Film Elternschule im Kino

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Elena
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Elena »

Plueschwuschel hat geschrieben: 04.07.2019, 23:27
Wenn ich mir ausmale, mich mit den Therapeuten meiner Großen oder unserer Kinderärztin über diesen Film auszutauschen ist der Gedanke, sie könnten diese Methoden unter irgendwelchen Umständen billigen, völlig absurd.
Gleichzeitig werden sie in dieser Klinik praktiziert, als seien sie das Normalste der Welt, ja das Ei des Kolumbus...
Ich bin mit zwei Kinderärztinnen befreundet und habe bei meinen Kindern zwei unterschiedliche Kinderärzte kennengelernt - und ich bin absolut sicher, dass auch sie diese Methoden in keinem Fall billigen würden.

Das finde ich immer so abartig: Wenn Fachleute sich hinstellen und ihre Ansicht als die einzig richtige hinstellen, obwohl mindestens genauso viele Fachleute ihnen widersprechen. :shock: Gerade für jemanden mit wissenschaftlichem Anspruch ist Selbstreflexion und Selbstkritik doch total wichtig??? Was da in der Klinik gemacht wird, ist eher Politik als die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

@soda: Bei uns im Kindergarten heißt es: "Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, das Kind zu Ende spielen zu lassen." "Toll, dass das mit dem Stillen so gut klappt." "Schön, dass Sie noch ein bisschen Zeit zum Kuscheln haben, wenn sich die Kleine morgens noch nicht verabschieden kann. Setzen Sie sich ruhig hier hin und machen Sie es sich mit ihr gemütlich."
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Cryptomon
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Cryptomon »

Ich werd auch immer für meine Geduld beim abholen bewundert. Aber nuja. 5 Minuten "trödeln" sind mir lieber als 30min Wutanfall ;)
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Elena
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Elena »

Cryptomon hat geschrieben: 05.07.2019, 10:30 Ich werd auch immer für meine Geduld beim abholen bewundert. Aber nuja. 5 Minuten "trödeln" sind mir lieber als 30min Wutanfall ;)
Eben, und das sehen bei uns die Erzieherinnen genauso.
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Pelufer
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Pelufer »

Cryptomon hat geschrieben: 05.07.2019, 10:30 Ich werd auch immer für meine Geduld beim abholen bewundert. Aber nuja. 5 Minuten "trödeln" sind mir lieber als 30min Wutanfall ;)
Bei uns wird der Wutanfall provoziert. Aber unser Kindergarten ist eh unterirdisch
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JoJu
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von JoJu »

Genauso geht es mir auch und auch ich habe schon Kommentare bekommen so nach dem Motto, dass ist echt bemerkenswert wieviel Zeit sie den Kindern lassen. Wenn ich die zeit habe kann ich sie ihnen auch geben und kann mir so relativ sicher sein, dass sie sie beeilen, wenn ich sie dann hin und wieder darum bitte, weil ein Termin ansteht.

Pelufer, das ist so unnötig. (()) Ich nehme an Gespräche diesbezüglich bringen nix?
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von 08u11 »

So: Film zu Ende. Okay, ich habe nicht mehr wirklich hingeschau, aber ich habe auch nicht das Gefühl, was verpasst zu haben. Irgendwie hatte ich das Prinzip nach 30 Min verstanden und nicht das Gefühl, dass da jetzt noch so viel Neues kommt :( .
Da ist dann mein eigenes Leben doch noch spannender - und tut mir Leid - für so einfache Antworten, wie die, die hier gezeigt werden, doch auch etwas zu schwierig.
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Pelufer
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Pelufer »

JoJu hat geschrieben: 05.07.2019, 10:37

Pelufer, das ist so unnötig. (()) Ich nehme an Gespräche diesbezüglich bringen nix?
Nö, deswegen geht er einfach nicht mehr hin. Aber der Kindergarten ist so gestrickt, dass sie die Elternschule definitiv als Vorbild ansehen würden. Wir haben da einige Kämpfe ausgestanden und sind froh dass das ein Ende hat
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von schlangengurke »

Elena hat geschrieben: 05.07.2019, 10:18 @soda: Bei uns im Kindergarten heißt es: "Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, das Kind zu Ende spielen zu lassen." "Toll, dass das mit dem Stillen so gut klappt." "Schön, dass Sie noch ein bisschen Zeit zum Kuscheln haben, wenn sich die Kleine morgens noch nicht verabschieden kann. Setzen Sie sich ruhig hier hin und machen Sie es sich mit ihr gemütlich."
Oh wie schöön! So hätte ich mir das auch gewünscht.
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soda
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von soda »

Ich habe mir den Film jetzt noch einmal sehr gründlich angesehen und komme zu dem Schluss, dass m.M.n. vor allem die Eltern Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen. Auf diesem Boden eskaliert das Verhalten der Kinder.
Dass dies passieren kann ist nicht so selten zu beobachten.

Trotzdem wird den Eltern diese Wahrheit nicht zugemutet. Es wird gesagt: Das Kind weiß schon, welchen Knopf es bei Ihnen drücken muss.
Das Kind ist kaputt. Sie müssen jetzt Nichtstun lernen und wir normalisieren ihr Kind und Sie müssen standhaft sein und nichts durchgehen lassen.

Das funktioniert bestimmt auch, wie Verhaltenstherapien eben funktionieren können.
Ich frage mich aber sehr, was aus den zugrundeliegenden Erlebnissen und Störungen gemacht wird. Jemand schrieb davon, dass eine traumatisierte Mutter im Film vorkam. Bestimmt nicht nur eine... Das meine ich. Wird sichergestellt oder angeregt, dass Eltern, die täglich Angst um die Ernährung ihres Kindes haben, diese Angst abbauen lernen (mit Unterstützung!)? Oder wird nur das Kind „normalisiert“, indem man es zum Essen bringt?

Ich finde durchaus, dass man einigen Kindern eine gewisse Erleichterung und Entspannung angemerkt hat. Insofern das auch gefilmt und ausgestrahlt wurde! Es hat ja sicher auch anderes Material gegeben und einige Geschichten wurden nicht mehr weiterverfolgt... oder sind nicht gut ausgegangen und hätten den Wow-Effekt zerstört.
Wie sollen diese Familien dann weiter machen? Mit der Botschaft, dass ihr Kind kaputt ist, sie selbst auch nicht imstande, es zu reparieren und die Klinik ebenfalls keine Lösung weiß? Wie furchtbar.

Es ist mir völlig klar, dass nicht jedes Problem lösbar ist und nicht jeder von einem Konzept gerettet werden kann.
Aber die Botschaft um diesen Film herum, allein schon der Titel, hat etwas Verallgemeinerndes und Endgültiges, was mich abschreckt und verärgert.
mit T (2013) und T (2017)
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blauelagune
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von blauelagune »

Plueschwuschel hat geschrieben: 04.07.2019, 21:18 Ganz, ganz schlimm. Ich war auf alles vorbereitet, die Bilder entsprechen ja von der Heftigkeit dem, was der Trailer schon gezeigt hat. Sehr kalt erwischt hat mich die Sprache, die von diesem Therapeuten genutzt wird. Wie verachtend, wie unangenehm - den Eltern gegenüber ebenso wie den Kindern. Was ist das für eine Art und Weise, sich auszudrücken? Irgendwo zwischen jovial und fäkal?
Das ist doch mit keiner Faser ein ernstzunehmender Psychotherapeut oder Mediziner - eher tritt er wie ein Sektenguru auf?!
Diese Sprache hat mich irgendwann so richtig wütend gemacht, dieses "Ich zeig Euch hier wie es langgeht, ihr kleinen Dummerchen, deshalb näher ich mich Euch auch sprachlich an". Diese gönnerhafte Kommunikation mit den Eltern und auch mit den Mitarbeitern fand ich ganz übel. Und diese vollkommen emotions- und empathiebefreiten Schwestern und Erzieher, wie wird man so? Ist das Einstellungsvoraussetzung oder bietet er da Kurse an, wo er da wieder seine pseudowissenschaftlichen Tafelbilder anmalen kann?

Ganz schlimm fand ich auch das dauerhafte Geschrei im Hintergrund.
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
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