Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
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amaryllis
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Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Liebe Mamis,
ich bin gerade an einem Punkt an dem mich das Stillen nur noch nervt. Meine Tochter ist jetzt 19 Monate alt und will häufiger gestillt werden als ein Neugeborenes. Egal wo wir uns befinden reißt sie mir am Oberteil herum und ruft "Auf!". Wenn ich dann sage, dass ich das gerade nicht möchte, ist das Theater riesig.
Zudem misshandelt sie meine zweite Brustwarze beim Stillen. Ich habe dasvon schon in einem anderen Beitrag Fäden berichtet. Wochenlange Konsequenz hat hier nichts gebracht, außer, dass ich nachts wach liege und dafür kämpfe, die zweite Brust bedeckt zu halten. Es ist so unangenehm und macht ich langsam richtig aggressiv. Sobald ich eine Seite zudecken wechselt sie die Brust und greift nach der anderen. Erlaube ich das Wechseln nicht gibt es wieder Geschrei. Und das das Wochen! Ich habe keine Lust mehr, sie versaut mir echt die Stillzeit. Als kleines Baby war es noch schön aber je älter sie wird, desto weniger gefällt es mir.
Das dritte Problem ist, dass sie die halbe Nacht an der Brust sein will. Wenn sie ins Bett geht schläft sie zwar meistens erstmal für ein paar Stunden, aber sobald ich auch ins Bett möchte und mich dazulege, geht das Genuckel los. Mein Schlaf wird ständig unterbrochen und ich muss bei jedem Umdrehen das Kind mit auf die andere Seite wuchten. Oder aber sie will auf mir Schlafen und dabei nuckeln, was mir auf auch auf den Keks und den Rücken geht. Wenn sie morgens wach wird, will sie locker nochmal eine halbe bis dreiviertel Stunde an mir rumnuckeln. Dabei ist sie dann wach und schaut umher. Dieses Ausmaß ist doch nicht mehr normal. Währenddessen wechselt sie häufig die Seite, turnt mehr oder weniger herum und ist generell einfach groß und schwer (dabei ist sie für ihr Alter nicht mal groß und schwer).
Ich würde so gerne abstillen, möchte aber auch nicht, dass sie sich abgelehnt fühlt. Ich habe immer häufiger den Eindruck, den "Absprung" verpasst zu haben. Keine Ahnung was jetzt die Lösung ist, aber ich möchte auf keinen Fall noch Jahre lang so vereinnahmt werden. Somal allmählich auch der Wunsch nach einem Geschwisterkind im Raum steht und ich vorher meinen Körper eigentlich gerne mal wieder eine zeitlang für mich hätte.
Das musste jetzt erstmal alles raus. Mein Mann ist da keine Hilfe. Er meint immer, dass die Natur es so wolle und das Kind sich schon entwöhnen wird, wenn sie soweit ist. Schön und gut für die Natur, mein Wille ist aber ein anderer. Und irgendwann eine Vierjährige stillen, nur weil sie sich noch nicht dazu entschieden hat aufzuhören möchte ich auf keinen Fall. Mäh.
ich bin gerade an einem Punkt an dem mich das Stillen nur noch nervt. Meine Tochter ist jetzt 19 Monate alt und will häufiger gestillt werden als ein Neugeborenes. Egal wo wir uns befinden reißt sie mir am Oberteil herum und ruft "Auf!". Wenn ich dann sage, dass ich das gerade nicht möchte, ist das Theater riesig.
Zudem misshandelt sie meine zweite Brustwarze beim Stillen. Ich habe dasvon schon in einem anderen Beitrag Fäden berichtet. Wochenlange Konsequenz hat hier nichts gebracht, außer, dass ich nachts wach liege und dafür kämpfe, die zweite Brust bedeckt zu halten. Es ist so unangenehm und macht ich langsam richtig aggressiv. Sobald ich eine Seite zudecken wechselt sie die Brust und greift nach der anderen. Erlaube ich das Wechseln nicht gibt es wieder Geschrei. Und das das Wochen! Ich habe keine Lust mehr, sie versaut mir echt die Stillzeit. Als kleines Baby war es noch schön aber je älter sie wird, desto weniger gefällt es mir.
Das dritte Problem ist, dass sie die halbe Nacht an der Brust sein will. Wenn sie ins Bett geht schläft sie zwar meistens erstmal für ein paar Stunden, aber sobald ich auch ins Bett möchte und mich dazulege, geht das Genuckel los. Mein Schlaf wird ständig unterbrochen und ich muss bei jedem Umdrehen das Kind mit auf die andere Seite wuchten. Oder aber sie will auf mir Schlafen und dabei nuckeln, was mir auf auch auf den Keks und den Rücken geht. Wenn sie morgens wach wird, will sie locker nochmal eine halbe bis dreiviertel Stunde an mir rumnuckeln. Dabei ist sie dann wach und schaut umher. Dieses Ausmaß ist doch nicht mehr normal. Währenddessen wechselt sie häufig die Seite, turnt mehr oder weniger herum und ist generell einfach groß und schwer (dabei ist sie für ihr Alter nicht mal groß und schwer).
Ich würde so gerne abstillen, möchte aber auch nicht, dass sie sich abgelehnt fühlt. Ich habe immer häufiger den Eindruck, den "Absprung" verpasst zu haben. Keine Ahnung was jetzt die Lösung ist, aber ich möchte auf keinen Fall noch Jahre lang so vereinnahmt werden. Somal allmählich auch der Wunsch nach einem Geschwisterkind im Raum steht und ich vorher meinen Körper eigentlich gerne mal wieder eine zeitlang für mich hätte.
Das musste jetzt erstmal alles raus. Mein Mann ist da keine Hilfe. Er meint immer, dass die Natur es so wolle und das Kind sich schon entwöhnen wird, wenn sie soweit ist. Schön und gut für die Natur, mein Wille ist aber ein anderer. Und irgendwann eine Vierjährige stillen, nur weil sie sich noch nicht dazu entschieden hat aufzuhören möchte ich auf keinen Fall. Mäh.
Fühlt euch gegrüßt von amaryllis und der kleinen Schnute (*06/20).
Wenn du loslässt, hast du zwei Hände frei.
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- ShinyCheetah
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Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Dein Mann, echt ey. Hoffentlich später ausführlicher. Kurzfassung: Es gibt ja nicht nur Stillen - nicht stillen. Ich würde das Stillen klar beschränken, wenn es dich nervt. Für mich war das in dem Alter: Nur noch zu Hause, nicht mehr wenn Besuch da ist, nicht mehr, wenn wir woanders sind. Und nachts habe ich angefangen nach Gordon abzustillen, erst einmal mit einem 6h stillfreien Fenster.
Dadurch waren meine Bedürfnisse auch gewahrter und das Stillen wurde für mich wieder viel schöner. Endgültig abgestillt hab ich dann ja mit 2 Jahren 3 Monaten, aber mit 2 Jahren schon so weit reduziert gehabt, dass wir bei 1 - 2x pro Woche waren.
Achte auf deine Grenzen, es ist eine StillBEZIEHUNG zwischen euch beiden. Es muss für beide schön sein. Und das ist es aktuell nicht (mehr). Aber das kann wieder so werden
Ich wünsch dir viel Durchhaltevermögen
Noch eine Frage zum Schluss (zum Nachdenken): In welcher Situation stört dich das Stillen im Moment am meisten? Kannst du es klar benennen? (Bei mir war das (1) nachts und (2) wenn andere Leute da sind - das wurde mir beim Kleinkind, das alle 20 min an die Brust will, dann doch irgendwann unangenehm). Dann ist das das Stillen, das du zuerst beenden solltest. Deine Tochter sollte es natürlich verstehen können.
Dadurch waren meine Bedürfnisse auch gewahrter und das Stillen wurde für mich wieder viel schöner. Endgültig abgestillt hab ich dann ja mit 2 Jahren 3 Monaten, aber mit 2 Jahren schon so weit reduziert gehabt, dass wir bei 1 - 2x pro Woche waren.
Achte auf deine Grenzen, es ist eine StillBEZIEHUNG zwischen euch beiden. Es muss für beide schön sein. Und das ist es aktuell nicht (mehr). Aber das kann wieder so werden
Ich wünsch dir viel Durchhaltevermögen
Noch eine Frage zum Schluss (zum Nachdenken): In welcher Situation stört dich das Stillen im Moment am meisten? Kannst du es klar benennen? (Bei mir war das (1) nachts und (2) wenn andere Leute da sind - das wurde mir beim Kleinkind, das alle 20 min an die Brust will, dann doch irgendwann unangenehm). Dann ist das das Stillen, das du zuerst beenden solltest. Deine Tochter sollte es natürlich verstehen können.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)
The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
und Tochter V (Ende Juni 21)
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- Springerle
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Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Was ich zu bedenken geben möchte: Du willst nicht, dass sein Kind sich abgelehnt fühlt. Aber denkst Du nicht, dass es deinen Widerwillen beim Stillen auch spürt? Wenn es dir wirklich so widerstrebt lässt du es hier ja echt über deine Grenzen gehen, was dich wie schon beschrieben aggressiv macht. Ich denke du kannst hier ruhig versuchen deine Grenze zu waren. Und wenn du danach wieder liebevoller auf dein Kind blicken kannst habt ihr beide doch viel mehr gewonnen, vor allem in Hinblick auf eure Beziehung.
Aber ich weiß, dass das auch nicht so leicht ist. F hat sich in Es Schwangerschaft selbst abgestillt (mit 2,7) und obwohl ich einerseits froh war wieder einmal länger als 2h zu schlafen, war ich auch traurig darüber.
Aber ich weiß, dass das auch nicht so leicht ist. F hat sich in Es Schwangerschaft selbst abgestillt (mit 2,7) und obwohl ich einerseits froh war wieder einmal länger als 2h zu schlafen, war ich auch traurig darüber.
mit F (04/18) und E (05/21)
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Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ich hab meine kinder (für sut Verhältnisse) recht früh abgestillt (13 und 15 monate) beim kleinen bin ich gerade dran, erster versuch ist gescheitert, ich weiß aber dass ich es bald durchziehen werde. Wir stillen beim mittagschlaf (wenn er nicht durch ablegen schläft) und abends/nachts. Da das zunehmend weh tut, muss er manchmal durch und ohne nuckeln einschlafen.
Ich schließe mich ellies an - eine stillbeziehung die dich aggressiv macht, ist - in meinen Augen - nichts was man mit aller Kraft fest halten muss. Du lehnst durch abstillen dein kind nicht ab, du liebst, kuschelst und tröstest dein kind. Mein Rat wäre: still ab. Du kannst es natürlich schrittweise, nach Gordon, begrenzt auf bestimmte Orte oder Uhrzeit machen, aber du darfst in der Beziehung auch deine Bedürfnisse berücksichtigen. Du darfst sagen, ich möchte nicht mehr. Ich weiß das wird schwer, ich hab immer mit geweint und getrauert.
Ich schließe mich ellies an - eine stillbeziehung die dich aggressiv macht, ist - in meinen Augen - nichts was man mit aller Kraft fest halten muss. Du lehnst durch abstillen dein kind nicht ab, du liebst, kuschelst und tröstest dein kind. Mein Rat wäre: still ab. Du kannst es natürlich schrittweise, nach Gordon, begrenzt auf bestimmte Orte oder Uhrzeit machen, aber du darfst in der Beziehung auch deine Bedürfnisse berücksichtigen. Du darfst sagen, ich möchte nicht mehr. Ich weiß das wird schwer, ich hab immer mit geweint und getrauert.
Idie mit (06/16), (04/18) und (09/20)
- ShinyCheetah
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Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ein Klassiker wäre auch, auf 1x stillen am Tag zu beschränken. Dein Kind kann wählen, wann. Für mich war das nicht der richtige Weg, aber eine Freundin hat das so gemacht und war damit ganz glücklich.
mit Sohn F (Ende September 18)
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Kommata
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- Registriert: 30.08.2020, 22:57
Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ich lese aus deinem Beitrag eine enorme Wut auf dein Kind.
Es würde dir die Stillzeit versauen, sein Verhalten sei nicht mehr normal, es sei übergriffig, es würde dich misshandeln, Theater machen...
Für mich klingt es nach einem verzweifelten Versuch, Bindung / Nähe/ Verbundenheit zu erzeugen und Stress abzubauen (leider ziemlich kontraproduktiv).
In meinen Augen bist absolut DU als Mutter dafür verantwortlich, die (Still-) Beziehung zu deinem Kind zu gestalten. Dein Kind verhält sich nicht "unnomal" und mit deinem vermeidendem Verhalten und deiner Wut tust du genau das, was du eigentlich vermeiden willst: Du lehnst dein Kind ab.
Ich kann dir das Buch "Nein aus Liebe" on Jesper Juul empfehlen. Das war für mich sehr augenöffnend und liest sich schnell durch. Um vollen Herzens "Ja" sagen zu können, braucht es auch das "Nein".
Nebenbei gesagt: Mein Kind (18,5 M) verhält sich genauso.
Es würde dir die Stillzeit versauen, sein Verhalten sei nicht mehr normal, es sei übergriffig, es würde dich misshandeln, Theater machen...
Für mich klingt es nach einem verzweifelten Versuch, Bindung / Nähe/ Verbundenheit zu erzeugen und Stress abzubauen (leider ziemlich kontraproduktiv).
In meinen Augen bist absolut DU als Mutter dafür verantwortlich, die (Still-) Beziehung zu deinem Kind zu gestalten. Dein Kind verhält sich nicht "unnomal" und mit deinem vermeidendem Verhalten und deiner Wut tust du genau das, was du eigentlich vermeiden willst: Du lehnst dein Kind ab.
Ich kann dir das Buch "Nein aus Liebe" on Jesper Juul empfehlen. Das war für mich sehr augenöffnend und liest sich schnell durch. Um vollen Herzens "Ja" sagen zu können, braucht es auch das "Nein".
Nebenbei gesagt: Mein Kind (18,5 M) verhält sich genauso.
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nido56
- Dipl.-SuT
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- Registriert: 07.02.2013, 15:11
Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ich denke, in dem Alter ist das nicht sooo unnormal. Mein Sohn hatte da auch ploetzlich so eine Phase, in der er wieder staendig und andauernd stillen und nachts dauernuckeln wollte. Gleichzeitig ist es aber auch nicht so unnormal, wenn man als Mutter merkt, dass das so nicht mehr fuer einen passt. Ich habe meinen Sohn deshalb mit 18 Monaten nachts abgestillt. Das war ein paar Tage lang schwierig, aber dann hat er es gut akzeptiert.
In unserem Fall fand ich nicht das Stillen ansich problematisch, sondern nur das naechtliche Dauernuckeln. Deshalb habe ich ihn tagsueber noch ein halbes Jahr weiter gestillt, bis ich mich damit dann auch nicht mehr wohl gefuehlt habe. Ja, die Natur regelt das schon irgendwann selbst, aber sich als Mutter zum Stillen zu zwingen und dabei innerlich immer agressiver zu werden, finde ich keine gute Loesung. Ein 18 Monate altes Kind abzustillen kann da durchaus die bessere Loesung sein, bevor man als Mutter immer mehr negative Gefuehle dem Kind gegenueber aufbaut.
Beduerfnisorientierte Erziehung heisst nicht, dass die Mutter sich selbst voellig aufgeben muss! Dein Kind ist ganz normal. Du aber auch. Ihr muesst einen Weg finden, der fuer beide OK ist, und dabei darffst du, als Erwachsene, durchaus auch Entscheidungen treffen, die dein Kind erstmal nicht so super findet. Das wirst du in Zukunft garantiert noch haeufiger tun muessen. Ich glaube, wenn die Eltern sich ihrer Sache sicher sind und klar zu ihren Entscheidungen stehen, dann kommen die Kinder damit normalerweise gut zurecht. Wenn sie die Entscheidungen erstmal richtig doof finden und das auch altertypisch deutlich machen, die Eltern sie aber liebvoll durch den Frust begleiten, dann finde ich da nichts Schlimmes dran.
In unserem Fall fand ich nicht das Stillen ansich problematisch, sondern nur das naechtliche Dauernuckeln. Deshalb habe ich ihn tagsueber noch ein halbes Jahr weiter gestillt, bis ich mich damit dann auch nicht mehr wohl gefuehlt habe. Ja, die Natur regelt das schon irgendwann selbst, aber sich als Mutter zum Stillen zu zwingen und dabei innerlich immer agressiver zu werden, finde ich keine gute Loesung. Ein 18 Monate altes Kind abzustillen kann da durchaus die bessere Loesung sein, bevor man als Mutter immer mehr negative Gefuehle dem Kind gegenueber aufbaut.
Beduerfnisorientierte Erziehung heisst nicht, dass die Mutter sich selbst voellig aufgeben muss! Dein Kind ist ganz normal. Du aber auch. Ihr muesst einen Weg finden, der fuer beide OK ist, und dabei darffst du, als Erwachsene, durchaus auch Entscheidungen treffen, die dein Kind erstmal nicht so super findet. Das wirst du in Zukunft garantiert noch haeufiger tun muessen. Ich glaube, wenn die Eltern sich ihrer Sache sicher sind und klar zu ihren Entscheidungen stehen, dann kommen die Kinder damit normalerweise gut zurecht. Wenn sie die Entscheidungen erstmal richtig doof finden und das auch altertypisch deutlich machen, die Eltern sie aber liebvoll durch den Frust begleiten, dann finde ich da nichts Schlimmes dran.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Lösche Benutzer 27615
Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ich möchte allgemein das Thema Kind ablehnen, eventuell die Gefühle des Kindes verletzen ansprechen.
Klar, man will, dass sich das Kind bei einem immer sicher und geborgen fühlt. Aber das heißt nicht, dass man jedes Verhalten des Kindes deshalb tolerieren muss. Wenn es unangenehm wird, dann muss man das unterbinden - für die gute Beziehung. Egal, ob das Baby oder Kleinkind stillt, oder der Vierjährige im Bett mit einem Raufen will. Das Kind lernt ja am besten von Mama, wie es sich benehmen soll. Dann geht es mit anderen auch besser um. Wenn mich hier der Kleine beim stillen zwickt dann war's das egal welche Uhrzeit. Da darf er auch gerne brüllen, das muss ich dann mit ihm aushalten.
Ich habe immer den Eindruck, dass Stillkinder eher im Umgang mit anderen sanfter sind als Flaschenkinder. Ich vermute ja, dass das daran liegt, weil sich die Mamas eben nicht alles gefallen lassen.
Abgesehen davon, solltest du Abstillen, wenn es für dich nur Belastung und Qual ist. Egal was dein Mann dazu sagt. Es ist dein Körper.
Viel Glück!
Klar, man will, dass sich das Kind bei einem immer sicher und geborgen fühlt. Aber das heißt nicht, dass man jedes Verhalten des Kindes deshalb tolerieren muss. Wenn es unangenehm wird, dann muss man das unterbinden - für die gute Beziehung. Egal, ob das Baby oder Kleinkind stillt, oder der Vierjährige im Bett mit einem Raufen will. Das Kind lernt ja am besten von Mama, wie es sich benehmen soll. Dann geht es mit anderen auch besser um. Wenn mich hier der Kleine beim stillen zwickt dann war's das egal welche Uhrzeit. Da darf er auch gerne brüllen, das muss ich dann mit ihm aushalten.
Ich habe immer den Eindruck, dass Stillkinder eher im Umgang mit anderen sanfter sind als Flaschenkinder. Ich vermute ja, dass das daran liegt, weil sich die Mamas eben nicht alles gefallen lassen.
Abgesehen davon, solltest du Abstillen, wenn es für dich nur Belastung und Qual ist. Egal was dein Mann dazu sagt. Es ist dein Körper.
Viel Glück!
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amaryllis
- gehört zum Inventar
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Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ich möchte mich nur kurz für eure zahlreichen Antworten bedanken. Mein Beitrag wurde heute morgen am emotionalen Maximum nach einer sehr anstrengenden Nacht und einem schmerzhaften Nippel-Zwirbel-Morgen geschrieben.
Ich verteufle das Stillen nicht die ganze Zeit. Es gibt auch nach wie vor schöne und innige Momente. Gerade schläft die Maus auf meinem Bauch und ich liebe sie über alles (was ich übrigens immer so empfinde, selbst wenn mich ihr Verhalten manchmal nervt!). Ich lehne sie sicher nicht ab und ich bin auch nicht dauerhaft oder überwiegend wütend auf sie. Ich bin nur manchmal wütend und vor allen Dingen genervt, weil ich ihr aber auch mir gerecht werden will und dann doch meistens ihre Bedürfnisse über meine Stelle. Ihr "nein" (von dem sie absolut nicht sparsam sondern äußerst großzügig und deutlich Gebrauch macht
) versuche ich, wann immer es möglich ist, zu akzeptieren, ihre Bedürfnisse zu verstehen und auf diese einzugehen. Nur mein (wirklich seltenes!) "nein" wird dann mit aller Kraft niedergemäht. Ich weiß, dass ich von der Schnute noch keine Empathie erwarten kann und sie erst noch lernen muss mit Frustration umzugehen, aber ihr Leid steckt mich dann so sehr an, dass es mir schwer fällt ihr Weinen auszuhalten.
Insbesondere Shinys Fragen haben mich zum Nachdenken angeregt. Am meisten stört mich 1. Nippel fummeln/zwirbeln, 2. Morgendliches Dauernuckeln (hier will ich allerdings auch nicht eher aufstehen und sie anderweitig bespaßen sondern einfach in Ruhe schlafen
), 3. Stillen vor Leuten, wenn sie (also die Schnute, nicht die Leute
) dabei dann fummeln oder mehrfach die Seite wechseln will und ausrastet, wenn sie das nicht darf. Wenn es ein kurz links und dann kurz rechts Stillen ist und das war es dann, wäre es für mich nicht mal so ein Problem, aber weil ich nie weiß wie sie sich verhalten wird, will ich das in manchen Situationen gar nicht erst riskieren. In der Turngruppe hat sie letztens einen riesigen Aufstand gemacht, weil ich sie nicht stillen wollte. Sie zeigt dann dramatisch schlurzend auf mich, auf den Boden und schreit "Da! Auf!"... Peinlich! Und trotzdem tut sie mir dann so Leid und ich würde sie eigentlich gerne stillen. Alles tragen, kuscheln, trösten oder ablenken half nicht. Würden mehr Menschen in dem Alter öffentlich Stillen, wäre zumindest dieser Punkt für mich überhaupt kein Problem.
Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob es okay von mir ist ohne klare Regeln einfach situationsabhängig zum Stillen nein zu sagen. Ich lehne in der Öffentlichkeit stillen halt nicht konsequent ab, fühle mich aber nicht in jeder Situation damit wohl. Gleiches gilt für Zuhause. Am meisten wünsche ich mir eigentlich, dass sie ohne gleich zum Berserker zu mutieren akzeptiert, wenn ich sie mal nicht stillen möchte. Oder brauchen Kinder zwingend klare Regeln (z. B. Zuhause ja, draußen nein)? Ersteres kommt mir so willkürlich vor, Zweiteres dafür eher künstlich konstruiert.
Ich verteufle das Stillen nicht die ganze Zeit. Es gibt auch nach wie vor schöne und innige Momente. Gerade schläft die Maus auf meinem Bauch und ich liebe sie über alles (was ich übrigens immer so empfinde, selbst wenn mich ihr Verhalten manchmal nervt!). Ich lehne sie sicher nicht ab und ich bin auch nicht dauerhaft oder überwiegend wütend auf sie. Ich bin nur manchmal wütend und vor allen Dingen genervt, weil ich ihr aber auch mir gerecht werden will und dann doch meistens ihre Bedürfnisse über meine Stelle. Ihr "nein" (von dem sie absolut nicht sparsam sondern äußerst großzügig und deutlich Gebrauch macht
Insbesondere Shinys Fragen haben mich zum Nachdenken angeregt. Am meisten stört mich 1. Nippel fummeln/zwirbeln, 2. Morgendliches Dauernuckeln (hier will ich allerdings auch nicht eher aufstehen und sie anderweitig bespaßen sondern einfach in Ruhe schlafen
Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob es okay von mir ist ohne klare Regeln einfach situationsabhängig zum Stillen nein zu sagen. Ich lehne in der Öffentlichkeit stillen halt nicht konsequent ab, fühle mich aber nicht in jeder Situation damit wohl. Gleiches gilt für Zuhause. Am meisten wünsche ich mir eigentlich, dass sie ohne gleich zum Berserker zu mutieren akzeptiert, wenn ich sie mal nicht stillen möchte. Oder brauchen Kinder zwingend klare Regeln (z. B. Zuhause ja, draußen nein)? Ersteres kommt mir so willkürlich vor, Zweiteres dafür eher künstlich konstruiert.
Fühlt euch gegrüßt von amaryllis und der kleinen Schnute (*06/20).
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Kommata
- gut eingelebt
- Beiträge: 49
- Registriert: 30.08.2020, 22:57
Re: Dauernuckeln und Übergriffigkeit - stillen nervt mich
Ich denke, es kommt ein bisschen auf das Sprachverständnis deines Kindes an.
Ich sage bspw: "Nein, ich will jetzt nicht stillen. Wir stillen Zuhause im Kinderzimmer." - und das versteht mein Kind mittlerweile. (Protest gibt es trotzdem öfter mal)
Bei uns sind Müdigkeit, Überreizung und Hunger der Grund für starke Verzweiflungsanfälle. Kannst du sowas beobachten? Da könnte man evtl präventiv gegenwirken oder in dem Moment dann mal (in einer ruhigen Ecke) stillen.
Wenn deine Tochter stillen will und du eigentlich auch stillen willst und mitleidest, ist das natürlich eine sehr ungünstige Situation.
Ich sage manchmal auch: "Mmmh, warte mal kurz. Ich überlegen mal, ob ich hier stillen will."
Und dann denke ich kurz über die Szenarien nach und meine Verfassung.
Kann morgens oder in den schlimmen Nächten mal der Papa übernehmen?
Kannst du evtl 1-2 Nächte/ Woche alleine schlafen?
Hast du schon ein superduper Spielzeug neben dem Bett, was du im Halbschlaf rauszaubern kannst?
Das Zwicken macht meine Tochter auch mit großer Leidenschaft. Gestern meinte ich "Stop, das tut mir weh. Das macht aua". Problem ist natürlich, dass die Kleinen überhaupt nicht checken, dass wir auch ein Schmerzempfinden haben - geschweige denn dass es überhaupt sowas wie ei Schmerzempfinden gibt.
Für mich ist es jetzt ok, wenn sie ihre Hand auf die andere Brust legt ohne mich (schmerzhaft) zu kneifen. Falls das passiert, nehme ich die Hand weg ... immer und immer und immer wieder. Ein bisschen, wie wenn man einem Welpen "beibringt", mit welcher Stärke er einen spielerisch beißen darf...
Was ich mit dem Verweis auf "Nein aus Liebe" meinte: Nur wer sich sicher sein kann, dass in einer Beziehung ein "Nein" möglich ist, der kann auch aus vollem Herzen "Ja" sagen.
Und damit meinte ich dich als Mama und deine Selbstbestimmtheit (in Hinblick auf deinen Körper).
Auch in dieser Hinsicht können wir unseren Kindern ein Vorbild sein.
Ich sage bspw: "Nein, ich will jetzt nicht stillen. Wir stillen Zuhause im Kinderzimmer." - und das versteht mein Kind mittlerweile. (Protest gibt es trotzdem öfter mal)
Bei uns sind Müdigkeit, Überreizung und Hunger der Grund für starke Verzweiflungsanfälle. Kannst du sowas beobachten? Da könnte man evtl präventiv gegenwirken oder in dem Moment dann mal (in einer ruhigen Ecke) stillen.
Wenn deine Tochter stillen will und du eigentlich auch stillen willst und mitleidest, ist das natürlich eine sehr ungünstige Situation.
Ich sage manchmal auch: "Mmmh, warte mal kurz. Ich überlegen mal, ob ich hier stillen will."
Und dann denke ich kurz über die Szenarien nach und meine Verfassung.
Kann morgens oder in den schlimmen Nächten mal der Papa übernehmen?
Kannst du evtl 1-2 Nächte/ Woche alleine schlafen?
Hast du schon ein superduper Spielzeug neben dem Bett, was du im Halbschlaf rauszaubern kannst?
Das Zwicken macht meine Tochter auch mit großer Leidenschaft. Gestern meinte ich "Stop, das tut mir weh. Das macht aua". Problem ist natürlich, dass die Kleinen überhaupt nicht checken, dass wir auch ein Schmerzempfinden haben - geschweige denn dass es überhaupt sowas wie ei Schmerzempfinden gibt.
Für mich ist es jetzt ok, wenn sie ihre Hand auf die andere Brust legt ohne mich (schmerzhaft) zu kneifen. Falls das passiert, nehme ich die Hand weg ... immer und immer und immer wieder. Ein bisschen, wie wenn man einem Welpen "beibringt", mit welcher Stärke er einen spielerisch beißen darf...
Was ich mit dem Verweis auf "Nein aus Liebe" meinte: Nur wer sich sicher sein kann, dass in einer Beziehung ein "Nein" möglich ist, der kann auch aus vollem Herzen "Ja" sagen.
Und damit meinte ich dich als Mama und deine Selbstbestimmtheit (in Hinblick auf deinen Körper).
Auch in dieser Hinsicht können wir unseren Kindern ein Vorbild sein.