toll, dass es dieses Forum gibt.
Meine Tochter ist morgen 4 Wochen alt und kam, da sie quer lag, durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Das Stillen läuft von Anfang an nicht optimal. Die Mahlzeiten sind oft sehr kurz, sie schläft nach 5-10 min. Wecken bringt nicht viel, außer 5min Nuckelei und erneutes Einschlafen.
Generell habe ich den Eindruck sie saugt nicht stark genug bzw. ja nicht lang genug, um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten. Ich gehe davon aus, dass wenn ich mit Abpumpen aufhören würde, die Milchmenge wieder zurückgeht (wie nach der Entlassung aus dem KH).
Ich hoffe hier Hilfe zu finden, zumal meine Hebamme aktuell im Urlaub ist. Kurz vor ihrem Urlaub einigten wir uns darauf, dass wir von Fingersonde erstmal auf Brusternährungsset umsteigen, aber so wirklich detaillierte Anweisungen dazu, hat sie mir nicht gegeben. Das habe ich dann teils erst im Netz gelesen, zb dass man das BES nicht bei jeder Mahlzeit verwenden soll. Die ersten Versuche waren auch eher nervenaufreibend und auch jetzt "läuft" es (im wahrsten Sinne) nicht immer gut. Daher bin ich beim Einsatz des BES auch weg vom Wechselstillen gegangen, weil mir die Gefahr zu groß war, dass es an der anderen Brust dann nicht mehr funktioniert. Wenn ich ohne BES stille, dann im Wechsel.
Ich habe irgendwie gar keinen richtigen Fahrplan aktuell. Wie oft soll ich zb abpumpen? Gibt es ein "zu viel", quasi über den Bedarf? (-> Milchstau?!)
Mein Ziel ist natürlich ganz normal zu stillen, ohne jedes Abpumpen und BES.
Irgendwie hatte ich noch viel mehr Fragen und nun fällt mir keine ein. Die Kleine fängt auch gerade an sich zu melden, so dass die Zeit knapp ist.
Entschuldigt bitte auch, falls ich nicht ganz den roten Faden habe beim Schreiben.
11.1.22 3560g Geburtsgewicht (Kaiserschnitt)
14.1.22 3221g fast minus 10%, Abpumpen Beginn, Neben Kolostrum zeigt sich nun auch Milch beim Ausstreichen, Wiegeprobe +0g
15.1.22 Wiegeprobe +20g, Gewichtszunahme durch Zufüttern, linke Brust stellenweise hart abends
16.1.22 Wiegeprobe +30g, Brust noch mehr hart und rot, 2x Quarkwickel im KH
Raus aus dem Krankenhaus, Entlassungsgewicht 3350g
17.1.22 3380g (Hebamme)
18.1.22 3430g (Hebamme)
19.1.22 3450g (Hebamme)
24.1.22 3500g (Hebamme), Beginn Abpumpen Füttern über Fingersonde, 25ml Sonde
25.1.22 ------g 8x Stillen, 85ml Sonde
26.1.22 ------g 9x Stillen, 200ml Sonde
27.1.22 3600g (Hebamme), 8x Stillen, 170ml Sonde
28.1.22 ------g 9x Stillen, 250ml Sonde/erstmals BES
29.1.22 ------g 9x Stillen, 195ml BES
30.1.22 ------g 7x Stillen, 190ml BES
31.1.22 3730g (Kofferwaage daheim), 11x Stillen, 170ml BES
01.2.22 3688g (Kofferwaage daheim), 9x Stillen, 220ml BES
02.2.22 3770g (Kofferwaage daheim), 9x Stillen, 200ml BES
03.2.22 3710g (Kofferwaage daheim), 8x Stillen, 175ml BES
Durch die wechselhaften Ergebnisse mit der Kofferwaage sind wir lieber auf die Apotheken-Waage umgestiegen.
04.2.22 3800g (Leihwaage Apotheke), 9x Stillen, 150ml BES
05.2.22 ------g (Leihwaage Apotheke), 7x Stillen, 215ml BES
06.2.22 3870g (Leihwaage Apotheke), 10x Stillen, 255ml BES
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
-> Mädchen
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
-> Zufütterung von Muttermilch, anfangs per Sonde am Finger, seit 28.1. mit BES
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
-> Ich komme oft nur auf 8x Stillen am Tag. Die Kleine meldet sich ca. alle 2-3 Stunden, dazwischen wird geschlafen. Schon im Krankenhaus hieß es immer, sie wäre ja sehr entspannt/bequem/schläfrig. Nachts kommt sie meist 2x. Ist aber auch schon 2x passiert, dass sie 7h durchgeschlafen hat.
Wecken oder sie in einer Wachphase anlegen, ohne dass sie Hunger meldet, führt meist nur zu 5min Nuckelei und dann wieder Schlafen, aber eben keinem effektivem Saugen. Das ist unser großes Problem. Dass sie oft nach 5-10 Min. an der Brust einschläft. Auch wenn man sie dann versucht munter zu machen (zb Wickeln) und an der anderen Brust nochmal anzulegen, endet es meist in 5min Nuckelei und erneutem Einschlafen.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
-> täglich meist mind. 4 volle Windeln, nasse habe ich bisher nicht so genau gezählt
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
-> Noch im OP-Saal habe ich sie auf die Brust gelegt bekommen, Bonding war also gut. Erstes Anlegen war glaube ich ganz kurz im Aufwachraum (erfolglos, Kind am schlafen), dann später auf dem Zimmer. Dort hatte sie Probleme die Brustwarze zu fassen und stülpte ihre Unterlippe oft nach innen. Daher brachte die Schwester gleich Stillhütchen an. Damit konnte sie etwas besser saugen. Ich habe bei jedem Anlegen erstmal ohne Stillhütchen probiert. Wenn es so gar nicht klappen wollte, dann wieder mit. Aber eigentlich nur in den ersten 3-4 Tagen, seit dem gar nicht mehr. In den ersten 2 Tagen bekam die Kleine etwas Kolostrum, was ich vor der Geburt gesammelt hatte.
Von Anfang an war es so, dass sie nach 5-10 min bereits wieder eingeschlafen war. Jede Krankenschwester hatte ihre eigenen Tipps, um das Kind wach zu halten (Reiben der Hände/Füße, Streichen am Wangenknochen/Hals bis hin zum Abtupfen mit nassen kalten Tuch). Dann saugte sie mal wieder kurz und der Kampf ging weiter. Das Anlegen wurde oft von den Schwestern kontrolliert und ggf. optimiert.
An Tag 3 nach der OP tat sich gaaanz langsam was in Richtung Milcheinschuss... an dem Tag waren wir auch schon bei fast minus 10% vom Geburtsgewicht und die Schwestern fingen an Stress zu machen mit Wiegeproben etc. Ich fing an abzupumpen, um den Milcheinschuss zu fördern. An Tag 5 verließen wir das KH weil es uns stilltechnisch zu viel Druck wurde und wir die Hoffnung hatten, es würde zu Hause entspannt besser laufen. An diesem Tag hatte ich durch die Pumperei auch stellenweise harte und etwas gerötete Brüste. Die abgepumpte Milch bekam die Kleine vom Papa per Fingersonde.
Daheim lief es zunächst gut mit Stillen, vermutlich weil durch die Pumperei ja erstmal Milch da war. Die Hebamme war mit den ersten beiden Wiegungen zufrieden und ich hörte auf mit pumpen. Die Stillmahlzeiten dauerten nun auch teils länger als nur 5-10 min und eigentlich fühlte sich alles ok an. Das nächste Wiegen fand leider erst nach 5 Tagen statt und brachte die Ernüchterung: nur 50g Zunahme. Nun fing die Hebamme an Druck zu machen. Schob die Gründe eher in Richtung Stress/Druck den wir hätten. Ich achtete ab da wieder mehr darauf genug zu trinken und zu essen, nahm Bockshornkleekapseln, massierte die Brüste mit Stillöl. Die abgepumpte Milchmenge wurde recht schnell mehr.
Aktuell pumpe ich 3x täglich, meist 15 min/5min Pause/15min Pumpen. Dabei bekomme ich dann zwischen 120 und 170 ml pro Pumpeinheit (also in der halben Std). Das BES kommt zwischen 4 und 5x am Tag zum Einsatz. Mit dem BES dauert das Stillen meist etwa 25min, ab und zu auch länger.
Die Kleine macht oft den Mund nicht sehr weit auf beim Andocken, was es nicht immer leicht macht. Zwischendurch dachte ich, es wäre etwas besser geworden, als ich das Anlegen versucht habe wieder etwas "korrekter" auszuführen. Aber so richtig weit auf, ist der Mund eigentlich immer noch nicht. Die Schmerzen beim Andocken sind die letzten Tage (evtl. seit dem Osteopathen-Termin?!) besser geworden. Wäre trotzdem hilfreich, sie würde den Mund mehr öffnen (wie beim Gähnen). Sie asymmetrisch anzulegen, versuche ich bereits.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
-> im KH am ersten Tag Stillhütchen bekommen, weil die Kleine die Brustwarze nicht fassen konnte. Danach das Anlegen immer erst ohne Hütchen probiert und u. U. dann doch noch dazu genommen. Nach dem KH (also ab 16.1.22) gänzliche ohne Stillhütchen.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
-> Hebamme kommt noch regelmäßig, haben uns auf das BES geeinigt und nun hat sie leider 2 Wo. Urlaub
-> Osteopathie-Termin am 2.2. gehabt (wurde was in Richtung der hinteren Schädelbasisplatten gefunden und v. a. seitlich am Kopf Verspannungen da, wo die Kaumuskulatur ansetzt. ), Bin mir nicht 100% sicher, ob es seit dem besser geworden ist. Bei einigen Mahlzeiten hatte ich das Gefühl, dass sie nun stärker saugt. Aber nicht bei allen. Am 10.2. nochmal Nachbehandlung beim Osteopathen.
-> Kinderarzt U3 am 8.2. Er soll nochmal nach dem Zungenbändchen schauen. Im KH meinte eine der Schwestern wir sollten das "beobachten", weil die Zunge etwas herzförmig wäre?!
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
-> Hashimoto bei mir, im Wochenbett außerdem Spritzen von Heparin
-> in der Schwangerschaft Diabetes (bzw. war der große Zuckertest grenzwertig auffällig, dadurch die Diagnose, aber daheim immer alle Werte ok ohne Diät zu halten)
Vielen Dank im Voraus für Tipps.
Viele Grüße
Lydia