Selbstbeatimmter Medienkonsum?

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DerStoepsel
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Re: Selbstbestimmter Medienkonsum?

Beitrag von DerStoepsel »

Unser Sohn hat leider viel zu viel Medienkonsum seitdem unser kleiner Sohn geboren ist... 😔
Normalerweise ist bei uns die Regel, dass er 15 Minuten Fernsehen darf wenn er abends den Schlafanzug anhat und die Zähne geputzt hat. Dann gehts ab ins Bett und dort wird vorgelesen.
Aber zur Zeit bekommt er oft das IPad wenn ich stille oder seinen Bruder einschlafbegleite... ich merke auch, dass es ihm nicht gut tut. Aber irgendwie klappt es zur Zeit nicht anders.🥴 ich hoffe da auf bessere Zeiten bzw. dass der Kindergarten bald wieder für ihn anfängt 😅
Mein Mann sieht das viel lockerer, was mich sehr stört. Da darf er ständig ans Handy oder ans iPad... 😬
💚🧡💙💜♥️
Sohn Nr. 1: 05/17
Sohn Nr. 2: 03/20
DerStoepsel
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Re: Selbstbeatimmter Medienkonsum?

Beitrag von DerStoepsel »

Aber da mein Mann viel arbeitet, hält es sich „zum Glück“ in Grenzen 😬😇
💚🧡💙💜♥️
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Camille1984
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Re: Selbstbestimmter Medienkonsum?

Beitrag von Camille1984 »

Bei uns klappt interessanterweise der selbstbestimmte Süßgkeitenkonsum recht gut. Der selbstbestimmte Medienkonsum klappt dagegen gar nicht. Er kann stundenlang schauen ohne dass ihm dabei "langweilig" wird. Wir haben es getestet. Ich war mir sicher, dass er irgendwann genug hat und spielen geht. Das ist nicht passiert. Er hat einfach immer weiter geschaut. Vor allem bei Youtube-Videos findet er kein Ende.

Momentan darf er nach der Schule 30 Minuten Tablet spielen, Videos oder Fernsehen schauen. Dann wird ausgeschaltet bzw. das Tablet schaltet sich automatisch aus. Bei Gemecker fallen diese 30 Minuten am nächsten Tag aus. Er ist platt nach der Schule (auch schon vor Corona) und will sich da berieseln lassen. Ich arbeite vormittags auch, bin dann auch platt und will nicht gleich mit ihm spielen. Leider ist er ein Einzelkind und diese 30 Minuten sind auch meine Kaffeepause, die ich dringend brauche.

Nachmittags haben wir je nach Wochentag seit Corona einen ziemlich festen Tagesablauf inkl. Hausaufgaben, Lern-/Übungszeit (Schule und Instrument), Spielzeit/Rausgehen, Essen und Hygiene. An einem Tag kommt noch Mittagsschule (ohne Hauaufgaben) dazu und 2x hat er ein Hobby. Zu diesen Zeiten gibt es keinen Medienkonsum. Das weiß er und akzeptiert es meist gut.

Wenn er alle Pflichten erledigt hat, darf er abends nochmal 25 Minuten eine Serie im Fernsehen oder auf Amazon Prime schauen. Am Wochenende gibt es auch mal einen Familienfilm oder die Sendung mit der Maus. Bei schlechtem Wetter darf er auch mal etwas mehr schauen. Da er kurz vor Corona die Schule gewechselt hat, gibt es noch kaum Freunde. Ich hoffe, dass das jetzt langsam besser wird und er sich auch zum Spielen verabredet.

Freigegeben sind hier immer Spotify und die Lego-Boost-App. Er hört aber auch nicht exzessiv Musik oder Hörspiele. Er spielt gerne Minecraft, aber das muss ich auch zeitlich beschränken.

Wenn er zu viel Medienkonsum hatte, war er abends immer enttäuscht, dass wir nicht viel gespielt oder nicht vorgelesen haben oder etwas anderes Schönes nicht gemacht haben. Er konnte seinen Konsum aber auch nicht selbst beenden. Seitdem gibt es hier ganz klare Regeln inklusive Kinderschutzapp mit fest eingestellten Zeiten.
Mama mit Papa und kleinem Pirschelbär (08/2012)

gestillt - getragen - gerne im Kinderwagen - und irgendwo zwischen Beistell- und Familienbett pendelnd
Elena
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Re: Selbstbestimmter Medienkonsum?

Beitrag von Elena »

Camille1984 hat geschrieben: 25.06.2020, 10:06 Bei uns klappt interessanterweise der selbstbestimmte Süßgkeitenkonsum recht gut.
Bei uns gibts auch eine offen zugängliche Schublade, in der jedes Kind seine Kiste mit Zeug hat von Karneval, Halloween, Geschenken, Sankt Martin. In der Schublade sind dann auch noch (meistens) Süßigkeiten, die allen bzw. den Eltern 8) gehören. Da können die im Prinzip immer dran, sie tuns aber nicht. Sie haben recht klar im Kopf mittlerweile, dass Süßigkeiten ungesund sind, und gelernt, dass zu bestimmten Zeiten eben nichts gegessen werde sollte. Sie nehmen sich ca. jeden zweiten Tag etwas, so in der Größenordnung von einem halben bis maximal einem ganzen Riegel Schokolade. Das finde ich völlig okay. Wenns deutlich mehr wäre oder der Umgang damit sonst irgendwie bedenklich, würde ich etwas unternehmen. Außerdem sorge ich durch gesundes Essen zu passenden Zeiten dafür, dass sich das Bedürfnis nach Süßem in Grenzen hält.

Insofern ist der Konsum nur bedingt "selbstbestimmt", ich habe ja auch durch meine Erziehung massiv manipuliert. :mrgreen: Was ich allerdings als meine ureigene Aufgabe als Elternteil ansehe.

Ich würde meine Einstellung zur "Selbstbestimmung" vielleicht so zusammenfassen: Ich glaube nicht daran, dass Menschen es sozusagen von Geburt an in sich tragen, bestmöglich für sich selbst zu sorgen. Verführungen gehören zum Leben dazu, und ein freier, selbstbestimmter Mensch sollte im Stande sein, Verführungen auch widerstehen zu können - und ihnen natürlich auch mal mit Genuss nachgeben. :wink: Dahin zu kommen, ist aber Arbeit, und die müssen bei Kindern (auch) die Eltern leisten. "Selbstbestimmter Konsum" ist für mich nicht "unkontrollierter Konsum, in den niemand reinredet". Damit wird man leicht von den Verführungen bestimmt und ist eben genauso wenig frei, wie wenn die Eltern ständig alles bestimmen.
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Aiyana
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Re: Selbstbeatimmter Medienkonsum?

Beitrag von Aiyana »

Unser Großer (6 Jahre) darf täglich 30 min Fernsehen. Jetzt wo er zu Hause ist ab 12 Uhr sonst immer nach dem Kindi. Meistens guckt er was im Fernsehen läuft oder Dinge die wir mal ausgeliehen haben. Ab und zu gibt er mal ein Popcornkino da darf er dann eine ganzen Film gucken. Allerdings merken wir da, dass es das noch nicht durchhält. Nach ca. ner 1h wird er hibbelig und kann nicht mehr still sitzen und zugucken (und er spielt immer mir :D). Aufhören ist auch keine Option für ihn, weil "man muss ja zuende gucken". :roll:
Mit Quatschkopf (05/2014) & Sonnenschein (01/2020)
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