Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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pqr
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von pqr »

Yelma

Ich glaube, dass der Mensch so ein robuster Omnivor ist, dass er sowohl ohne Fisch, als auch ohne grünes Gemüse auskommt.
Oft gleichen die Leute in ihrer jeweiligen Ernährungsform aus.
Ich würde einem Kind trotzdem immer breit und auch immer wieder anbieten, aber nichts reinzwingen.
Vielleicht verträgt die Frau, die grünes Gemüse und Salat ablehnt, keine Kohlgemüse?

Ich vertrage ja keine Zwiebeln, und es hat mein Wohlbefinden extrem verbessert, seit ich das weiß und sie meide.
Als Kind mußte ich auch alles Essen, und hatte quasi nach jedem Mittagessen Bauchweh und Kopfschmerz und Übelkeit über Stunden.
Andere Dinge, die ich nur nicht mag, aber wohl vertrüge, wie Schnitzel, habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen.(Möglicherweise, weil die Soße darauf zu Hause mit Zwiebeln war, aber ich kriege ein soßenfteies Schnitzel auch nicht runter.)
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017
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Dellyo
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Dellyo »

Ach, das Thema beschäftigt mich auch. Also erstmal - aufessen gibt‘s hier nicht, das macht das Sättigungsgefühl kaputt. Zumal es bei Kindern ja (meistens) so ist, dass die von anderen die Portion auf den Teller kriegen, können da also kaum mitbestimmen und das soll dann mit Hunger zusammenpassen? Und auch beim selber nehmen kann man sich mal vertun, dann ist es zuviel / zuwenig.

Extra zweites Gericht kochen wir nicht, wenn die Große was nicht mag, kann sie ein Joghurt haben oder so oder isst halt nur, was sie mag. Was ich gar nicht haben kann, sind Kommentare wie „Iiiiih, das ist eklig.“ Sie kann sagen, dass ihr was nicht schmeckt, sie es nicht mag, nicht essen will, alles ok. Aber wir kochen mit hochwertigen Nahrungsmitteln, das ist nicht eklig.

Ansonsten hat sie ein paar Dinge, die sie wirklich nicht runterbringt (Salat zB, also grüner, da hat sie sich mit 2 mal übelst verschluckt und seitdem Panik). Da muss sie nicht kosten oder so, logisch.

Dann gibt es Dinge, die sie mag / schon gegessen hat, wo ihr aber jemand gesagt hat, das sei eklig (war vor allem im Kiga ein Problem! Da war überhaupt die Essenssituation furchtbar.) und sie es nicht mehr essen will. Da haben wir mal in Ruhe ausgemacht, dass sie kostet und oft schmeckt es ihr dann doch und zwar ziemlich gut. Wenn nicht, auch ok. Ich kommentiere das dann auch nicht weiter, auch kein Lob fürs Kosten oder so.
Neue Sachen werden auch mal probiert, das fordert sie aber teilweise selber ein und manches schmeckt ihr, manches nicht. Auch ok.

Das funktioniert für uns. Das mit dem Kosten haben wir eingeführt, weil sie sich wirklich sehr stark beeinflussen lässt von anderen, was Essen angeht. Und da teils Sachen dabei waren, die sie echt gern isst, aber plötzlich meinte, die schmecken nicht. Und sieh da, nach dem Kosten wurde richtig reingehauen, weil so gut.

Wunschessen gibt es auch öfter mal, mitkochen / Mitbestimmung hilft auch, dass sie mehr Dinge probiert. Aber nur nach ihr richten tun wir nicht.

Die Kleine isst eh fast alles, am liebsten aber Obst. Mal schauen, wie sich das entwickelt.
Schneckenkind 02/11
und
Koalakind 5/17
Carlotta
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Carlotta »

Also ich würde auch nie zwingen. Meine beiden sind sehr unproblematisch und probieren von selber immer mal wieder Sachen von denen sie wissen dass sie sie mal nicht mochten und siehe da - es schmeckt manchmal wieder. Aber das läuft völlig freiwillig. Bei uns gibt es oft vermischtes, also Auflauf , aber auch da kann man ja was rausssortieren. Oft sortiwrt der Bruder zur schwester und andersrum. Meine große mag kein Hackfleisch , ihr koche ich immer Soja Bolognese wenn es normale gibt - max 5 Minuten mehr Aufwand uns sie freut sich. Klar würden auch nackte Nudeln gehen aber so hat sie doch was leckeres und gesünderes. Und für mich echt kein Aufwand.
Ih habe neulich eine Kollegin kennengelernt - die isst weder Gemüse noch Obst. Wirklich nix. Sie ist schlank, fit, gesund. Sie sagt selber sie findet es anstrengend und müsste ich oft kochen für sie fände ich das auch - ich finde aber auf Dauer auch Veganer anstrengend zu bekochen. Aber sie mag es nicht und ein echtes Problem ist es ja nun auch nicht. Soll sie machen.
Was der Vorteil am aufessen ist werde ich nie verstehen.
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

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Lösche Benutzer 23163

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 23163 »

Elena hat geschrieben: 19.07.2018, 21:55
SpicyChili2 hat geschrieben: 19.07.2018, 19:14
Ich denke, dass da nun so entrüstete Kommentare zu unserer Handhabung kamen, liegt wohl auch daran, dass jeder bei dem Thema einen anderen Horizont haben.
Nein, ich denke, das lag vor allem daran, dass die meisten (ich auch) deinen Satz "Der Hunger treibts rein" ernst genommen und so interpretiert haben, als ob es eben keine Alternative (=Beilage) beim Essen gibt. Ist ja bei Lauchauflauf auch nicht so unrealistisch, dass es da eben nicht anderes dazu gibt. :wink: Und da du schreibst, du lehnst es ab, dem Kind dann einen Joghurt zu geben, klang es schon so, als ob das Kind dann eben nichts isst.

Ich denke also, das war eher ein Missverständnis und die meisten hier sind im Grunde deiner Meinung: Niemand hat Ist, sich aufzuopfern und 5 verschiedenen Gerichte zu kochen. Aber das ist ja nun auch gar nicht nötig, denn wenn es eben auch noch Reis/Nudeln/Kartoffeln.... immer dazu gibt, dann findet ein Kind normalerweise etwas, um satt zu werden :wink:

Bei meiner Mittleren wäre es total nach hinten losgegangen, es mit "Hungern" zu versuchen. Sie ist der größte Sturkopf, den ich kenne, und gleichzeitig der mensch, der auf Hunger mit der übelsten Laune reagiert. Dann doch lieber ein paar nackte Nudeln dazu servieren. :lol:

Also für mich ist es normal, dass das Essen aus verschiedenen Komponenten besteht, darum hab ich es nicht erwähnt
Bei uns ist es aber auch schon vorgekommen, dass die Kinder keine einzige Komponente anrühren und dann mache ich keine Alternative. Das sehe ich nicht ein. Ist ja nicht so, als ob ich das nicht schon gemacht hätte. Es ist einfach so, wenn sie nichts essen, dann ist der Hunger halt nicht groß genug. Meine Devise.

Kennt denn hier keiner den Spruch "Der Hunger treibts rein, der Ekel runter und der Geiz behält's drin"? War mein Leitspruch beim letzten Kantinenessen. Hat mich auch nicht getötet. :-D :-D :-D


Apropos Lauchauflauf: Ich habe da mal ein leckeres Rezept aus dem Radio aufgeschnappt. Mit Hackfleisch und Champignons. Sooooooooo lecker!!!!
Lösche Benutzer 23163

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 23163 »

Was das rauspicken und selektieren angeht: Das wäre mir bei meinen Kindern total egal. Mein Mann pickt gerne mal die Zwiebeln raus. Bei Erwachsenen mache ich mich gerne drüber lustig. Aber ernsthaft gesehen, ist mir das auch egal.

Und was das aufessen angeht: Finde ich einfach bescheuert, jemanden zum Aufessen aufzufordern, geschweige denn zu zwingen. Ich sehe da keinen tieferen Sinn dahinter. Ich kann doch garnicht abschätzen, wie satt das Kind ist. Es isst doch ganz andere Portionen als ein Erwachsener. Ich persönlich kenne mich jedenfalls mit dem Kalorienbedarf eines Kleinkindes überhaupt nicht aus.

Und als Erziehungsmethode, dass es sich nicht zu viel auflädt: Blöd! Dann passe ich das nächste Mal halt mit auf, dass nicht schon zu viel auf dem Teller landet. Das ist doch absolut kein Beinbruch, wenn man mal zu viel auflädt und das miteinander bespricht.


Wie haltet ihr es denn mit Tischmanieren? Meine Mädels sind da von sich aus im Moment sehr ehrgeizig. Auch die Kleine möchte ganz fein mit Gabel speisen. Die Große sowieso schon mit Messer alles kleinschneiden und fein essen.
Meine Schwiegermutter hatte das Essen einer ihrer Kinder mal in einem Napf auf den Boden gestellt, weil er geschmatzt hatte. Sowas finde ich echt traurig.

Was ich mir aber wünsche, dass wir alle zusammen sitzen bleiben, bis alle fertig sind. Da versuche ich mich an den Kindergarten zu halten, da dürfen die Kinder erst aufstehen, wenn das Dankelied gesungen wurde. Klappt aber bei uns leider nur semi gut.....
Carlotta
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Carlotta »

Tiwchmanieren - das finde ich spannend und eventuell einen extra thread wert. Meine große ist wirklich ein leidenschaftlicher Esser, sie zelebriert es. Leider Schmatz sie und ich habe manchmal das Gefühl sie kann nicht anders. Ich erinnere sie immer wieder und dann geht es kurz und zack - fängt sie wieder an. Sie kann mit Besteck essen würde aber gerne mir den Händen - so wirklich wie "früher " schlemmen. Der kleine isst viel sauberer, schmatzt auch weniger. Generell schmatzen irgendwie auch alle Freundinnen der großen.
Aufstehen ist für mich nicht so wild noch. Die große bleibt sitzen der kleine meist nicht.
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

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Lösche Benutzer 1828

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Nein. Lauch ist für mich eklig. Punkt. Den esse ich nicht. Und das treibt auch nix rein.
Und warum sollte ich was essen, was ich nicht mag????? Essen ist Genuss.
Und das muss hier eben auch niemand. In einer Kantine, wo ich mir was reinwürgen müsste, würde ict nix essen. Auch simpel.
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Francisam »

Sandküste hat geschrieben: 20.07.2018, 00:22 Also, ich koche selten mit mehreren Komponenten. So was wie Fleisch, Kartoffeln, Gemüse gibt’s hier nicht. Hier gibt es Pasta, gerne auch mal One Pot, Aufläufe, Salate, Currys usw
Exakt das ist bei uns auch der Knackpunkt - unser "normales" Essen besteht nur ziemlich selten aus einzelnen Komponenten.. :?
Vielleicht kochen wir einfach (noch?) nicht kinderkompatibel genug.


Bei uns hat sich das Essen grundsätzlich und das gemeinsame Abendessen im speziellen zum absoluten Reizthema entwickelt und nervt uns alle gleichermaßen :roll:
Deshalb lese ich hier sehr interessiert mit - Spicy, so wie es bei Euch funktioniert, würde ich es mir auch wünschen! Bei uns bedeutet "jeder nimmt sich, was er möchte" leider in 90 Prozent der Fälle, dass mindestens ein Kind nichts isst und spätestens eine Stunde nach dem Abendessen soooo einen Hunger hat. Meistens verweigert die Große alles wegen bäh und schon ist die Kleine auch nichts mehr :roll:
Nur, hungrig ins Bett schicken kann ich sie ja auch nicht.

Ich hoffe sehr, dass sich das ganze etwas relativiert, wenn die Große in drei Wochen in den Kindergarten kommt und sie mittags da isst...
... mit Groß (2015), Mittel (2016) und Klein (2022)
Carlotta
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Carlotta »

Francisam, bei uns gibt es wirklich auch oft Aufläufe und Co, aber auch da kann man ja sehr viel aussortieren. Dem einen der Speck, dem anderen die Pilze. Mein Mann kocht Pasta immer so dass die Sauce direkt vermengt wird - es gab also nie nackte Nudeln - kein Problem. Wir kochen oft risotto - nie ein Problem gewesen. Ich meine ja immer weil mein von Anfang an vermischt gewöhnt sind essen sie so vieles ;) bzw sortieren halt aus
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Elena
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Elena »

Sandküste hat geschrieben: 20.07.2018, 15:00 Und warum sollte ich was essen, was ich nicht mag????? Essen ist Genuss.
Ich glaube, das ist auch so eine individuelle Sache. Meine gesamte Schwiegerfamilie isst glaube ich nur, weil irgendwie nötig ist. Niemand von denen kocht gerne oder gut. Meine Schwiegermutter macht sich, wenn sie allein ist, einfach eine Portion Rahmspinat in der Mikrowelle warm. :lol: So sind die alle. Essen ist da definitiv kein Genuss. :lol:

Muss aber auch nicht und ich glaube, da ist wirklich auch Veranlagung bei. Ich habe ein Kind, das kommt total nach der Schwiegerfamilie. Und zwei Kinder, die kommen ganz nach mir und sind ganz anders. Und sind es immer schon gewesen. Das eine Kind wird vermutlich nie mit Spaß lange und aufwendig kochen, sondern sich ein Brot schmieren. Ich finde es wichtig, da nicht zu sehr von sich auf andere zu schließen.

Was das Gemüse angeht: Ich finde es zwar völlig abwegig, aber das Mäkelkind isst lieber nackte Nudeln mit rohen Paprika vorneweg als Pasta mit leckerer Gemüsesoße dazu. Gesünder ist wohl weder das eine noch das andere, deshalb lasse ich sie. Bei uns hat es sich total bewährt, den Kindern vor dem Essen einen Rohkostteller hinzustellen. Da sind sie nämlich hungrig und futtern das alles weg - und ich bin dann beim Essen entspannt, wenn sie nur nackte Nudeln oder Kartoffeln essen. :lol:
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