Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Olschi
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Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Olschi »

Hallo,
Ich bin durch mittlerweile vollkommen verunsichert und Teile nicht immer die Ansichten meiner Nachsorge Hebamme, deswegen dachte ich, ich hole mir hier mal eine zweite Meinung...
Meine Tochter ist gestern 6 Wochen geworfen, kam am 18.09. Per Notsectio a6f die Welt. Durch die Narkose durfte ich sie 6 Stunden nicht ablegen und sie bekam von der Hebamme ihre erste Flasche.
Das erste Anlegen nachts klappte leider nicht, die Schwester brachte mir dann ein Stillhütchen mit dem sie die Brust zu fassen bekam.
Wir stillen also von Anfang an mit Hütchen.
Die Kleine kam mit 3980 Gramm zur Welt, drei Tage später bei Entlassung wog sie 3680 Gramm.
Sie nahm dann auch normal zu
Die genauen Werte:
20.09. 3680 KH
21.09. 3780 Hebamme
23.09. 3800 Hebamme
26.09. 3920 Hebamme
28.09. 3980 Hebamme
04.10. 4200 Hebamme
11.10. 4480 Hebamme
Am 13.10. Dann 4400 (nüchtern)
Am 18.10 4460
In diesen Tagen habe ich die Kleine gefühlt Dauergestillt besonders nachmittags und abends. Irgendwann begann sie dann immer die Brust anzuschreien und zu achten.
Die Hebamme sagte mir meine Milch reiche nicht und ich müsse zu füttern.
Das habe ich dann getan. Den ersten Tag 2 Flaschen dann 4 Flaschen am nächsten Tag (immer nach dem Stillen) danach (insgesamt eine Woche) drei Flaschen am Tag, sie hat im Schnitt immer ca. 100 ml daraus getrunken mal mehr 135ml mal weniger 80... (pre-Nahrung)
Die Gewichtsentwicklung war daraufhin wieder gut
24.10. 4720 Gramm
Und sie schien anfangs auch zufriedener zu sein, das abendliche schreien ging dann allerdings wieder los.
Nachdem sie Bauchschmerzen und Darmprobleme bekommen hat, und ich nicht davon überzeugt war zu wenig Milch zu haben, wollte ich unbedingt wieder von der Flasche weg kommen.
Also habe ich jetzt eine Woche lang die Flasche einfach weg gelassen.
Erst dachte ich es funktioniert gut. Jetzt habe ich allerdings das Gefühl, dass ich nicht nur abends sondern auch nachts ab ca. drei und morgens Dauerstille. Sie hört auch nie von alleine auf zu saugen, nach ca. Einer Stunde wird sie müde und schläft an der Brust ein. Ich habe in der Regel aber schon das Gefühl, dass sie kräftig saugt, der MSR setzt auch relativ schnell ein.
Ich habe mir jetzt eine Babywaage gekauft und sie heute morgen gewogen 3710 Gramm.
Klar es sind zwei verschiedene Waagen aber zugenommen hat sie in der letzten Woche anscheinend nicht. Ich finde auch, dass sie dünner aussieht.
Sollte ich wieder anfangen sie zu zu füttern? Wird es gefährlich für sie wenn ich es noch eine weitere Woche versuche nur mit Stillen? Ich will sie nicht hungern lassen. Habe Angst dass sie mit Flasche ausgeglichener wäre und ich ihr mit meinen Versuchen schade.
Sie hat wieder regelmäßigen Stuhlgang. D.h nach fast jeder Mahlzeit ein Klecks und ca. 1x am Tag mehr.
Nasse Windeln hat sie insgesamt ca. 5 ich wickle nachts nur wenn ich merke das sie Stuhlgang hatte.
So ich hoffe ich habe nichts vergessen.
Vielen Dank schon mal
Glg Kerstin
Olschi
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Olschi »

Ich seh gerade ich habe ein paar Informationen vergessen.
Die Kleine kam termingerecht zur Welt, mit 54 cm letzte Messung bei der U3 58cm Länge.
Wir sind sonst in keiner Behandlung nur meine Nachsorge Hebamme.
Es gibt keine körperlichen Besonderheiten, sind beide gesund.
Zugefüttert haben wir in der Woche mit Bebevita pre Nahrung und Avent Flaschen mit 1er Saugern.
Unser Stillalltag: in der Regel meldet sie sich alle 2,5- 3 Stunden außer abends/ nachts und trinkt dann eine Stunde lang außer ich unterbreche sie. Meine Hebamme hat mir gesagt, dass es keinen Sinn macht sie länger als 15 Minuten an einer Brust zu lassen also habe ich anfangs 2x 15 Minuten gestillt.
Jetzt lasse ich sie so lange sie will, bzw. Sie saugt.
An sich ist sie ein sehr waches Kind. Sie wirkt teilweise sehr nervös, fuchtelt sehr viel mit den Armen etc. Pucken sie zum schlafen abends auch immer.
Tagsüber schläft sie nur bei mir im Tragetuch, weswegen ich auch nicht abpumpen kann, entweder sie ist an meiner Brust oder im Tuch.
Sie bekommt einen Schnuller meistens nur im Tragetuch zum Einschlafen.
Ihr Stuhlgang war bis zum zu füttern immer regelmäßig also bei jedem Stillen ein bisschen 1-2 mal am Tag relativ viel. Das hat sich jetzt auch fast wieder so eingespielt.
Ich hoffe ich habe jetzt nichts mehr vergessen.
Danke
Mondenkind
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Mondenkind »

Hallo Olschi, schön dass du hier bist. Ich melde mich in Kürze.

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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Mondenkind »

Da hattet ihr ja einen schweren Start!
Olschi hat geschrieben:Ich habe mir jetzt eine Babywaage gekauft und sie heute morgen gewogen 3710 Gramm.
Du meinst 4710?

Man sieht da mit 3 Wochen schon einen kleinen Knick in der Zunahme, das war vermutlich, als du die Zufütterung wieder weggelassen hast. Die Ausscheidungen scheinen sehr gut zu sein. Das mit den 15 Minuten von deiner Hebamme ist natürlich nicht richtig... Sie so lange an der Brust zu lassen, wie sie saugt ist korrekt. Fasst sie die Brust gut oder hat sie Probleme beim Andocken?

Ich fände es sinnvoll, jetzt erstmal ein paar Tage konsequent und systematisch zu wiegen und zu schauen, wie sich das Gewicht entwickelt.

Du kannst sie auch durch Brustkompression an der Brust unterstützen. Wenn sie problemlos andockt, kannst du auch Wechselstillen betreiben, aber wirklich nur, wenn sie auch gut an die Brust geht.

Wäre das ok für dich?

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Olschi
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Olschi »

Hallo,
Vielen Dank für deine Antwort.
Bei der ersten Stagnation des Gewichtes habe ich angefangen zu zu füttern, also vor zwei Wochen genau eine Woche lang, und es jetzt eine Woche weg gelassen.
Genau ich meinte 4710 Gramm...
Mit dem Hütchen geht sie sehr leicht an die Brust, jetzt habe ich gestern gelesen, dass das trinken mit Hütchen wesentlich anstrengender für sie wäre und 20 Minuten mit Hütchen 5 Minuten ohne entsprechen würden. Ist das richtig? Kann es sein, dass sie deswegen so lange trinkt und irgendwann zu müde ist um weiter zu trinken aber eigentlich noch Hunger hätte?
Ich habe gestern versucht es weg zu lassen. Zwischendrin klappt das auch für ein paar Minuten nur das andocken fällt ihr sehr schwer und nachts im Liegen will es gar nicht klappen. Hast du hier noch einen Tipp wie ich sie besser angelegt bekomme?
Vielen Dank noch mal
Ganz liebe Grüße
Olschi
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Olschi »

Ich habe noch eine Frage,
Heute klappt es ohne das Stillhütchen schon richtig gut, allerdings hat sie danach eine wirklich große Menge ausgespuckt. Das kenn ich gar nicht von ihr, sonst kommt nur ein bisschen, wenn überhaupt. Kann das mit dem fehlendem Stillhütchen zusammenhängen?
Vielen vielen Dank für die Hilfe
Mondenkind
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Mondenkind »

Olschi hat geschrieben:Ich habe noch eine Frage,
Heute klappt es ohne das Stillhütchen schon richtig gut, allerdings hat sie danach eine wirklich große Menge ausgespuckt. Das kenn ich gar nicht von ihr, sonst kommt nur ein bisschen, wenn überhaupt. Kann das mit dem fehlendem Stillhütchen zusammenhängen?
Vielen vielen Dank für die Hilfe
Das kann gut daran liegen, dass sie ohne Hütchen getrunken hat. Ohne Hütchen ist der Milchfluss meist sehr viel besser und die Auswirkung auf die Milchbildung ist auch deutlich besser.

Super, dass sie ohne Hütchen an die Brust geht! Versuch das beizubehalten, aber erstmal ohne Wechselstillen, um sie nicht zu stören. Brustkompression kannst du aber machen. Wenn sie nicht ohne Hut rangeht, kein Problem, dann nimm das Hütchen. Das kann immer mal sein. Wenn man dauerhaft mit Hütchen stillt und die Zunahme nicht ausreichend ist, sollte man unterstützend min. 2x täglich pumpen, am besten mit einem Doppelpumpset.
Olschi hat geschrieben:Bei der ersten Stagnation des Gewichtes habe ich angefangen zu zu füttern, also vor zwei Wochen genau eine Woche lang, und es jetzt eine Woche weg gelassen.
Genau ich meinte 4710 Gramm...
Bitte bringe Gewichte, Zufütterbeginn- und Ende und Stillfrequenz sowie Ausscheidungen in eine Listenform, so wie hier beschrieben: Wie funktioniert Stillberatung im SuT?

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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Sonny83 »

Liebe Olschi!

Wir haben lange mit Hut gestillt und viel Zeit und Kraft gebraucht um ihn los zu werden [emoji6] wir mussten so lange sich Zufüttern da sie es nicht geschafft hat ausreichend zu saugen.
Ja ohne Hütchen ist es leichter und ja sie bekommen mehr Milch in der selben Zeit [emoji4]
Wenn es klappt still bloß ohne, wenn sie nicht ohne andocken will: Lass sie mit andocken und zieh es weg sobald die Milch fließt. Dann dauert es nur etwas länger bis die Milch fließt, die Entleerung der Brust ist aber genauso gut wie gabz ohne Hütchen. Du wirst es bald auch zum Andocken dann nicht mehr brauchen.
Waren bei uns dann glaube ich ein oder zwei Wochen bis es ganz ohne ging.
Viel Glück[emoji847]

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Olschi
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von Olschi »

Hallo Sonny83
Vielen Dank fürs Mut machen.
Heute morgen hat es super ohne geklappt sogar das andocken. Jetzt eben hat sie die Brust immer wieder verloren und angefangen zu schreien wie am Spieß, bin verzweifelt.
Ich hoffe es spielt sich bald ein.
Glg
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soda
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Re: Umstellung Zwiemilch auf vollstillen

Beitrag von soda »

Hallo Olschi,
Herzlichen Glückwunsch zum Baby!

Quält euch pro Versuch nicht ewig herum, aber versuche es immer wieder mal ohne. Entweder mit wegmogeln während sie schon trinkt, oder auch immer wieder mal ganz ohne Hütchen. Wenn ihr einen warmen gemütlichen Raum habt, leg dich doch ruhig oben ohne mit ihr hin, ob sie nun wach ist oder schläft, ob sie dann trinkt oder nicht - das ist erst mal egal. Aber versucht doch vielleicht so einmal, viel Hautkontakt an der Brust ohne Hütchen herzustellen. Das hilft auch dabei, dass sie sich schneller mit "Brust pur" anfreundet.

Wir (meine große Tochter und ich) haben mehrere Wochen mit Hütchen gestillt, weil ich durch falsches Anlegen ab 1. Tag nach der Geburt schlimme Wunden hatte, die nicht heilen wollten.
Ich hab es so gemacht wie oben und eines Tages hatte es bei meiner Tochter scheinbar klick gemacht und sie hat dann Stillen mit Hütchen verweigert und konnte es auch gar nicht mehr. Da gab es noch wenige Tage Unruhe und viel Geturne an der Brust und danach war es 2.5 Jahre völlig problemlos und schmerzfrei und harmonisch.
Sie hat übrigens nach Weglassen der Hütchen bombastisch zugenommen. Vorher knapp im unteren Normbereich.

Alles Gute für euch!
mit T (2013) und T (2017)
Gesperrt

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