Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Bei uns ist ja auch der Mann der mit der "anderen" Sprache.
Für ihn war das zumindest passive Erlernen der ZWeitsprache so wichtig, dass er das von Anfang an konsequent durchgezogen hat. K1 hat ja ewig auf Deutsch geantwortet, aber er blieb beim Italienisch.
Schwieriger war es für seine Eltern. Die sind immer und immer wieder ins Deutsche gefallen. Selbst mein Schwiegervater, der nur sehr schlecht Deutsch kann, hat mit K1 immer Deutsch gesprochen. Fand ich total schräg und habe jedes einzelne Mal gesagt, sie sollen bitte Italienisch mit dem Kind reden. Seit sie aktiv auf Italienisch antworten, klappt das zuverlässig.
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chennai
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von chennai »

Ich kann eigentlich echt gut umschalten. Natürlich ist mir das auch schon passiert, dass ich irgendwie im Laden dann verkehrt antworte oder so, wenn ich hier in Belgien mit Deutschen unterwegs bin. Aber mit den Kindern geht das echt super. Ich musste mich nur am Anfang etwas umstellen, wenn ich mit anderen Kindern sprechen wollte. Da kam einfach automatisch immer erst mal Deutsch raus. Mittlerweile geht auch das prima, wobei meine Kleine dann trotzdem mit mir Deutsch spricht, auch wenn sie gerade Spielbesuch hat, und ich deshalb ausnahmsweise Niederländisch spreche.

Manchmal hab ich noch Schwierigkeiten, wenn es dann um noch eine andere Sprache geht. Also ich unterrichte jetzt als Deutsche Englisch auf Niederländisch und muss bei dem flexiblen Unterrichtskonzept auch manchmal bei Französisch mithelfen. Da hakt's dann manchmal.
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Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Larala »

chennai hat geschrieben: 20.11.2019, 09:49 Ich musste mich nur am Anfang etwas umstellen, wenn ich mit anderen Kindern sprechen wollte. Da kam einfach automatisch immer erst mal Deutsch raus.
Das geht mir auch oft so. Aber ich spreche auch mit dem Papagei meiner Schwiegereltern deutsch :lol:

Mir fällt das Wechseln zwischen den Sprachen auch deutlich leichter als ich erwartet hatte. Oft spreche ich mit meiner Tochter dann kurze Sätze niederländisch, also die Umgebungssprache, wenn wir in einem Laden oder bei Oma und Opa sind. Aber ich sehe das nicht als so ein Problem an, da ich danach immer wieder ins Deutsche wechsle, wenn ich mit ihr spreche.
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Zwischen den Sprachen wechseln kann ich prima. Ich spreche jeden Tag Spanisch, Englisch und Deutsch. Leider kann ich mich aber kein zweisprachiges Gespräch führen. Ich wechsle immer automatisch auf die Sprache, die mein Gegenüber verwendet.

Zweisprachig geht nur, wenn ich die andere Sprache selbst nicht spreche, also zB Italienisch/Spanisch. Ich verstehe Italienisch ziemlich gut, spreche es aber nicht. Dann kann ich gut auf Spanisch antworten.
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Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Dann bist du einfach ein sehr empatischer Mensch, wenn du immer in die Sprache deines Gegenüber wechselst, wann imemr möglich.
Du hast ja schon öfter geäussert, dass Spanisch deine Herzensprache ist. Da ist viel verständlicher, warum du dich in der Sprache mit deinem Sohn verständigst. Noch dazu hatte er ja sowieso Sprachprobleme, oder? Die wären durch die intensive Zweisprachigkeit sicher nicht besser geworden.

Das ist bei meinen Kindern nämlich schon ein Problem. Sie haben alle 3 eine familär bedingte Sprachverzögerung. Meine Brüder und ich ebenfalls. Die 2 Grossen haben das, dank Logopädie und viel, viel lesen aufgeholt. Bei K3 sind wir aktuell dran und hoffen auf den selben Schub durchs Lesen wei bei ihren Schwestern.
Aber alle 3 haben einen eher unterdurchschnittlichen Wortschatz, was ja typisch für zweisprachige Kinder ist. Auch da hoffe ich auf Besserung durchs Lesen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Nö, meine Herzenssprache ist Spanisch nicht unbedingt. Ich spreche auch gerne Englisch, und Deutsch ist und bleibt eben meine Muttersprache. Aber ich spreche halt im Alltag viel mehr Spanisch. Ich sage ab heute einfach, dass ich super empathisch bin. Das finde ich viel besser als nicht geeignet für Zweisprachigkeit 8)

Ja, ich denke, das ganze Dilemma kommt daher, dass der Pirat sprachverzögert war. Ich war so froh, als er endlich anfing zu sprechen, dass ich nie drauf bestanden habe, dass er die Sachen nochmal auf Deutsch wiederholen soll oder so.

Auf Spanisch spricht er heute super. Von der Verzögerung merkt man nichts mehr. Er hat ziemlich lange noch Grammatikfehler gemacht, die typisch für deutlich jüngere Kinder sind, aber auch das hat sich in der Schule jetzt gegeben.

Ich denke darüber nach, zu verhandeln, dass ich nächsten Sommer einen Monat von zuhause arbeiten kann, und dann inklusive Pirat nach Deutschland zu gehen und ihn dort zu irgendeinem Ferienkurs anzumelden. Ich glaube, ein Monat mit anderen Kindern und Aktivitäten, die ihm Spaß machen, könnten eine Menge bewegen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Das klingt doch nach einem guten Plan mit 1 Monat Ferienkurs in Deutschland.
Meine Kinder lernen bei jedem Italienbesuch (meist 3-7 Tage) wahnsinnig viel. mittlerweile reden die Kids auch mirt anderne Kindern am Spielplatz. War früher undenkbar.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Nusserl hat geschrieben: 20.11.2019, 15:34 Das klingt doch nach einem guten Plan mit 1 Monat Ferienkurs in Deutschland.
Meine Kinder lernen bei jedem Italienbesuch (meist 3-7 Tage) wahnsinnig viel. mittlerweile reden die Kids auch mirt anderne Kindern am Spielplatz. War früher undenkbar.
Wir haben ja leider auch kaum Familie in D, zumindest nicht in der Gegend, wo meine Eltern wohnen. Im Sommer haben wir Freunde mit gleichaltrigen Zwillingsmädchen besucht. Das war super. Die drei mochten sich auf Anhieb, und die Kommunikation hat gut geklappt. Die Mädels hatten genug Geduld, darauf zu warten, dass der Pirat sich in rudimentärem Deutsch einen Satz zusammen bastelt, und genug Phantasie, um ihn zu verstehen. Leider wohnen die 4h von meinen Eltern entfernt.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von RedsMama »

Nido, ich habe gar kein Problem mit Zweisprachigkeit, auch der Weltenbummler nicht. Sprachverzögert ist er auch nicht. Und trotzdem haben wir große Schwierigkeiten, so wie du, solche zweisprachige Gespräche zu führen. Wir wechseln in der Regel automatisch in die Sprache "des Gespräches", manchmal ohne zu merken, manchmal mehrmals in einem Gespräch. Wir sind allerdings auch beide sehr empathisch, liegt es echt da? Ich dachte, es liegt an der Natur der Kommunikation. Es geht so weit, dass der Weltenbummler zwei Vornamen hat, einer pro Sprache, denn es gibt keinen Jumgennamen, der auf beide Sprachen gleich klingt, und wir alle sind froh darüber. Sprache soll fließen können, finde ich...

Und auch eine Stimme für Deutschlands Aufenthalt, vielleicht mit einem Sport oder Aktivität, dem er mag...
Liebe Grüße
R.

I knew exactly how to raise my kid when I became pregnant. Then he was born...
I know nothing.
I am much wiser now.


Jeder wird perfekt und vollständig geboren. Unsere Job als Eltern ist nicht unsere Kinder zu erziehen, sondern sie davor zu schützen, gebrochen zu werden.

R., K., der großartige Weltenbummler 10/15 und die Strahlende Königin 06/18.


RL calls, wenig hier. Bitte PN oder zitieren wenn es dringend ist!
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Die Sprachverzögerung bei meinen Damen kommt nicht von der Zweisprachigkeit, wurde aber daurch sicher noch etwas verstärkt.
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