Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

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danni
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Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von danni »

Hallo liebe SuT-Gemeinde,

Ich bin zur Zeit so verwirrt was das Thema Stillen/Füttern/Beikost und die Gewichtszunahme betrifft, dass ich nun gerne hier nach Rat und weiteren Meinungen suchen möchte. Ich versuche, mich möglichst kurz zu halten, muss aber dennoch ein wenig ausholen:

Meine Maus ist 8 Monate alt, sie hatte bei der Geburt leider Anpassungsschwierigkeiten und wurde zum Beatmen ganz schnell abgenabelt und erst nach einer halben Stunde zum Bonding zu mir gebracht und wurde anschließend nochmals vom Krankenhauspersonal zum Monitoring auf eine Station gebracht. Stilltechnisch wurden wir im KH auch sonst sehr schlecht betreut und mir wurde bereits an ihrem 2. Lebenstag dringlichst zum Zufüttern geraten. Herausgestellt hat sich erst durch eine Stillberaterin, die 2 Wochen später zu uns nach Hause kam, dass die Kleine ein verkürztes Zungenbändchen hatte und deshalb nicht effektiv an der Brust saugen konnte. Ihre anfängliche Schläfrigkeit hat ihr Übriges dazu getan, dass ich sie oft sehr zum Stillen und Füttern (anfangs per Flasche, dann mittels BES und ab und zu Becher) drängen musste. Das Zungenbändchen wurde mit 2einhalb Wochen durchtrennt, an dem Abend habe ich sie zum ersten Mal an der Brust schlucken gehört! :,( <3 Ich habe die ersten 3 Wochen 8x täglich abgepumpt, ab ihrer 4. Lebenswoche wurde sie voll und ohne Hilfsmittel gestillt. Sie hat dann sehr gut zugenommen und schoss auf die 24. Perzentille rauf (Geburt 15., Entlassung 6.).

Leider entwickelte sie im 3. Monat eine ausgeprägte „Brustschimpfphase“, die mehrere (5-6?) Wochen anhielt. In der Zeit trank sie nur nachts richtig, tagsüber verweigerte sie jedes Mal, sobald nach einer Minute der MSR einsetzte. Ich vermutete damals, dass es ihr zu stark in den Mund schoss, wobei ich generell eigentlich immer schon einen eher schwachen Milchfluss und MSR habe... (Brauchte so gut wie nie Stilleinlagen!) aber vll hat sie sich aufgrund ihrer schwachen Zunge trotzdem damit geplagt? Jedenfalls ging ich allerdings davon aus, dass sie ihren Bedarf nachts nachholte, da ihre Stillfrequenz mit 6x/Nacht (einschlafen und aufwachen nicht mitgezählt) sehr häufig war!
Jedoch sank in diesem Zeitraum ihre Gewichtskurve wieder runter.
Vielleicht auch noch erwähnenswert: In der Zeit bis zum 5. Monat hatte ich außerdem mit 3 Milchstaus und einer Brustentzündung zu kämpfen.
Mit vollem 5 Monaten habe ich dann mit der Beikosteinführung begonnen, und habe seither schon alles probiert, um ihr Gewicht wieder zu steigern: Avocado, Süßkartoffeln, reichlich Öl und Mandelmus, Muttermilchsahne, Butterbrot... alles ohne Erfolg.

Bedingt durch einen Umzug musste ich jetzt zu Beginn des Jahres den Kinderarzt wechseln und war mittlerweile schon bei einem weiteren neuen – beide sind der Auffassung, dass meine Tochter von der U4 auf die U5 zu wenig an Gewicht zugelegt hat, wobei meine Hebamme und unser ehemaliger Kinderarzt nichts zu beanstanden hatten! Der erste neue Arzt hat ihr allerdings sogar Eisentropfen verschrieben und beide rieten mir, mit PRE zuzufüttern, was mich nun natürlich doch verunsichert.

L.‘s Gewicht war schon während aller Ultraschalluntersuchungen eher im unteren Bereich, auch ihr Papa und ich sind sehr zarte, kleinere Personen. Von meiner Familie weiß ich, dass auch ich sowie meine Mutter sehr zierliche, dünne Babys waren („lang und dünn“ sagt meine Mama), deshalb hatte ich mich bisher auch immer wieder damit beruhigt, dass sie einfach genetisch bedingt so schlank ist.

Jedoch hat sie halt (durch’s zwanghafte Zufüttern?) die ersten 2 Monate sehr gut zugenommen und sich erst mit ca. 4 Monaten wieder an einer flacheren Kurve eingependelt. Kinderarzt 1 und Hebi finden das wie gesagt unbedenklich, Kinderarzt 2 und 3 meckern.

Ich habe nun gelesen, dass ein frühes Abnabeln tatsächlich einen Eisenmangel bedingen kann, der zu Appetitlosigkeit führt.

Nun mache ich mir natürlich Sorgen, ob meine Maus noch ausreichend versorgt ist oder tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Zu ihrem Stillverhalten sei noch gesagt: Sie bekam noch nie einen Schnuller, „nur“ die ersten 2 Lebenswochen eine Flasche, nuckelt aber seit ihrer ca. 10. Lebenswoche zum Einschlafen und beruhigen ausschließlich an ihren Fingern. Meine Brust findet sie generell nicht sehr toll, vermutlich durch den anfänglichen Stress? :-( Sie trinkt nur direkt nach dem Aufwachen und reduziert ihre Stillmahlzeiten somit Hand in Hand mit ihren Tagesschläfchen. Wir stillen immer in Ruhe im abgedunkelten Zimmer, tagsüber in der Wiegehaltung, nachts im Liegen im Familienbett.

Sie nimmt seehr selten beide Brüste, ich kann im Anschluss immer noch etliches Ausstreichen (links kam ich aber auch in der Abpumpzeit schon auf maximal 30ml, rechts auf 50ml bei einem Pump-/Ausstreichvorgang).

Mittlerweile verweigert sie das Trinken sofort, wenn ich es mit der früher gerne angewandten Brustkompression versuche.

Manchmal, besonders auffallend aber in den letzten Nächten, setzt bei mir glaube ich kein richtiger MSR ein. Leider ist sie aber auch sehr ungeduldig und dockt dann relativ schnell wieder ab, steigt auf‘s Fingerlutschen um und schreit mich an oder beißt mich, wenn ich sie nochmals anlegen möchte. Beim Versuch, Wechselzustillen das gleiche Theater, da habe ich also keine Chance! Ihre Morgenwindeln sind auch nicht mehr so toll voll.

Achja, eines fällt mir noch ein: Sie hatte anfangs auch mit einem starken Reflux zu kämpfen und teilweise kommt es immer noch vor, dass sie eine Stillmahlzeit mit plötzlichem Quengeln beendet. Weil sie die Luft drückt oder doch weil zu wenig Milch kommt??

Für mich stellen sich nun die Fragen: Kann es sein, dass ich tatsächlich zu wenig Milch habe / sie die Brust nicht effektiv genug leeren kann? Könnte sie seit so lange Zeit schon immer noch an einer Saugverwirrung leiden? Sie trinkt gefühlt auch eher nur, solange der erste Schwall fließt und saugt glaube ich nicht lange weiter, um einen erneuten MSR auszulösen. Kann es sein, dass sie generell eine Saugschwäche hat, die das Vollstillen verhindert?

Oder ist mit ihr alles in Ordnung und machen die Ärzte umsonst Stress? Ich möchte ihr so gern einen guten Start zum Thema Essen ermöglichen, merke aber zugleich, dass ich sehr unter Druck stehe, was sich auch aufs Beikost-Füttern auswirkt. :-( Der 3. Kinderarzt möchte auch in 3 Wochen ev. ein Blutbild machen lassen wegen des Eisenwerts, aber bis dahin... Hach Gott!

PRE aus der Flasche oder dem Becher nimmt sie aber auch nicht – maximal 10-30ml! Ich bin jetzt gerade dabei, zusätzlich zu Gemüse-Fleisch-Brei, Fingerfood und Getreide-Obst-Brei einen Muttermilch-Getreide-Brei abends einzuführen. Sie probiert sich gerne selbst am Essen, hasst es aber, gefüttert zu werden. Am liebsten probiert sie es sogar mit dem Löffel selbst, füttern darf ich meistens sie nur mit Ablenkung (während sie spielt).

Ich wäre davon ausgegangen, dass sie einfach anfänglich durch das Zufüttern „über die Maßen“ zugenommen und sich dann wieder auf ihrer „genetischen“ Kurve, die auch ihrem Entlassungsgewicht entspricht, eingependelt hat, jedoch möchte ich mich auch nicht auf ihre Kosten in Sicherheit wiegen.

Kann sie zu wenig bekommen, obwohl sie satt und zufrieden wirkt und aktiv ist? Wenn ich vor ihren Augen Milch in einen Becher ausstreiche, liegt sie zwar schon mit strahlenden Augen vor mir und ist sehr interessiert daran. Mehr als ein paar Schluck gehen aber auch da nie...

Und wie wichtig ist es, dass sie jetzt schon „volle“ Breimahlzeiten isst oder kann ich auch sie selbst die Mengen bestimmen lassen in Richtung BLW, und weiterhin nach Bedarf stillen?

Wäre eine Stillprobe ratsam? (Eine Babywaage habe ich zuhause.)

Ich bemühe mich, anschließend noch geordnet die vorgegeben Fragen zu beantworten:


* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.

Die ersten 3 Lebenswochen ja, seitdem nicht mehr wirklich. Versuche seit 2 Wochen (Becher, verschiedene Fläschchen, Aptamil Profutura) enden in 10 - max. 30ml tägl.


* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?

Bis 3 Monate: ca. 17x tägl., tagsüber nur 1-2 Min., nachts bis zu 10 Min.

3-6 Monate
ca. 12x tägl. (4-5 kurze Tagesschläfchen (30-45 Min.), immer danach gestillt + mind. 6x nachts)

6-7 Monate
ca. 8x tägl. (3-4 Tagesschläfchen, immer danach + 6x nachts)

seit 8. Monat
ca. 6x tägl. (2 Tagesschläfchen je 1,5 Stunden)
Die Zeiten variieren nachts, aber belaufen sich auf in etwa:
2:00 Uhr
5:00 Uhr
10:00 Uhr
15:00 Uhr
19:00 Uhr
20:00 Uhr

Trinkdauer immer schon ca. 5 Minuten (schwankt zwischen 3 und 8 Min.)

BEIKOST:

5 Monate:
Einführung Gemüse, Fleisch und Obstmus mit Mandelmus, + 2 Wochen lang 10ml Muttermilchsahne tägl.

6 Monate:
morgens 1/4-1/2 Avocado
mittags 40g Gemüse-Fleisch-Brei mit 1 TL Öl
nachmittags 25g Apfel-/Birnenmus mit 2 TL Mandelmus

7 Monate:
morgens 1 kl. Scheibe Butterbrot
mittags 90g Gemüse-Fleisch-Brei mit 2-3 TL Öl + Fingerfood zum Probieren
nachmittags 90g Obst-Getreide-Brei mit 2-3 TL Mandelmus + einige Hirsekringel

8 Monate (aktuell):
morgens 2 TL Birnenmus mit 10 Tropfen Eisentropfen, 50-90g Obst-Getreidebrei mit 2-3 TL Mandelmus
mittags 50-90g Gemüse-Fleisch-Brei mit 2-3 TL Öl + Fingerfood
abends 40g Muttermilch-Getreide-Brei mit Birnenmus

Dazu und zwischendurch immer wieder mal ein Schluck Wasser.

Die 90g-Breimahlzeiten teile ich allerdings schon auf jeweils 2 Füttereinheiten auf und gebe sie neben dem Spielen, weil es anders gar nicht geht. Richtig fühlt sich allerdings anders an. :-(


* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

nasse Windeln mehrmals in jeder Wachphase,
Stuhlgang 1-3x tägl., Morgenwindel jedoch nicht mehr so nass wie früher immer.
(Kann es sein, dass ihre Blase einfach schon größer ist und sie deshalb nicht mehr so viel nachts Pipi muss?)


* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?

s.o.: Zungenbändchen, die ersten 3 Wochen zugefüttert + Milchbildung mit 8x tägl. Pumpen angeregt; erst mit Flasche, dann mit BES (selten Becher); anfangs sehr schläfrig, ansonsten sehr neugierig und leicht ablenkbar, 3 Milchstaus + eine Brustentzündung, stillt auch heute noch zu 95% nur nach dem Aufwachen


* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?

Flaschen ja, sonst nein, lutscht aber zur Beruhigung an ihren Fingern! (Kann sie damit ihren Hunger „übertauchen“?)


* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?

aktuell bei einem neuen Kinderarzt; der ehemalige Kinderarzt, Hebamme sowie Osteopathin hatten nichts zu beanstanden; Stillberatung nur anfangs im 1. Monat


* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

verkürztes Zungenbändchen, das mit 2einhalb Wochen durchtrennt wurde; Neugeborenengelbsucht die ersten paar Lebenstage;

ich nehme Schilddrüsenmedikamente seit dem Kinderwunsch, da mein TSH-Wert erhöht war; Dosis wurde in der SS dann nochmals erhöht

Außerdem habe ich vor 2 Wochen zum ersten Mal wieder meine Periode bekommen, falls das noch irgendwie relevant sein könnte...


* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.

erstes Kind


- Gebt uns genaue Daten!
Bei dem Verdacht auf Gedeihstörungen oder Fragen zur Milchmenge zum Beispiel solltet Ihr alle gemessenen Gewichtsdaten mit genauem Datum angeben. Wichtig ist auch, wo und mit welcher Waage gemessen wurde. Beispiel:

2770g Sa 23.05. Geburt KH (15. P), 52cm, KU 34,5cm
2628g So 24.05. KH (8. P)
2526g Mo 25.05. Entlassung KH (6. P)
2650g Di 26.05.
2720g Mi 27.05. KA
2775g Do 28.05.
3000g Di 02.06.
3240g Di 09.06. nur mehr Muttermilch!
3400g Fr 12.06.
3500g So 14.06.
3500g Di 16.06. stillen ohne BES!
3570g Mi 17.06.
3710g Fr 19.06.
3720g Di 23.06.
3740g Mi 24.06.
3810g Do 25.06.
3850g Sa 27.06.
3990g Mo 29.06.
4040g Di 30.06. Mastitis
4230g Di 07.07.
4270g Fr 10.07.
(4240g KA nach Pipi...55cm, 38,5cm KU (7. Wo)) U3
4330g So 12.07.
4360g Di 14.07.
4360g Do 16.07.
4460g Fr 17.07.
4535g Di 21.07.
4580g Fr 24.07.
4605g Mo 27.07.
4600g Di 28.07.
4665g Mi 29.07.
4670g Fr 31.07.
4670g So 02.08.
4760g Mo 03.08.
4770g Di 04.08.
4865g Sa 08.08.
4905g Di 11.08.
4920g Sa 15.08.
4965g So 16.08.
4980g Di 18.08.
(4950g KA vorm Stillen)
4990g Mi 19.08.
5035g Do 20.08.
5035g Fr 21.08.
5020g Sa 22.08.
5065g So 23.08.
5060g Mo 24.08.
(5080g KA nach Stillen... 60cm, 40cm KU) U4
5060g Fr 28.08.
5060g Sa 29.08.
5075g So 30.08.
5095g Mo 31.08.
5080g Di 01.09.
5120g Mi 02.09.
5120g Do 03.09.
5135g Fr 04.09.
5175g Sa 05.09.
5200g Mo 07.09.
5200g Di 08.09.
5230g Fr 09.09.
5245g Sa 10.09.
5260g Di 15.09.
5375g So 20.09.
5390g Di 22.09.
5405g Do 24.09.
5400g So 27.09.
5480g Di 29.09.
5505g So 04.10.
5620g Di 13.10.
5720g Mi 28.10.
5955g Sa 14.11.
6040g Di 17.11.
6065g So 21.11.
6070g Di 24.11. KA
6140g Di 1.12.
6300g Di 8.12.
6330g Di 15.12.
6390g Di 22.12.
6470g Mo 28.12. KA 68cm
6530g Di 05.01.
6550g Do 14.01.
6600g Mo 18.01. KA2 72cm, 44cm KU U5
6630g Mo 18.01.
6655g Mo 25.01.
6700g Di 26.01.
6670g Do 28.01. KA3 69cm, 44cm KU U5

(Ich weiß leider nicht mehr, welche Gewichte anfangs die Hebamme gemessen hat, spielt aber vermutlich jetzt eh nicht mehr so eine Rolle in unserem Fall.)

Ich freue mich sehr auf eure Einschätzung... viiielen Dank, dass ihr das hier so toll anbietet!

Herzliche Grüße,

Danni
mit Mausili seit 05/2020
Alice89
gehört zum Inventar
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Registriert: 11.11.2020, 13:27

Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von Alice89 »

Liebe Danni,

Herzlich Willkommen hier im Forum! Die Daten, die du bisher gesammelt hast, sind ja der Wahnsinn! Ich bin kein Stillmod und kann deshalb keine Einschätzung geben, aber vielleicht hilft dir das schon mal weiter:
* Die normale durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme liegt für gesunde Stillkinder
in den Lebensmonaten 1-2 im Bereich 170-330 g,
in den Lebensmonaten 3-4 im Bereich 110-330 g,
in den Lebensmonaten 5-6 im Bereich 70-140 g,
in den Lebensmonaten 7-12 im Bereich 40-110 g.
Diese Angaben basieren auf den WHO-Daten.
Dabei geht man vom Durchschnitt aus, wenn also mal eine Woche drunter liegt und die nächste wieder höher ist, ist das auch ok.

Von Stillproben wird hier in der Regel abgeraten, weil sie zu ungenau sind.

Nach 72 Stunden darfst du deinen Thread auch melden, falls sich bis dahin kein Stillmod gemeldet hat, manchmal geht ein neues Thema einfach unter.

Liebe Grüße
Alice
Lösche Benutzer 22277

Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Auch ich bin kein Profi, aber bei mir haben alle drei Kinder in den ersten zwei, drei Monaten sehr gut zugenommen und dann ab etwa fünf Monaten knickte die Kurve deutlich ein. Alle drei haben sich eine neue Perzentile gesucht und entwickeln sich seitdem gesund und munter entlang der neuen Perzentile.
Sicher ist es gut, genau hinzusehen, aber per se ist es normal, dass ein acht Monate altes Kind deutlich weniger zunimmt als im ersten Lebenshalbjahr.

Bei meinen Kindern hat, als sie eine Weile schlecht zugenommen haben, die Beratung hier im Forum geholfen, es lief auf ein besseres Stillmanagement und eine hoch kalorische Beikost heraus. Also wir haben bei der Beikost darauf geachtet, dass diese ausreichend Fett enthalten hat (zum Beispiel gab es Omelett mit Butter drin oder Brei mit Rapsöl, Brot mit Butter oder Avocado drauf).

Unser Kinderarzt war immer ziemlich entspannt, er meinte, die Kinder würden sich gut entwickeln und auch weiterhin in der Länge wachsen. Bei unserer Großen hat er noch Eisenmangel und Zöliakie mit Bluttest ausgeschlossen, bei den Zwillingen haben wir das nicht mehr gemacht, weil es für beides keine Anzeichen gab.

Ich wünsche Dir alles Gute!
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ShinyCheetah
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Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von ShinyCheetah »

Hi! Ich bin auch kein Profi und denke, dass es sehr sinnvoll ist, hier auch nochmal eine professionelle Meinung zur Gewichtsentwicklung einzuholen. Ich habe bei F aber die gleiche Erfahrung wie Raya gemacht. F hat auf der 50. Perzentile gestartet und am Anfang super zugenommen. Mit 3 Monaten hatten wir dann auch eine sehr unangenehme Phase. Stillen ging plötzlich fast gar nicht mehr - ich musste rumlaufen, im Dunkeln, und ihm vorsingen, damit er gestillt hat. Zeitgleich hat er dann auch noch seinen Daumen entdeckt und fand nachts plötzlich Daumen lutschen besser als Stillen. Ich habe dann verzweifelt seinen Daumen rausgezogen und meine Brust reingesteckt, kam trotzdem z. T. nur auf 4 - 5x Stillen in 24h. So krass war es zum Glück nur wenige Tage. Aber dann kam auch noch eine Erkältung und das Gewicht stagnierte. Tatsächlich hat sich F dann aber nach und nach irgendwo zwischen der 15. und 20. Perzentile eingependelt und ist da seitdem geblieben. Das passt auch gut dazu, dass mein Mann und ich beide eher klein und leicht sind. Ich hatte tatsächlich ziemliche Sorgen in der Zeit, F war aber fit und agil und die Kinderärztin entspannt. Mein Gefühl im Nachhinein ist, dass eigentlich alles in Ordnung war.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
erdbeerbrot
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Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von erdbeerbrot »

Was ich als Laie mich beim Lesen gefragt habe: Wurde das Zungenband nach der Durchtrennung nochmal kontrolliert? Ich habe mal gehört, dass es eventuell auch wieder zusammen wachsen kann.
Allerdings ist ja zwischen der Durchtrennung und dem Knick in der Gewichtsentwicklung viel Zeit vergangen.

Ich drück die Daumen, dass die Profis hier dir schnell Entwarnung geben können.
Mit 12/2017 und 06/2020
Mamane
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Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von Mamane »

Hallo danni,

Auch ich bin kein Profi, sondern nur Mama, aber ich möchte dir zweierlei aus meiner Erfahrung dalassen:

Bei meiner großen Tochter (inzwischen 5 Jahre alt) war das auch so, dass die Kinderärztin bei der u5 dann mit dem Gewicht unzufrieden war, weil sie ihre Wachstumsperzentile nach unten verlassen hatte. Ich habe damals nach Bedarf gestillt und Beikost angeboten, welche nur sehr spärlich angenommen wurde, das was du mit dem ablenken beim Füttern schreibst kommt mir sehr bekannt vor ;) Sie war motorisch super fit. Es wurde einmal Blut abgenommen, um verschiedene mögliche Ursachen für zu wenig Zunahme auszuschließen, da war alles ohne pathologischen Befund. Ich habe damals auch keine pre milch dazu gegeben, sondern einfach weiter gemacht wie vorher. Sie ist einfach ein dünnes Kind, auch heute noch.

Und nochwas: inzwischen sind wir bei einem anderen Kinderarzt, der mir bei der u5 meiner Zwillingsmädchen gesagt hat, dass viele Babys irgendwann zwischen u4 und u6 ihre Perzentile nach unten verlassen, seiner Erfahrung nach. Das würde mit der mehr werdenden Bewegung zusammen hängen.

Alles Gute!
Mamane mit einer großen Tochter *10/2015 und kleinen Zwillingstöchtern *07/2020
danni
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Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von danni »

Alice89 hat geschrieben: 02.02.2021, 12:20
* Die normale durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme liegt für gesunde Stillkinder
in den Lebensmonaten 1-2 im Bereich 170-330 g,
in den Lebensmonaten 3-4 im Bereich 110-330 g,
in den Lebensmonaten 5-6 im Bereich 70-140 g,
in den Lebensmonaten 7-12 im Bereich 40-110 g.
Diese Angaben basieren auf den WHO-Daten.
Danke, liebe Alice, ich hab mir die Wochendurchschnitte gerade nochmal durchgerechnet und da ist sie eigentlich immer ganz gut dabei... im 3. und 4. Monat komme ich auf 101g/Woche, also knapp darunter, aber ansonsten war sie immer etwas über dem Minimum; anfangs sogar bei 256g/Woche.

Ich danke dir!
mit Mausili seit 05/2020
danni
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Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von danni »

Oh, das ist ja schon mal sehr beruhigend zu hören, dass si h eure Kinder auch andere Perzentillen ausgesucht haben, das beruhigt mich ungemein! Mein Bauchgefühl sagt auch, dass eigentlich alles passt, aber man lässt sich ja dann doch leicht verunsichern, und übersehen möchte ich natürlich auch nichts.

Habe hier auch einen Thread gelesen, in dem es ursprünglich um einen ausbleibenden MSR nachts ging (Ich glaube, schon etwas älter), bei der Geschichte lief es im Endeffekt aufs Abstillen um den ersten Geburtstag herum hinaus, das Baby hat dann mit den Fläschchen ordentlich an Gewicht aufgeholt... Das hat mich zusätzlich ins Grübeln gebracht. Aber das blöde „Was wäre wenn“ – wenn man‘s nur im Vornherein wüsste! Ich möchte eigentlich schon unbedingt weiterstillen. :|
erdbeerbrot hat geschrieben: 02.02.2021, 20:13 Wurde das Zungenband nach der Durchtrennung nochmal kontrolliert? Ich habe mal gehört, dass es eventuell auch wieder zusammen wachsen kann.
Wir waren nicht nochmal bei der Ärztin, die darauf spezialisiert ist, aber unser Kinderarzt hat bei jedem Besuch unter die Zunge geschaut und konnte nichts auffälliges feststellen.

Vielen vielen Dank euch allen!
mit Mausili seit 05/2020
Fernweh
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Registriert: 13.10.2016, 17:57

Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von Fernweh »

Du musst nicht abstillen. In dem Alter wird bei Bedarf über (hochkalorische) Beikost die Kalorienzufuhr erhöht und natürlich geschaut, ob sich beim Stillen noch was verbessern lässt.
Schnucks 08/16
Wuzi 02/20

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Serafin
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Beiträge: 22586
Registriert: 08.07.2014, 17:03

Re: Nimmt Baby, 8 Monate, wirklich zu wenig zu?

Beitrag von Serafin »

Unser Kind hat sich erst über die ganzen Kurven hinaus gefressen, mit dem robben und laufen ist er wieder rein gerutscht und jetzt ist er ein dürrer Hering und gewichtsmäßig so auf der 20ten perzentile oder so.

Ich würde auch eher oft stillen (vor dem Essen vor allem auch) und hochkalorische Beikost anbieten. Abstillen ändert dochc nix. Und die Milch hat ja viele Kalorien und ist ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel.
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19
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