Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

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pqr
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von pqr »

Ich schließe mich da Deiner Freundin an.
Die ultimative Drohung/Erpressung " ich lass Dich allein halte ich für schlimmer als das Wegtragen.
Ich versuche aber auch, das Wegtragen zu vermeiden. ( Oft stehen wir dann halt 20 min vor der Treppe).
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017
Carlotta
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Carlotta »

Bei von Freunden abholen hilft hier: der Mutter Bescheid geben dass ich in fünf Minuten da bin und sie bereitet vor bzw. Idealerweise zieht sich das Kind (das große ;) ) da schon an. Ich bin so begeistert dass sich der kleine einfach abholen lässt. Die große kann da so ein Theater machen, selbst wenn sie dort von frühstücken bis Abendessen war
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

Don't let perfect be the enemy of good!
Lösche Benutzer 20900

Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Lösche Benutzer 20900 »

Wir drohen auch NIE (!!) an ohne Pippi wo hin oder weg zu gehen.

1. Finde ich es schrecklich meinem Kind zu erzählen dass ich es einfach alleine lassen würde.
2. Stimmt das doch nicht. Niemand würde das tun.

Es ist also einfach nur eine doofe leere Drohung wo man als Eltern eine der größten Ängste der Kinder zu seinen Zwecken missbraucht.

Wegtragen finde ich da viel viel weniger schlimm. Also im äußersten Notfall... Ich steh dann auch lieber ewig herum und warte halt (und schimpfte genervt vor mich hin 🙈). Aber wenns nix hilft und wir zb wo hin müssen trage ich sie eben auch wegen protest weg, und ja, manchmal muss ich sie dann auch von einem Spielzeug runter schälen.
Aber noch immer besser als das mein Kind glaubt ich würde es irgendwann alleine lassen.

Was ich auch manchmal mache ist zu sagen dass ich schon mal zum Ausgang/zur Türe/zum Fahrrad/etc gehe und auf sie warte, das funktioniert oft recht gut.

(also ich rede hier von Situationen wo man irgendwohin/weg muss MIT Kind. Wenn sie sich zum einkaufen nicht rechtzeitig die Schuhe anzieht bleibt sie auch mit dem 2. Elternteil zuhause zb)
sternenweib
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von sternenweib »

Ich hab immer bei der Kleinkinderziehung (bei größeren dann nicht mehr, weil es dann viel um gesellschaftliche Konventionen geht) gedacht "wie würden das die idealisierten Urmenschen tun" und da war beim Bewegen in der Umwelt völlig klar: die Erwachsenen machen ihren Kram, Kräuter sammeln oder so, bewegen sich dabei durch die Welt und es ist ganz klar Aufgabe des Kindes, dafür zu sorgen, die Gruppe nicht zu verlieren. Also ich bin nach Ansage einfach gegangen, immer, konsequent, nur halt langsam genug, dass sie eine Chance hatte, aufzuholen. Wenn das Verhältnis zwischen eigenem Sicherheitsbedürfnis dem des Kindes zusammen passt und man sein eigenes da auf ein Minimalmaß zurück schraubt, funktioniert das gut. Wenn das in Situationen war, wo das zeitlich oder gefahrentechnisch nicht ging, kamm sie ins Tuch oder auf die Schultern. Das war dann aber selten genug, dass sie das Angebot so gut fand, dass sie drauf eingegangen ist.
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NataschaZ
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von NataschaZ »

Ich halte von diesen Drohungen nichts, ertappe mich aber auch.

Also gerade beim Kigaabholen bringt die Drohung, dass ich sonst ohne sie gehe, überhaupt nichts. Wieso auch, das will sie doch, weiter mit ihren Freunden spielen. Es gab auch Situationen, in denen ich das, zu ihrer Begeistern gemacht habe. Da war es aber auch keine Drohung sondern eine echte Entscheidung, mit mir einkaufen oder noch 30 min draussen spielen und ich hole sie auf dem Rückweg ab.

Beim Kinderturnen drohe ich natürlich nicht, ohne sie hinzufahren, würde aber auch nicht darum kämpfen. Dann gehen wir halt nicht.

Dingsda, die Bäckersituation kenne ich auch so.

Linda, das klingt super anstrengend und ich glaube nicht, dass es die Wundertips gibt. Du schreibst, dass Ankündigen oft nicht hilft. Wann hilft es? Seid wann ist das so massiv?

Ich kenne so Verhalten natürlich von meinem geistig behindertem Sohn, oft wenn er vollkommen überfordert ist und die Welt nicht mehr versteht. Teilweise auch, wenn ich den Punkt verpasst habe oder was weiß ich. Kannst du mit deinem Sohn danach reden? Ich mit meinem leider nicht.

Meine Tochter ist zum Glück nicht der Typ dafür und reagiert so massiv nur, wenn ich schlecht drauf bin oder sie vollkommen übermüdet.
Gruß Natascha
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Francisam
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Francisam »

knorzelporz hat geschrieben: 24.02.2019, 11:19
Was ich auch manchmal mache ist zu sagen dass ich schon mal zum Ausgang/zur Türe/zum Fahrrad/etc gehe und auf sie warte, das funktioniert oft recht gut.

(also ich rede hier von Situationen wo man irgendwohin/weg muss MIT Kind. Wenn sie sich zum einkaufen nicht rechtzeitig die Schuhe anzieht bleibt sie auch mit dem 2. Elternteil zuhause zb)

Genauso mache ich das auch oft.
Also, ich sage zum Beispiel in einer Spielplatz-Aufbruch-Situation nicht "dann gehe ich eben ohne Euch, tschüß" sondern eher "ich habe jetzt so lange auf Euch gewartet, ich gehe schon mal langsam los und Ihr kommt dann nach". Das klappt meistens überraschend gut, geht aber natürlich auch nur in halbwegs "ungefährlichen" Situationen. Ich laufe dann in Zeitlupe los und warte ganz knapp außerhalb der Sichtweite o.ä. und die zwei kommen dann meist schnell hinterher geflitzt.
In so ner Situation nutze ich die Angst vorm Alleinbleiben natürlich auch ein bisschen aus, deshalb ist das immer das letzte Mittel der Wahl und nur so halb elegant, aber es klappt ohne Tränen und ich betone dann auch jedes Mal, dass ich sie nie allein lassen würde sondern nur schon mal langsam vorgegangen bin.

Ich weiß noch, dass ich bei Kind 1 im Alter von ungefähr zwei Jahren ein paar mal den verzweifelten Versuch von "wenn Du jetzt nicht kommst, dann gehe ich ohne Dich, tschühüß" auf dem Spielplatz versucht habe. Im Winter im Stockdunkeln mit Kind 2 ungebunden. Ich bin dann sehr theatralisch losgestapft und habe in einiger Entfernung gewartet.
Der Effekt war gleich null, das Kind hat einfach weitergespielt und ich musste sie dann eben doch wegtragen.
War mir eine Lehre - hat sich von vornherein falsch angefühlt und dann noch nicht mal funktioniert.


Bei so ner Situation zu Hause, zum Beispiel einkaufen gehen und das Kind will mit, muss aber nicht, sage ich aber auch, dass ich nicht ewig warten will und die Alternative eben bei Papa zu Hause bleiben ist, wenn die Schuhe nicht JETZT angezogen werden.
Ich finde, das kann man eigentlich immer ganz gut abwägen - kann und würde ich die Konsequenz wirklich umsetzen? Alleine auf dem Spielplatz bleiben ist ja in der Regel keine Option, nicht mit zum einkaufen kommen und bei Papa bleiben aber eben schon.
... mit Mini (13.02.2015), Mikrobe (10.12.2016) und Olezahn (06.10.2022)
Zweierlei
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Zweierlei »

...ich finde es immer noch faszinierend das es z.b. bei DM relativ einfach klappt, o.k. der Laden ist gut überschaubar.
Aber dieses Schaukelpferd in der DM hat es ihr angetan, sie flitzt rein und schaukelt sofort los. Ich sage ihr bescheid das ich schnell meine Runde drehe z.b. ich hole jetzt Katzenfutter oder Windeln etc. (aber ich lasse sie auch höchstens zwei Minuten unbeaufsichtig, sondern melde mich immer wieder bei ihr...so dass sie weiß das ich noch im Laden bin) dann hole ich sie am Schaukelpferd wieder ab - hier will sie meist weiterschaukeln ohne Ende.
Daraufhin sage ich meistens das ich schon mal vorgehe zur Kasse und dann dort auf sie warte UND es funktioniert (bis jetzt) immer!!
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Elizi
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Elizi »

Ich habe vor kurzem eine ähnliche Situation am Spielplatz erlebt (die Situation kommt eigentlich ständig vor..). Die Oma war mit zwei Geschwisterkindern dort. Nach 5 Minuten haben sie ins Spiel gefunden "Seeräuber" und sie waren so gebannt, dass sie alles um sich rum ausgeblendet haben. Die Oma hat was zu ihnen gesagt, aber sie haben es nicht gehört, weil sie so in ihren Rollen waren. 5 Minuten später sagt dann die Oma, ok, ich gehe jetzt. Die Kinder spielen weiter, als hätten sie es nicht gehört. Die oma geht immer weiter, schreit rüber "ich gehe jetzt, kommt ihr". Sie sind immer noch im Spiel. Plötzlich ist sie außer Sichtweite: oh nein, Oma ist weg, wo ist Oma?? Rennen in Windeseile zur Oma. Mir sind dabei mehrere Sachen aufgefallen :
-Achtsamkeit der Oma für das Spiel der Kinder fehlt, sonst hätte sie gemerkt, dass die beiden so fasziniert und in ihrer eigenen Welt sind.
-Viel zu wenig Zeit für den Spielplatz, wieso kann man da nicht mehr Zeit als 5 Minuten einplanen? Das sehe ich bei so vielen Familien! Oder gibt es eigentlich doch keinen so großen Stress und man könnte doch noch 10 Minuten bleiben?
-Kommunikation, die Kinder nehmen gar nicht wahr, was die Oma gesagt hat. Also müsste die Oma dafür sorgen, dass sie sie hören und verstehen. Hingehen (nicht von der Bank aus hinschreiben), sie mit namen ansprechen, nochmal nachfragen. Fragen, wie lange sie noch spielen wollen, was sie spielen, etc.
-evtl vorher ankündigen, wie lange man auf dem Spielplatz bleiben kann, viele Eltern sagen einfach aus dem Nichts : "wir gehen jetzt" und sind dann schon fast außer Sichtweite
- die Kinder haben wirklich richtig Angst alleingelassen zu werden. Die beschriebenen Kinder liefen sogar erst in eine andere Richtung, weil sie wirklich gar keine Ahnung hatten wo die Oma sein könnte. Ich habe auch schon mehrmals verzweifelte Kinder gesehen, die richtig geweint haben...
Für mich ist immer die bessere Lösung entweder zu warten, wenn das zeitlich möglich ist, das Kind erst mal gar nicht anzuziehen sondern alles mitzunehmen (wenn es ums Anziehen geht), nachfragen, wie lange das Kind noch bleiben will (5 Minuten, 10 Minuten?), wie oft es noch rutschen, etc will? Fragen, was es noch machen will, evtl den Ort ändern (wir gehen jetzt noch zu den Enten und dann zum Auto/nach Hause). Dabei äußere ich auch mein Bedürfnis: mir ist kalt, ich will nur noch 5 Minuten bleiben, wir haben in 15 Minuten einen Termin, etc. Hinterfrage mich aber auch oft, ob das jetzt wirklich so wichtig ist (z. B. Muss ich wirklich noch vorm mittagsschlaf kochen, oder können wir Brotzeit machen und ich koche abends? etc). Manchmal trage ich die kleine auch weg, zum Beispiel wenn sie nach 3 h spielen mit den cousins einfach noch ewig bleiben will, oder wenn wir einen wichtigen Zug erwischen müssen. Ich habe die Androhungen auch aus meiner Kindheit sehr negativ in Erinnerung, meine Schwestern und ich zankten uns immer im Auto und meine Mama sagte unaufhörlich :Wenn ihr jetzt nicht aufhört, dann steigt ihr aus und geht zu fuß heim...
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Capesider
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Capesider »

Missy hat geschrieben: 24.02.2019, 09:37 Eine Ur-Angst meines Kindes als Druckmittel zu benutzen zeigt meine eigene Hilflosigkeit. Das Kind lernt also, dass es mir nicht bedingungslos vertrauen kann, denn ich würde es ja ohne zu zögern wegen einer Kleinigkeit auf dem Spielplatz zurücklassen.
Wenn meine kommunikativen Strategien nicht weiterhelfen und/oder ich es sehr eilig habe würde ich daher tatsächlich mein Kind lieber mitnehmen. Allerdings auch das nur mit Vorankündigung und begleitenden Worten. Nie würde ich es einfach so wortlos 'wegreissen", sondern im Kontakt mit meinem Kind eine Entscheidung treffen.
Hier mag ich unterschreiben, so habe ich es bei meinen Kindern auch gemacht (bzw. beim Kleinen mitunter immer noch).
Dieses "ich gehe jetzt ohne Dich" empfinde ich für das Kind auch als Erschütterung des Urvertrauens. Und: wenn Du nicht tust, was ich will, lasse ich Dich allein...
Liebe Grüße
Danny BildBild mit 16-jähriger Pferdeflüsterin Bild und dem Dinoexperten :

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Schokoflocke
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?

Beitrag von Schokoflocke »

sternenweib hat geschrieben: 24.02.2019, 11:21 Ich hab immer bei der Kleinkinderziehung (bei größeren dann nicht mehr, weil es dann viel um gesellschaftliche Konventionen geht) gedacht "wie würden das die idealisierten Urmenschen tun" und da war beim Bewegen in der Umwelt völlig klar: die Erwachsenen machen ihren Kram, Kräuter sammeln oder so, bewegen sich dabei durch die Welt und es ist ganz klar Aufgabe des Kindes, dafür zu sorgen, die Gruppe nicht zu verlieren. Also ich bin nach Ansage einfach gegangen, immer, konsequent, nur halt langsam genug, dass sie eine Chance hatte, aufzuholen. Wenn das Verhältnis zwischen eigenem Sicherheitsbedürfnis dem des Kindes zusammen passt und man sein eigenes da auf ein Minimalmaß zurück schraubt, funktioniert das gut. Wenn das in Situationen war, wo das zeitlich oder gefahrentechnisch nicht ging, kamm sie ins Tuch oder auf die Schultern. Das war dann aber selten genug, dass sie das Angebot so gut fand, dass sie drauf eingegangen ist.
Das finde ich aber nochmal anders als zu drohen, das Kind alleine zu lassen. Wenn ich klar sage "Wir gehen jetzt, auf gehts!" (und sicher bin, dass es alle verstanden haben) und dann tatsächlich aufbreche, finde ich das für Kinder auch authentischer als 500x zu sagen, dass wir gehen, aber wie angewurzelt stehen zu bleiben. Das passt doch für Kinder gar nicht zusammen. Von daher ist für mich aufzubrechen in der Erwartung, dass die Kinder sich anschließen, was ganz anderes als zu drohen das Kind alleine zu lassen. Das finde ich auch schrecklich. Funktionieren tut es leider nicht immer.
Unterwegs mit dem großen Bruder (5/13), dem mittleren Bruder (12/14) und dem kleinen Flöckchen (3/17)
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