Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
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Orangensonne
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Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Guten Morgen liebes Forum!
Seit 9 Wochen haben wir nun ein neues Familienmitglied (eine zweite kleine Tochter) und gewöhnen uns in die neue Situation ein.
Die Geburt - vorzeitige Plazentaablösung, das Baby und ich haben knapp überlebt - hat mich/uns ziemlich aus der Bahn geworfen, wie man sich sicherlich vorstellen kann.
Unsere große Tochter ist 5 Jahre alt und sie „leidet“ zuweilen an der neuen Situation, da “alles so anders ist“. Sie die Nähe mit mir vermisst. Damit meint sie aber, dass sie eben nicht mehr immer zu mir in den Arm kann bzw. Ich sie nicht ins Bett bringe, weil G zu dieser Zeit viel weint und viel stillt. Daher macht das gerade der Papa ausschließlich.
Mit zerreißt es dann oft das Herz, wenn sie abends neben mir steht und mit Tränen in den Augen schluckt. Ich versuche auf viel Kuscheln, Spielen usw tagsüber zu achten, aber es scheint nicht zu reichen.
Wir haben die traumhafte Situation, dass mein Freund durch einen Stellenwechsel und einer guten Kündigungsfrist bis Ende Juni freigestellt ist. Daher bekommt sie gerade von ihm viel, wenn ich stille oder beruhige. Sie ist also nicht alleine. Aber ich fühle mich trotzdem oft schlecht, weil ich sie nicht so begleiten kann wie sie es sich wünscht.
Kennt eine von euch diese Zerrissenheit? Diese Schwierigkeit zu entscheiden, wer braucht mich jetzt momentan mehr? Wie reagiere ich?
Mir fehlt sie natürlich auch. Sie ist inzwischen auch nachmittags einmal pro Woche bei einem andern Kind ohne mich. Das möchte sie. Sie geht auch in die Kita für 4-6 Stunden, aber nur freiwillig.
Diese Nähe die wir vorher hatten, ich habe Angst, dass ich etwas kaputt mache, weil ich mich falsch verhalte.
Kann mir noch jemand folgen? Oder ist das zu wirr?
Über Erfahrungen eurerseits würde ich mich sehr freuen.
Alexandra
Seit 9 Wochen haben wir nun ein neues Familienmitglied (eine zweite kleine Tochter) und gewöhnen uns in die neue Situation ein.
Die Geburt - vorzeitige Plazentaablösung, das Baby und ich haben knapp überlebt - hat mich/uns ziemlich aus der Bahn geworfen, wie man sich sicherlich vorstellen kann.
Unsere große Tochter ist 5 Jahre alt und sie „leidet“ zuweilen an der neuen Situation, da “alles so anders ist“. Sie die Nähe mit mir vermisst. Damit meint sie aber, dass sie eben nicht mehr immer zu mir in den Arm kann bzw. Ich sie nicht ins Bett bringe, weil G zu dieser Zeit viel weint und viel stillt. Daher macht das gerade der Papa ausschließlich.
Mit zerreißt es dann oft das Herz, wenn sie abends neben mir steht und mit Tränen in den Augen schluckt. Ich versuche auf viel Kuscheln, Spielen usw tagsüber zu achten, aber es scheint nicht zu reichen.
Wir haben die traumhafte Situation, dass mein Freund durch einen Stellenwechsel und einer guten Kündigungsfrist bis Ende Juni freigestellt ist. Daher bekommt sie gerade von ihm viel, wenn ich stille oder beruhige. Sie ist also nicht alleine. Aber ich fühle mich trotzdem oft schlecht, weil ich sie nicht so begleiten kann wie sie es sich wünscht.
Kennt eine von euch diese Zerrissenheit? Diese Schwierigkeit zu entscheiden, wer braucht mich jetzt momentan mehr? Wie reagiere ich?
Mir fehlt sie natürlich auch. Sie ist inzwischen auch nachmittags einmal pro Woche bei einem andern Kind ohne mich. Das möchte sie. Sie geht auch in die Kita für 4-6 Stunden, aber nur freiwillig.
Diese Nähe die wir vorher hatten, ich habe Angst, dass ich etwas kaputt mache, weil ich mich falsch verhalte.
Kann mir noch jemand folgen? Oder ist das zu wirr?
Über Erfahrungen eurerseits würde ich mich sehr freuen.
Alexandra
Alexandra mit C 02/13 und G 01/18
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pqr
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Hallo
Mein kleiner Großer ist jünger, ich kenne das Gefühl aber auch.
Bei uns war es die ersten 12 Wochen sehr ausgeprägt, dass ich das Gefühl hatte, mein älteres Kind leidet unter der Situation. Dann wurde es besser. Ich denke, das Kind hatte sich dann an den Familienzuwachs gewöhnt (und ich mich auch.)
Eure Situation, dass Ihr Euch zu Zweit um beide kümmern könnt, ist echt super. Ich drücke die Daumen, dass Ihr Euch gut in die neue Familienkonstellation einfindet. Gib Euch noch Zeit!
Mein kleiner Großer ist jünger, ich kenne das Gefühl aber auch.
Bei uns war es die ersten 12 Wochen sehr ausgeprägt, dass ich das Gefühl hatte, mein älteres Kind leidet unter der Situation. Dann wurde es besser. Ich denke, das Kind hatte sich dann an den Familienzuwachs gewöhnt (und ich mich auch.)
Eure Situation, dass Ihr Euch zu Zweit um beide kümmern könnt, ist echt super. Ich drücke die Daumen, dass Ihr Euch gut in die neue Familienkonstellation einfindet. Gib Euch noch Zeit!
Viele Grüße
pqr
pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017
pqr
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- auri82
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Herzlichen Glückwunsch zum kleinen neuen Wunder!
Du bist sicherlich emotional sehr mitgenommen, im Wochenbett nach einer so schwierigen Geburt, da ist diese Zerrissenheit natürlich besonders schwer auszuhalten. Du wirst bestimmt Wege für dich und für euch finden damit umzugehen aber sie wird euch wahrscheinlich noch eine ganze Weile begleiten.
Ich dachte immer, dass es einfacher ist wenn das große Kind älter und verständiger ist aber wahrscheinlich ist es dann nur anders aber nicht besser.
Hier weinen oft beide Kinder gleichzeitig nach mir und wollen am liebsten beide Exklusivzeit haben. Wenn der Papa oder eine andere Bezugsperson da sind und ein Kind begleiten können, ist es besser als wenn ich alleine mit ihnen bin aber trotzdem wollen sie halt dann eigentlich beide nur zu mir. Die Große wird grade sehr mühsam seit 3 Monaten im KiGa eingewöhnt, seitdem ist es besonders schlimm.
Ich glaube, es gehört für alle Kinder mit Geschwistern einfach dazu, das zu durchleben und wir können sie nur möglichst liebe- und respektvoll begleiten.... Dafür haben sie eine hoffentlich lebenslange Begleitung durch das oder die Geschwister und sind nicht so allein wie Einzelkinder.
Du bist sicherlich emotional sehr mitgenommen, im Wochenbett nach einer so schwierigen Geburt, da ist diese Zerrissenheit natürlich besonders schwer auszuhalten. Du wirst bestimmt Wege für dich und für euch finden damit umzugehen aber sie wird euch wahrscheinlich noch eine ganze Weile begleiten.
Ich dachte immer, dass es einfacher ist wenn das große Kind älter und verständiger ist aber wahrscheinlich ist es dann nur anders aber nicht besser.
Hier weinen oft beide Kinder gleichzeitig nach mir und wollen am liebsten beide Exklusivzeit haben. Wenn der Papa oder eine andere Bezugsperson da sind und ein Kind begleiten können, ist es besser als wenn ich alleine mit ihnen bin aber trotzdem wollen sie halt dann eigentlich beide nur zu mir. Die Große wird grade sehr mühsam seit 3 Monaten im KiGa eingewöhnt, seitdem ist es besonders schlimm.
Ich glaube, es gehört für alle Kinder mit Geschwistern einfach dazu, das zu durchleben und wir können sie nur möglichst liebe- und respektvoll begleiten.... Dafür haben sie eine hoffentlich lebenslange Begleitung durch das oder die Geschwister und sind nicht so allein wie Einzelkinder.
Auri mit 2 Mädels 06/2015 und 04/2017
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jali
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Ich finde es nicht wirr und kenne das Gefühl gut. Es verändert sich tatsächlich etwas im Verhältnis zu den grossen Kindern und meine Tochter hat das Geschwisterchen tatsächlich ziemlich aus der Bahn geworfen. Aber irgendwann hat sie ihren Platz im Vierer-Gefüge gefunden und hat wieder ihre Mitte gefunden. Hat aber ein bisschen gedauert.
Es IST eine grosse Veränderung und die grossen verlieren auch etwas (auch wenn sie langfristig gewinnen), da darf man auch traurig und wütend sein.
Es IST eine grosse Veränderung und die grossen verlieren auch etwas (auch wenn sie langfristig gewinnen), da darf man auch traurig und wütend sein.
Mit zwei Töchtern (2011 und 2014)
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Lösche Benutzer 14252
Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Ich kann Dir folgen und verstehe Dich voll und ganz! (((Orangensonne)))
Wir haben bzw hatten hier eine ähnliche Situation, der Große geboren 01/13, die Kleine 10/17, Geburt war nicht ganz so dramatisch, "nur" KS mit bisschen Komplikationen (aber nie Lebensgefahr für Baby und/oder mich) und 9 Tagen KH.
Mein "Vorteil" war und ist, dass der Große ein totales Papakind ist und seine kleine Schwester echt abgöttisch liebt.
Ich kann nur berichten wie wir es gemacht haben, Du kannst vielleicht "rausfischen" was für Euch passt: die Abendsituation hat sich für uns sehr entspannt als ich aufgehört hab auf die Uhr zu schauen bzgl wann der Große ins Bett geht. Der ist aber ein Kind mit dem das folgenlos geht. Heißt er konnte sich zu mir/uns kuscheln solange die Kleine getrunken hat, wenn die so weit "abgefüllt" war, hat Papa sie übernommen und ich den Großen ins Bett gebracht. War halt manchmal 1,5h später als regulär...
Inzwischen ist sie fast 6 Monate alt, jetzt versuche ich an Tagen wo wir früh genug essen erst die Kleine ins Bett zu bringen, der Große darf mit Papa noch Youtube schauen und danach den Großen. Oder wenn die Kleine noch wach genug ist und der Große früh müde, lese ich beiden vor, sag dann erst ihm gute Nacht und bring dann die Kleine. Wir entscheiden das alao relativ spontan jeden Tag neu wie es passt und sich ausgeht.
Ansonsten habe ich ihm aber auch öfter erklärt, dass es momentan für uns alle anstrengend ist mit dem Baby, auch für Mama und Papa, aber dass ich ihm verspreche, dass das besser und leichter wird.
Und ja, auch aus Mamasicht wird es einfacher bzgl der Entscheidung "wer braucht mich grad mehr". Es muss ab und an jetzt auch die Kleine mal kurz warten und mal kurz mit Papa und dem Schnuller Vorlieb nehmen. Ohne den ginge es hier nicht, auch wenn ich mich lange dagegen gewehrt habe und die Sache noch immer mit Argusaugen beobachte. Aber er entspannt so einiges...
Und die Zeit arbeitet für Dich! Deine Große wird immer selbstständiger und die Kleine zunehmend weniger von Dir abhängig sein!
Wir haben bzw hatten hier eine ähnliche Situation, der Große geboren 01/13, die Kleine 10/17, Geburt war nicht ganz so dramatisch, "nur" KS mit bisschen Komplikationen (aber nie Lebensgefahr für Baby und/oder mich) und 9 Tagen KH.
Mein "Vorteil" war und ist, dass der Große ein totales Papakind ist und seine kleine Schwester echt abgöttisch liebt.
Ich kann nur berichten wie wir es gemacht haben, Du kannst vielleicht "rausfischen" was für Euch passt: die Abendsituation hat sich für uns sehr entspannt als ich aufgehört hab auf die Uhr zu schauen bzgl wann der Große ins Bett geht. Der ist aber ein Kind mit dem das folgenlos geht. Heißt er konnte sich zu mir/uns kuscheln solange die Kleine getrunken hat, wenn die so weit "abgefüllt" war, hat Papa sie übernommen und ich den Großen ins Bett gebracht. War halt manchmal 1,5h später als regulär...
Inzwischen ist sie fast 6 Monate alt, jetzt versuche ich an Tagen wo wir früh genug essen erst die Kleine ins Bett zu bringen, der Große darf mit Papa noch Youtube schauen und danach den Großen. Oder wenn die Kleine noch wach genug ist und der Große früh müde, lese ich beiden vor, sag dann erst ihm gute Nacht und bring dann die Kleine. Wir entscheiden das alao relativ spontan jeden Tag neu wie es passt und sich ausgeht.
Ansonsten habe ich ihm aber auch öfter erklärt, dass es momentan für uns alle anstrengend ist mit dem Baby, auch für Mama und Papa, aber dass ich ihm verspreche, dass das besser und leichter wird.
Und ja, auch aus Mamasicht wird es einfacher bzgl der Entscheidung "wer braucht mich grad mehr". Es muss ab und an jetzt auch die Kleine mal kurz warten und mal kurz mit Papa und dem Schnuller Vorlieb nehmen. Ohne den ginge es hier nicht, auch wenn ich mich lange dagegen gewehrt habe und die Sache noch immer mit Argusaugen beobachte. Aber er entspannt so einiges...
Und die Zeit arbeitet für Dich! Deine Große wird immer selbstständiger und die Kleine zunehmend weniger von Dir abhängig sein!
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pqr
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Die Abendsituation mit Clusterfeeding und Weinen ist bei uns auch so, weswegen mein Mann den kleinen Großen ins Bett bringt.
Da ich anfangs Stillprobleme hatte, habe ich mich gegen den Schnuller entschieden. Ich denke, dass bei uns das Clusterfeeding notwendig für die Milchbildung ist und ich hier der Kleinen Vorrang gebe.
Ich hatte auch schon versucht, beide beim Einschlafen im Arm zu halten, die Kleine dabei zu stillen, das war aber für alle Beteiligten stressiger.
Ich versuche auch, dem kleinen Großen Exklusivzeit zu geben, während sein Vater die Kleine in der Trage hat und spazieren geht.
Da ich anfangs Stillprobleme hatte, habe ich mich gegen den Schnuller entschieden. Ich denke, dass bei uns das Clusterfeeding notwendig für die Milchbildung ist und ich hier der Kleinen Vorrang gebe.
Ich hatte auch schon versucht, beide beim Einschlafen im Arm zu halten, die Kleine dabei zu stillen, das war aber für alle Beteiligten stressiger.
Ich versuche auch, dem kleinen Großen Exklusivzeit zu geben, während sein Vater die Kleine in der Trage hat und spazieren geht.
Viele Grüße
pqr
pqr mit Mini 04/2015
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pqr
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Elena
- Miss SuTiversum
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Das ist mir gerade aufgefallen: Stillen kannst nur du, aber beruhigen kann auch der Papa! Da lassen sich bestimmt Wege finden. Bei uns war es oft so, dass ich die Große(n) abends ins Bett gebracht habe, davor hatte ich das Baby noch gestillt, unmittelbar nach dem Stillen kam sie zu Papa ins Tragetuch, der dann mit ihr durch die Wohnung oder um den Block gewandert ist. Clusterfeeding fand vor oder nach dem Bettgehen der Großen statt. Vielleicht kann man das bei euch auch so timen?Orangensonne hat geschrieben: 03.04.2018, 09:06
Wir haben die traumhafte Situation, dass mein Freund durch einen Stellenwechsel und einer guten Kündigungsfrist bis Ende Juni freigestellt ist. Daher bekommt sie gerade von ihm viel, wenn ich stille oder beruhige.
Ich verstehe total, dass man da zerrissen ist. Und es lässt sich auch bestimmt nicht immer einfach lösen. Manche Lösungen brauchen Zeit... aber ich würde auch im Hinblick auf die kommenden Monate auf jeden Fall anstreben, dass dein Freund das Baby, wenn es satt ist, genauso beruhigen kann wie du. Das kann auch für dich eine enorme Entlastung sein!!! Lasst euch die Chance nicht entgehen, besonders, wenn er in der nahem Zukunft auch viel Zeit hat!
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Elena
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Ach ja, "Ich will auch Geschwister haben" von Astrid Lindgren ist da auch ein ganz nettes Buch zum Thema.
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- Sakura
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Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Hi Orangensonne, herzlichen Glückwunsch zum Baby, und ich kriege Gänsehaut bei dem, was Du über die Geburt schreibst.
Nur ganz kurz zum Ins-Bett-bringen: Kinder empfinden Dinge manchmal anders als wir. Meine Große war erst 2, als die Kleine Schwester kam. Ich war von Anfang an viel allein mit beiden. Ich musste die Große von Anfang an abends oft mit Baby ins Bett bringen, und mittags sowieso. Teilweise auch mit schreiendem Baby eingebunden vorm Bauch. Ich bin mir sehr sicher, dass meine Große es bevorzugt hat, dass ich sie mit schreiendem Baby ins Bett bringe (was Erwachsene jetzt blöd finden), als wenn sie hätte allein ins Bett gehen sollen (oder mit Papa, wenn er da war), damit sie "schön ihre Ruhe hat" und nicht durch das Baby "gestört" wird. Meine Anwesenheit war ihr wichtiger als alles andere.
Wir waren damals gerade in ein Haus umgezogen, das Dach wurde noch gedeckt, als wir schon drinnen wohnten. Wenn wir mittags ins Bett gegangen sind, hörten wir das Hämmern des Dachdeckers auf dem Dach direkt über uns. "Hör mal, sagte ich dann zu ihr. Der Dachdecker hämmert auf dem Dach. Das klingt ein bisschen wie Regen, findest Du nicht?" Und so lauschten wir dem (ziemlich lauten) Hämmern, und darüber ist sie eingeschlafen.
Normalerweise lagen wir nebeneinander, sie dicht an mich gekuschelt. Einmal hat mittags das Baby doll geweint. Ich habe das Baby dann eingebunden, musste aber sitzen. Also habe ich mich mit brüllendem Baby vorm Bauch ins Bett gesetzt, die Große lag im Bett, und ich habe ihr gesagt, dass das heute eben mal so ist. Das Baby weint und ich kann mich nicht hinlegen. Ich kann ihre Hand halten und sie kann sich rankuscheln, und dann muss sie so einschlafen. Das muss heute mal so gehen. Ging. Meine Anwesenheit war ihr das wichtigste, alles andere ringsrum war verhandelbar.
Meistens habe ich es abends so gemacht: ich lag auf der Seite. Vor mir das Baby angedockt stillend, hinter mir an meinen Rücken gekuschelt die Große, die so kuschelnd eingeschlafen ist. Meine Anwesenheit war unabdingbar, alles andere verhandelbar.
Was ist für Deine Große das wichtigste? Was wäre für sie verhandelbar? Wäre es für sie ok, wenn Du sie ins Bett bringst, auch wenn Du ein (weinendes) Baby dabei hast? Kannst Du das Baby stillen, während Du bei der Großen bist und wartest, dass sie einschläft? Kannst Du vorlesen, während Du das Baby stillst? Was ist für Deine Große wirklich wichtig, und was würde sie nicht stören? Das sind manchmal GANZ andere Dinge, als was wir Erwachsenen optimal finden würden.
Alles Gute Euch!
Nur ganz kurz zum Ins-Bett-bringen: Kinder empfinden Dinge manchmal anders als wir. Meine Große war erst 2, als die Kleine Schwester kam. Ich war von Anfang an viel allein mit beiden. Ich musste die Große von Anfang an abends oft mit Baby ins Bett bringen, und mittags sowieso. Teilweise auch mit schreiendem Baby eingebunden vorm Bauch. Ich bin mir sehr sicher, dass meine Große es bevorzugt hat, dass ich sie mit schreiendem Baby ins Bett bringe (was Erwachsene jetzt blöd finden), als wenn sie hätte allein ins Bett gehen sollen (oder mit Papa, wenn er da war), damit sie "schön ihre Ruhe hat" und nicht durch das Baby "gestört" wird. Meine Anwesenheit war ihr wichtiger als alles andere.
Wir waren damals gerade in ein Haus umgezogen, das Dach wurde noch gedeckt, als wir schon drinnen wohnten. Wenn wir mittags ins Bett gegangen sind, hörten wir das Hämmern des Dachdeckers auf dem Dach direkt über uns. "Hör mal, sagte ich dann zu ihr. Der Dachdecker hämmert auf dem Dach. Das klingt ein bisschen wie Regen, findest Du nicht?" Und so lauschten wir dem (ziemlich lauten) Hämmern, und darüber ist sie eingeschlafen.
Normalerweise lagen wir nebeneinander, sie dicht an mich gekuschelt. Einmal hat mittags das Baby doll geweint. Ich habe das Baby dann eingebunden, musste aber sitzen. Also habe ich mich mit brüllendem Baby vorm Bauch ins Bett gesetzt, die Große lag im Bett, und ich habe ihr gesagt, dass das heute eben mal so ist. Das Baby weint und ich kann mich nicht hinlegen. Ich kann ihre Hand halten und sie kann sich rankuscheln, und dann muss sie so einschlafen. Das muss heute mal so gehen. Ging. Meine Anwesenheit war ihr das wichtigste, alles andere ringsrum war verhandelbar.
Meistens habe ich es abends so gemacht: ich lag auf der Seite. Vor mir das Baby angedockt stillend, hinter mir an meinen Rücken gekuschelt die Große, die so kuschelnd eingeschlafen ist. Meine Anwesenheit war unabdingbar, alles andere verhandelbar.
Was ist für Deine Große das wichtigste? Was wäre für sie verhandelbar? Wäre es für sie ok, wenn Du sie ins Bett bringst, auch wenn Du ein (weinendes) Baby dabei hast? Kannst Du das Baby stillen, während Du bei der Großen bist und wartest, dass sie einschläft? Kannst Du vorlesen, während Du das Baby stillst? Was ist für Deine Große wirklich wichtig, und was würde sie nicht stören? Das sind manchmal GANZ andere Dinge, als was wir Erwachsenen optimal finden würden.
Alles Gute Euch!
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
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Orangensonne
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- Registriert: 29.03.2018, 13:01
Re: Entthronung unserer 5jährigen: Schlechtes Gewissen, Zerissenheit und Traurigkeit.
Liebe pqr,pqr hat geschrieben: 03.04.2018, 09:22 Hallo
Mein kleiner Großer ist jünger, ich kenne das Gefühl aber auch.
Bei uns war es die ersten 12 Wochen sehr ausgeprägt, dass ich das Gefühl hatte, mein älteres Kind leidet unter der Situation. Dann wurde es besser. Ich denke, das Kind hatte sich dann an den Familienzuwachs gewöhnt (und ich mich auch.)
Eure Situation, dass Ihr Euch zu Zweit um beide kümmern könnt, ist echt super. Ich drücke die Daumen, dass Ihr Euch gut in die neue Familienkonstellation einfindet. Gib Euch noch Zeit!
vielen Dank für deine Nachricht.
Zeit scheint tatsächlich der wichtigste Faktor zu sein. Wir sprechen fast jeden Abend darüber, wie der Tag insbesonders mit der Großen so gelaufen ist. Da sagt mein Freund auch oft, dass wir uns alle noch zurecht finden müssen... aber auch, dass wir mit C geduldiger und weniger vorwurfsvoll sein müssen...
Alexandra mit C 02/13 und G 01/18