Hier doppeltes Einzelkind.
Ich hatte keine Geschwister und Junior wird aufgrund der diversen Krankheiten meines Mannes und mir, den ganzen Umständen etc. ebenfalls Einzelkind bleiben (war ursprünglich so zwar nicht geplant, aber ist jetzt so).
Mir hat nie etwas gefehlt und ich habe auch niemand darum beneidet Geschwister zu haben. Viele meiner Freundinnen und Freunde hatten keine "richtigen" Geschwister, sondern meist waren die dann entweder noch so klein oder schon so groß, dass sie irgendwie entweder nur gestört oder gar nicht wahrgenommen wurden. Ich hatte viele Freunde und war viel in Reiterferien, wo ich ständig neue Kontakte geknüpft und dann auch darüber hinaus gehalten hatte. Mittlerweile existiert davon zwar kein Kontakt mehr, aber während meiner Kindheit und Jugendzeit hat mir da nichts gefehlt. Was das verwöhnt anbelangt, kann ich nicht beurteilen. Ich habe mich wohlgefühlt und es passte für mich. Ob mir da sozial etwas gefehlt hat, oder so, keine Ahnung.
In den Ferien ist das mit dem Spielen nur ein Problem, wenn wir mit unserem California "auf Tour" sind. Da sind wir abends oft die einzigen Spielgefährten, das ist dann schon manchmal anstrengend und auch mal frustrierend für alle Seiten, wenn Mama und Papa nach der Fahrt halt erstmal noch aufbauen, räumen oder Essen machen/richten müssen. Sind wir länger irgendwo knüpft Junior schnell Kontakte, selbst mit anderssprachigen Kindern. Wobei letzteres früher etwas unkomplizierter war. So lange es Kinder gibt, bei denen es altersmässig ungefähr passt und sich auch was gemeinsames zum Spielen findet, klappt das eigentlich immer super.
Schwieriger finde ich die Situation im Alltag. Er hat nicht den besten Kumpel oder beste Freundin. Er "kann" zwar mit vielen, aber da die auch oft anderweitig befreundet sind, wechselt das ständig nach Lust und Laune und dann kommt es halt auch oft vor, dass die anderen alle irgendwie "vergeben" oder bereits beschäftigt sind. Aber das ist in meinen Augen jetzt nicht unbedingt etwas, bei dem ich denke das wäre mit Geschwistern anders, denn es gibt oft genug Konstellationen, bei denen es einfach nicht harmoniert. Erlebe oder lese ich oft genug. Insofern ist eine Schwester oder Bruder kein Garant als Spielgefährte.
Junior selbst, hätte gerne noch ein Geschwisterchen gehabt. Aber wenn ich sehe, wie sehr er von uns Aufmerksamkeit einfordert oder auch gerne Zuwendung mag/braucht, dann glaube ich, wäre es für ihn schon schwer geworden, das plötzlich teilen zu müssen.
Teilen von materiellen Dingen (Spielzeug, Süßkram etc.) an sich ist eigentlich nicht sein Problem. Eher das er oft nicht zu schätzen weiß, was er alles so von allen Seiten "hinterhergeworfen" bekommt, weil er halt das einzige (Enkel/Paten)Kind ist. In dem Punkt ist er schon irgendwie verwöhnter, wie wenn er mit Geschwistern teilen müsste, würde ich sagen.