Natürlich wäre es gut zu intervenieren, aber meint ihr echt, das hier
Vögelchen hat geschrieben: 10.10.2018, 09:15
Und nimmst diesen Jungen und dieses Mädchen mit zum Lehrer oder Direktorat dieser Schule und sagst:
"Dieser Junge hat diesem Mädchen in den Schnitt gefasst! Das ist nicht in Ordnung. Was machen Sie, damit dies nicht nochal vorkommt? Ich möchte, dass Sie die Eltern davon in Kenntnis setzen. Und welche Konsequezen hat das jetzt für den Jungen?"
ist realistisch, wenn man ein Baby im Kinderwagen und ein Kleinkind an der Hand hat und die Schule gar nicht kennt????

Das finde ich etwas weltfremd. Ja, das Mädchen hat "falsch" reagiert, und das ist einerseits verständlich, andererseits sind da die Grenzen auf dem Schulhof wirklich fließend und damit auch für die Jungen schwer wahrzunehmen. Ich fände es in der Situation besser, die Gruppe anders anzusprechen: Was macht ihr da? Merkt ihr nicht, dass das Mädchen das nicht möchte? Wenn sie das nicht möchte, lasst ihr sie in Ruhe. Und dann das Mädchen ansprechen. Das geht auch mit Kindern dabei.
@sandküste: Ich erlebe das schon, dass einerseits besprochen und geübt wird, wie man seine Grenzen aufzeigt, aber natürlich auch, wie man die Signale der anderen deutet und auf ein Stop reagiert. Sowohl im Kindergarten als auch in der Schule.
Beim Thema sexuelle Übergriffe steht das vielleicht nicht so im Fokus, weil da viele Programme, die wir selbst kennen, darauf ausgelegt sind, dass sich eine Frau gegen Übergriffe eines Mannes wehrt. Da muss sie wissen, wohin sie schlägt, damit er am ehesten loslässt. Und es ist völlig klar, dass der Mann weiß, dass sein Verhalten falsch ist.

Bei Programmen für Kinder erlebe ich es aber schon, dass beides eingeübt wird. Zumal es da meist auch nicht vorrangig um "Jungs fassen Mädchen in den Schritt" geht, sondern allgemein um Übergriffe: ein großer Junge setzt sich im Bus unangenehm nah neben einen kleinen, um ihn einzuschüchtern, Kinder werden wegen irgendwas gehänselt, Sachen weggenommen, ganz klassisch geärgert. Und letztlich geht es bei all diesen Dingen darum, eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu verteidigen, so dass sie für den anderen sichtbar werden. Und umgekehrt wird dafür sensibilisiert, diese Grenzen dann auch zu respektieren.
In der Klasse meiner einen Tochter gibt es übrigens ein Mädchen, dass einem Jungen anfangs extrem zugesetzt hat, weil es ihn bei jeder Gelegenheit versucht hat zu küssen. Meiner Erfahrung nach gibts da gerade bei den Kleinen ALLE Varianten.