Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Brombeere153
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Brombeere153 »

Wie man es nennt ist doch eigentlich egal.

Goldenes Ziel ist natürlich ein aktives und passives Sprachverständnis und ein sehr gutes Ausdrucksvermögen und Wort und Schrift. Die Fähigkeit sich Fremdwörter aus dem Kontext zu erschließen. Also wie ich es im Deutschen kann. Aber Mal im ernst: die Schwaben werben nicht umsonst mit dem Spruch "Wir können alles ausser Hochdeutsch".
Also mein Deutsch würde ich nie als Perfekt bezeichnen und ich bin Rheinländerin :)

Meine Kinder lernen eine zweite Sprache, aber ich gehe nicht davon aus, dass es in 3 Jahren zur Einschulung in einer erreichbaren Distanz herkunftssprachlichen Unterricht geben wird. Quelle ist also der Papa und Medien. Selbst die Papa-Familie spricht nicht die Papa-Sprache. Sie werden die Sprache also passiv gut können, aktiv weniger und schriftlich gar nicht.

Aber das ist ok, weil selbst das ist super und ein perfekter Grundstein um aus eigener Kraft entweder die Papa Sprache als Fremdsprache zu lernen oder andere romanische Sprachen.
Liebe Grüße von Beere (1986) mit großer Tochter (2016), kleiner Tochter (2018) und einem kleinen * im Herzen
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Prinzenmutti
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Prinzenmutti »

Ich hänge mich hier mal ein bisschen neidisch dran :oops:
Mir geht's ein bisschen so wie Delta. Mein Mann ist allerdings Deutscher und kam mit 4Jahren nach Deutschland. In seiner Familie werden beide Sprachen gesprochen. Ich habe ihn immer gebittet mit den Kindern russisch zu sprechen. Leider vergisst er das und nach ein paar Sätzen ging's immer wieder in deutsch weiter. Das heißt keines unsrer Kinder kann eine andere Sprache als deutsch. Jetzt versucht er es zumindest bei unsrer Kleinen (15 Monate). Er hatte 1 Jahr Elternzeit und die Beziehung zu seinem jüngsten Kind ist natürlich dadurch intensiver, da er jeden Entwicklungsschritt genau miterlebt hat. Ich hoffe sehr das es diesmal klappt.
LG Prinzenmutti mit 06.07 ; 05.09 ; 11.12 ; 08.14 ; 04.18 ;12.19 und 07.22
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Prinzenmutti
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Prinzenmutti »

Vorkenntnisse habe ich auch. Ich hatte 2 Jahre russisch Unterricht in der Schule. Ich kann daher lesen, schreiben und auch leichte Sätze verstehen. Zumindest den Inhalt. Da aber meine Aussprache grauenhaft ist habe ich mich nie getraut zu sprechen...
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Brombeere153
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Brombeere153 »

Wie man es nennt ist doch eigentlich egal.

Goldenes Ziel ist natürlich ein aktives und passives Sprachverständnis und ein sehr gutes Ausdrucksvermögen und Wort und Schrift. Die Fähigkeit sich Fremdwörter aus dem Kontext zu erschließen. Also wie ich es im Deutschen kann. Aber Mal im ernst: die Schwaben werben nicht umsonst mit dem Spruch "Wir können alles ausser Hochdeutsch".
Also mein Deutsch würde ich nie als Perfekt bezeichnen und ich bin Rheinländerin :)

Meine Kinder lernen eine zweite Sprache, aber ich gehe nicht davon aus, dass es in 3 Jahren zur Einschulung in einer erreichbaren Distanz herkunftssprachlichen Unterricht geben wird. Quelle ist also der Papa und Medien. Selbst die Papa-Familie spricht nicht die Papa-Sprache. Sie werden die Sprache also passiv gut können, aktiv weniger und schriftlich gar nicht.

Aber das ist ok, weil selbst das ist super und ein perfekter Grundstein um aus eigener Kraft entweder die Papa Sprache als Fremdsprache zu lernen oder andere romanische Sprachen.
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Delta
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Delta »

@Prinzenmutti, dann drück ich dir die Daumen, dass es bei deiner Kleinen besser klappt mit dem Russischen. Mein Mann ist halt in Russland aufgewachsen und Russisch ist dementsprechend die einzige Sprache, die er auf muttersprachlichem Niveau spricht. Von dem her ist es natürlich für ihn, mit seinen Kindern in seiner Sprache zu sprechen. Bei uns ist es auch so, dass wir keine dominante Familiensprache haben. Mein Mann ist Russe, ich bin Deutsche und wir leben in Frankreich, wo unsere Töchter geboren sind.

Die dreisprachige Erziehung klappt bei unserer Großen eigentlich ganz gut. Trotzdem ist die Sorge noch nicht ganz verschwunden, dass wir sie mit drei Sprachen überfordern. Sie kommt nächstes Jahr in die Grundschule, wo sie dann lesen und schreiben auf französisch lernen wird. Ich hoffe, dass das gut klappt, denn bisher hängt sie den rein muttersprachlichen Kindern schon noch etwas hinterher. Wobei sie dieses Jahr große Fortschritte gemacht hat.

Ansonsten bin ich durchaus stolz darauf , dass Deutsch bisher ihre stärkste Sprache ist, obwohl sie in die französische Ganztagsbetreuung geht, seit sie ein Jahr alt ist. Ich habe aber auch immer sehr viel mit ihr gespielt. Zudem waren wir öfters bei meinen Eltern in Deutschland zu Besuch. Diese hatten die Sorge, dass sie sich nie richtig mit ihrer Enkelin auf Deutsch unterhalten können. Das hat sich Gottseidank nicht bewahrheitet.
Mit dem Dinomädchen (Juli 2014) und dem Babymädchen (Februar 2019)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von odakko »

Update: Tragling versteht definitiv Englisch. Heute fragte ich beim Lesen (Kind zeigt auf Bilderbuchtiere, ich sage den Namen und mache das Geräusch) knapp neben das Tier, das ich eben vorgelesen habe. Ich war mir nicht sicher: "The donkey? Again?"

Tragling hat daraufhin sehr energisch "mehr/nochmal" gebärdet :D Beim Abendbrot gab es dann auch nochmal so eine Situation. Hach.
Ohne eigene Kinder, aber mit Tragling (06/18) ... häh? Details gibt's hier ;)

Momentan wenig hier.
Cocolin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Cocolin »

Toll odakko! 😀

Unserer redet langsam auch mehr englisch, bisher 90% deutsch aber jetzt war ich 6 lange Tage auf Dienstreise und Kind mit Hand Fuß Mund zuhause mit Papa. Der Unterschied nach den paar Tagen ist echt krass; so deutlich war das im letzten Irland Urlaub noch nicht, da ist er bei seinem damals regulären Wortschatz geblieben.

Das lustigste war gestern Abend, die beiden haben mich an der Haltestelle abgeholt und seine Schirmmütze ist ihm weggeflogen, schreit er ‚oh! Me ha!‘ (irischer Dialekt für ‚my hat‘) 😂
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Blumee »

Ich hätte mal eine Frage an euch zum Umgang mit Sprachfehlern... Situation ist bei uns folgende: Der Große wird im Herbst fünf und wächst dreisprachig auf. Mein Mann und ich sind beide dreisprachig (D, F und NL), sprechen aber in unserer jeweiligen Muttersprache (also tatsächlich die Sprache unserer Mütter :-) mit den Kindern, er NL, ich F. Wir wohnen in Deutschland, unser Sohn geht in einen deutschsprachigen Kindergarten. Er fängt seit dem Frühjahr an, wirklich zu trennen und es kommen sogar die ersten Worte Französisch (juhu! :-) ). In allen Sprachen macht er die alterstypischen Grammatikfehler. Jetzt haben wir ja Sommerferien - und eher wenig Deutsch. Wenn er Deutsch spricht juckt es mich jedes Mal, ihn dann auch auf Deutsch an zu sprechen um die korrekte Version zu "verpacken". Ich mache es bislang aber nicht sondern spreche wie gewohnt Französisch. Es fühlt sich aber wirklich seltsam an für mich. Wie macht ihr das???
Sarah, mit dem Spatz (November 2014) und der kleinen Maus (April 2018)
Nusserl
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Kannst du mal mit Kinderärztin, Erzieherin oder einer anderen Fachperson reden?
Grammtikfehler sind ja in dem Alter normal. Und die Umgebungssprache ist ja grundsätzlich von alleine dominant, wenn man das Kind nicht zuhause einsperrt.

Meine Kinder haben ja Hochdeutsch von mir, Italienisch von meinem Mann und Züridütsch in der Umgebung. Da hört man manche Grammatikfehler, die im Hochdeutsch entstehen, weil das Kind das aus dem Dialekt holt. Da verbessere ich schon. Aber ich würde niemals im Dialekt antworten, um etwas zu verbessern.

Meine Kinder sind aber alle drei verzögert in der Sprachentwicklung und haben/ hatten deshalb alle 3 Logopädie. Eher wegen Aussprache, aber sie arbeiten auch am Satzbau und Grammatik allgemein.
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

In dem Alter habe ich mit dem Piraten noch Deutsch gesprochen und Grammatikfehler in Spanisch deshalb nicht korrigiert. Heute spreche ich fast nur noch Spanisch mit ihm, korrigiere aber normalerweise nicht, weil ich ja auch keine Muttersprachlerin bin und selbst manchmal Fehler mache.

Der Pirat hat etwas länger gebraucht als einsprachige Kinder, um korrekte Grammatik zu lernen und heute auch heute noch hin und wieder ein falsches Perfekt raus, aber im großen und ganzen hat sich das dieses Jahr in der Schule ziemlich erledigt.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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