Also ich hab jetzt nicht alles gelesen, hauptsächlich auf der ersten und der letzten Seite.
Kann es sein, das ihr zwar schon einiges an Gleichberechtigung in der Beziehung habt, allerdings nicht bei der Verantwortung?
Es scheint mir sehr typisch - als Mama haben wir von Anfang an die Verantwortung das es dem Kind gut geht und das sind zuerst die rudimentären/körperlichen Dinge - essen, schlafen, Sauberkeit, Wärme/Kälte, Sicherheit. Da wachsen wir schnell rein während die Männer großteils respektvoll daneben stehen.
Fängt das Kind an zu spielen sehen die Männer hier ihr Metier. Das ist noch nicht von Mama besetzt und sowieso das tollste an Kindern. Also spielen sie. Erst recht wenn sie glauben zu wenig Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Aber Mama würde auch gern spielen, spürt aber weiterhin die Last der übernommenen Verantwortung für alle anderen Gebiete.
Euer Kind ist nun 1 Jahr und das bedeutet langsamer Übergang vom Baby zum Kleinkind. Es verändert sich und darüber müsst ihr reden, vor allem weil es dir damit nicht gut geht. Das wird immer wieder vorkommen das sich etwas verändert.
Du musst ihm sagen, das er jetzt mehr Verantwortung übernehmen soll, dafür das euer Kind rechtzeitig isst, schläft, keine wertvollen/sensiblen Dinge beschädigt, ...
Das ist ein Lernprozess. Er muss willig sein es zu lernen und dann musst du ihn es lernen lassen.
Und was mir noch auffällt: du sagst, dein Mann war schon immer so und du hast ihn schließlich so genommen. Bist du denn noch so, wie du zu eurer Anfangszeit warst? Oder hast du dich entwickelt und verändert? Warum sollte dein Mann das nicht können?
Da du aber unglücklich mit eurer Aufteilung der Verantwortung bist, wirst du mit ihm reden müssen damit ihr zusammen wieder eine Aufteilung findet mit der ihr euch beide wohl fühlt.
Cooler Papa, strenge Mama?
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DolphinFFM
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?
... mit den 3 Tigermädchen (02/2014 & 12/2016 & 01/2020)
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Klarrti
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?
Ich habe jetzt auch nicht alles gelesen, aber es ging ja ein bisschen um Rolleneinteilung und daraus resultierendem Verhalten. Es ist meiner Meinung nach aber wirklich Typsache. Mein Mann betreut unsere Tochter, während ich arbeite und ist auch mehr der Spasspapa. Er macht auch Haushalt und alles handwerkliche am Haus, aber niemals während er mit der Löwin alleine ist. Zähneputzen haben beide lange nicht zusammen gemacht. Baden tu nur ich sie. Zu keinem Arzttermin würde er alleine gehen und generell plane ich so ziemlich alles. Aber ich bin auch der Kopfmensch und er der kreative. Ich habe manchmal gar keine Idee, was ich der Löwin grade bieten kann und fülle das mit Haushaltsarbeit. Ich kann die Verantwortung auch nicht ganz abgeben und bin auch die strengere. Aber so ist mein Charakter und so ist seins, und ich denke unsere Tochter profitert von beiden, so lange das autentisch bleibt. Ich hoffe ich schreib grad nicht am Thema vorbei, bin müde und die Hitze macht mich fertig.
mit der Löwin 08/16 an der Hand.
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Lämpchen
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?
Danke euch noch für die letzten Beiträge! Ich weiß sie zu schätzen, mir war nur (v.a. im Urlaub) nicht immer nach dem etwas leidigen Thema ...
Ich hab jetzt auch in letzter Zeit verstärkt drauf geachtet, dass ich mal bewusst sage, so, jetzt spiele ich mit der Kleinen und du erledigst das andere.
Zu deiner Frage, wie ich mich verändert habe ... Ganz sicher hat mich das Muttersein ja verändert. Ich habe ja weniger Zeit für meinen Mann und bin auch strenger mit manchen Dingen geworden, weil die jetzt einfach wichtiger geworden sind (z. B. dass der Boden pünktlicher geputzt wird wegen robbendem Baby, nur um ein Beispiel zu nennen). Wahrscheinlich ist das nicht so super für ihn. Aber für mich ist es auch nicht super, öfter zu putzen und das bringt das Leben mit Kind nun mal mit sich. Ich hoffe, er kann sich zum selben Verwantwortungsbewusstsein hin entwickeln, aber bei ihm dauert das eben etwas länger als bei mir, was ja aber auch am o. g. liegen kann.
Finde ich sehr gut, was du geschrieben hast. Ja, es ist kein Wettkampf, das muss man sich einfach (notfalls immer wieder) bewusst machen, sowohl der Papa als auch ich. Ich hab ja auch Angst, dass die Kleine das unangenehm findet, wenn wir uns unwohl fühlen oder die Stimmung nicht gut ist. An das Impfen gehe ich schon so ran, dass ich ihr sage, das muss jetzt leider sein, weil das ganz wichtig ist, aber Angst haben und weinen tut sie natürlich trotzdem, sie versteht ja die Worte noch nicht. Naja, das ist für niemanden schön. Bald haben wir die Impfungen ja dann zum Glück durch bis zum Vorschulalter oder so ...Sabbermäuschen hat geschrieben: 20.07.2019, 17:17 Ich kann dich voll verstehen. Bei Minibär hatte ich anfangs sehr ähnlich gedacht. Was mir geholfen hatte, war tatsächlich die Einstellung zu ändern. Minibär war und ist so feinfühlig, er bekommt sofort mit, wenn ich mich unwohl fühle. Hatte ich die Befürchtung, dass er sich beim Impfen fragt, warum ich ihm das antue, war es doppelt so schlimm für beide. Wenn ich die unangenehmen Sachen akzeptiere und als normal erachte, konnte das Kind damit viel besser umgehen. Gleichzeitig hab ich darauf geachtet, dass ich mich auch bewusst mit Minibär beschäftige. Auf Augenhöhe und dann eben Küche aufräumen sein gelassen, wenn ich es eben halt mal ich geschafft habe. Wie nennt man das? Quality Time?
Ich hab gar nicht mehr mit dem Papa verglichen, denn es ist kein Wettkampf.
Für Mausi ist er definitiv der Spaßpapa. Ist mir Wurscht. Seine Sache. Er darf sich nur nicht wundern, wenn sie sich nicht von ihn trösten lassen will![]()
Ich hab jetzt auch in letzter Zeit verstärkt drauf geachtet, dass ich mal bewusst sage, so, jetzt spiele ich mit der Kleinen und du erledigst das andere.
Vielen Dank, da ist sicher viel Wahres dran an dem, was du schreibst! Es liegt sicher gerade vieles an dem Übergang zum Kleinkindalter. Bei uns war ja auch die Vollstillzeit sehr lange und da hab ich mir noch kaum Gedanken gemacht, ob ich das Kind jetzt "zu viel" habe, denn es ging ja gar nicht anders, und es war auch weniger zu tun bzw. war es einfacher, nebenher noch Haushalt zu machen, zumindest als sich das Stillen nach 4-5 Monaten eingependelt hatte. Inzwischen kann man ja kaum einen Handschlag mehr tun, ohne dass das Kind entweder jammert oder Unsinn macht, deswegen ist das Nebenhermachen jetzt anstrengender geworden und fällt mir plötzlich auch mehr auf (und dabei ist es bei uns ja eh schon spät durch ihre späte Mobilität - vielleicht kommt das hinzu, dass es einfach fast ein Jahr lang gleich war und dann anders wurde. Anderswo steigt der Mann vielleicht schon ein halbes Jahr früher mit in die Ernährung ein oder so).DolphinFFM hat geschrieben: 23.07.2019, 16:25 Also ich hab jetzt nicht alles gelesen, hauptsächlich auf der ersten und der letzten Seite.
Kann es sein, das ihr zwar schon einiges an Gleichberechtigung in der Beziehung habt, allerdings nicht bei der Verantwortung?
Es scheint mir sehr typisch - als Mama haben wir von Anfang an die Verantwortung das es dem Kind gut geht und das sind zuerst die rudimentären/körperlichen Dinge - essen, schlafen, Sauberkeit, Wärme/Kälte, Sicherheit. Da wachsen wir schnell rein während die Männer großteils respektvoll daneben stehen.
Fängt das Kind an zu spielen sehen die Männer hier ihr Metier. Das ist noch nicht von Mama besetzt und sowieso das tollste an Kindern. Also spielen sie. Erst recht wenn sie glauben zu wenig Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Aber Mama würde auch gern spielen, spürt aber weiterhin die Last der übernommenen Verantwortung für alle anderen Gebiete.
Euer Kind ist nun 1 Jahr und das bedeutet langsamer Übergang vom Baby zum Kleinkind. Es verändert sich und darüber müsst ihr reden, vor allem weil es dir damit nicht gut geht. Das wird immer wieder vorkommen das sich etwas verändert.
Du musst ihm sagen, das er jetzt mehr Verantwortung übernehmen soll, dafür das euer Kind rechtzeitig isst, schläft, keine wertvollen/sensiblen Dinge beschädigt, ...
Das ist ein Lernprozess. Er muss willig sein es zu lernen und dann musst du ihn es lernen lassen.
Und was mir noch auffällt: du sagst, dein Mann war schon immer so und du hast ihn schließlich so genommen. Bist du denn noch so, wie du zu eurer Anfangszeit warst? Oder hast du dich entwickelt und verändert? Warum sollte dein Mann das nicht können?
Da du aber unglücklich mit eurer Aufteilung der Verantwortung bist, wirst du mit ihm reden müssen damit ihr zusammen wieder eine Aufteilung findet mit der ihr euch beide wohl fühlt.
Zu deiner Frage, wie ich mich verändert habe ... Ganz sicher hat mich das Muttersein ja verändert. Ich habe ja weniger Zeit für meinen Mann und bin auch strenger mit manchen Dingen geworden, weil die jetzt einfach wichtiger geworden sind (z. B. dass der Boden pünktlicher geputzt wird wegen robbendem Baby, nur um ein Beispiel zu nennen). Wahrscheinlich ist das nicht so super für ihn. Aber für mich ist es auch nicht super, öfter zu putzen und das bringt das Leben mit Kind nun mal mit sich. Ich hoffe, er kann sich zum selben Verwantwortungsbewusstsein hin entwickeln, aber bei ihm dauert das eben etwas länger als bei mir, was ja aber auch am o. g. liegen kann.
Ja, da finde ich uns teilweise auch ein bisschen wieder, ich finde das gar nicht am Thema vorbeigeschrieben, danke. Es hilft mir schon viel, zu wissen, dass ich mit den Gedanken (und den Umständen) nicht allein bin. Das Problem ist hier dann auch noch ein bisschen, dass ich zwar schon ganz gut planen und organisieren kann, es aber auch nicht so wahnsinnig gern tue, aber mindestens einer muss halt, und dann bin ich meistens schneller, sonst klappts halt nicht mit Kind. Aber wie oben schon geschrieben, ich hoffe einfach auf den Lernprozess, der ja nicht bei allen gleichschnell sein kann und fast ein Jahr lang hab ich viele Tätigkeiten unbewusst vielleicht tatsächlich zu sehr "an mich gerissen".Klarrti hat geschrieben: 24.07.2019, 18:12 Ich habe jetzt auch nicht alles gelesen, aber es ging ja ein bisschen um Rolleneinteilung und daraus resultierendem Verhalten. Es ist meiner Meinung nach aber wirklich Typsache. Mein Mann betreut unsere Tochter, während ich arbeite und ist auch mehr der Spasspapa. Er macht auch Haushalt und alles handwerkliche am Haus, aber niemals während er mit der Löwin alleine ist. Zähneputzen haben beide lange nicht zusammen gemacht. Baden tu nur ich sie. Zu keinem Arzttermin würde er alleine gehen und generell plane ich so ziemlich alles. Aber ich bin auch der Kopfmensch und er der kreative. Ich habe manchmal gar keine Idee, was ich der Löwin grade bieten kann und fülle das mit Haushaltsarbeit. Ich kann die Verantwortung auch nicht ganz abgeben und bin auch die strengere. Aber so ist mein Charakter und so ist seins, und ich denke unsere Tochter profitert von beiden, so lange das autentisch bleibt. Ich hoffe ich schreib grad nicht am Thema vorbei, bin müde und die Hitze macht mich fertig.
Tochter 04/18
Sternchen 10/20
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