Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

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Vanilla22
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Vanilla22 »

Solina hat geschrieben: 25.03.2021, 11:51 Ich finde es jetzt auch nicht ungewöhnlich, dass dein Sohn mit vier Monaten tagsüber nicht gern stillen will. Das hatten wir hier auch mit dem Großen und mit dem Kleinen jetzt auch und der ist noch keine vier Monate alt. Momentan gibt's hier aber nur stillen und dann trinkt er mal drei Minuten und das wars dann. Oder nicht, oft rudert er, der Milchspendereflex kommt nicht schnell genug und er will was anderes machen. Nur wenn er aufwacht, dann stillt er tagsüber länger. Es muss also keine Saugverwirrung sein, wenn er Nachts gut trinkt (und das tut er ja, oder?). Wenn mein Kleiner nicht stillen will, dann lasse ich ihn damit auch in Ruhe. Er nimmt gut zu und ich muss mir dahingehend keine Sorgen machen - du ja auch nicht. Mit dem Becher geht ihr wohl auf Nummer sicher. Die Frage ist nur, ob es nötig ist.
Wenn ich mal wieder genervt sage: "Wieso trinkt er nicht!?" Dann sagt mein Mann grinsend:"Vermutlich ist er nicht wirklich hungrig."
Gerade trinkt er gut, ich habe ihn in einer Aufwachphase erwischt. ;)
Hat dein Sohn schon Zähne?
Viel Glück!
Ich glaube schon auch, dass es eine Kombination aus beidem ist. Er war ja schon vor der Einführung der Flasche eher unruhig, wollte nicht immer stillen etc.
Aber mittlerweile macht er auch nachts oft Theater. Das ist sehr unterschiedlich, manchmal trinkt er nachts vorbildlich, manchmal geht gar nichts. Heute Nacht war furchtbar, er hat sich in Rage geschrien als ich die Brust angeboten habe, nach 15 Minuten Schreien und Weinen hat mein Mann ihm eine Flasche gegeben. Er hat dann als der schlimmste Hunger gestillt war die Brust genommen, aber nur wenige Schlucke getrunken. War nach 45 Minuten wieder mit Hunger wach und wollte wieder nur ein paar Schluck um dann wieder 1h später Hunger anzumelden. Dann wieder Geschrei bis mein Mann ihn mit der Flasche gefüttert hat. Eigentlich möchte ich das nicht aber wenn er so schreit werde ich irgendwann schwach.
Zähne hat er noch nicht, ich vermute aber immer mal wieder, dass er zahnt weil er so sabbert und gerne an unseren Fingern kaut. Einen Beißring oder kühlen Waschlappen habe ich schon angeboten, das findet er blöd. Und ihn vor dem stillen am Finger kauen zu lassen hilft leider nicht.
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Myeskathry
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Myeskathry »

Meine drei haben jeweils mit 8 Monaten den ersten Zahn bekommen und vorher echt wochenlang gesabbert.... Zähne sind so unterschiedlich.
Es klingt leider schon doll nach einer Saugverwirrung 😕
Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +🐈
Fernweh
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Fernweh »

Ich finde auch, dass sich das nach einer Saugverwirrung anhört und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Brust komplett abgelehnt wird.
Du solltest dir mal bewusst werden, wie wichtig dir das Stillen ist. Falls du weiter stillen möchtest, werdet ihr etwas ändern müssen. Wenn du aber mit 6 Monaten ohnehin abstillen willst, dann kannst du es ja so weiter laufen lassen.
Überleg einfach, was du willst. Spür in dich hinein. Was sagt dir dein Gefühl?
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Also wenn er Nachts auch nicht gut stillt, dann ist es wohl eindeutig. Außer er hatte keinen Hunger. Schwer zu sagen. Wenn es mit dem Becher klappt und dein Mann das gerne unterstützt, dann würde ich das an eurer Stelle so probieren.
Vanilla22
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Vanilla22 »

Fernweh hat geschrieben: 25.03.2021, 14:38 Ich finde auch, dass sich das nach einer Saugverwirrung anhört und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Brust komplett abgelehnt wird.
Du solltest dir mal bewusst werden, wie wichtig dir das Stillen ist. Falls du weiter stillen möchtest, werdet ihr etwas ändern müssen. Wenn du aber mit 6 Monaten ohnehin abstillen willst, dann kannst du es ja so weiter laufen lassen.
Überleg einfach, was du willst. Spür in dich hinein. Was sagt dir dein Gefühl?
Die aktuelle Situation stellt für mich eine große Belastung dar. Ich möchte aber nicht aufgeben bzw. ich weiß, dass ich mir selbst lange und viele Vorwürfe mache wenn ich aufgebe. Ich habe jetzt schon das Gefühl zu versagen als Mutter weil ich nicht das hinbekomme was für andere scheinbar selbstverständlich ist.
Wir versuchen jetzt mal tagsüber zu bechern. Ich bin mir nicht sicher ob mein Mann das mitmacht, ich denke das kommt darauf an wie gut es funktioniert. Falls er das nicht möchte, dann wird mir wohl relativ schnell nichts anderes mehr übrig bleiben als abzustillen. Ich glaube auch leider nicht, dass ich es dann bis 6 Monate schaffe. Bei jeder Stillmahlzeit habe ich Sorge, dass er nicht an die Brust will und wenn er dann tatsächlich verweigert fließen bei mir schnell die Tränen. Gerade nachts ist das sehr belastend weil das dann so läuft, dass ich versuche ihn anzulegen, er schreit und schreit, wenn er nicht will muss ich aufstehen, eine Flasche machen, ihn füttern, dabei immer wieder versuchen doch zur Brust zu wechseln, ggf. wieder verbunden mit Geschrei. Und wenn es gar nicht oder fast nicht geht müsste ich sobald er wieder schläft eigentlich abpumpen. Bisher habe ich das meist so hinbekommen aber ich riskiere einen Milchstau und, dass die Milchmenge abnimmt.
Die einzig andere Option die ich noch sehe, sollte das mit bechern nichts an der Saugverwirrung ändern, wäre komplett zu pumpen. Das möchte ich aber nicht, maximal für eine Übergangszeit von einigen Tagen.

Bis vor kurzem bzw. eigentlich bis gestern habe ich noch gehofft, dass es eine Phase ist und, dass er sich an die neue Situation gewöhnt. In den meisten Nächten war es entspannt und tagsüber ging es immer mal wieder ganz gut. Und dann gab es wieder Tage und Nächte die katastrophal liefen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es mehr schlecht als gut läuft.
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ShinyCheetah
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von ShinyCheetah »

((Vanilla)) Eine gute Mutter definiert sich ganz sicher nicht über Stillen/Nicht-Stillen! Und dein Wunsch zu arbeiten ist völlig verständlich und in Ordnung, zumal doch dein Mann sich um euer Baby kümmern kann. Trägt er eigentlich? (so nebenbei)

Ich kenne diese "warum schaffe ich nicht, was für andere selbstverständlich ist" Gefühle auch. Bei mir ist es üblich, wieder 80% zu arbeiten, wenn das Kind mit 6 Monaten in die Kita geht. Nun, F kam "erst" mit 10 Monaten in die Kita und es war schnell völlig klar, dass er Ganztagsbetreuung nicht packen würde. In meinem Umfeld ist er aber das einzige Kind mit diesem "Problem", alle anderen waren mit 8 - 17 Uhr Kita Betreuung happy. Mich hat das extrem zerrissen, dieses Gefühl meinem Kind zu viel zuzumuten - denn selbst die 30h Betreuung waren für ihn im Nachhinein ganz klar zu viel - und andererseits die Erwartungen meiner Kollegen nicht zu erfüllen und schräg angeguckt zu werden, weil ich so ein Bohei um meine Arbeitszeit (nur 60%) und die schlimme Betreuungssituation gemacht habe. Inzwischen fällt es mir viel leichter zu akzeptieren, dass mein Kind in diesem Punkt einfach "anders" war. So wie deins anscheinend anfälliger für Saugverwirrung ist als die anderen Kinder aus deinem Umfeld. Aber das macht unsere Kinder auf gar keinen Fall weniger toll und sie haben auch nicht verdient, dass wir sie dafür "problematisieren". Die ersten Jahre sind so schnell vorbei und alle diese Probleme rücken ganz schnell in den Hintergrund, du wirst sehen. Ich bin sicher, ihr schafft das und du wirst einen Weg finden, der für euch alle drei gut funktioniert!
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
Lösche Benutzer 27615

Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Die Nächte sind bei dir verständlicherweise sehr belastend.
Ich hatte ein saugverwirrtes Neugeborenes. Er war anfangs auf der Neo und hat sich an die Flasche gewöhnt. Er war nur mit Stillhütchen und Milchspritze zum Stillen zu bewegen. Wir haben einen Monat gebraucht um die Flasche auszuschleichen und dann noch zwei weitere Monate um die Stillhütchen wegzubekommen. Ich glaube, es war das Mundgefühl (also das Silikon), dass im so gefallen hat. Ich habe übrigens die Neugeborenen Sauger gekauft, da geht die Milch richtig langsam durch. Das hat meinen Sohn damals anfangs sehr wütend gemacht. Aber das Trinken war dann auf einmal nicht mehr so einfach ... Ich will dir nicht Stillhütchen empfehlen, weil sie viele Nachteile mit sich bringen. Aber wenn er Nachts gar nicht an die Brust will, dann würde ich persönlich wohl ein Stillhütchen probieren, bevor ich aufstehe und eine Flasche machen muss ... und dann flott wegziehen.
Eine liebe Freundin von mir betreibt übrigens Pumpstillen und ist damit total glücklich. Das ist individuell.
Mach dir nicht zuviele Sorgen. Eure Situation ist wie sie ist und es ist für euer Kind so schön, dass sich beide Elternteile so viel kümmern können! Das ist überhaupt nicht selbstverständlich und davon wird euer Sohn auch sehr profitieren.
Zur Betreuung will ich noch sagen - mein Großer hätte eine Ganztagesbetreuung mit 1,5 Jahren noch nicht geschafft ... Ich habe nur immer den Vorteil gehabt, dass ich mir die Arbeitszeiten individuell ganz gut einteilen kann. Sonst wäre es auch sehr hart geworden.
Ach, Mama sein ist nicht einfach, besonders wenn man seine Kleinen nicht ständig um sich haben kann ...obwohl man weiß, dass es gut für sie ist. Ein schlechtes Gewissen ist aber sicher nicht angebracht und bringt dich auch nicht weiter.
Vanilla22
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Vanilla22 »

Danke Euch für Eure lieben Worte!
ShinyCheetah hat geschrieben: 25.03.2021, 16:25 ((Vanilla)) Eine gute Mutter definiert sich ganz sicher nicht über Stillen/Nicht-Stillen! Und dein Wunsch zu arbeiten ist völlig verständlich und in Ordnung, zumal doch dein Mann sich um euer Baby kümmern kann. Trägt er eigentlich? (so nebenbei)
Ja, er trägt gerne mit der Ergobaby. Er trägt allerdings anders als ich: Ich nutze gerne die Emeibaby (und bis vor kurzem ein Tragetuch) um ihn zu beruhigen, wenn er unterwegs / auswärts schlafen soll, wenn er einfach Nähe braucht und ich die Hände frei. Er nutzt die Trage mehr als Transportmittel, sonst trägt er ihn im Arm. Aktuell schläft der Kleine tagsüber meist auf seinem Arm. Er plant außerdem sobald es wärmer wird mal kurze Wanderungen mit dem Kleinen in der Trage zu versuchen, deswegen hatten wir sie eigentlich primär angeschafft.
Vanilla22
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Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Vanilla22 »

Solina hat geschrieben: 25.03.2021, 17:57 ... Ich will dir nicht Stillhütchen empfehlen, weil sie viele Nachteile mit sich bringen. Aber wenn er Nachts gar nicht an die Brust will, dann würde ich persönlich wohl ein Stillhütchen probieren, bevor ich aufstehe und eine Flasche machen muss ... und dann flott wegziehen.
Eine liebe Freundin von mir betreibt übrigens Pumpstillen und ist damit total glücklich. Das ist individuell.
Mach dir nicht zuviele Sorgen. Eure Situation ist wie sie ist und es ist für euer Kind so schön, dass sich beide Elternteile so viel kümmern können! Das ist überhaupt nicht selbstverständlich und davon wird euer Sohn auch sehr profitieren.
Danke Dir und schön, dass ihr trotz einem schwierigen Weg jetzt keine Flasche und Hütchen mehr braucht.
Wir hatten auch anfangs mit Hütchen gestillt, weil er in der Klinik zugefüttert werden musste und dann zuerst nicht mehr an die Brust wollte. Das war für uns richtig und hat uns zum vollstillen gebracht, leider helfen die Hütchen aktuell nicht mehr. Auch mit Hütchen schreit er die Brust oft nur an, oder er dockt an das Hütchen an, saugt aber nicht. Ich versuche es immer wieder auch mal mit Hütchen aber die Lösung ist es scheinbar nicht, leider.
Lösche Benutzer 27615

Re: Vollzeit arbeiten und stillen mit 4 Monate altem Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Dann habt ihr das Ganze ja schon durch ...
Ja, beim Großen war das recht aufwändig. Mein Kleiner ist jetzt knapp vier Monate und bei dem war Stillen gar kein Problem. Aber ich schätze den auch so ein, dass er auf Flasche fliegen würde. Ich denke, dass eher der kleinere Teil der Babys problemlos zwischen Brust und Flasche abwechseln. Ich kenne eigentlich nur die, bei denen die Flasche der Anfang vom Ende war. Bzw., dass dann eben pumpgestillt wurde.
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