Auch von mir eine Stimme für Wolle! Ich trage alles mögliche queerbeet von Icebreaker über Vaude, super.natural, smartwool bis hin zu Ortovox. Mittlerweile haben echt viele Hersteller Wollsachen im Sortiment, meine Freundin schwört z.B. auf die Eigenmarke von Decathlon. Ich würde halt immer schauen, dass die Wolle mulesingfrei gewonnen wird, was bei den großen Marken in der Regel der Fall ist; bei den billigen würde ich da mal nachlesen.
Persönlich bin ich totaler Zwiebel-Look-Fan. Trage derzeit immer drei Lagen, zuunterst ein 200er Merino Kurzarm-Shirt, darauf dann einen Midlayer je nach Außentemperatur. Am liebsten keine Pullis, ich brauch es, den Reißverschluss auf und zu machen zu können. In den letzten kalten Tagen war das z.B. die Westalpen Hybrid von Ortovox, jetzt aktuell am liebsten ein Icebreaker Fleece, heißt glaube ich Quantum. Und darauf dann eine meiner Arcteryx-Jacken, Atom LT oder SL oder wenn es noch wärmer ist nur einen ganz dünnen Windstopper. Bergauf ziehe ich dann oft auch die oberste Schicht aus (Rucksack ist meist dabei, alternativ umgebunden) oder wechsel auf eine Weste. Das Ausziehen auch gleich dann, wenn das erste Mal der Gedanke "mir ist zu warm" aufkommt, dann beginne ich erst zu schwitzen und kann das durchs Ausziehen regulieren. Daunenjacken trage ich zum Wandern kaum bis gar nicht, bei Aktivität sind die mir immer zu warm. Die hab ich aber bei längeren Touren im Rucksack für die Pausen oder trage sie manchmal zum länger bergab laufen oder zum Geocachen, da gehen wir erfahrungsgemäß langsamer und stehen auch immer mal herum.
Hosen trage ich je nach Wetter unterschiedlich dicke, mittlerweile auch am liebsten mit Wollanteil. Und wenn es unter Null geht meist eine lange Wollunterhose drunter. Bin aber auch so eine "Oberschenkel-Frostbeule", vielleicht sollte ich auch so ein Daunen-Rockteil testen?
Mein Mann schwitzt unglaublich schnell und viel, der zieht sich bei jeder Wetterlage auch unterwegs um. Das wird dann generalstabsmäßig vorbereitet: frische Sachen bereitlegen, angezogene aus und dabei so ablegen/weitergeben, dass die obersten Schichten schnell wieder griffbereit sind. Dann steht Mann bei minus 10 Grad und Wind für maximal 5 Sekunden oben ohne da und ist danach wieder trocken. Ihn stört das feucht-kühle Schwitzgefühl trotz Wollkleidung ganz arg und er fröstelt dann auch, daher würde es ohne Umziehen nie gehen. Tipp vom Vielschwitzmann sind übrigens die Woolpower-Shirts. Die sind irgendwie "dicker", grobschlingiger gestrickt als z.B. Icebreaker-Shirts (vom Gewicht her aber nicht wärmer, nur die Haptik ist anders) und saugen dadurch mehr Schweiß auf, damit fühlt er sich nicht so schnell nassgeschwitzt.
Und ja, die Wollsachen sind teuer - aber sie halten unglaublich lang! Und ich liebe es, damit zu verreisen! Wenn wir in Urlaub fahren, hab ich echt nur wenige Wollteile dabei, die trage ich tagelang, wasche sie schnell zwischendurch (sind ratzfatz getrocknet) und ziehe sie wieder an. Damit hat sich unser Reisegepäckk mittlerweile halbiert. Und wir tragen auch im Alltag ganz viel Wolle. Fast alle Teile sind jahrelang im Gebrauch und immer noch total okay

Liebe Grüße A. mit den zwei Pubertieren (12/06 und 05/08) - schon lange nicht mehr stillend und tragend und doch immer noch gern hier