Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
- Jamelek
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Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Mir fiel jetzt keine bessere Überschrift ein. Sommerzeit, es finden sich auch wieder andere Eltern mit ihren Kindern am Spielplatzrand. Und da hören mein Sohn und ich wieder die geballte Ladung an guten Ratschlägen. Nicht an mich, sondern im allgemeinen an deren Kinder, aber mein Sohn fragt dann halt genauer nach.
Mal so ein paar Beispielsätze der letzten Tage:
- Nicht mit Sand schmeißen, wenn der in die Augen geht kannst du erblinden.
- Nicht barfuß laufen, du bekommst sonst eine Blasenentzündung
- Wenn du da hoch kletterst, fällst du runter
- Nicht in den Brunnen, davon bekommst du Ausschlag
Ob man sein Kind jetzt im Brunnen plantschen lässt, es klettern lässt, was es sich selber zutraut oder nicht ist ja vielleicht Ansichtssache. Mich stören ja nur diese bewussten Falscherklärungen. Was antworte ich, wenn mein Kind dann vor der anderen Mutter genau nachfragt, warum man von Sand blind wird (ihr Kind hört ja auch zu), wenn ein anderes Kind mein barfüßiges Kind aufklärt, dass er krank wird, wenn er keine Schuhe anzieht?
Nächste Frage, wie reagiert ihr, wenn ihr euch unterhaltet und euer Kind spricht euch dabei an (5 Jahre). Ich unterbreche im Allgemeinen schon meine Unterhaltung und wende mich meinem Kind zu, auch wenn ich nur kurz sage, dass ich mich jetzt unterhalten möchte oder ein kurzes Bedürfnis (Trinkflasche hervorkramen) erfülle. Ich hatte es jetzt gerade gestern, dass dann die andere Mutter zu beiden Kindern, also meinem und ihrem ziemlich barsch sagte, dass wir uns jetzt unterhalten und sie still sein sollen. Mein Sohn antwortete dann, dass er das blöd findet, worauf die andere Mutter ihm vorgab, dass das nicht blöd sei. Da habe ich dann mich eingemischt und meinte, blöd finden darf er das schon. Hat die Mutter aber nicht wirklich verstanden.
Ich komme mir hier sowieso schon vor, wie ein Alien. Kann ich auch mit leben, aber schön ist es nicht.
Mal so ein paar Beispielsätze der letzten Tage:
- Nicht mit Sand schmeißen, wenn der in die Augen geht kannst du erblinden.
- Nicht barfuß laufen, du bekommst sonst eine Blasenentzündung
- Wenn du da hoch kletterst, fällst du runter
- Nicht in den Brunnen, davon bekommst du Ausschlag
Ob man sein Kind jetzt im Brunnen plantschen lässt, es klettern lässt, was es sich selber zutraut oder nicht ist ja vielleicht Ansichtssache. Mich stören ja nur diese bewussten Falscherklärungen. Was antworte ich, wenn mein Kind dann vor der anderen Mutter genau nachfragt, warum man von Sand blind wird (ihr Kind hört ja auch zu), wenn ein anderes Kind mein barfüßiges Kind aufklärt, dass er krank wird, wenn er keine Schuhe anzieht?
Nächste Frage, wie reagiert ihr, wenn ihr euch unterhaltet und euer Kind spricht euch dabei an (5 Jahre). Ich unterbreche im Allgemeinen schon meine Unterhaltung und wende mich meinem Kind zu, auch wenn ich nur kurz sage, dass ich mich jetzt unterhalten möchte oder ein kurzes Bedürfnis (Trinkflasche hervorkramen) erfülle. Ich hatte es jetzt gerade gestern, dass dann die andere Mutter zu beiden Kindern, also meinem und ihrem ziemlich barsch sagte, dass wir uns jetzt unterhalten und sie still sein sollen. Mein Sohn antwortete dann, dass er das blöd findet, worauf die andere Mutter ihm vorgab, dass das nicht blöd sei. Da habe ich dann mich eingemischt und meinte, blöd finden darf er das schon. Hat die Mutter aber nicht wirklich verstanden.
Ich komme mir hier sowieso schon vor, wie ein Alien. Kann ich auch mit leben, aber schön ist es nicht.
Jamelek
Alleinerziehend mit 2 wundervollen Jungs 2000 & 2013
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Elena
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Ich würde sagen, dass manche Menschen auf manche Dinge empfindlicher reagieren als andere. Manche erkälten sich leicht oder kriegen sehr leicht eine Blasenentzündung, andere haben empfindliche Augen und reiben sich den Sand dann noch heftiger rein. Andere haben eine empfindliche Haut... So rein theoretisch ist es ja nicht ganz falsch, dass Sandkörner Augen verletzen können und dass das Risiko für bestimmte Krankheiten bei manchen Leuten und einem bestimmten Verhalten viel größer ist als bei anderen. Ich würde meinem Kind deshalb sagen, dass die anderen Leute damit vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht haben und deshalb sehr vorsichtig sind, dass barfuß laufen aber im Allgemeinen kein Problem ist und dass es selbst ja auch noch nie eine Blasenentzündung danach hatte, also anscheinend nicht sehr anfällig ist und gerne barfuß laufen darf.Jamelek hat geschrieben: 02.07.2018, 22:25
Ob man sein Kind jetzt im Brunnen plantschen lässt, es klettern lässt, was es sich selber zutraut oder nicht ist ja vielleicht Ansichtssache. Mich stören ja nur diese bewussten Falscherklärungen. Was antworte ich, wenn mein Kind dann vor der anderen Mutter genau nachfragt, warum man von Sand blind wird (ihr Kind hört ja auch zu), wenn ein anderes Kind mein barfüßiges Kind aufklärt, dass er krank wird, wenn er keine Schuhe anzieht?
Kommt drauf an.... wenn ich ewig mit jemandem locker quatsche, kann ich verstehen, dass mein Kind mal dazwischenfragen muss. Wenn es aber gerade nichts Dringendes ist und ich bzw. mein Gesprächspartner noch einen wichtigen Gedanken zu Ende bringen muss, halte ich auch nur mal die Hand hoch, um das Kind zu bremsen. Oder werfe ihm einen kurzen Blick zu, der ihm sagt, dass es gerade nicht geht. Wenn mein Kind dann sagen würde, dass es das blöd findet, würde ich vermutlich sagen, dass sich Menschen nun mal gerne unterhalten, und dass es sehr unangenehm ist, dabei gestört zu werden. Dass das Stören deshalb sehr unhöflich ist und dass ich nur im Notfall gestört werden möchte. Dass ich mein Kind ja auch ausreden lasse, wenn es etwas Wichtiges sagt.... sowas in der Richtung. Ich finde, das Kind darf das schon blöd finden, das aber dann lautstark zu äußern, empfinde ich wiederum auch als unhöflich. Und das würde ich auch einem 5jährigen schon deutlich machen - aber natürlich nicht in jeder Situation verlangen, dass das reibungslos klappt. Gerade, wenn das Kind müde oder hungrig ist, würde ich wohl eher improvisieren.Nächste Frage, wie reagiert ihr, wenn ihr euch unterhaltet und euer Kind spricht euch dabei an (5 Jahre). Ich unterbreche im Allgemeinen schon meine Unterhaltung und wende mich meinem Kind zu, auch wenn ich nur kurz sage, dass ich mich jetzt unterhalten möchte oder ein kurzes Bedürfnis (Trinkflasche hervorkramen) erfülle. Ich hatte es jetzt gerade gestern, dass dann die andere Mutter zu beiden Kindern, also meinem und ihrem ziemlich barsch sagte, dass wir uns jetzt unterhalten und sie still sein sollen. Mein Sohn antwortete dann, dass er das blöd findet, worauf die andere Mutter ihm vorgab, dass das nicht blöd sei. Da habe ich dann mich eingemischt und meinte, blöd finden darf er das schon. Hat die Mutter aber nicht wirklich verstanden.
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Elena
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Meine Schwiegermutter hat das übrigens TOTAL gut drauf, solche Sprüche. Ergänzt durch "Geh doch mal rutschen, du warst heute noch gar nicht rutschen!" "Kletter doch mal da rauf" oder "Back doch mal einen Kuchen". Das kommt so geballt, dass es urkomisch ist (ich muss das allerdings nur 2-3mal im Jahr anhören, sonst wärs nicht so komisch).Jamelek hat geschrieben: 02.07.2018, 22:25
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- Starla
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Ich habe schon früh mit meiner Tochter gesprochen, dass ich manche Dinge, die Erwachsene sagen, gar nicht glaube, z.B. dass man bei 14 Grad eine Mütze aufsetzen muss, weil man sonst krank wird.
Ich bin da recht schonungslos ehrlich. Ich erkläre meiner Tochter, dass die Erwachsenen eine bestimmte Sache für gefährlich halten oder nicht möchten und nicht wissen, wie sie es sonst erklären sollen/verbieten sollen.
Das Unterbrechen wird in meinem Umfeld als recht normal wahrgenommen. Machen alle Kinder und da rechnen alle Eltern mit. Ich sage, je nach Situation, der erwachsenen Person kurz "Entschuldige bitte" und wende mich ganz kurz meiner Tochter zu. Ähnlich, als ob ich auf mein Handy gucken würde, das gerade klingelt. Meist sage ich, wie lange das Gespräch mit der erwachsenen Person noch dauert, wenn es ein Wichtiges ist. Wenn es nur Gequatsche auf dem Spielplatz ist, dann kläre ich kurz, was meine Tochter möchte. Meist ist es recht wichtig.
Das Unterbrechen wird in meinem Umfeld als recht normal wahrgenommen. Machen alle Kinder und da rechnen alle Eltern mit. Ich sage, je nach Situation, der erwachsenen Person kurz "Entschuldige bitte" und wende mich ganz kurz meiner Tochter zu. Ähnlich, als ob ich auf mein Handy gucken würde, das gerade klingelt. Meist sage ich, wie lange das Gespräch mit der erwachsenen Person noch dauert, wenn es ein Wichtiges ist. Wenn es nur Gequatsche auf dem Spielplatz ist, dann kläre ich kurz, was meine Tochter möchte. Meist ist es recht wichtig.
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
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Siduri
- alter SuT-Hase
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Also mein Kind bekommt vom Brunnenwasser auf einem bestimmte Spielplatz Ausschlag. Nur dort. Warum, weiß der Kuckuck
Was ich damit sagen will: Du weist nicht, wie groß der Wahrheitgehalt solcher Aussagen ist. Vielleicht hat das Mädchen schon die dritte Blasenentzündung in diesem Sommer durch und reagiert nun mal auf kalte Füße mit einer erhöhten Infektionsgefahr. Zu deinen anderen Beispielen fällt mir jetzt spontan keine plausible Erklärung ein, aber ich schließe nicht aus, dass es sie gibt. Deshalb berufe ich mich auf die Individualität von Menschen, etwa so, wie Elena das auch schon schrieb. Indem ich meinem Kind erkläre, dass ich nicht beurteilen kann, ob die Aussage für das andere Kind so stimmt, ich aber davon ausgehe, dass die Mutter/der Vater das beste für sein Kind will. Und dass das deshalb aber für uns nicht zwangsläufig auch zutrifft.
Zu deiner zweiten Frage muss ich mich selbst mal beobachten, das kann ich gerade gar nicht beantworten
Starla, ich lese dich gerade in der Vorschau. "Man" im sinne von "ein durchschnittlicher, gesunder mitteleuropäischer Mensch" nicht. Das darüber sprechende oder angesprochene Individuum aber vielleicht schon. Mein ägyptischer Kollege lief anfangs bei 10 Grad mit der Daunenjacke herum. Ob er ohne krank geworden wäre, weiß ich natürlich nicht. Und die Tochter einer Freundin trägt mittlerweile auf eigenen Wunsch auch bei für mich warmem Wetter ein Stirnband, weil ihr von Wind die Ohren wehtun. Man weiß es einfach nicht. Ich kann nur sagen, wie es für mich ist und ggf wie es für die meisten ist. Anderen zu unterstellen, dass sie die Unwahrheit sagen (und so empfinde ich dein "nicht glauben"), finde ich nicht fair. Denn ja, ich gebe zu, meistens wird es so sein. Aber Situationen und auch Wahrnehmungen sind verschieden. Und das ist eine Message, die ich meinen Kindern mitgeben möchte.
Was ich damit sagen will: Du weist nicht, wie groß der Wahrheitgehalt solcher Aussagen ist. Vielleicht hat das Mädchen schon die dritte Blasenentzündung in diesem Sommer durch und reagiert nun mal auf kalte Füße mit einer erhöhten Infektionsgefahr. Zu deinen anderen Beispielen fällt mir jetzt spontan keine plausible Erklärung ein, aber ich schließe nicht aus, dass es sie gibt. Deshalb berufe ich mich auf die Individualität von Menschen, etwa so, wie Elena das auch schon schrieb. Indem ich meinem Kind erkläre, dass ich nicht beurteilen kann, ob die Aussage für das andere Kind so stimmt, ich aber davon ausgehe, dass die Mutter/der Vater das beste für sein Kind will. Und dass das deshalb aber für uns nicht zwangsläufig auch zutrifft.
Zu deiner zweiten Frage muss ich mich selbst mal beobachten, das kann ich gerade gar nicht beantworten
Starla, ich lese dich gerade in der Vorschau. "Man" im sinne von "ein durchschnittlicher, gesunder mitteleuropäischer Mensch" nicht. Das darüber sprechende oder angesprochene Individuum aber vielleicht schon. Mein ägyptischer Kollege lief anfangs bei 10 Grad mit der Daunenjacke herum. Ob er ohne krank geworden wäre, weiß ich natürlich nicht. Und die Tochter einer Freundin trägt mittlerweile auf eigenen Wunsch auch bei für mich warmem Wetter ein Stirnband, weil ihr von Wind die Ohren wehtun. Man weiß es einfach nicht. Ich kann nur sagen, wie es für mich ist und ggf wie es für die meisten ist. Anderen zu unterstellen, dass sie die Unwahrheit sagen (und so empfinde ich dein "nicht glauben"), finde ich nicht fair. Denn ja, ich gebe zu, meistens wird es so sein. Aber Situationen und auch Wahrnehmungen sind verschieden. Und das ist eine Message, die ich meinen Kindern mitgeben möchte.
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Hobbitkind (geb. 02.12.2016)
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Inkling
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Hier auch: Situationen und Wahrnehmungen sind verschieden. Unser Nachbarskind kriegt tatsächlich bei <15 Grad ohne Mütze sehr schnell MOE. Hatten meine noch nie, und na klar fragen sie nach wieso sie keine Mütze anziehen müssen aber XY schon.
Unser Kind darf dafür bestimmte Bewegungen nicht ausüben weil wir dann unweigerlich in der Notaufnahme zum Arm einkugeln sitzen. Wirkt auf andere vielleicht übertrieben vorsichtig, aber da die anderen nicht den Nachmittag in der Notaufnahme verbringen müssen mag ich Leute, die einfach leben und leben lassen.
Zum Unterbrechen, ich signalisiere über Körperkontakt oder Blicke dass ich mein Kind wahrnehme, und -wenn es nicht warten kann- verfahre wie mit dem klingelnden Handy.
Je kleiner das Kind, desto eher bin ich geneigt zu unterbrechen.
Unser Kind darf dafür bestimmte Bewegungen nicht ausüben weil wir dann unweigerlich in der Notaufnahme zum Arm einkugeln sitzen. Wirkt auf andere vielleicht übertrieben vorsichtig, aber da die anderen nicht den Nachmittag in der Notaufnahme verbringen müssen mag ich Leute, die einfach leben und leben lassen.
Zum Unterbrechen, ich signalisiere über Körperkontakt oder Blicke dass ich mein Kind wahrnehme, und -wenn es nicht warten kann- verfahre wie mit dem klingelnden Handy.
- Flädi
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Other moms, other rules! Diesen Spruch haben meine Kinder schon früh kennen gelernt. Keines hat heute Probleme damit, dass andere Eltern, manchmal auch weniger Strenge, Ansichten als mein Mann und ich haben. Wie meine Vorschreiberinnen schon schrieben, meist kennt man die Hintergründe ja nicht, weshalb es bei anderen anders gehandhabt wird. Was nicht heisst, dass wir uns alle manchmal gemeinsam amüsieren oder ratlos sind
.
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Da kann ich nur unterschreiben.Siduri hat geschrieben: 02.07.2018, 23:25"Man" im sinne von "ein durchschnittlicher, gesunder mitteleuropäischer Mensch" nicht. Das darüber sprechende oder angesprochene Individuum aber vielleicht schon. (...) Man weiß es einfach nicht. Ich kann nur sagen, wie es für mich ist und ggf wie es für die meisten ist. Anderen zu unterstellen, dass sie die Unwahrheit sagen (und so empfinde ich dein "nicht glauben"), finde ich nicht fair. Denn ja, ich gebe zu, meistens wird es so sein. Aber Situationen und auch Wahrnehmungen sind verschieden. Und das ist eine Message, die ich meinen Kindern mitgeben möchte.
Zum Sandwerfen noch die Anmerkung, dass im Sand meistens auch Steinchen sowie Glasscherben mit drinnen sind, und ja, das kann das Auge verletzen. Ich kann beispielsweise Schneeballschlachten nicht ausstehen. Kommt daher, dass eine Bekannte als Kind einen Schneeball aufs Auge bekam und seitdem einäugig durchs Leben geht. So drastisch muss das nicht passieren, aber es ist durchaus möglich. Wir alle leben mit unseren persönlichen Erfahrungen, und das versuche ich den Kindern mitzugeben.
In der Spielplatz-Situation erkläre ich dann dementsprechend, dass es in jeder Familie Regeln gibt, die unterschiedlich sein können. Vielleicht hat das Kind gerade erst ne Blasenentzündung gehabt oder der Armbruch nach nem Kletterunfall ist gerade frisch verheilt. Wir wissen es nicht, dass reicht in meinen Augen als Erklärung. Da braucht man keine wissenschaftliche Argumentation auffahren, sich aber auch nicht über Eltern mit "falschen" Sprüchen aufregen.
Zum Unterbrechen: der Handyvergleich gefällt mir. Wenn das Kind das blöd findet würde ich nur mit den Schultern zucken und sagen "ist aber so". Und in einer ruhigen Minute darüber sprechen, dass man den anderen ausreden lassen soll, auch Kinder werden nicht gerne unterbrochen in ihrem Redeschwall. Wenns wirklich dringend ist, dürfen sie aber immer stören. Damit sie wissen was "dringend" heißt untermale ich das gegenüber meinen Kindern mit "Kopf unterm Arm" oder "bluttriefend" (mit einem Grinsen im Gesicht). So dürfen sie mir immer ins Wort fallen. Am Spielplatz gilt bei mir zudem Selbstbedienung bei der Trinkflasche, das entstresst ungemein.
"On ne connaît son chemin que quand on arrive au bout." (Le Destin - Bénabar) 🎶
Amber mit dem Elftklässler (Mai 2009) und der Neuntklässlerin (Januar 2011)
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- Nana
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Mit “andere Familie, andere Regeln“ fahren wir auch ganz gut.
Was ich aber garnicht zu erklären weiß...
Eine liebe Freundin hat ihrem 1,5 Jahre alten Sohn erklärt, dass unsere Schoko-Sauce leer sei und er deshalb nichts mehr haben kann. Mein Sohn hat wahrheitsgemäß erklärt “nein, da ist eh noch was drin!“. Sie hat meinem dann im Prinzip erklärt, er solle den kleinen anschwindeln, damit er zu betteln aufhört. Ich habe die sauce dann weggeräumt.
Sie verwendet ganz oft Schwindeleien, um sich den Alltag zu erleichtern. Das gibt es bei uns nicht (weihnachten und Ostern sind die einzigen Ausnahmen, an denen ich auch mein Kind anschwindele). Bei uns würde es einfach heißen “du hattest schon viel Sauce, den Rest heben wir auf.“ Was sie ihren Kindern vorgaukelt kann mir ja egal sein, aber wenn sie meinen Sohn zum Lügen anstiftet, werde ich das das nächste Mal ansprechen. Wie seht ihr das?
Was ich aber garnicht zu erklären weiß...
Eine liebe Freundin hat ihrem 1,5 Jahre alten Sohn erklärt, dass unsere Schoko-Sauce leer sei und er deshalb nichts mehr haben kann. Mein Sohn hat wahrheitsgemäß erklärt “nein, da ist eh noch was drin!“. Sie hat meinem dann im Prinzip erklärt, er solle den kleinen anschwindeln, damit er zu betteln aufhört. Ich habe die sauce dann weggeräumt.
Sie verwendet ganz oft Schwindeleien, um sich den Alltag zu erleichtern. Das gibt es bei uns nicht (weihnachten und Ostern sind die einzigen Ausnahmen, an denen ich auch mein Kind anschwindele). Bei uns würde es einfach heißen “du hattest schon viel Sauce, den Rest heben wir auf.“ Was sie ihren Kindern vorgaukelt kann mir ja egal sein, aber wenn sie meinen Sohn zum Lügen anstiftet, werde ich das das nächste Mal ansprechen. Wie seht ihr das?
Mit Löwenbär 7/2013
Und Pünktchen 8/2018
Und Pünktchen 8/2018
- sanilii
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?
Oh das finde ich ziemlich blöd von ihr und würde das definitiv ansprechen. Da sollte man unter Freunden aber auch irgendwie einen Konsens finden, denke ich.
Ich finde es auch völlig okay, meinem Kind zu erklären, dass es überall andere Regeln gibt. Noch betrifft uns das ja nicht so, aber das war eben auch mein Gedanke, das so zu handhaben.
Ich hab auch mal eine Situation, bei der ich eher hilflos war: größeres Kind einer mir unbekannten Mutter sitzt am Boden, mag nicht gehen (Gebäude des Familiencafes ist). Wir kommen zur Tür rein, die Mutter sagt "Wenn du da so sitzen bleibst, lacht die Frau dich aus". Es war ein kurzer Moment, ich war ja gleich vorbei, aber meine Reaktion war ein eher spontanes "Nein". Einerseits mag ich mich ja nicht einmischen, andererseits aber irgendwie auch nicht so instrumentalisiert werden. Sehe ich das zu hart und sollte einfach versuchen, nichts dazu zu sagen?
Ich finde es auch völlig okay, meinem Kind zu erklären, dass es überall andere Regeln gibt. Noch betrifft uns das ja nicht so, aber das war eben auch mein Gedanke, das so zu handhaben.
Ich hab auch mal eine Situation, bei der ich eher hilflos war: größeres Kind einer mir unbekannten Mutter sitzt am Boden, mag nicht gehen (Gebäude des Familiencafes ist). Wir kommen zur Tür rein, die Mutter sagt "Wenn du da so sitzen bleibst, lacht die Frau dich aus". Es war ein kurzer Moment, ich war ja gleich vorbei, aber meine Reaktion war ein eher spontanes "Nein". Einerseits mag ich mich ja nicht einmischen, andererseits aber irgendwie auch nicht so instrumentalisiert werden. Sehe ich das zu hart und sollte einfach versuchen, nichts dazu zu sagen?
Sonja mit Bärchen *4/17 und kleiner Hummel *9/20