Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

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nachtfalter
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von nachtfalter »

noch eine stimme für Rüdiger posth. ich hab alle drei bücher.
wenn du googelst rüdiger posth u rund ums baby expertenrat findest du viele Fragen u antworten zum thema eingewöhnung im kiga, bindung usw.
leider ist er schon verstorben...
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Nat24
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von Nat24 »

Sternenfaengerin und Missy haben es schon gut geschrieben, ich schließe mich an.
"Attachment Parenting" als Ganzes lässt sich schlecht fassen, aber für einzelne Aspekte (bspw. Stillen) gibt es sehr viel wissenschaftliche Literatur, wieso ein Kind davon profitiert.
Den Bindungstyp würde ich hier auch abgrenzen, du nutzt da eher Populärwissen.
Gewöhne dich nie an Ungerechtigkeiten.

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Moki
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von Moki »

ShinyCheetah hat geschrieben: 26.04.2019, 17:46 In meinem Umfeld ist halt Kita ab 6 Monaten etc. der gefühlte Standard, da stoße ich mit unserem bindungsorientierten Ansatz öfter auf Unverständnis.
Hier ist es eher die Ausnahme, Kinder unter einem Jahr in Fremdbetreuung zu geben - unsere Tochter ist jedoch ebenfalls mit 6 Monaten in die Eingewöhnung gestartet und wir leben als Familie sehr bindungs- und bedürfnisorientiert :) Das eine muss nicht im Geringsten mit dem anderen zu tun haben...

* "und", nicht "dennoch" ;)
mit Goldfischlein 06/2018 und zwei *
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ShinyCheetah
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von ShinyCheetah »

Moki hat geschrieben: 27.04.2019, 10:32
ShinyCheetah hat geschrieben: 26.04.2019, 17:46 In meinem Umfeld ist halt Kita ab 6 Monaten etc. der gefühlte Standard, da stoße ich mit unserem bindungsorientierten Ansatz öfter auf Unverständnis.
Hier ist es eher die Ausnahme, Kinder unter einem Jahr in Fremdbetreuung zu geben - unsere Tochter ist jedoch ebenfalls mit 6 Monaten in die Eingewöhnung gestartet und wir leben als Familie sehr bindungs- und bedürfnisorientiert :) Das eine muss nicht im Geringsten mit dem anderen zu tun haben...

* "und", nicht "dennoch" ;)
Entschuldige bitte! Ich wollte niemanden angreifen. In meinem Umfeld wird übrigens auch liebevoll mit den Kindern umgegangen - aber vom ganzen "Attachment Parenting Paket" halten die wenigsten etwas. Bessere Beispiele sind dann vielleicht eher die geringe Akzeptanz für Stillen Ü1, Verständnislosigkeit was Familienbett angeht, Aussagen wie "Kinder schreien halt mal", "sowas sollte man denen gar nicht erst angewöhnen" (z. B. Tragen oder Einschlafstillen)...

Wobei ich bei F wirklich nicht wüsste, wie ich ihn zur Zeit "bedürfnisorientiert" fremdbetreuen lassen könnte. Auch mit 10 Monaten/ einem Jahr wird das - meiner Meinung nach - kaum möglich sein (aber muss dann, solange er es mitmacht). Allein schon, weil er einen sehr hohen Mamabedarf hat, der dann wahrscheinlich so nicht mehr erfüllt werden wird. Aber hey, inzwischen schafft er auch mal ausnahmsweise 3h ohne mich (mit Papa und Oma), ohne dabei völlig zu verzweifeln. Wobei er, hätte er die Möglichkeit, zwischendurch mit Sicherheit stillen würde.
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


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ShinyCheetah
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von ShinyCheetah »

bluestar hat geschrieben: 26.04.2019, 20:41 Ich hatte das an anderer stelle schonmal geschrieben und würde es hier gerne nochmal betonen: attachment parenting bzw. bedürfnisorientierte Erziehung ist kein wissenschaftlich fundierter Erziehungsstil der automatisch zu einer sicheren Bindung führt. Die „artgerecht“-Bücher u.ä. sind populärwissenschaftliche Literatur die sich nicht auf eigene Forschung stützt.
Die Elemente die dort und in der AP-Bewegung unterstützt werden fördern bestimmt eine sichere Bindung, aber es gibt auch sicher gebundene Kinder die beispielsweise nicht gestillt oder getragen wurden. Das Kernelement einer sicheren Bindung ist soweit ich weiß die emotionale Verfügbarkeit der primären Bezugspersonen. Zur Bindungstheorie gibt es Forschung (zB Brisch).
Ohne selber vom Fach zu sein würde ich das mal kurz so zusammenfassen.
Häufig ist es ja, soweit ich weiß, auch so dass sich sicher eingebundene Kinder einfacher von der Bezugsperson trennen können, da sie ja sicher wissen dass diese zurückkommt.
Also ich unterschreibe oben: das ist ein komplexes Thema und niemand wird Dir bestätigen können was der beste Weg ist ein Kind zu erziehen oder aufwachsen zu lassen. Das ist auch wissenschaftlich gesehen nicht leistbar- auch wenn es Hinweise gibt was Kindern langfristig gut tun oder schaden kann.
Ich will mir ja hier auch keine Urteile anmaßen, sondern etwas lernen bzw. verstehen. Bisher hab ich halt nur verschiedene populärwissenschaftliche Aussagen, die mir aber plausibel erscheinen. Das Kind, das ich kenne, ist z. B. schon sehr früh (mit wenigen Wochen) tageweise zu ihm unbekannten Babysittern gegeben worden und mit wenigen Monaten immer wieder für mehrere Tage am Stück bei für ihn relativ unbekannten Menschen (den Großeltern, die es eine Handvoll mal gesehen hatte) gelassen worden. Das Verhalten, dass ich dann - der Populärliteratur nach - als "unsicher gebunden" interpretiert habe, war sowas wie mit einem Jahr nach allen Leuten, egal ob fremd oder bekannt, die Arme ausstrecken um hoch genommen zu werden; mit 6 Monaten keine Irritation bei Trennung von den Eltern zeigen (z. B. Weinen), sich jederzeit von jeder x-beliebigen, auch unbekannten, Person (mit vertrautem Ritual) ins Bett bringen lassen. Ich frage mich im Prinzip, ist das *wirklich* schlecht (wie es die Populärliteratur suggeriert und damit AP-Eltern wie mir in die Hände spielt ;) ), oder eben doch einfach nur ein anderer Erziehungsstil, der seine Berechtigung hat (weil viel weniger EInschränkungen für die Eltern). Für mich wäre das so oder so nichts, ich möchte es für mich nur einordnen (wie z. B. auch Fläschchen nach Rhythmus vs. nach Bedarf, da hatte ich auch mal nen Thread zu aufgemacht - für mich persönlich ein no-go, wissenschaftlich gesehen aber, soweit man bisher sagen kann, ein genauso praktikables Modell wie Fläschchen nach Bedarf).
mit Sohn F (Ende September 18)
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Sternenfaengerin
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von Sternenfaengerin »

Wer darf oder soll denn bewerten, was eine „Berechtigung“ hat? Niemand lebt doch _den_ Erziehungsstil und Erziehung und Beziehung ist so multifaktoriell bedingt, dass es schwer ist was festzumachen?

Ich finde Toleranz sehr wichtig und die gesunde Distanz sich nicht über andere stellen zu wollen.

Ich halte es für ein hartnäckiges Gerücht, dass Babies und Kleinkinder, ob stillend oder nicht, nur von der Mutter adäquat versorgt werden können oder sollten, wegen Bindung etc. Das Kind hat so viele Bindungsmodelle, da „schaden“ doch weitere Bezugspersonen nicht!
mit schon ganz schön groß 10/08 und noch nicht ganz groß 11/14
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Larala
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von Larala »

ShinyCheetah hat geschrieben: 27.04.2019, 11:03 Ich will mir ja hier auch keine Urteile anmaßen, sondern etwas lernen bzw. verstehen. Bisher hab ich halt nur verschiedene populärwissenschaftliche Aussagen, die mir aber plausibel erscheinen. Das Kind, das ich kenne, ist z. B. schon sehr früh (mit wenigen Wochen) tageweise zu ihm unbekannten Babysittern gegeben worden und mit wenigen Monaten immer wieder für mehrere Tage am Stück bei für ihn relativ unbekannten Menschen (den Großeltern, die es eine Handvoll mal gesehen hatte) gelassen worden. Das Verhalten, dass ich dann - der Populärliteratur nach - als "unsicher gebunden" interpretiert habe, war sowas wie mit einem Jahr nach allen Leuten, egal ob fremd oder bekannt, die Arme ausstrecken um hoch genommen zu werden; mit 6 Monaten keine Irritation bei Trennung von den Eltern zeigen (z. B. Weinen), sich jederzeit von jeder x-beliebigen, auch unbekannten, Person (mit vertrautem Ritual) ins Bett bringen lassen. Ich frage mich im Prinzip, ist das *wirklich* schlecht (wie es die Populärliteratur suggeriert und damit AP-Eltern wie mir in die Hände spielt ;) ), oder eben doch einfach nur ein anderer Erziehungsstil, der seine Berechtigung hat (weil viel weniger EInschränkungen für die Eltern). Für mich wäre das so oder so nichts, ich möchte es für mich nur einordnen (wie z. B. auch Fläschchen nach Rhythmus vs. nach Bedarf, da hatte ich auch mal nen Thread zu aufgemacht - für mich persönlich ein no-go, wissenschaftlich gesehen aber, soweit man bisher sagen kann, ein genauso praktikables Modell wie Fläschchen nach Bedarf).
Ich kenne Familien, in denen das auch so läuft. Die Kinder lassen sich scheinbar problemlos von ihnen kaum bekannten Erwachsenen betreuen und waren auch als Einjährige schon für mehrere Tage bei der Oma. Ich sehe keine deutlichen Anzeichen, dass ihnen das schadet. Daher bleibt mir nur übrig zu sagen: "Schön, wenn das bei denen klappt. Bei uns klappt es nicht." Meine Tochter wurde seit sie 3 Monate alt war, von niemandem außer mir oder ihrem Papa betreut, weil sie bei jedem Babysittingversuch die ganze Nachbarschaft zusammenbrüllt. Ich kann sie nicht bedürfnisorientiert fremdbetreuen lassen, weil ihre Bedürfnis eben ganz, ganz stark ist, nicht fremdbetreut zu werden. Andere Kinder haben andere Bedürfnisse. Wenn ein Kind zufrieden mit Fläschchen und Oma das ganze Wochenende verbringt, sehe ich da erstmal kein Problem drin, auch wenn es für unsere Familie utopisch wäre. Es gibt bestimmt auch Unterschiede, wie schnell und einfach Kinder eine Bindung aufbauen. Für andere Kinder sind Oma und Babysitter wahrscheinlich auch stabile Bezugspersonen.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von nido56 »

Ich glaube, menschliches Verhalten ist so unglaublich komplex und hängt von so vielen Faktoren ab, dass man da keine einfachen kausale Zusammenhänge finden wird.

Der Pirat wurde gestillt, getragen und schlief im Familienbett. Und kam mit 5 Monaten in die Krippe. Ganztags. Mit 5-6 Monaten hat der sich auch von jedem auf den Arm nehmen lassen. Er war halt etwas langsamer in der Sozialentwicklung. Das Fremden fing bei ihm erst etwas später, so mit 8-9 Monaten an. So mit 1-2 war er das totale Mama-Klebekind.

Trotzdem war ich auch auf Geschäftsreise und der Pirat beim Papa. Das klappte gut, obwohl der Papa abgemeldet war, sobald ich wieder da war. Eine Babysitterin hatten wir auch regelmäßig. Da hat die Gewöhnung allerdings ziemlich lange gedauert. Aber dann ging es gut.

Was sagt das jetzt über unsere Beziehung aus? Keine Ahnung. Ich habe ihn so erzogen, wie ich ihn erzogen habe, nicht weil ich irgendeiner Theorie gefolgt wäre sondern weil es sich für mich so richtig angefühlt hat.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von Nat24 »

ShinyCheetah hat geschrieben: 27.04.2019, 10:49 [/quote

Entschuldige bitte! Ich wollte niemanden angreifen. In meinem Umfeld wird übrigens auch liebevoll mit den Kindern umgegangen - aber vom ganzen "Attachment Parenting Paket" halten die wenigsten etwas. Bessere Beispiele sind dann vielleicht eher die geringe Akzeptanz für Stillen Ü1, Verständnislosigkeit was Familienbett angeht, Aussagen wie "Kinder schreien halt mal", "sowas sollte man denen gar nicht erst angewöhnen" (z. B. Tragen oder Einschlafstillen)...
Das Problem liegt auch darin, dass viele Erziehungsratgeber von Laien geschrieben werden und damit nicht wirklich fundiert sind, aber dennoch Eltern beeinflussen. Auch ist der deutschsprachige Raum doch immer noch durch Erziehungsratgeber wie Haarer (3. Reich) beeinflusst. Da ging es drum, die Kinder "stark" zu machen und die eigene Intuition zu ignorieren.
Der Schlüssel zu einer gesunden Kindheit liegt in der Feinfühligkeit der Eltern. Ob ein Kind nun mit 1 Jahr fremdbetreut oder erst mit 5 spielt da keine Rolle. Jede Familie wird da ihre Lösung finden.
Zu stillen nach Bedarf, Co-sleeping etc. Gibt es übrigens schon gut Forschung (je nach Menschenbild und Richtung natürlich pro oder contra).
Gewöhne dich nie an Ungerechtigkeiten.

Hédi Fried
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Re: Suche Artikel zu Folgen von Bindungsstörung/unsicherer Bindung

Beitrag von Missy »

Zur Weiterbldung ist das thema sicher geeignet, aber nicht zur Rechtfertigung, das schrieb ich ja bereits. Ich habe auch im Heimbereich sicher-gebundene Kinder erlebt und unsicher-gebundene aus überzeugten AP-Familien. Es gibt einfach zu viele Faktoren X, die man nicht voraussehen kann.
Da würde ich lieber an meiner eigenen Haltung arbeiten. Ich tue das, was ich tue aus Überzeugung und weil es zu UNS passt. Und nicht, weil es von mir erwartet wird oder weil es in einem Buch steht.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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