Lampenschirm hat geschrieben: 25.05.2019, 07:37
FräuleinPfoetchen hat geschrieben: 24.05.2019, 10:11
Tatsächlich hatte ich solche Gedanken auch, als ich merkte, dass das mit dem Abstillen gar nicht sooo einfach werden würde. Aber ich kann nur sagen: Die vielen kleinen Konflikte, die mein Kind und ich dadurch miteinander zu bewältigen hatten und auch die Suche nach neuen Wegen für Situationen, die sonst mit Stillen gelöst waren, hat unsere Beziehung und Kommunikation unglaublich vorangebracht. Die war davor nicht durchs Stillen gehemmt. Aber es war letztendlich bei uns der Übergang zu einer neuen Phase.
Darf ich noch fragen, wie alt dein Kind da war?
Wir haben mit 1 3/4 Jahren angefangen.
Im Abstill-Plauder-Strang kannst du unsere Geschichte (die Konflikte und meine Fragen und Bedenken) ausführlich nachlesen. Hier mal eine Zusammenfassung:
Vorstufe: Wir stillen nur noch zu Hause, nicht mehr unterwegs oder bei anderen zu Hause.
Stufe 1: Kind war 1 3/4 Jahr alt und es kam der Herbst -> hochgeschlossene Oberteile; Stillen nur auf Anfrage des Kindes + fester Stillplatz in der Wohnung, zu dem das Kind dann erst mit mir hingehen musste (also musste es sich zum Beispiel zwischen weiterspielen und stillen entscheiden).
Stufe 2: Beschränken der Stillmahlzeiten auf die wichtigsten Anlässe (bei uns morgens nach dem Aufwachen und abends zum Einschlafen, sowie nachts) und Ausnahmesituationen, wie sich weh tun, da aber auch nicht als erstes Angebot, sondern erstmal kuscheln, auf den Arm nehmen, o.ä. anbieten.
Stufe 3: nachts abstillen; geplant nach Gordon, letztendlich sind wir sofort auf die ganze Nacht gegangen, das hatte für das vergleichsweise alte Kind mehr Orientierung als nur einen willkürlichen Stundenanteil der Nacht ("es ist Nacht, jetzt schlafen wir") und der Mann hat viele Nächte allein übernommen. Allerdings durfte das Kind stattdessen Milch aus dem Trinklernbecher*
Stufe 4: Mann bringt Kind ins Bett - so fiel abends Stillen weg und dann plötzlich kurz darauf durch den Adventskalender (Kind fast 2 Jahre alt), fiel das morgens Stillen weg, weil: "Mama, aufgewacht, stillen!" "Wollen wir nicht erstmal den Adventskalender öffnen?" "JA!" -> Stillen vergessen.
*die Milch aus dem Trinklernbecher blieb lange bei uns Teil des Einschlafrituals und in der Nacht zwischendurch auch 1-2 mal. Aber unser Zahnarzt meinte, das sei (bei insgesamt guter Ernährung und Mundhygiene) über kurze Zeit vertretbar, da das Kind nicht mit einem Flaschensauger im Mund einschlafen kann, so dass die Zähne die ganze Zeit durch nachtropfende Milch praktisch "mariniert" würden.
Inzwischen hat sich das von selbst ausgeschlichen, ähnlich wie das Stillen: Wir haben es nicht aktiv angeboten, das Kind hat es über die Zeit weniger verlangt und schließlich vergessen.