Ich persönlich glaube schon, dass es für Kinder in dem Alter leichter ist, ein "nein" zu akzeptieren, wenn es nicht unerwartet und aus heiterem Himmel kommt. Der große Vorteil beim (Ab)Stillen in dem Alter ist aber tatsächlich, dass Kinder da schon ziemlich verständig sind (zumindest meins war das). Da du sagst, du hast nicht prinzipiell ein Problem mit Stillen in der Öffentlichkeit. Dann wäre also "nicht in der Öffentlichkeit stillen" für euch keine passende Regel. Kannst du vor einer Situation schon einschätzen, ob es dir da eher unangenehm sein wird? Wenn ja, würde ich anfangen, immer bevor ihr euch auf den Weg macht zu sagen "Wir fahren jetzt zum Kinderturnen (oder wohin auch immer). Da kannst du nicht stillen. Du darfst jetzt stillen und wieder, wenn wir zu Hause sind. Aber nicht beim Turnen". So hab ich das bei meinem Sohn gemacht und hatte den Eindruck, dass er (1) dann seltener überhaupt außer Haus gefragt hat und (2) mein "Nein, wir haben ja vorhin besprochen, Milch gibt es erst wieder zu Hause" sehr viel besser akzeptiert hat.amaryllis hat geschrieben: 31.01.2022, 21:41 Am meisten stört mich 1. Nippel fummeln/zwirbeln, 2. Morgendliches Dauernuckeln (hier will ich allerdings auch nicht eher aufstehen und sie anderweitig bespaßen sondern einfach in Ruhe schlafen), 3. Stillen vor Leuten, wenn sie (also die Schnute, nicht die Leute
) dabei dann fummeln oder mehrfach die Seite wechseln will und ausrastet, wenn sie das nicht darf. Wenn es ein kurz links und dann kurz rechts Stillen ist und das war es dann, wäre es für mich nicht mal so ein Problem, aber weil ich nie weiß wie sie sich verhalten wird, will ich das in manchen Situationen gar nicht erst riskieren. In der Turngruppe hat sie letztens einen riesigen Aufstand gemacht, weil ich sie nicht stillen wollte. Sie zeigt dann dramatisch schlurzend auf mich, auf den Boden und schreit "Da! Auf!"... Peinlich! Und trotzdem tut sie mir dann so Leid und ich würde sie eigentlich gerne stillen. Alles tragen, kuscheln, trösten oder ablenken half nicht. Würden mehr Menschen in dem Alter öffentlich Stillen, wäre zumindest dieser Punkt für mich überhaupt kein Problem.
Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob es okay von mir ist ohne klare Regeln einfach situationsabhängig zum Stillen nein zu sagen. Ich lehne in der Öffentlichkeit stillen halt nicht konsequent ab, fühle mich aber nicht in jeder Situation damit wohl. Gleiches gilt für Zuhause. Am meisten wünsche ich mir eigentlich, dass sie ohne gleich zum Berserker zu mutieren akzeptiert, wenn ich sie mal nicht stillen möchte. Oder brauchen Kinder zwingend klare Regeln (z. B. Zuhause ja, draußen nein)? Ersteres kommt mir so willkürlich vor, Zweiteres dafür eher künstlich konstruiert.
Natürlich hat er dann manchmal aus diesem Grund verlangt, dass wir nach Hause gehen, Kinder sind halt nicht doof
Dann erwähnst du, dass der häufige Seitenwechsel dich stört. Das könntest du konsequent bei jedem Stillen unterbinden. Bevor ihr loslegt einfach sagen "Du darfst jede Seite einmal trinken. Einmal die linke Seite, einmal die rechte Seite. Dann ist Schluss." Oder, wenn es weniger das häufige Wechseln, sondern eher die Dauer ist: Ich habe irgendwann (mit 20 Monaten oder so? Als ich um schwanger zu werden stark reduziert habe) eingeführt, dass nur noch für die Dauer eines Liedes gestillt werden durfte. "Ich singe beim Stillen ein Lied und so lange darfst du stillen. Danach ist Schluss. Was soll ich singen, "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" oder "Zwei kleine Wölfe"?" Das hat bei F total gut funktioniert, aber er liegt Singen halt auch sehr.
Zum Morgendauernuckeln mag ich dir Mut machen. Das war eine der letzten Stilleinheiten, die ich abgeschafft habe, aus Angst vor weniger Schlaf. Es kam aber gar nicht so. Ein paar Tag sind wir deshalb früher aufgestanden, dann hat F tatsächlich einfach ohne Dauernuckeln länger geschlafen. Das könntest du natürlich auch versuchen, mit "Stillen während des Liedes" zu kombinieren und wenn die Schnute das verstanden und akzeptiert hat, schläft sie danach vielleicht einfach nochmal weiter.
Zum Fummeln hab ich ja leider auch keine tolle Idee. Im Halbschlaf hat F das einfach ganz unbewusst gemacht, so wie gähnen wenn man müde ist, oder sich an den Ohren kratzen (machen beide meine Kinder). Aber du kannst versuchen, ein Knibbel-Kuscheltier einzuführen. "Du darfst gerne Stillen, aber ich möchte, dass du die andere Brust nicht anfasst. Dafür darfst du jetzt den Teddi ganz fest in die Hand nehmen." Wenn Teddy halten - Stillen erstmal fest genug verknüpft ist, geht das vielleicht auch im Halbschlaf.