas gefehlt und ich habe auch niemand darum beneidet Geschwister zu haben. Viele meiner Freundinnen und Freunde hatten keine "richtigen" Geschwister, sondern meist waren die dann entweder noch so klein oder schon so groß, dass sie irgendwie entweder nur gestört oder gar nicht wahrgenommen wurden. Ich hatte viele Freunde und war viel in Reiterferien, wo ich ständig neue Kontakte geknüpft und dann auch darüber hinaus gehalten hatte. Mittlerweile existiert davon zwar kein Kontakt mehr, aber während meiner Kindheit und Jugendzeit hat mir da nichts gefehlt. Was das verwöhnt anbelangt, kann ich nicht beurteilen. Ich habe mich wohlgefühlt und es passte für mich. Ob mir da sozial etwas gefehlt hat, oder so, keine Ahnung.

In den Ferien ist das mit dem Spielen nur ein Problem, wenn wir mit unserem California "auf Tour" sind. Da sind wir abends oft die einzigen Spielgefährten, das ist dann schon manchmal anstrengend und auch mal frustrierend für alle Seiten, wenn Mama und Papa nach der Fahrt halt erstmal noch aufbauen, räumen oder Essen machen/richten müssen. Sind wir länger irgendwo knüpft Junior schnell Kontakte, selbst mit anderssprachigen Kindern. Wobei letzteres früher etwas unkomplizierter war. So lange es Kinder gibt, bei denen es altersmässig ungefähr passt und sich auch was gemeinsames zum Spielen findet, klappt das eigentlich immer super.

Schwieriger finde ich die Situation im Alltag. Er hat nicht den besten Kumpel oder beste Freundin. Er "kann" zwar mit vielen, aber da die auch oft anderweitig befreundet sind, wechselt das ständig nach Lust und Laune und dann kommt es halt auch oft vor, dass die anderen alle irgendwie "vergeben" oder bereits beschäftigt sind. Aber das ist in meinen Augen jetzt nicht unbedingt etwas, bei dem ich denke das wäre mit Geschwistern anders, denn es gibt oft genug Konstellationen, bei denen es einfach nicht harmoniert. Erlebe oder lese ich oft genug. Insofern ist eine Schwester oder Bruder kein Garant als Spielgefährte.

Junior selbst, hätte gerne noch ein Geschwisterchen gehabt. Aber wenn ich sehe, wie sehr er von uns Aufmerksamkeit einfordert oder auch gerne Zuwendung mag/braucht, dann glaube ich, wäre es für ihn schon schwer geworden, das plötzlich teilen zu müssen. :wink:

Teilen von materiellen Dingen (Spielzeug, Süßkram etc.) an sich ist eigentlich nicht sein Problem. Eher das er oft nicht zu schätzen weiß, was er alles so von allen Seiten "hinterhergeworfen" bekommt, weil er halt das einzige (Enkel/Paten)Kind ist. In dem Punkt ist er schon irgendwie verwöhnter, wie wenn er mit Geschwistern teilen müsste, würde ich sagen.
Junior 08/2012

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FuFu
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von FuFu »

Hier lebt auch ein Einzelkind.

Ich habe eher das Gefühl, dass sie viel besser nachgeben kann als manche anderen Kinder mit Geschwistern. Und ich habe eine sehr großzügige Einzelkind-Freundin :mrgreen: Ob das statistisch in die ein oder andere Richtung belegt ist, wage ich zu bezweifeln. :wink:

Klein-FuFu hat sich im Kindergartenalter bis ca. zur zweiten Klasse ein Geschwisterkind sehr gewünscht. Mittlerweile sieht sie, dass es auch Vorteile hat, mit ihrer kleinen Cousine auf Zeit zusammen zu sein und danach wieder alles für sich zu haben. :lol:

Sie ist ein sehr offener Mensch, ich bin immer wieder verwundert, wie sie trotz ihrer eher zurückhaltenden, teilweise schüchternen Art rasend schnell Kontakte knüpft. Sie hat einen großen Freundeskreis und viele Hobbies und Interessen. Sie muss halt aktiv nach außen gehen. Kinder mit Geschwistern müssen sich vielleicht nicht immer so nach außen „bemühen“. Das ist bei ihr aber eher eine Paarung aus Charakter und günstigem Wohnumfeld - hier leben massig Kinder in der Nachbarschaft. Hier wird sogar einfach rausgeklingelt, wenn man Spielkameraden sucht. :D

Was hier aber trotzdem oft ein Problem ist, sind mangelnde Spielpartner und der daraus resultierende Medienkonsum. Sie beschäftigt sich zwar auch viel alleine, aber das geht für halt nur eine gewisse Zeit. Ich kann nicht sagen, geht zusammen spielen. Und wenn dann keiner ihrer Freunde Zeit hat, kann sich ein freier Tag manchmal schon sehr ziehen.
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Klein-FuFu Dez. 2012
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