Kommentare zum Stillen...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Jara
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Jara »

Ich hatte auch ganz fürchterliche Angst, dass ich es ganz schrecklich finden würde.. Habe ja Autismus und finde langen punktuellen Hautkontakt ganz schlimm..

Ich wollte aber so gerne stillen und hab es dann einfach ausprobiert und es ging erstaunlich gut mit der Berührung..

Fände es auch einfach toll, wenn jede Frau es zumindest versuchen würde, sofern sie dazu psychisch und physisch in der Lage ist.. Wenn es dann wirklich nicht gefällt, ist es ja okay :)
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TuB
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von TuB »

Umgedacht hat geschrieben: 05.06.2022, 14:29
IdieNubren hat geschrieben: 05.06.2022, 12:44
Mau hat geschrieben: 05.06.2022, 09:58 Frauen, die von vornherein nicht stillen wollen, ohne dass gesundheitliche Probleme vorliegen, kann ich gar nicht verstehen.
Ich schon weil es (m)eine persönliche körperliche Grenze ziemlich stark übertritt. Ganz auf die Frau fokussiert, hat jede das Recht sich ganz frei zu entscheiden, da es ihren Körper betrifft und man darüber allein zu entscheiden hat.
Ich finde das wesentlich ehrlicher als irgendwelche Vorgeschobenen Gründe die ich auch schon gehört hab (zB dass man ja Stillproben machen muss und das ja so stressig ist)
Mich wundert bei der Argumentation aber wie man es vereinbaren kann ein Kind in sich wachsen zu lassen, es dann auf die Welt zu bringen und dann ist das die Grenze? Dann ist man für die Ernährung nicht mehr verantwortlich?

Ich hoffe du fühlst dich nicht angegriffen. Ich meine auch nicht dich persönlich, falls das deine Einstellung ist. Dieser Grund wird ja ganz oft von Frauen angeführt. Es passt für mich einfach nicht zusammen, wenn Frauen sich hier plötzlich eine Entscheidungsfreiheit einfordern.
Der Unterschied ist halt ein leibliches Kind "muss" ich in meinem Bauch wachsen lassen. Ernährt werden kann es aber auch anders. Ich bin mir sehr sicher, dass es einige Frauen gibt, die liebend gerne eine künstliche externe Gebärmutter nutzen würden, statt ihr Baby im Bauch zu tragen. Da die Medizin aber in dem Punkt noch nicht so weit ist, bleibt einem nicht viel anderes übrig.

Klar kann man verlangen, dass man sich, wenn man sich für ein Kind entscheidet sich auch dafür entscheiden muss es zu ernähren (oder es zumindest zu probieren), aber Flaschennahrung heute ist eben eine funktionierende Alternative. Genauso später bei der Beikost. Natürlich wären hochwertige Lebensmittel (Bio, regional, saisonal etc) das Optimum, aber trotzdem verbietet einem niemand das Kind mit Lebensmitteln aus konventionellen Anbau oder konventioneller Aufzucht vom Discounter zu ernähren, auch wenn bekannt ist, dass das keine gleichwertige Alternative ist. Selbst wenn der Grund für diese Entscheidung nur "wir haben schon immer da eingekauft" oder "ich habe keine Lust weiter zu fahren" ist.
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ShinyCheetah
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von ShinyCheetah »

TuB hat geschrieben: 05.06.2022, 15:49 Natürlich wären hochwertige Lebensmittel (Bio, regional, saisonal etc) das Optimum, aber trotzdem verbietet einem niemand das Kind mit Lebensmitteln aus konventionellen Anbau oder konventioneller Aufzucht vom Discounter zu ernähren, auch wenn bekannt ist, dass das keine gleichwertige Alternative ist.
Das finde ich eine sehr steile Behauptung. Mal davon abgesehen, dass Bio etc. pp. deutlich teurer ist als Discounter, während Stillen preiswerter ist als Flaschenernährung, weiß ich von keiner Studie, die belegen würde, dass eine ausgewogene gesunde Ernährung mit Discounterprodukten in irgendeiner Form schlechter wäre als die mit Bioprodukten. Rein aus wissenschaftlicher Sicht bin ich auch ziemlich überzeugt, dass es nicht belegt werden kann, weil es schlicht und ergreifend nicht stimmt. Gerne lasse ich mich eines besseren belehren.
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Krachbum
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Krachbum »

Umgedacht hat geschrieben: 05.06.2022, 14:29
IdieNubren hat geschrieben: 05.06.2022, 12:44
Mau hat geschrieben: 05.06.2022, 09:58 Frauen, die von vornherein nicht stillen wollen, ohne dass gesundheitliche Probleme vorliegen, kann ich gar nicht verstehen.
Ich schon weil es (m)eine persönliche körperliche Grenze ziemlich stark übertritt. Ganz auf die Frau fokussiert, hat jede das Recht sich ganz frei zu entscheiden, da es ihren Körper betrifft und man darüber allein zu entscheiden hat.
Ich finde das wesentlich ehrlicher als irgendwelche Vorgeschobenen Gründe die ich auch schon gehört hab (zB dass man ja Stillproben machen muss und das ja so stressig ist)
Mich wundert bei der Argumentation aber wie man es vereinbaren kann ein Kind in sich wachsen zu lassen, es dann auf die Welt zu bringen und dann ist das die Grenze? Dann ist man für die Ernährung nicht mehr verantwortlich?

Ich hoffe du fühlst dich nicht angegriffen. Ich meine auch nicht dich persönlich, falls das deine Einstellung ist. Dieser Grund wird ja ganz oft von Frauen angeführt. Es passt für mich einfach nicht zusammen, wenn Frauen sich hier plötzlich eine Entscheidungsfreiheit einfordern.
Wieso ist man nicht mehr für die Ernährung des Kindes verantwortlich, wenn man nicht stillt? Ich bin ja heute auch dafür verantwortlich, obwohl wir seit 1.5 Jahren nicht mehr stillen...

Und ja doch, ich finde das grenzwertig bis verletzend wie du dich ausdrückst. Als wäre es uns Frauen in die Wiege gelegt Schwangerschaft und Stillzeit wunderschön zu finden und wenn nicht, kann da ja wohl nur was bei der Frau falsch laufen...

Ich war nicht gerne schwanger, ich fand gebären echt scheiße (mal davon ab, dass mich fast das zeitliche gesegnet hätte) und die Vollstillzeit gerade in den ersten 3 Monate fand ich extrem belastend, weil ich ganz alleine verantwortlich war und ich mich mit dieser Verantwortung sehr alleine gefühlt habe, obwohl mein Mann mich mehr als engagiert unterstützt hat und ich eine tolle Hebamme hatte (die spätere Zeit war dann toll und wir haben 2.5 Jahre gerne gestillt). Und ja, ich habe mich unter Druck gefühlt (auch hausgemacht) stillen zu müssen.

Aber das alles hat nichts damit zu tun, dass ich ein Kind mit meinem Mann wollte und sehr gerne Verantwortung für dieses Kind übernehme und ich alles dafür tue, dass ein möglichst zufriedener Erwachsener aus diesem Kind wird. Aber Schwangerschaft und Säuglingszeit hätte ich gerne abgetreten. Würde ich auf Frauen stehen, wäre ich garantiert nicht die biologische Mama geworden.

Ich plädiere bei diesem Thema wirklich ganz stark für mehr Akzeptanz und weniger Verurteilen. Dieses "Ich kann (und will) das einfach nicht verstehen" tut weh!
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TuB
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von TuB »

ShinyCheetah hat geschrieben: 05.06.2022, 17:27
TuB hat geschrieben: 05.06.2022, 15:49 Natürlich wären hochwertige Lebensmittel (Bio, regional, saisonal etc) das Optimum, aber trotzdem verbietet einem niemand das Kind mit Lebensmitteln aus konventionellen Anbau oder konventioneller Aufzucht vom Discounter zu ernähren, auch wenn bekannt ist, dass das keine gleichwertige Alternative ist.
Das finde ich eine sehr steile Behauptung. Mal davon abgesehen, dass Bio etc. pp. deutlich teurer ist als Discounter, während Stillen preiswerter ist als Flaschenernährung, weiß ich von keiner Studie, die belegen würde, dass eine ausgewogene gesunde Ernährung mit Discounterprodukten in irgendeiner Form schlechter wäre als die mit Bioprodukten. Rein aus wissenschaftlicher Sicht bin ich auch ziemlich überzeugt, dass es nicht belegt werden kann, weil es schlicht und ergreifend nicht stimmt. Gerne lasse ich mich eines besseren belehren.
Bioprodukte sind nachweislich weniger mit Pestiziden und Arzneimittelrückständen belastet. Weiterhin haben sie einen nachweislich niedrigeren Nitratgehalt.
Natürlich wurde keine Studie durchgeführt, die die gesundheitlichen Wirkung von herkömmlich hergestellter Discounterware mit Bioprodukten vergleicht. Dafür müsste man ja Menschen über längere Zeit ausschließlich mit Produkten aus biologischer bzw konventioneller Erzeugung ernähren.

Ist aber auch egal. Das war vielleicht ein blödes Beispiel. Das gebe ich zu. Der Punkt um den es mir ging ist: wieso soll man sich mit der Entscheidung für ein Kind dazu verpflichten es zu stillen oder das zumindest zu versuchen, wenn die Ernährung danach von niemandem kontrolliert wird? Ernährt wird das Baby ja, egal ob mit der Brust oder der Flasche. Auch wenn beides keine gleichwertigen Alternativen sind.
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GemeineEsche
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von GemeineEsche »

ShinyCheetah hat geschrieben: 05.06.2022, 17:27
TuB hat geschrieben: 05.06.2022, 15:49 Natürlich wären hochwertige Lebensmittel (Bio, regional, saisonal etc) das Optimum, aber trotzdem verbietet einem niemand das Kind mit Lebensmitteln aus konventionellen Anbau oder konventioneller Aufzucht vom Discounter zu ernähren, auch wenn bekannt ist, dass das keine gleichwertige Alternative ist.
Das finde ich eine sehr steile Behauptung. Mal davon abgesehen, dass Bio etc. pp. deutlich teurer ist als Discounter, während Stillen preiswerter ist als Flaschenernährung, weiß ich von keiner Studie, die belegen würde, dass eine ausgewogene gesunde Ernährung mit Discounterprodukten in irgendeiner Form schlechter wäre als die mit Bioprodukten. Rein aus wissenschaftlicher Sicht bin ich auch ziemlich überzeugt, dass es nicht belegt werden kann, weil es schlicht und ergreifend nicht stimmt. Gerne lasse ich mich eines besseren belehren.
Der jenke hat mal dazu eine Folge gemacht, da kam tatsächlich raus dass Bio deutlich weniger Schadstoffe hat.
Kleine 02/21
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Sommermama2017
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Sommermama2017 »

Dass Bioprodukte weniger Schadstoffe haben, kann ich mir schon gut vorstellen.
Gibt es auch gute Studien, die zeigen, dass DIESES Mehr an Schadstoffen in konventionellen Produkten signifikante Auswirkungen auf die Gesundheit hat (also zb signifikant mehr Herz-Kreislauf-Probleme, mehr Krebserkrankungen... sowas)? Darauf kommt es doch an oder?
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
Serafin
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Serafin »

Ich Stille, weil's halt die normale Ernährungsform von Babys und Kleinkindern ist. Ist praktisch, einfach und billig. Klar hab ich nicht immer Lust dazu (gehabt), aber die Alternative war mir viel zu aufwendig gewesen. Die Arbeit war ja doch an mir hängen geblieben.
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Serafin
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Serafin »

Wär amir hängen geblieben natürlich.


Ich wäre aber froh, wenn vor allem medizinisches Personal keinen Stuss mehr erzählen würden sondern die Frauen kompetent und unkompliziert beraten würden.
kleiner Maulwurf 12/15
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Bönthi
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Re: Kommentare zum Stillen...

Beitrag von Bönthi »

Ich war mir vorher auch sehr unsicher, ob stillen das Richtige für mich ist. Trotz sehr schmerzhaft Wunder Brustwarzen in den ersten Wochen habe ich mich durchgebissen und hab dann fast zwei Jahre ganz gerne gestillt.
Aber: Ich finde es völlig ok, wenn eine Frau aus welchen Gründen auch immer nicht stillen will und es auch gar nicht erst ausprobiert. Wenn dann irgendwelche "Ausreden" kommen, ist das auch völlig ok. Denn die Gründe gehen niemanden etwas an und eine nicht-stillende Frau muss das vor niemandem außer sich selbst rechtfertigen. Ich finde es da auch sehr wichtig zu akzeptieren, dass das eben eine absolut persönliche Entscheidung ist und die wahren Gründe oftmals vielleicht einfach sehr privat sind und daher nicht genannt werden. Ich muss aber auch zugeben, dass meine eigene Denkweise da vor zwei Jahren noch deutlich kurzsichtige war und ich diese Toleranz erst hier im Forum gelernt habe.
mit Zelli, dem kleinen Zellhaufen (02/20)
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