Cooler Papa, strenge Mama?

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Lämpchen
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

MelliL hat geschrieben: 14.07.2019, 19:34 Jetzt mag es noch nicht so sein, aber in ein paar Jahren wird es automatisch zu Situationen kommen, in denen euer Kind den Papa einfordert oder ihr auch Rituale entwickelt, in denen er zuständig ist (zb Zähne putzen, Zubettgeh-Ritual, lernen etc). Wenn ihr euch dann einig seid, wie was gehandhabt wird, wird der Papa entsprechend gefordert sein und natürlich auch mal anecken.
Das stimmt wohl, da wird sich noch einiges ändern und anders ergeben, als ich jetzt denke. Es ist ja sogar schon in diesen 14 Monaten manches anders gekommen als ich dachte, und es gibt, gerade vom Kind aus, immer mal wieder Veränderungen, mit denen man nicht rechnen kann (zumindest nicht damit, WANN genau die eintreten :D Zum Beispiel hätte ich nie gedacht, dass ich so lang voll stille und dass mein Kind mit 14 Monaten noch gar nicht läuft …)

(Entschuldige, dass ich deinen Beitrag jetzt auf obigen Absatz reduziert habe, du schreibst ja selbst, dass du damit bei den anderen unterschreibst. Was es nicht weniger wahr oder hilfreich macht.)

Loreen hat geschrieben: 14.07.2019, 21:00 Ich kann mich den anderen anschließen.
Du musst auch lernen Verantwortung abzugeben. Ich bin immer noch dabei 😉 Warum kann der Papa denn nicht Zähne putzen, wenn er doch so früh da ist?
Und ihr solltet euch einig sein über so etwas wie Süßigkeiten etc. Da müsst ihr an einem Strang ziehen. Wenn Schlafenszeit ist, dann ist es gut, wenn ihr das beide so vermittelt.
Um dir vielleicht deine Ängste zum Teil zu nehmen: ich bin seit Geburt quasi hauptverantwortlich fürs Kind. Inklusive all der unschönen Dinge, wie verbote usw. Mein Kind ist aber totales Mamakind. Merklich eben auch deswegen, weil ich am ehesten weiß, was er gerade braucht. Weil er weiß, dass ich immer für ihn da bin. Natürlich ist das der Papa auch. Aber es ist eben doch eine besondere Nähe zwischen uns, weil wir von kleinauf so viel Zeit miteinander verbracht haben. Und der Papa ist ein toller Papa! Der mit zunehmendem Alter auch mehr allein mit dem kleinen unternimmt (und dadurch eben auch planen, verbieten etc muss).
Am wichtigsten ist, dass dein Mann und du an einem Strang ziehen, dass ihr über eure rollen als eltern(teile) klar kommuniziert. Dann ist es möglich aus alten rollenmustern rauszukommen.
Hm, also im Alltag hab ich eigentlich kein Problem, Verantwortung abzugeben, da bin ich ja froh, und noch ist das Kind mit Papa allein auch noch nie verhungert, erfroren oder verloren gegangen ;) Das betrifft eigentlich eher so Dinge wie "Papa fährt allein mit Kind im Auto mal etwas weiter weg", da ist mir ein bisschen mulmig. Vielleicht bleibt letzteres auch immer so ;)
Zum Zähneputzen: morgens und mittags putze ich die, weil nur ich da bin, und abends ergibt es sich auch meistens so, weil es die Aufgabe meines Mannes ist, sich nach dem Essen um die Küche zu kümmern. In derselben Zeit putze ich halt mit dem Kind Zähne.
Das mit den Süßigkeiten ist wie gesagt wirklich noch eine Baustelle, ist ja auch noch neu, das Thema. Seit dem 1. Geburtstag sieht es mein Mann lockerer (vorher war es für ihn auch tabu). Ich glaube, da kommt er leider zu sehr nach seiner Mutter und hat das so gelernt, dass man sich halt auf diese Weise etwas Gutes tun kann. Ich hoffe auch, dass die Oma da nicht auch noch in dieselbe Kerbe hauen wird, wenn die Kleine etwas später mal allein dort ist und auch schon genau weiß, was Süßigkeiten sind und die einfordern kann ... aber das ist ja ein häufiges Oma-Problem :roll:
Ich denke auch, dass sich mit zunehmendem Alter vieles verändern wird, wie ja auch zuvor schon jemand schrieb. Das ist ein guter Denkanstoß. Das Kind wird ja zunehmend selbst äußern, was es will, und mit wem es das machen will usw. Die meisten Kinder haben ja irgendwann auch mal eine ausgeprägte Papa-Phase (spätestens vielleicht wenn ein Geschwisterchen unterwegs oder da ist).

Muli hat geschrieben: 14.07.2019, 21:16 Bei uns ist das auch ein bisschen so, aber ich glaube, das ist nunmal das Los desjenigen, der die meiste Zeit im Alltag mit den Kindern verbringt. Aber ich glaube, meine Jungs wissen jetzt mit 3 und 6 schon, dass auch ich trotz der blöden Sachen auch coole Sachen mit ihnen mache und vorallem immer für sie da bin. Und wie schon jemand schrieb, ich bekomme halt auch die schönen Dinge im Alltag eher mit. Bei meinem Großen hat mein Mann etwas an "Beliebtheit" eingebüßt, als er sich nach der Geburt des Kleinen im Wochenbett hauptsächlich um ihn gekümmert hat und da dann auch mal unbeliebte Maßnahmen ergreifen musste. Und was bei uns glaube ich auch echt hilft, ist dass mein Mann die Kinder an meinen Arbeitstagen allein fertig macht und wegbringt.
Das klingt gut, das ist ja auch mit ein Grund, warum ich eben nicht schon früh wieder Vollzeit arbeiten möchte. Ich möchte schon gern fürs Kind (die Kinder?) da und ihre Vertrauensperson sein, sonst bräuchte ich eigentlich keine bekommen (mein Mann sagt übrigens dasselbe, nur irgendwo muss noch das Geld herkommen - vielleicht machen wir daher mal jeder 30 Stunden oder so). Finde ich ja trotz aller Anstrengung auch schön, sonst hätte ich das mit dem Kind echt lassen müssen. Wenn ich wieder arbeite, wird auch der Papa das Kind fertig machen und bringen müssen (mal schauen in welchen Klamotten, aber auch das wird er üben :wink: ), sonst geht es sich zeitlich für mich gar nicht aus.
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NIN
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von NIN »

Vieles wurde ja schon geschrieben. Ich kann gut nachfühlen... Mir geht es oft so, dass es mich nervt, dass immer ich die bin, die den tagesplan im Kopf haben muss, dass man auch an Tagen ohne Termine nennen ungefähren Zeitplan mit essen und Zubettgehen im Kopf hat etc.
Aber mit Ja zumindest schon etwas älteren Kindern als deinem würde ich sagen, dass es das Verhältnis nicht negativ beeinflusst. Meine Kinder bevorzugen mich (leider??) immer noch bei fast allem, obwohl der Papa doch recht präsent ist.
Ich denke wie schon geschrieben, hängt viel von der eigenen Zufriedenheit ab, weil ganz 50:50 aufteilen wird ja nie gehen oder muss es ja nicht unbedingt.
Ich würde auf jeden Fall mal den arbeitsstart abwarten, weil das hat bei uns wirklich viel verändert und auch im Umfeld habe ich das oft erlebt. Das wirkt auf unterschiedliche Weise, zum einen hat man selbst auf mal wieder ne anderen Fokus, Zufriedenheit aus einem anderen Bereich. Je nachdem, wie man es organisiert, muss der Papa auch ganz anders. Was zuvor eher optional war, wird evtl zur Pflicht. Andersrum muss man als Frau auch einfach Sachen abgeben, wobei das bei mir erst bei Kind 2 und 3 so richtig kam, weil einem einfach die Kapazitäten ausgehen. Ich gebe nämlich auch ungern ab, lasse mir ungern helfen und für mich war es ein langer Weg, Papa auch einfach mal machen zu lassen.
Weil aus seiner Sicht fühlt es sich ja nicht besser an. Er darf ja nur immer wieder mal, weil er ja arbeitet, kann ja garnicht die Bindung aufbauen, weil er viel seltener da ist etc. Daher dann auch so Auswüchse wie mit dem süßen. Er denkt ja wirklich er müsste "aufholen". Was ich meine ist, irgendwie muss man sich halt annähern. Das deutsche System mit 1 Jahr elternzeit begünstigt das ganze auch irgendwie, weil in der Zeit die Rollen scheinbar klar verteilt sind.
Lustig finde ich, dass du selbst die Aussage mit den "überalterten akkademikerinnen" zitierst, daran musste ich nämlich spontan denken.
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Inkling
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Inkling »

Ich glaube was Plueschwuschel in ihrem (sehr schön geschriebenen, danke dafür!) Beitrag mit “Systemfehler” meint ist dass du tatsächlich sehr in einigen Bildern gefangen scheinst (am Rande: und noch dazu andere Bilder sehr stark wertest 😉).

Ich zB arbeite Vollzeit seit die Kinder wenige Monate alt sind, und meine Kinder haben eine super Bindung zu mir obwohl mein Mann große Teile der Care Arbeit übernommen hat und auch jetzt übernimmt. Weder bin ich die Spass Mama, noch ist er der Buhmann-Papa. Das liegt also 100% nicht an der puren Anwesenheit bei den von dir beschriebenen Tätigkeiten, sondern wohl eher an einer Grundhaltung bezüglich gleichberechtigter Elternschaft.

Ich vermute ja mal dass es vollkommen egal ist wie dein Kind euch als Eltern sieht - solange du das Gefühl hast dass er es alles nicht ganz so richtig im Blick hat wie du (so liest es sich zumindest), und dich zudem auch bei seiner Anwesenheit noch so beteiligst (Kochen, wickeln, Zähne putzen, etc), wirst du eine Schieflage empfinden. Wenn sie dich stört- und so scheint es ja- liegt es an Dir, dein “Mutterbild” zu hinterfragen und dein Verhalten anzupassen. Und vielleicht mal mit dem Mann die Chance nutzen und über gleichberechtigte Elternschaft sprechen- zu sowas kommt man ja nicht auf Knopfdruck.

Wieso kann dein Mann nicht abwechselnd mit ihr zum Impfen gehen? Oder abends erst Zähne putzen, dann Küche machen?
Muli
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Muli »

Mir fällt noch was zum Thema Süßigkeiten und Zähneputzen ein, das ist hier nämlich vorallem bei dem Kleinen auch ein großes Thema. Ich würde auch schauen, dass dein Mann vielleicht abends das Zähneputzen übernimmt, das geht sicher auch vor oder nach der Küche (oder ihr tauscht das, ich mache abends auch die Küche und mein Mann fängt in der Zeit schon an, die Jungs bettfertig zu machen, mir ist da die Küche ehrlich gesagt lieber 😉). Süßigkeiten gibt es bei meinem Mann auch viel mehr als bei mir (und ich bin schon echt nicht streng bei dem Thema). Das liegt auch daran, dass er selbst viele isst und wenn die Jungs das sehen, wollen die halt auch. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, dass ich sie wenn sie nach was Süßem fragen, auf den Papa zu vertrösten und sage ihnen, dass es was gibt, wenn er kommt. Das akzeptieren sie besser als ein Nein und ich bin nicht ganz so "böse". Dein Kind ist da aber wahrscheinlich noch etwas klein für und das geht natürlich nur, wenn es für dich okay ist, dass es Süßigkeiten darf. Ach so und ich versuche meinen Mann dazu zu bringen, dass er nicht ungefragt Süßigkeiten anbietet, das hilft auch ein wenig.
NIN
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von NIN »

Mir fiel noch ein Punkt ein, nachdem ich dein Ausgangspost gelesen hatte.
Wie oft hat denn dein mann für die kleine bisher längere Zeit vollständig eigenverantwortlich gesorgt? Das war bei uns ein wichtiger Meilenstein. Bevor das nicht vorkam, konnte sich Papa nichtmal im Ansatz vorstellen wie anstrengend es ist, aber auch folgen seines Tuns oder nicht -Tuns garnicht abschätzen. Also was passiert, wenn ich die Windel dran lasse. Was passiert, wenn jetzt nicht flott essen auf dem Tisch steht etc. Das kann man auch nur lernen dadurch, dass man es erlebt. Ich habe diese Erfahrungen meinem Mann auch lange vorenthalten, auch weil ich immer schon schneller alles parat hatte, mehr mitgedacht habe. Gleichzeitig hab ich ihm das natürlich vorgeworfen... Dass er die Rolle einnehmen kann, muss man sie auch frei machen. Auch wenn manche Sachen dann in den eigenen Augen erst mal schlechter laufen.
Wir haben inzwischen auch ein paar Dinge durch, bei denen der Papa merken musste, dass es doof war das anzufangen. Peppa wutz -Videos bei der mittleren. Das hat er freiwillig wieder abtrainiert, weil er die Kleinkindwut in voller Breitseite abbekam sobald das Handy sichtbar war. Wenn das Thema bei mir kam hab ich ganz freundlich auf Papa verwiesen. Auch nur so halb nett, aber er überdenkt seither seinen Medienkonsum vor und mit den Kindern mehr.
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

Vivilotta hat geschrieben: 16.07.2019, 09:37 Ich verstehe, was du meinst. Die Aufteilung, die du beschreibst, ist wohl in den allermeisten Familien so. Zumindest in allen, die ich kenne :D

Ich kann da nur für mich sprechen, aber zumindest Fini liebt mich gerade wegen der Versorger Rolle. Bei mir fühlt sie sich beschützter und versorgter, auch wenn ich es war, die ihr die Zähne trotz Weinen putzen musste oder ihr all die gefährlichen Dinge in der Wohnung nicht erlauben konnte. Mit Papa spielt sie eigentlich nur, für den Rest kommt sie zu mir. Da ich aber tendenziell eher ungerne mehrere Stunden am Tag spiele, sondern lieber "versorge und kümmere", passt mir die Aufteilung ganz gut.

Ich glaube, du musst dir da gar keine Gedanken machen. Eine Beziehung besteht nicht nur aus immer positiven Dingen, sondern ist immer ein Gleichgewicht. Und Kinder wissen das instinktiv. Mein Mann ist auch immer super cool und lässig, und manchmal hab ich das Gefühl, Fini nimmt ihn deswegen eher als "großen Bruder" wahr, mal ganz überspitzt formuliert. Selbst wenn er ihr was erlaubt, fragt sie nochmal bei mir nach etc.
Danke für deinen Beitrag. Das klingt schön, wie du es bei euch beschreibst. Bzw. auch lustig mit dem großen Bruder und dem nochmaligen Nachfragen :wink:
Ja, ich bin ja auch bereits zu der Einsicht gekommen, dass ich wohl übertreibe mit dem Gedankenmachen (wäre ja auch nicht das erste Mal, ich kenn mich ja). Das Kind ist jetzt wirklich noch klein, da wird noch soooo viel passieren ... Manchmal hab ich einfach so "Anfälle", wo ich schwarzsehe. Aber die gehen auch wieder vorbei. Und kommen wieder. Und gehen wieder :wink:
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

Skoxi hat geschrieben: 16.07.2019, 12:07 Ich lass dir mal was aus meiner Kindheit/Familie da. 4 Kinder, Mutter zuhause, Vater in der Arbeit und hauptsächlich Spielepapa.

Unsere Mutter war dauernd diejenige die bei uns 4en Struktur geschaffen, sich um aufräumen, Hausaufgaben und andere nervige Sachen gekümmert hat.

Der Vater war arbeiten und hat, vorallem im Urlaub ganz viele coole Sachen mit uns gemacht.

Das Verhältnis von uns allen ist zu unserer Mutter deutlich besser als zum Vater, einfach weil sie uns geprägt, geleitet und für uns jederzeit da war.
Mein Vater hat mal etwas gekränkt gemeint, dass die Mutter ja so oft gebrüllt und geschimpft hat früher, und wir dennoch ein besseres Verhältnis haben zu ihr als zu ihm.
(Hintergrund war dass er uns einmalig sehr unfair angebrüllt hat als wir schon fast erwachsen waren während des Rosenkrieges ihrer Trennung)

Ich bin mir sicher der Unterschied lag darin, dass meine Mutter nur "nachvollziehbar" gebrüllt und geschimpft hat. Dh es war für uns jederzeit verständlich warum sie jetzt laut geworden ist oder es unangenehme Konsequenzen gab. Abgesehen davon gab's langes stillen, Familienbett und Tragen, und den Versuch die Bedürfnisse aller unter einen Hut zu bekommen.

Und letzteres war es was wir die ganze Kindheit über gespürt haben, das war uns so viel wichtiger als das reine Spiel.

Und bei uns in meiner Familie jetzt, die Beziehung meines Mannes zum dreijährigen hat sich nochmal mehr vertieft als er (durch unser Baby nun) mehr Care-Arbeit übernimmt.
Danke, das war sehr interessant zu lesen. Ich kann mir ja heute, da meine Mutter lange nicht mehr lebt, da kein objektives Bild mehr davon machen, es hat sich durch ihr Wegfallen ja alles verschoben, gerade das Verhältnis zum Vater, der dann alleinerziehend war. Keine Ahnung also, was ich heute denken würde, wenn es beide noch gäbe, und wie das Verhältnis zu ihnen jeweils wäre.
Das ist ja super, dass ihr früher auch schon Familienbett hattet. Das war damals ja vermutlich recht selten (kenne bisher niemanden aus meiner Generation, der mir das erzählt hat!)
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

Mama89 hat geschrieben: 16.07.2019, 12:21 Ich wäre so gerne die strenge Mama und würde den Papa den coolen Part übernehmen lassen. Es ist soo anstrengend wenn beide Kinder so auf die Mama fixiert sind. Hier versuche ich immer den Papa zu überreden das er sich doch Mal beliebter macht und wenn möglich nicht durch Süßkram... Also ich würde locker bleiben und gucken wie später die Rollen sind. Es hat auch Vorteile wenn man Mal eben den Raum verlassen kann ohne dass wenigstens ein Kind anfängt zu heulen...
Das leuchtet ein. Das kenn ich ja jetzt auch teilweise schon (bzw. vor allem als sie noch kleiner war), dass nur ich genehm bin (aus welchem Grund auch immer, und ob das nun gesund oder ungesund ist ...) Da ist ja auch wirklich alles noch nicht in Stein gemeißelt, wer weiß auf wen sich die Kleine wann und aus welchem Grund mehr fixieren wird :wink: Danke.

Nusserl hat geschrieben: 16.07.2019, 13:14 Meine Kinder sind ja nun schon etwas älter (5, 7 und 11).
Die verstehen genau, wann der Papa zuständig ist und dass bei ihm andere Regeln gelten.
Wir haben uns die Care Arbeit aufgeteilt.
GG ist an 3 Morgen die Woche zuständig und ich gehe schon früher arbeiten. Und wenn ich Weiterbildung habe, ist er den ganzen Samstag bis ca 17 Uhr alleine mit allen drei. Er hat gelernt, was wettergerechte Kleidung ist. Wie wichtig unseren Kindern Selbstbestimmung bei der Kleiderwahl ist und dass den Schulkindern einiges erst 5 Minuten vor dem Los gehen einfällt. Er hat gelernt, damit umzugehen. Und die Kindern denken auch mehr mit. Denn wenn die Mama immer am Vorabend die Schwimmsachen raus stellt, dann muss man das ja nicht. Wenn ich das aber nicht mache, muss entweder das Kind dran denken oder GG den entsprechenden Infozettel anschauen. Mittlerweile klappt das zu 90%.

GG ist auch abends fürs zu Bett bringen zuständig. Das hat er selber eingefordert. Er war einige Zeit arbeitslos, dann teilzeit und hat gemerkt, dass er mit Vollzeitarbeit viel zu wenig Zeit mit den Kindern verbringt. Seither macht er das.

Wenn ich alleine für alles rund um die Kinder zuständig bin, merkt man schnell, wie die Beziehung zum Papa weniger stark wird. Das merkt GG nun und weiss auch, wie er gegensteuern kann. Er macht jetzt nicht coole Ausflüge mit ihnen, sondern nimmt sie zu Alltagszeugs mit. Oder geht am Wochenende mit ihnen auf den Spielplatz (was ich echt ungern mache)
Guter Punkt - dass logischerweise auch die Kinder mehr mitdenken lernen, falls der Papa nicht gleich alles aus dem Ärmel schütteln sollte. Das wird alles wirklich die Zeit bringen. Wir haben es ab Herbst ja dann auch, dass er morgens für Fertigmachen und Bringen zuständig sein wird. Freu mich schon drauf :)
Arbeitslos sein wünscht man natürlich niemandem, aber so war ja selbst das bei euch für etwas gut.
Spannend auch der letzte Absatz, dass er mit Alltagskram gegensteuert.

(Trotzdem doch echt seltsam, dass man oft das Gefühl hat, Frauen ist das Wissen um wettergerechte Kleidung quasi angeboren und Männern nicht. Bei meinem würde es wohl vor allem daran liegen, dass der selbst total unempfindlich ist, der geht auch bei -10 Grad mit offener Jacke und ohne Schal, könnte ich nie!)
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

08u11 hat geschrieben: 16.07.2019, 13:46 Ich kann Dich grundsätzlich sehr gut verstehen - bei uns ist das leider auch immer und immer wieder Thema und ich habe nach 10 Jahren und 4 Kindern immer noch nicht so ganz den passenden Weg für mich/uns gefunden. Wobei: es gibt Zeiten, da ist das eher kein Problem und dann eben wieder mehr.
Eine große Rolle spielt, ob es mir gut geht - wenn das so ist, dann kann ich auch eher gelassen oder zumindest nachvollziehbar reagieren und bin auch mit mir selbst zufrieden und nicht so eifersüchtig auf den Papa. Wenn Du also tatsächlich mit Eurer derzeiten beruflichen und familären Arbeitsaufteilung unzufrieden bist, dann würde ich Dir tatsächlich dazu raten, dass zeitnah anzugehen - denn das wird grundsätzlich eher nicht besser, zumindest nicht, wenn mehr Kinder geplant sind.
Vielen Dank für deinen langen Text!!
Ja, das mit dem zweiten Kind ... manchmal, an schlechten Tagen, denk ich auch, sollen wir wirklich?? Aber ich kann es mir nicht vorstellen, keins mehr zu kriegen und kein Geschwisterchen für die Kleine zu haben. Also muss das irgendwie gehen. Gerade sind Papa und Tochter jedenfalls zusammen unterwegs (sonst würde ich hier auch gar nicht schon wieder schreiben ;) ) Beim Arbeiten muss ich jetzt erst mal wieder einsteigen und schaue dann, wie es später am besten sein könnte. Ich kenne das Gefühl "Arbeiten mit Kind" ja bisher noch gar nicht. Falls sich 30 + 30 Stunden später finanziell ausgehen, könnten wir uns beide durchaus vorstellen, das zu machen.
Wobei es bei uns so ist, dass ich unsere Situation jetzt nicht wirklich toll finde (mein Mann arbeitet 100% oder mehr, ich 50%, aber auch nur dann, wenn ich nicht gerade im Beschäftigungsverbot, Elternzeit, ... bin und schlimmer noch: er verdient etwa 4x soviel wie ich :( , bei grundsätzlich ähnlicher Qualifikation), aber sie ist selbst gewählt - nicht deshalb, weil alle das so machen, sondern weil es für meinen Mann und mich so mindestens das kleinere Übel ist.
Ja, so sehe ich das bei uns eben auch. Deswegen fand ich es so ein bisschen schade, dass mir weiter oben mal unterstellt wurde, ich sei in veralteten Rollenbildern gefangen, ohne das alles zu hinterfragen.
Sich das klarzumachen, hilft oft schon: dass ich mich frage: Muss ich das wirklich oder möchte ich das??? Tatsächlich muss man nämlich nur sehr wenig (essen, schlafen, sterben :D :shock: :D ) und alles andere ist oft die Kehrseite von etwas, das ich möchte.
Es gibt Situationen, da ist mir das auch klar. Für mich ist zum Beispiel Kita- Eingewöhnung oder auch Impfen kein Problem, weil mir da immer völlig klar war, dass ich das nicht mitmachen muss, sondern ich möchte das und kann daher hier auch die eher schwierigen Konsequenzen ohne Probleme tragen.

Andere Themen sind da viel schwieriger, zum Beispiel die Sache mit dem ungesunden Essen: mein Mann und ich möchten beide, dass die Kinder grundsätzlich gesunde ernährt werden. Ausnahmen mit Süßigkeiten und Fertigproduktion sind aber okay. Tja, führt bei uns leider oft dazu, dass mein Mann die Ausnahmen voll zu seinen Gunsten ausnutzt und mir dann nur nur das gesunde Soll übrigbleibt :( Da habe ich zum Beispiel auch keine wirkliche Lösung, denn mein Mann macht das ja nicht aus Bösartigkeit, sondern weil ihn schlichtweg Kochen unheimlich stresst. Blos: ich selbst bin auch keine übermäßige Köchin und mache es halt trotzdem :(
Oje, das kommt mir auch jetzt schon etwas bekannt vor. Aber wie gesagt, die Baustelle ist ja eh noch in den Anfängen und ich hoffe, da wird sich noch was tun. Also der gute Wille ist beim Papa ja im Prinzip da, aber dann ist halt doch oft irgendwas, wieso es jetzt halt gerade doch wieder kein Gemüse gibt, sondern Banane und Kekse. Aber gut, hab ich auch schon gemacht, wenn wenig Zeit war und man losmusste usw.
Was mir immer mehr klar wird, ist, dass ich gut auf mich selbst achten muss und auf das, was ich tatsächlich möchte und das was übrig bleibt, tatsächlich auch von meinem Mann einfordern muss. Manchmal finden sich dabei dann doch auch überraschend einfache Lösungen. Manchmal leider auch nicht (siehe Kochen :shock: ). Bei manchen Sachen merke ich auch, dass ich die konkret doch eigentlich gar nicht möchte oder auch doch gar nicht so gut kann - mein Mann kann zum Beispiel mitunter viel besser das Großkind beruhigen/motivieren als ich und inzwischen gebe ich da auch gerne mal ab. Auch Fussballspielen ist dann halt doch nicht so meins und ganz ehrlich - ich wünschte die Minimaus würde ihre Rollenspiele auch mal mit Papa veranstalten :D , vielleicht mag ich doch lieber die Küche putzen als der 'große Bruder der großen Schwester' sein :D
:mrgreen: Vor den Rollenspielen fürchte ich mich auch schon ein bisschen, ich glaub ich hab das selbst als Kind auch schon kaum gemacht ... weiß noch gar nicht, wie es dem Papa damit geht, ist ja noch nicht aktuell.
Ob's die Kinder wirklich so sehr stört, keine Ahnung. Grundsätzlich denke ich schon, dass sie das spätestens mit dem Erwachsenwerden merken. Wie einige schon geschrieben haben: bei mir ist auch jetzt noch das Verhältnis zu meiner Mutter viel enger als das zu meinem Vater. Noch viel krasser bei meinen Großeltern: ich hatte als Kind Alltagsgroßeltern (die von meiner Mama) und Feriengroßeltern (von meinem Papa). Lange Zeit waren die Feriengroßeltern viel toller - tja, irgendwann habe ich dann doch bemerkt, dass diese Großeltern sich eigentlich kaum für uns interessieren und die anderen zwar durchaus auch ihre Macken haben, aber doch einiges in uns investieren (an Zeit, an Stolz, aber auch an Geld). Inzwischen ist der Kontakt zur Mutter meines Vaters nahezu eingeschlafen (meine Kinder kennen sie gar nicht wirklich), die anderen Großeltern spielen aber durchaus noch eine Rolle, die gehören halt irgendwie immer noch zum Alltag, spätestens, wenn wir bei meinen Eltern sind und das, obwohl mein Opa seit 2 Jahren tot ist, aber da wird auch bei jedem Besuch das Grab besucht und gegossen. Da trägt der Alltag halt dann doch viel mehr als die Ferienabenteuer.
So gings mir auch mit manchen Verwandten. Gut und erschreckend gleichzeitig. Das ist eben genau das: Kinder haben da doch noch andere Maßstäbe. Und ich muss halt öfters daran denken, dass vor allem kleinere Kinder einen immer lieben, auch wenn man das vielleicht gar nicht so verdient hat, warum auch immer. Da fällt mir dann auch immer eine Familie im weiteren Bekanntenkreis ein: die Eltern haben sich getrennt und der Vater war oft hässlich zu den Kindern (verbal runtergemacht und so :( ). Trotzdem flippen die jetzt vor Freude aus, wenn er vorbeikommt und sie abholt :?

Und auch fällt mir jetzt auf, dass es bei mir eben auch daran liegen könnte, dass ich ab frühem Gymnasiumsalter ohne Mutter aufgewachsen bin, dass mir wichtig ist, fürs Kind viel da und wichtig zu sein. Weil ich halt weiß, wie es ohne Mutter ist und ich möchte meiner Tochter unbedingt das geben, was ich vermisst habe, da ich nur meinen Vater hatte.
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Linda89 »

08u11 hat geschrieben: 16.07.2019, 13:46 Andere Themen sind da viel schwieriger, zum Beispiel die Sache mit dem ungesunden Essen: mein Mann und ich möchten beide, dass die Kinder grundsätzlich gesunde ernährt werden. Ausnahmen mit Süßigkeiten und Fertigproduktion sind aber okay. Tja, führt bei uns leider oft dazu, dass mein Mann die Ausnahmen voll zu seinen Gunsten ausnutzt und mir dann nur nur das gesunde Soll übrigbleibt :( Da habe ich zum Beispiel auch keine wirkliche Lösung, denn mein Mann macht das ja nicht aus Bösartigkeit, sondern weil ihn schlichtweg Kochen unheimlich stresst.
Das ist bei uns auch so. Auch mit TV und anderen Sachen. Das ist mir sofort in den Kopf gekommen als ich den Threadtitel gelesen habe. Ich fühle mich da auch als die doofe Mama, die nichts erlauben kann, weil der Papa schon zu viel erlaubt :( und habe auch keine Lösung außer dann halt doch noch zusätzlich mehr zu erlauben...
Sohn Juli 2013, Tochter Januar 2015, Tochter Juni 2019, Tochter März 2021
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