Was tun gegen Langeweile zu Hause?

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MamaMonster
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von MamaMonster »

Harmonisch 😂. Der Goldjunge ist sehr gefühlsstark. Also sehr. Und ich hatte zwei Schreibabys, leicht ist hier gar nichts. Ein Stückweit musste der Grosse auf die harte Tour lernen, alleine aber bei mir zu spielen, weil es mit zweitem Schreibaby einfach nicht anders ging. Andere mussten wir wirklich üben. Es half zB, dass ich eingeführt habe, gemeinsam Basteln heisst nicht, beide an einer Bastelei, sondern beide basteln zusammen am selben Tisch, jeder an seiner Bastelarbeit. Und die Kleine meist auch (auf Papier rumschmieren, bei Handarbeit die Stoffe aus dem Schrank ziehen, Stoffreste ausräumen, Clips waren beliebt). Irgendwas. Und ich bastle auch etwas Eigenes. Aber alle zusammen. Das war für ihn schnell ok, auch weil er die Argumentation „wenn wir gemeinsam basteln, will ich auch basteln können“ (selbes für Duplo) eingesehen hat. Rollenspiele sind da natürlich schwierig, das geht schlechter allein. Und nach und nach konnte sich meine Tätigkeit mehr unterscheiden. Anfangs eher nähen statt basteln oder stricken statt Duplo. Aber dabei sitzen. Dann auch mal Wäasche zusammenlegen am gleichen Tisch. Und plötzlich ging es. Ob es einen Zusammenhang zu unserem „Üben“ hat, kann ich ehrlicherweise nicht sagen, denn auch andere Sachen gingen ganz plötzlich und ich habe keine Ahnung wieso.
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anirahtaK
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von anirahtaK »

Ich bin und war nie die Alleinunterhalterin von Tochterkind.
So musste sie sich zwangsläufig alleine beschäftigen. Von klein an.
Wenn sie heute ankommt "mir ist laaaaangweilig", dann hilft meistens ne Runde Kuscheln.
Ansonsten ist meine Standardantwort: dann räum doch mal xyz in deinem Zimmer auf *g das tut sie zwar so gut wie nie bisher, aber es ist Ruhe mit gemoser ;)

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MamaMonster
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von MamaMonster »

Ich glaube, das ist so ein typischer Mythos: Das Kind spielt nicht alleine, weil es die Eltern dauerbespassen. Ähnlich wie: Das Kind bleibt nicht bei anderen, weil die Eltern so überfürsorglich sind. Oder: Das Baby ist unruhig, weil die Eltern nicht entspannt sind.

Halte ich alles für Sachen aus der Kategorie Ursache und Wirkung vertauscht. Wenn ein Kind immer panisch ist, wenn jemand anderes es anfasst, werden die Eltern beschützender. Wenn ein Kind dauernd schreit, ist man selten entspannt. Und wenn eins schreit, sobald man sich ihm nicht zuwendet, beschäftigt man sich gezwungenermassen mehr mit ihm. Zumindest war das hier so. Ich denke, der Goldjunge war wie er ist und zwar ab Tag eins. Er brauchte immer mehr Zuwendung, mehr Bestärkung, mehr Nähe. Und er hat sich einfach nicht selbst beschäftigt, fand Spielzeug als Baby/Kleinkind kaum interessant, und wenn niemand sich mit ihm beschäftigt hat, hat er geschrien. Noch laaaange. Und dauernd und nein, er hörte nicht damit auf. Bis er eben soweit war, dann ging es plötzlich, wie bei allem. Die kleine war ganz anders, vom Schreien abgesehen, da habe ich so gestaunt, was schon Babys alleine spielen.

Nur weil das beim eigenen Kind geklappt hat, kann man daraus nicht schliessen, dass es daran lag, dass man xy gemacht hat. Wie Eltern, die denken, ihr Kind schläft so easy ein, weil sie so eine schönes Einschlafritual haben. Vielleicht gibt es Babys, die würden mit festem Ritual auch besser einschlafen, andere aber nicht. Vielleicht gibt es Kinder, die würden alleine spielen, wenn man von Anfang an nicht mitgespielt hätte. Andere nicht.
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anirahtaK
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von anirahtaK »

Ich dachte nicht, dass ich das noch ausführen muss aber gut:
das ganze natürlich altersangepasst. N schreiendes Baby muss sich natürlich nicht selber beschäftigen...
Und ein Kleinkind muss es erst lernen. Dazu gehört aber eben mM nach auch, dass ich eben nicht bei jedem Gequengel wieder einen neuen Klotzturm baue. Dazu gehört auch, dass ich mir bei einem kurzen Telefonat nicht dazwischenquatschen lasse, etc pp.
Natürlich gibts Kinder, wo das etwas aufwändiger zu erreichen ist - ich bilde mir da jetzt nix auf ne tolle Erziehung ein, natürlich ist das auch Typsache, und ich hab n Kind das gerne im Zimmer bastelt singt Kuscheltierhöhlen baut etc...
Und natürlich heißt es auch nicht, dass ich mich nie mit meinem Kind beschäftige, sondern nur, dass sie weiß, dass sie selber für ihre alltägliche Bespaßung zuständig ist.

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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von MamaMonster »

Ich auch nicht. Weder bei jeden Gequengel noch einen Klotzturm bauen, noch bei Telefonaten reinreden lassen, ab nach dem Minibabyalter. Das Kind hat TROTZDEM nicht alleine gespielt. Er war für seine alltägliche Unterhaltung theoretisch auch selbst zuständig, was nur hiess, dass er sehr lange einfach gar nicht klassisch gespielt hat.
Ich habe dich schon verstanden und bleibe bei meiner Aussage 😉. Und du scheinst doch zu denken, dass das einen Zusammenhang hat. Hat es bei euch vielleicht auch, das kann und will ich nicht beurteilen. Aber das heisst eben nicht, dass man daraus schliessen kann, dass jemand, bei dem es nicht klappt, das einfach auch so machen müsste und das würde dann etwas bringen.
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hej-da
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von hej-da »

Mist, jetzt hatte ich so viel geschrieben und nun ist es weg.

Ich bin da ganz bei MamaMonster. Mein Großer konnte sich auch nie selbst beschäftigen. Er war immer um mich herum, hat immer meine Aufmerksamkeit eingefordert.
Meine Kleine ist ein völlig anderer Typ. Sie kann ewig gedankenversunken mit Schleich in ihrem Zimmer spielen.

Ähnlich ist es hier beim Essen. Der Große isst nahezu alles bzw probiert es wenigstens.
Die Kleine ist eine super mäkelige Esserin. Nur ungesund und süß. Da wird ja auch immer gerne ein Erziehungshintergrund vermutet.
Ich glaube, manche Eigenarten bringen Kinder einfach mit. Die kann man auch nicht durch Erziehung "in den Griff bekommen" bzw sind nicht das Ergebnis dieser, sondern, dass macht die Kinder eben auch aus .
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von Ginevere »

Das ist hier auch seit...öhm...9 Jahren oder so Dauerthema. Ich bin ganz sicher, dass es absolut Typsache ist und wenig mit dem Verhalten der Eltern zu tun hat.

Ich bin ein Mensch, der sich schon immer gut beschäftigen konnte, immer irgendwelche Projekt hat oder liest etc. Dabei binde ich die Kinder zwar hin und wieder ein, es gab hier aber trotzdem nie wirklich Bespaßungsprogramm.

Meine Kinder können sich auch super beschäftigen: Draußen, in Bewegung mit Freunden geht das stundenlang.
Aber wehe es regnet, dann habe ich hier lange Gesichter und zwei lustlos in der Gegend rumhängende Zombies. 😉

Leider hat sich bisher auch keine der beiden wirklich zur Leseratte entwickelt, das war meine große Hoffnung.

Wir haben Spielzeug-technisch alles durch: Viel, wenig, durchtauschen, viel Unterschied macht das alles nicht. Wobei ich festgestellt habe, dass tendenziell tatsächlich weniger mehr ist.

Unterm Strich beginne ich, das so zu akzeptieren. Sie sind eben sehr aktiv, kommunikativ und beweglich. Daher achte ich im Winter auf das richtige Maß an Programm wie Tanzen, Sport, Freunde treffen etc.
LG Gini
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von Delta »

Vielen Dank für eure Beiträge.

Vielleicht hätte ich früher anfangen können, sie an das alleine Spielen heranzuführen, aber das lässt sich jetzt ja eh nicht mehr ändern. Ich habe mich halt immer viel mit ihr beschäftigt, durchaus auch um meine häufige Abwesenheit durch die Vollzeit-Berufstätigkeit auszugleichen, aber das passt jetzt einfach nicht mehr für mich, zumindest was das mit ihr spielen angeht. Und ich merke schon, dass dadurch etwas liebgewonnenes für sie wegfällt und sie deswegen frustriert ist. Ich versuche gerade einen Weg zu finden, dass sie zu Hause doch wieder Freude an irgendeiner selbstständigen Tätigkeit bekommt (also außer Video gucken :wink: ) Sie versucht ja, sich alleine zu beschäftigen, aber bisher klappt es noch nicht so toll. Sie selber sagt auch, dass sie es zu Hause gerade blöd findet, weil sie da niemand mit ihr spielt.

@Batinka, ja, sie sucht auf jeden Fall viel Kontakt. Am liebsten wäre es ihr wohl gerade, ich würde die ganze Zeit neben ihr sitzen. Das ist aber nur zu Hause so, draußen oder mit anderen Kindern bin ich abgeschrieben. Ich merke auch, dass ihr Exklusivzeit gut tut, die kommt gerade sicher zu kurz. Meine Kleine ist halt auch kein Baby, dass gerne alleine spielend auf dem Teppich rumliegt. Aber fünf Minuten volle Aufmerksamkeit nehme ich mir mal vor für den Anfang.

@Matje, für meine Große wäre es sicher auch gut gewesen, ein Geschwister mit geringerem Altersabstand zu haben. Hat leider aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Ich selbst habe eine jüngere Schwester mit geringem Altersabstand und wir haben dann halt miteinander gespielt.

@MamaMonster, oh, das war mir nicht bewusst, dass es bei euch so viel Arbeit gekostet hat, um zu eurem Ist-Zustand zu gelangen. Auf jeden Fall ist es sehr interessant für mich, von deinen Erfahrungen zu lesen. Das habe ich tatsächlich noch nie ausprobiert, dass wir zusammen basteln, aber jeder hat sein eigenes Projekt. Ich will das mal versuchen und sehen, wie sie darauf reagiert.
Mit dem Dinomädchen (Juli 2014) und dem Babymädchen (Februar 2019)
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von pqr »

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es beim alleine spielen nur das Üben und heranführen ist.
Meist ist es ja so, dass das introvertierten Kindern leichter fällt und sie Kraft schöpfen, während es für sehr extrovertierte gefühlt Höchststrafe oder langweilig ist, irgendwas allein im Zimmer zu machen.
Und ich kenne eine ganze Menge Leute dieses Typs zwischen 30 und 40 bei denen das immer noch so ist. Notfalls geht bei denen halt Mexienkonsum, aber das wäre bei Deltas Kind ja auch so.
Daher kann ich mir da Mama Monsters Lösung mit den Aktivitäten im selben Raum auch ganz gut vorstellen.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
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Yadela
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Re: Was tun gegen Langeweile zu Hause?

Beitrag von Yadela »

Der Altersunterschied ist kein Grund, dass sie nicht auch jetzt schon anfangen könnten zusammen zu spielen.

Wir haben am Anfang halt Sachen gesucht, die Möglich waren.
Baby wirft Sachen weg, die Große hat die Sachen verschwinden und wieder auftauchen lassen.
Gegacker beim Baby. Entspannung bei der Mama.
Die Große fand alles gut, was den Kleinen zum Lachen gebracht hat.
Sie hat auch gern Babyspielzeug gebastelt. Erbsen in Flaschen gefüllt und dann mit ihm gerasselt.
Und wenn es am Anfang nur 10 Minuten sind. Hey 10 Minuten! Für mich waren das Luxuszeiträume!
Girl *11
Boy *15
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