Ich habe mich hier angemeldet, weil ich etwas verzweifelt bin über die geringe Zunahme meiner Tochter und ich gerade ratlos bin, woran es liegen könnte.
Die Kleine kam am 21.4 per Kaiserschnitt zur Welt. Nachdem ihr großer Bruder vor vier Jahren aufgrund des Gewichts auch nach Stunden Wehen nicht durch mein Becken poste und die Kleine ähnlich schwer prognostiziert wurde, entschieden wir uns sicherheitshalber für einen erneuten Kaiserschnitt. Eine Entscheidung, mit der ich noch hadere.
Sie nahm die erste Woche sehr schleppend 20 Gramm pro Tag zu. Zu Beginn der zweiten Woche waren wir zwei Mal bei 30 Gramm pro Tag und ich war sehr erleichtert, dass die Maßnahmen wie Wechselstillen, Brustkompression und aktives Wecken erfolgt zeigen.
Die Hebamme kann dann drei Tage später wieder (an Tag 15) und wir machten weiter wie in den Tagen davor und ich war total optimistisch: sie trank besser und länger, hatte bis zu 10x am Tag Stuhlgang und immer wieder Pipi (vor allem nackt auf der Kommode) und war super drauf in den wachen Episoden.
Doch dann gestern der Schock: in den drei Tagen hatte sie nur insgesamt 40 Gramm zugenommen und war damit an Tag 15 noch 60 Gramm vom Geburtsgewicht entfernt.
Ich bin seit den total verzweifelt, denke nur noch ans Stillen und bin die ganze Zeit unruhig.
Nachdem mein großer Sohn einen bescheidenen Stillstart hatte (mehr unten), habe ich jetzt immense Schuldgefühle, dass es anscheinend auch bei Nr. 2 am Anfang nicht richtig klappt, obwohl ich inzwischen so viel Wissen habe und dachte, ich bin auf dem richtigen Weg
Ihre Gesamtzunahme innerhalb von 11 Tagen beträgt nur 220 Gramm, also unterste Grenze.
Hier einmal die Antworten auf die Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Ein Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Im Krankenhaus verweigerte sie eine ganze Nacht lang meine Brust; keiner half mir und daraufhin wurde sie am nächsten Morgen mit Pre gelockt.
Sie bekam ca. 40ml pro Tag hinzu. Nach dem Milcheinschuss hörte ich an Tag 5 damit auf.
Da sie nur so schleppend zunimmt, riet die Hebamme jetzt zum abpumpen und zufüttern nach den Mahlzeiten, damit sie mehr Hintermilch bekommt. Leider kommt beim Abpumpen kaum Milch und so bekommt sie maximal 15ml am Tag extra.
Da das Abpumpen nicht funktioniert (war schon bei meinem Sohn schwierig), habe ich mit Brustkompression und Wechselstillen angefangen.
Jetzt überlege ich sehr, ihr nach jeder Mahlzeit 20ml Pre zu geben. Die Hebamme ist noch nicht besorgt, sagte aber, wir bräuchten jetzt einmal einen Ausbruch aus der geringen Zunahme.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Ich stille nach Bedarf, also an Cluster-Tagen auch mal 2h am Stück und achte sonst darauf, dass es über Tag maximal 2 1/2h zwischen den Mahlzeiten sind. Nachts maximal 3 1/2, auch wenn sie wohl länger schlafen würde.
Sie schläft teilweise super schnell an der Brust ein; sodass ich oft schon nach 5 Minuten mit Wechselstillen und Kompression starten muss.
Ich versuche, auf mindestens 10 Minuten pro Brust zu kommen.
An einigen Tagen clustert sie morgens und abends, da ist gar keine volle abgeschlossene Stillmahlzeit dabei.
Ich habe natürlich jetzt beim Clustern jedes Mal Angst, dass es an zu wenig Milch liegt. Aber nach 10-15 min Pause ab einer Brust kommt immer zuverlässig ein MSR.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Sie hat unheimlich oft Stuhlgang (bis zu 10x und häufiger pro Tag (satt gelb mit Stückchen drin, aber sonst sehr flüssig) und scheint sehr schmerzhafte Blähungen zu haben. Pipi ist auch meistens drin, ich kann aber nicht einschätzen wieviel, da immer Stuhlgang dabei ist.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Entgegen aller Vorsätze meinerseits, auch nach einem KS diesmal gut ins Stillen zu starten, war der Start unglücklich. Im Kreißsaal war noch nicht alles super: sie dockte problemlos an und trank beide Seiten. Zudem bekam sie 8ml zuvor ausgestrichenes Kolostrum aufgrund von Sws-Diabetes per Finger-Feeding von meinem Mann.
Dann jedoch hatte ich in der zweiten Nacht aufgrund der Schmerzen totale andock-Probleme und sie trank fast 8 Stunden nichts. Obwohl ich mehrfach klingelte und immer verzweifelter wurde, half mir erst die Kinderschwester am nächsten morgen, indem sie sie mit Pre an meine Brust lockte. Dort trank sie dann, war aber den ganzen Tag immens schläfrig, sodass ich mit Pre zufüttern sollte. Zwei Mal mache ich dies mit der Flasche, daraufhin noch drei Tage mit einem improvisierten BES aus Spritze und Sonde.
Am vierten Tag legte ich sie ständig an und merkte langsam den Milcheinschuss. Ab dem 5 Tag beendete ich das Zufüttern, weil ich dachte, dass alles gut klappt.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
2x im KH aus der Flasche getrunken
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Termin Osteopath ist nächste Woche aufgrund von KS und Verdauung.
Kinderarzt waren wir ein Mal zur Vorstellung. Sie hat uns damals bei meinem Sohn extremen Stress gemacht wg. des Gewichts, zum Zufüttern gedrängt und das hätte beinahe die Stillbeziehung gekostet und das triggert bei mir total. Deshalb geplant erst wieder zur U3 (es sei denn, Gewicht stagniert doch weiter).
In Absprache mit der Hebamme bekommt die Kleine BiGaia Tropfen mit Vitamin D.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
- Gelbsucht nach der Geburt. Wert war OK, aber sie war schläfrig und Haut/Augen gefärbt. Jetzt nicht mehr
- Sws-Diabetes bei mir plus jeden Tag Heparin aufgrund einer Gerinnungsstörung
- Ich nehme Bockshornklee und Piulatte für die Milchbildung.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Der Start im KH war schlecht. Nach kurzem Anlegen im KReißsaal sollte ich ihn einfach schlafen lassen. Das tat er dann für 8h und wir lernten nie richtig anlegen.
Er nahm rasant ab und wir starteten eine Odyssee aus Stillen, abpumpen und Pre aus der Flasche. Zur Beruhigung gab man ihm einen Schnuller.
Hebamme und KiA waren keine große Hilfe und hatten nur Gewicht im Blick.
Nach ca. 3-4 Wochen zog ich eine Stillberaterin hinzu, die mir Mut machte.
Wir ließen die Pre weg, ich nahm Bockshornklee und setze mich 3 Tage zum Dauerstillen auf das Sofa.
Danach stillte ich ihn ein Jahr lang und er verweigerte jede Flasche und jeden Schnuller.
Zurück blieb nur eine leichte Saugverwirrung: er schlürfte die BW ein, statt den Mund zu öffnen, weshalb ich immer mal wieder BW Probleme hatte.
Ich hoffe sehr, dass mir hier jemand helfen kann.
Mein ganzer Optimismus ist fort seit dem Wiegeergebnis gestern. Heute ist die kleine extrem unruhig, nur an der Brust und pupst und weint viel. Mein Kopf sagt mir: ich bin schuld: zu wenig Milch.
Obwohl es eigentlich nicht sein kann. Nach 3h Stillpause in der Nacht sind beide Brüste prall und knotig.
Aber gerade dreht sich der ganze Tag ums Stillen und ich kann die Kleine kaum genießen.
Viele Grüße,
eine verzweifelte K.