Richtig Stillen nach schwierigem Start

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Nullachtfuenfzehn

Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von Nullachtfuenfzehn »

Hallo zusammen,

mein Kleiner wurde per ungeplantem Kaiserschnitt geboren, ich habe ihn danach direkt angelegt und er hat auch gesaugt (das war abends). Am nächsten Tag war ich leider noch nicht so fit (körperlich und psychisch), dass ich wohl falsch reagiert habe - der Kleine hat fast den ganzen Tag in seinem eigenen Bettchen geschlafen. Dass ich ihn hätte anlegen sollen, war mir in dem Moment nicht bewusst:°(Erst am dritten Lebenstag hieß es dann im Krankenhaus "Sie müssen ihn alle drei Stunden zum stillen wecken".

Soweit sogut, es klappte auch halbwegs, er saugt super und ich habe die Brust irgendwie in seinen Mund bekommen. Es hieß, man soll unter die Brust fassen, sie wie ein "C" formen und sie dem Kind im richtigen Moment in den Mund schieben - "schieben" ist gut, die Male, in denen ich unterstützt wurde, war es eher ein teils brutales reinstopfen, aber immerhin hat er dann getrunken. Leider hat er zu viel abgenommen, also musste ich pumpen und zufüttern im Krankenhaus. Hier habe ich soo viele verschiedene Anleitungen bekommen, dass ich komplett gestresst und verwirrt war. Erst anlegen und dann pumpen, gar nicht anlegen (stattdessen Pre) und alle 2 Stunden pumpen etc...

Dann zu Hause ab 4. Lebenstag, ich völlig verunsichert. Meine Hebamme meinte, ich soll ihn erst mal so oft anlegen wie es geht. Habe ich getan, es hat mich nur so unfassbar gestresst, er ist irgendwann auf mir eingeschlafen und ich habe mich so "gefangen" gefühlt, ihn NIE ablegen zu können (Hormone im Wochenbett;-)), da er sich ständig wieder gemeldet hat. Also mit der Hebamme einen Tag "Pause" vereinbart: Ich lege ihn alle 3 Stunden an, wenn er nicht mehr trinkt wird noch ein bisschen abgepumpt um den Milchfluss anzuregen, er bekommt ggf. eine Pre, damit er satt wird zwischendrin. Das lief auch ganz gut, er hat zwischen den Mahlzeiten immer 2-3 Stunden geschlafen (abgelegt!).

Tja, nur ist das ja so kein Dauerzustand, pumpen dauert pro Seite bis zu 30 Minuten, also geht alle 3 Stunden eine fürs Pumpen flöten, plus die Zeit, ihn anzulegen und hinterher Fläschchen zu geben. So kanns auf jeden Fall nicht weitergehen!

1. Eigentlich würde ich ihn gerne wieder nach Bedarf anlegen. Leider wird meine Milch wohl noch nicht reichen, also was danach? Pre für ihn und ich wieder an die Pumpe? Nach JEDEM Anlegen? Oder wird der Milchfluss auch von alleine mehr, dass ich nicht noch pumpen müsste? Jetzt gerade schläft er z.B. seit über 4 Stunden, soll ich ihn wecken?

2. Ich habe das Gefühl, er hat zu wenig Ausdauer zum saugen. Er saugt zwar kräftig, schiebt aber trotzdem irgendwann energisch die Brust weg und/oder pennt ein. Nach kurzer Zeit wacht er aber wieder auf und hat Hunger (heißt wahrscheinlich auch, dass die Milch nicht reicht?)

3. Das "Andocken". Ich finde es schrecklich, im die Brust in den Mund zu stopfen! Das geht auch erst, wenn er schon so brüllt, dass er den Mund aufmacht, von alleine macht er nur so ein kleines O mit den Lippen und schmatzt... Wie geht das besser?

4. Ich würde gerne auch im Liegen stillen (seitlich). Habe auch schon Anleitungen gelesen, dass seine Nasenspitze auf meiner Brustwarzenhöhe sein sollte und er dann quasi von selbst andockt. Macht er natürlich nicht, er brüllt irgendwann wie am Spieß und wenn ich es dann schaffe, ihm die Brust wieder reinzustopfen, drückt sie ihm auf die Nase, was beim richtigen Anlegen ja nicht passieren sollte...

Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, dass ich irgendwann ausschließlich und vor allem auch entspannt stillen kann!
koalina
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Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von koalina »

Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Wunder und herzlich willkommen!

Da habt ihr ja schon einiges hinter euch.
Es wäre gut wenn du diese Fragen beantwortest: wie funktioniert stillberatung im SuT?
Einiges an Infos steht in deinem Text aber nicht alles.

Falls du es noch nicht dokumentiert schreibe doch mal auf wieviel genau du wie oft in 24h zufütterst (Muttermilch und pre). Einfach um einen Überblick zu bekommen. Hast du gewichtswerte? Wonach legt ihr die Menge der zufütterung fest? Hat dein Baby einen Schnuller?

Ob und wie oft pumpen Sinn macht kann ich dir nicht sagen. Da hilft dir die stillberatung.

Alles Gute! Schön, das du her gefunden hast!
Koalina
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Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
Ninalein

Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von Ninalein »

Herzlichen Glückwunsch zum Baby!!! Ich kann nicht viel beitragen, da ich auch nur eine Mama bin, aber ich fand Stillen im Liegen mit kleinem Baby auch richtig schwierig. Je größer meiner würde, desto besser hat es geklappt. Einfach dran bleiben und üben :) es lohnt sich!!
Yllana
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Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von Yllana »

Herzlichen Glückwunsch zum Würmchen!
Klingt ja alles stressig im Moment, aber keine Sorge, so extrem ist es eigentlich nur am Anfang und es wird definitiv besser! Mit 5 Wochen war ich bei einer Stillberaterin, die mir das Stillen im Liegen noch mal gezeigt hat und ich war sicher das wird nie klappen. Mit 6 Wochen ging es auf einmal und mit 3 Monaten musste ich wegen einer Schulterverletzung mal 4 Wochen am Stück quasi dauerhaft im liegen stillen, da war ich dankbar dran geblieben zu sein ;)

Das mit dem Brust in den Mund stopfen hat bei mir auch mal eine Kinderkrankenschwester gemacht. Sie war dann zwar angedockt, aber es war nicht schön und reproduzieren konnte ich es auch nicht. Was bei uns geklappt hat: in der wiegeposition warten bis der Mund so weit wie möglich auf ist, schnell so viel Brust wie möglich rein und mit Schwung zurück lehnen, sodass sie quasi mit der Schwerkraft noch ein bisschen "auf die Brust runter" gerutscht ist. Dann sitzt man bequem angelehnt und das Baby wird von der Schwerkraft gehalten....
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Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von Nusserl »

Ich bin auch nur eine Mama und keine Stillberaterin.
Ich musste mich auch daran gewöhnen, dass so eine Neugeborenes tatsächlich den ganzen tag Körperkontakt brauchen kann. Und dass das Wochenbett tatsächlich ein paar Wochen dauert. Also lass es ruhig angehen. Die nächsten paar Wochen ist deine Aufgabe, dass du dich um dein Baby kümmerst, isst und schläfst. Wenn möglich vielleicht noch regelmässig duscht.
Alles andere können andere Leute erledigen. Einkaufen, Kochen, Aufräumen, Putzen,... lass das deinen Mann machen, nimm Angebote von Mutter/ Schwiegereltern, Freunden an. Gerade nach einem Kaiserschnitt dauert es länger bis man körperlich wieder halbwegs fit ist.

Mir hat an Tagen, wo das Baby pausenlos stillen wollte geholfen mich auf der Couch häuslich einzurichten. Also so richtig bequem mit Kissen und Stillkissen, bequemer Schlapperlook, Vorhänge geschlossen, damit ich auch oben ohne sitzen konnte, genügend Essen und Getränke in Griffweite. Und ein gutes Buch (ich konnte nur anspruchsloses lesen die ersten Monate). Und dann bin ich da echt stundenlang auf der Couch gesessen/gelegen und habe nichts gemacht, ausser mein Baby zu stillen. Die hat das genossen und gestillt, geschlafen, gestillt,...Ich hatte die Couch ausgezogen, dass ich auch dösen/schlafen konnte mit Baby gut abgesichert.
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Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von koalina »

Ich schubse dich mal hoch ;)
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koalina
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Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von koalina »

Wie geht es euch?
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tania
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Re: Richtig Stillen nach schwierigem Start

Beitrag von tania »

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