Ich habe es schon länger vor mir hergeschoben weil ich die Hoffnung hatte, dass sich das Problem von selbst erledigt, aber nun wird meine Sorge doch zu groß.
Es geht um meinen Sohn. Er ist 27 Monate alt und seit mittlerweile mehreren Monaten bereitet mir sein Essverhalten Sorgen.
Er hat schon immer sehr gerne gegessen. Anfangs auch abwechslungsreich. Natürlich gab es schon immer einige Dinge, die er nicht oder nicht immer mochte, aber das ist ja nunmal normal und insgesamt fand ich seine Ernährung sehr ausgewogen.
Vor einigen Monaten (ich kann nicht genau sagen, wann) fing es dann an, dass er zunehmend weniger abwechslungsreich aß. Fleisch bis auf Streichwurst oder Würstchen (die es aber nur selten gibt) nicht mehr. Das finde ich aber nicht schlimm.
Nach und nach wurde es immer weniger Gemüse. Obst ging noch gut.
Das wurde dann auch immer weniger.
Irgendwann ging Gemüse nur noch ab und zu mal als Möhren-Kartoffel-Brei oder als Nudeln mit Tomatensauce aus stückigen Tomaten mit versch. Gemüse püriert.
An Obst gingen fast ausschließlich Bananen. Davon dann auch mal gerne 2-3 täglich.
Da war ich schon etwas besorgt weil er so einseitig aß. Allerdings hat er zu dem Zeitpunkt zumindest anfangs noch gestillt (aber nicht mehr häufig). Immerhin. Ich habe es dann für eine Phase gehalten, die vorübergeht.
Mittlerweile isst er aber quasi nichts mehr an Obst und Gemüse.
Vielleicht einmal pro Woche bekomme ich ihn dazu, ein paar Löffel von o.g. Brei oder Nudelsauce zu essen (anderes gar nicht) und das auch nur mit Ablenkung durch den Fernseher. Geht gar nicht, finde ich, aber ich bin mittlerweile echt verzweifelt.
Ab und zu beißt er einmal von einem Apfelschnitz ab. So ein- bis zweimal pro Woche. Das wars.
Es ist egal ob roh, gekocht, in Stücken, in Streifen, im Ganzen, in einer Sauce, püriert, mit der Hand, mit Besteck,...
Morgens isst er Toast oder Brot mit Butter und Marmelade. Dazu trinkt er Kuhmilch.
Mittags isst er trockene Nudeln oder Brot mit Belag.
Abends möchte er meist Haferflocken mit Milch. Da löffelt er dann die Milch. Die Haferflocken bleiben stehen. Manchmal isst er auch Knäckebrot mit Butter/Streichwurst/Streichkäse.
Zwischendurch trockene Dinge wie Maiswaffeln oder Knabberbrezeln.
Und das seit mittlerweile bestimmt 2 Monaten. Jeden Tag.
Die oben genannten Dinge werden ihm natürlich nicht als erstes angeboten. Aber alle Alternativen werden konsequent abgelehnt. Er würde eher gar nichts essen als gesunde Alternativen.
Ich bin mittlerweile wirklich besorgt. Im Großen und Ganzen ernährt er sich von Kohlenhydraten, Fett und Zucker.
Das ist doch nicht gesund! Das ist auch keine Phase mehr, das ist ein Dauerzustand.
Körperlich ist er fit, finde ich. Allerdings ist er seit Kurzem extrem quengelig, weinerlich und unzufrieden. Das würde natürlich auch zum Alter passen, aber es passt nicht zu ihm. Er ist irgendwie anders. Wisst ihr, was ich meine? Ich habe kein gutes Gefühl.
Beim Thema Essen war ich bei beiden Kindern immer sehr entspannt und habe darauf vertraut, dass sie sich holen, was sie brauchen. Sie wurden nie zum Essen gezwungen, es wurde kein Druck gemacht. Die aktuelle Fernseh-Geschichte ausgenommen.
Momentan bin ich aber einfach total ratlos. Und ich merke, dass es mich extrem stresst.
Ich habe schon überlegt, einen Termin bei unserer Kinderärztin zu machen weil ich Angst vor einem Nährstoffmangel habe. Allerdings vermute ich, dass sie entweder sagen würde, es sei eine Phase oder dass ein Vorschlag käme wie "keine Alternativen anbieten, dann wird er schon irgendwann essen". Ich möchte mein Kind aber nicht hungern lassen damit es quasi aus Verzweiflung isst, was ich ihm "vorsetze".
Kennt jemand von euch so eine lang andauernde Phase oder habt ihr DEN ultimativen Tipp für mich?
Oder haltet ihr meine Sorge für übertrieben?
Ich bin ratlos.
Danke schonmal fürs Lesen!