Film Elternschule im Kino

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Pelufer
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Pelufer »

Es wird als Muss für Eltern verkauft. Es wird dargestellt als ob jedes Kind so behandelt werden muss, die Schule für Eltern, damit sie wissen wie Erziehung funktioniert. Genau so muss der Ansatz für Erziehung sein?

Dass du keinen konsequenten Zusammenhang zwischen Klinikkonzept ( Spiegelartikel) und dem Film finden kannst liegt vielleicht daran, dass du die Augen davor verschließt, dass alle Kinder die dort behandelt werden, diese Art von Therapie bekommen. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Asthma, Neurodermitis, Essstörung, dysfunktionaler Familienbeziehung, traumatisierten Kindern, alles wird dem gleichen Schema unterworfen.
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Roter Drache
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Roter Drache »

Frieher, ich habe diese Passagen im Film nicht gesehen. Ja eine Mutter sagt, sie hätte mit dem Jugendamt gesprochen und sie sieht diese Therapie als letzten Weg, aber welche Therapien oder überhaupt Therapien vorher ausprobiert wurden, habe ich im Film nicht gesehen. Ich bin vorsichtig mit Vermutungen, daher fragte ich nach der Passage im Film, einiges geht einem ja schon durch wenn man schaut.
Lösche Benutzer 3486

Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Ich habe es nicht so wahrgenommen, dass es für jedes Kind ein Muss sein sollte. Für mich ist es eine Klinik für besondere problemlagen in Familien.

Ich verschließe auch keine Augen. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass mein Eindruck nur so semi gehört wird.
Ich habe einen film gesehen, wollte meinen Eindruck hier mit euch teilen, auch nochmal eine andere Sichtweise aufzeigen - ein fahnden nach zusammenhängen auf Grundlage von hätte - könnte geht mir hier zu weit für mich.

Das Problem mit dem Film ist primär scheinbar nicht der film an sich und was da gezeigt wurde, sondern ganz grundlegend gibt es vorbehalte gegenüber der klinik. Das habe ich hier gelernt. Die mögen ihre Berechtigung haben, ich will sie niemanden nehmen. Aber verzeiht mir, wenn ich nicht da nicht mehr mitgehe. Nicht aus ignoranz, sondern weil ich mich nicht so tief damit beschäftigen will. Um mir ein Urteil über die behandlungspraxis zu erlauben, sofern das von außen überhaupt möglich ist.
Lösche Benutzer 3486

Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Roter Drache hat geschrieben: 22.07.2019, 21:56 Frieher, ich habe diese Passagen im Film nicht gesehen. Ja eine Mutter sagt, sie hätte mit dem Jugendamt gesprochen und sie sieht diese Therapie als letzten Weg, aber welche Therapien oder überhaupt Therapien vorher ausprobiert wurden, habe ich im Film nicht gesehen. Ich bin vorsichtig mit Vermutungen, daher fragte ich nach der Passage im Film, einiges geht einem ja schon durch wenn man schaut.
Ich bin mir auch nicht mehr sicher, was im Film direkt noch dazu kommt. Ziemlich sicher wurde das aber in einem Interview zum film noch mal deutlich gemacht.

Wenn du andere Erfahrungen hast, kann das gerne sein
Die Eltern im film wirkten auf mich aber ziemlich verzweifelt, sonst würden sie das mit ihren Kindern sicher auch nicht durchstehen.
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thuri
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von thuri »

Die Vorbehalte gelten eben nicht nur der Klinik, sondern der pressereaktion auf den Film.
Kann sein, dass man den Film davon losgelöst anders sieht. Aber beworben wurde er nunmal mit "Ein muss für ALLE eltern"
Hier mit Eule (2/14) und Lerche (9/18)
Roter Drache
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Roter Drache »

Meine Erfahrung mit Ärzten, fließen nicht in die Filmbewertung ein. Haben auch mit der Station erstmal wenig zu tun. Allerdings kann man Vermutungen in alle Richtungen anstellen, was IM Film nicht gezeigt wird, weiß man nicht.

Aber der Punkt, an dem ich sage, der Film ist schlecht gemacht, ist ja, dass so viel Spielraum für Vermutungen bleibt.
Der kurze Einspieler am Anfang des Films, dass es sich um eine Therapie und eine Abteilung eines Krankenhauses handelt, genügte mir nicht. Die Vorgeschichten fehlten mir, damit der Zuschauer weiß, dass es sich um eine Station/ Therapie "Elternschule" handelt und nicht um eine Elternschule. Dieser Begriff wird im Allgemeinen doch ziemlich oft verwendet ( einige Kliniken nennen ihre Hebammenberatungen so). Die Differenzierung fehlte mir.
Ich dachte tatsächlich in der ungekürzten Version, gäbe es eventuell mehr Infos.
Daher kann ich deine Meinung, der Film sei ziemlich gut, nicht nachvollziehen. Und da bewerte ich erstmal nur den Film, welche Informationen liefert er mir und bewerte nicht die Therapieinhalte oder die Entscheidung die Kinder so zu zeigen.
Das die Eltern/ Familien einen Leidensweg hinter sich haben, habe ich auch nicht bestritten.
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blauelagune
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von blauelagune »

Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 12:01




Aber auch von juul meine ich in den letzten Jahren eine Trendwende zu, Eltern achtet auf eure Bedürfnisse, zu erkennen.

Nein, bei Juul gibt es da keine Trendwende! Dass Eltern auf ihre Bedürfnisse achten und ihre Grenzen wahren sollen ist schon immer sein Thema.
Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 22:07 Ich habe es nicht so wahrgenommen, dass es für jedes Kind ein Muss sein sollte. Für mich ist es eine Klinik für besondere problemlagen in Familien.

Dass der Film ein Muss für alle Eltern (von Kindern ist da keine Rede ) sein soll, ist ein Zitat aus einer Rezension über den Film aus der Süddeutschen Zeitung.



Ich bezweifle absolut nicht, dass es Familien gibt, die schädlich für ihre Kinder sind. Das tut hier wohl niemand.
Aber niemand weiß, ob die im Film gezeigten Familien wirklich so sind. Man erfährt wenig bis nichts über sie. Der Fokus liegt auf dem "Fehlverhalten " ihrer Kinder, gerne in Großaufnahme. Oder Herr Langer erklärt, in bester Gurumanier, wie der Hase so zu laufen hat.
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von dingsda »

Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 21:31 Ich finde den Ansatz gut
welchen ansatz genau meinst du?
Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 20:08 Die Eltern bekommen nach dem film entspannungsstünden und unterstützende Gespräche um eben die Ursache zu bekämpfen. Das finde ich einen guten Ansatz.
Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 20:08 aber den gesamtansatz - kinder zusammen mit ihren eltern zu therapieren - finde ich gut und nachhaltig.
das hier?
das ist ein guter ansatz. aber das gibt es in den meisten kliniken sicher so. nur dass dort nicht zusätzlich die kinder in die mäuseburg gesperrt werden o. ä. in dem film gezeigte praktiken.

ich finde man darf den film nicht bewerten ohne hintergründe anzuschauen. also ja, die kameraführung oder ähnliches, das ist vielleicht super toll gemacht... keine ahnung, bin keine filmkennerin. aber das thema des films muss doch auch angeschaut werden.
wenn wir jetzt einen film sehen würden, wo ein mensch operiert wird. das sieht doch sicher auch ziemlich brutal aus, da fließt blut ect.
wenn es sich um eine blinddarmoperation handelt, ohne die gibt es keine heilung, dann ist die operation gerechtfertigt.
wenn das aber eine dumsdidums-op ist, medikamente hätten gereicht aber der operator ist anhänger von irgendeiner lehre und sucht nach dem stein des weisens...
dann kann ich doch nicht sagen "aber der ansatz - das heilen von menschen - ist gut und richtig"
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nido56
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von nido56 »

Ich versuche nochmal zu ordnen, was mich, als Laie, an dem Film stört.

1. Der generelle Blick auf Kinder, als kleine Tyrannen, die in ihre Grenzen verwiesen werden wollen. Ich hatte im Film das Gefühl, dass den Eltern das permanent vermittelt wurde. Dein Kind ist ein berechnendes kleines Monster, das gezähmt werden muss. Diese Haltung teile ich nicht.

2. Damit zusammenhängend, die Art, wie über die Kinder gesprochen wurde. Im Film waren die Kommentare des Personals herablassend und respektlos. Die Ärzte haben über die Angst der Kinder gelacht, und das wurde auch von den Eltern erwartet. So möchte ich mein Kind nicht behandeln.

3. Das Pathologisierung von Verhaltensweisen, die meiner Meinung nach ganz normal sind. Natürlich waren die im Film gezeigten Kinder wahrscheinlich größtenteils schwer gestört. Aber gestört oder nicht, dass ein Kleinkind weint, wenn es von einer unbekannten Person untersucht wird, während die Mutter mit versteinerte Mine 2 m weiter weg sitzt, finde ich absolut normal.

4. Alle Störungen und Krankheitsbild haben angeblich eine gemeinsame Ursache: eine zu enge Bindung an die Mutter (von Vätern war nie die Rede) und das Fehlen einer harten Hand. Das kann ich mir schwer vorstellen.

5. Entsprechend müssen alle Krankheitsbilder und Störungen dadurch behandelt werden, dass zuerst die Bindung zur Mutter geschwächt wird. Echt? Das Hauptproblem des traumatisierten kleinen Mädchens mit Fluchterfahrung ist seine Bindung zur Mutter?

6. Ich stimme grundsätzlich zu, dass es manchmal sinnvoll sein kann, bestimmte Dynamiken mit eher kruden verhaltenstherapeutischen Methoden zu korrigieren, um die Familie aus einer dramatischen Situation zu befreien. "Schlaftraining" zählt für mich dazu. Aber das sollte aus meiner Sicht nicht das Therapie Ziel sein, sondern eher die Grundlagen für die weitere Therapie schaffen.

7. Bei den Ess- und Fütterstörungen wird ganz klar körperliche Gewalt angewandt. Wollte man einen Erwachsenen so behandeln, bräuchte man eine richterliche Erlaubnis. Da kann ich auf keinen Fall mitgehen. Hinzukommt, dass es im Film bei den schwierigen Fällen am Ende doch auf die Sonde hinauslief.

Zusammengefasst: Ja, sicher gibt es gestörte Familiendynamiken, wo schnell eingegriffen werden muss,um schlimmeres zu verhindern. Ja, die Verhaltenstherapie hat sicher auch bei Kindern ihre Einsatzbereiche. Ja, Therapie ist manchmal nicht kuschelig und schön. Aber NEIN, in mei en Augen rechtfertigt das nicht, dass Kinder völlig respektlos behandelt werden. Und ich bin nach dem Film auch nicht überzeugt, dass die gezeigten Methoden, so wie die Klinik es behauptet, für alle Störungen die richtige Behandlung sind. Und schon gar nicht sollten sie allgemeine Erziehundsgrundlage sein (Elternschule)
nido mit dem Piraten (01/2012)
Lösche Benutzer 3486

Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Ihr Lieben, ich werde da jetzt nicht mehr drauf antworten. Ich fühle mich etwas sn die wand gestellt ob meiner anderen Meinung.

Ich steck da scheinbar nicht annähernd so tief drin wie ihr. Und wie ich schon sagte, bin ich auch nicht bereit so viel Energie da rein zu stecken.

Ich werde mich löschen lassen, dieser thread zeigt mir, dass ich der Radikalität des sut entwachsen bin.

Also macht euch keine weitere Mühe. So viel Aufmerksamkeit sollte der filn doch dann gar nicht bekommen.

Ansonsten, vielen Dank für eure interessanten Kommentare. Ich werde sie wirken lassen...
Aber dem thread, ja dem sut entziehe ich mich jetzt. 😉
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