lala hat geschrieben: 13.02.2022, 15:51
Heute ist bei mir irgendwie die Luft raus, auch wenn die letzte Woche für mich gut geklappt hat - auch wenn ich nicht hinter jede Routine einen Punkt setzen konnte, dafür habe ich jeden Tag 15-30 Minuten was geputzt, was mir so aufgefallen ist. Nach dem Zufalls-Chaos-Lust-Prinzip. Ich habe nämlich immer noch keinen Plan, weder einen Zonen-Plan (wollte ich heute machen), noch einen Essensplan (klappt hier nie). Ich habe so unterschiedliche Tagesformen, was das Koche angeht, dass mir bei den Plänen regelmäßig was schlecht wurde. Ich plane also nur so zwei bis drei Mahlzeiten und schaue, dass immer genug Vorräte da sind. Ich wollte auch schon länger die Woche in Themen-Tage fürs Essen einteilen, aber weiter als "Montage = Tütensuppentag" und "Dienstag: TK Tag" (da sind dann auch selbstgekochte eingefrorene Sachen dabei, die ich in der früh schon raushole. Manchmal aber auch einfach die TK Pizza) bin ich noch nicht gekommen

Nach Rezepten koche ich eigentlich auch nie, sondern halt die Dinge, die ich einfach so kann und mag (Also für alle, die sich noch voll schlecht fühlen, wenn sie nicht jeden Tag eine super Kochidee haben oder umsetzen). Ich hatte auch mal die Idee, einmal pro Woche ein neues Gericht auszuprobieren, aber das habe ich auch nur zwei Wochen durchgehalten...
Was ich mir beim Lesen hier oft denke: ich weiß oft gar nicht, wovon ihr sprecht und müsste mich wohl anderweitig auch informieren. Homeblessing zum Beispiel. Oder wie das grundsätzlich mit den Zonen funktioniert? Erklärt ihr das noch? Muss ich das nicht eigentlich wissen, bevor ich mir meine Zonen versuche einzuteilen? Woher weiß ich, wie oft "man" etwas macht?
Und die zweite Frage, die mich immer wieder umtreibt, ist: lässt sich Flylady mit Feminismus vereinbaren? Hier zumindest mache nur ich das, die Ansteckung der anderen ist nur geringfügig zu spüren. Und ich merke dann, dass ich grantig werde, wenn ich mir so viel Mühe gebe es ordentlich und sauber zu halten, dass das dann ja im Grunde für die Mitbewohner hier recht bequem ist, weil ich ja irgendwann wieder die Spüle putze / den Herd abwische. Ja, wenn ich dann mal dabei bin, mag ich diese Flächen eigentlich IMMER sauber haben und bin dann auch echt pingelig. Dafür können natürlich meine Mitmenschen nun auch wieder nichts. Ich habe keine Ahnung, ob verständlich war, worum es mir geht (vermutlich ist das jetzt auch kein Feminismus, sondern ein persönliches Thema...), ich lasse es jetzt dennoch mal so stehen.
Oh würde auch empfehlen, das Buch zu lesen. Im Buch ist vieles einfacher dargestellt, als auf der Webseite, zudem ist die aktuelle Challenge eine abgeänderte Form (also abweichend von der flylady), das hat mich anfangs auch sehr verwirrt.
Beispielsweise sind das homeblessing und die Zonen nach flylady ganz streng festgelegt. Man soll zuerst ihre Einteilung übernehmen, und wenn das klappt für sich selbst anpassen. Also das A und O ist es, Gewohnheiten und Regelmäßigkeit zu übernehmen, ob es wirklich sauber ist (außer natürlich die Spüle) ist anfangs absolut zweitrangig.
Zum Feminismus:
Sind deine sogenannten "Mitbewohner" deine Familie?

(wenn nicht wird es schwierig).
Ja, die flylady selbst lebt ein ganz klassisches Rollenmodell und dazu noch ziemlich religiös.
Aber ihre Begründung zur Hausarbeit fand ich sehr schön: es geht nicht darum, immer aufzuwiegen und zu schauen wer was macht und genau 50:50 zu machen, sondern vielmehr: du gibst immer 100% für deine Liebsten. Bedingungslose Liebe sozusagen. Und die äußert sich eben (auch) in einem Zuhause, in dem sich alle wohlfühlen.
Ich finde das eigentlich sehr gut mit Feminismus vereinbar. In der Familie und außen gibt es ja andere Regeln. In der Welt da draußen will ich natürlich respektiert werden, dort sollen alle gleich sein und nicht vervorurteilt werden. Aber für meinen Mann koche ich gern, das macht mir Spaß. Innerhalb der Familie findet man seine eigene Aufgabenteilung. Mitnichten wirst du zur "Putzfrau degradiert" (aber eine richtig gute Reinigungskraft ist, wie die meisten wahrscheinlich auch schon recherchiert haben, wahrscheinlich nicht die Norm sondern eher wie ein Sechser im Lotto).
Wenn du nun entscheidest, nach dem flylady Prinzip den Haushalt zu führen (zumindest eine Weile), dann kannst du deine Familie eben nicht zwingen es auch zu tun. Und nur weil du alles machst und niemand hilft ist das kein Fehler des flylady Systems, denn, war es denn vorher anders? Die anderen Macher vermutlich noch gleich viel (oder eher wenig), nur du möchtest eben mehr machen. Diesen Ansatz kenne ich auch von Marie Kondo, es geht nur um dich und deinen eigenen Kram, die anderen lässt du in Ruhe und irgendwann steckt es doch an und alle packen mit an.
Du könntest vielleicht, um es für dich angenehmer zu machen, versuchen, den anderen unauffällig kleine Aufgaben zuzuteilen. Zum Beispiel Bring mal kurz den Müll raus, das dauert nur eine Minute. Bürste mal kurz das Klo durch. Räum das mal kurz weg. Oft fehlt es ja (wir hier wissen es doch genau!!!) nicht an der Einstellung, sondern eher an der Motivation und "ich weiß nicht womit anfangen". Also nimm die anderen an die Hand, gib ihnen ihre kleinen Routinen und dann merken sie auch, was man in zwei Minuten alles schaffen kann.