Kind weint total bei Eingewöhnung

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Sonando
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Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Sonando »

Der Abschied muss sein. Das PDF zum Berliner Modell hat in mir Örkse ausgelöst.. Unsere große Pflegetochter ließ sich mit 27 Monaten problemlos ein gewöhnen, war damals aber schon gefühlt besser an uns als die Kleine, die mit 20 Monaten deutlich mehr Terz machte (mit einer ständig anderweitig beschäftigen Erzieherin, seit Bezugs Erzieher Wechsel war läuft es total rund). Klar, kann alter sei , kann Erzieher abhängig sein... Kann tausend Gründe haben. Die Große war vorher öfter schon mal für anfangs 5 später bis zu 30 Minuten alleine bei unseren Nachbarn. Die Kleine nie.

Aber : es kann alles gut werden. Ich hab es bei der kleinen bei lautstarken Protest beim Raus gehen schon gemacht, dass ich mich wieder in die Kita geschlichen habe und eine andere Erzieherin meines Vertrauens gebeten habe mal für mich zu linsen. War dann immer alles bestens. Die Kleine sagt oft, dass ich gehen darf, bringt mich aktiv zur Tür, aber protestiert wird dann eben doch noch.

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pqr
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Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von pqr »

Was sind denn Örkse?
Viele Grüße
pqr

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kalinka
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Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von kalinka »

ich nehme mal an, sonando meint damit im übertragenen sinne, dass sich ihr der Magen umgedreht hat, als sie das pdf gelesen hat...;-)
also "Örks"
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Sonando
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Re: RE: Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Sonando »

kalinka hat geschrieben:ich nehme mal an, sonando meint damit im übertragenen sinne, dass sich ihr der Magen umgedreht hat, als sie das pdf gelesen hat...;-)
also "Örks"
Volltreffer. Nicht ganz so arg, aber eben ein ungutes Gefühl. Will sagen: im Durchschnitt mag es stimmen, aber es gibt sicher auch Ausnahmen. Und die Große war damals besser an uns dgebunden als die kleine jetzt, und hatte keine Bindungsabbrüche wie die Kleine erlebt, sondern immer sanfte Übergänge. Bei der großen tendenziell sicher gebunden (wobei im geschehen kann man es schlecht beurteilen) ging es problemlos, bei der kleinen eher unsicher gebunden (vielleicht auch schon Tendenz sichere Bindung, da sehr explorativ, wenn ich oder mein Mann in der Nähe sind), war es deutlich schwieriger.

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Lösche Benutzer 23163

Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Lösche Benutzer 23163 »

Hallo Zööö!
Bin gerade hier auf deinen Thread gestoßen und wollte mal nachfragen, wie es bei euch mittlerweile läuft.

Ich finde es ziemlich komisch, schon nach 2 Wochen Eingewöhnung das Kind alleine zu lassen. Bei uns im Kiga bekommt jedes Kind seine Zeit und wenn es 6 oder 8 Wochen sind. Ich habe meine Große erst nach 3 Wochen für kurze Zeit (erst 1 Std.) alleine gelassen. (Sie war aber in der 2. Woche auch 3 Tage krank.) Habe mich immer verabschiedet, weil ich auf Toilette musste und versichert, dass ich gleich wieder komme. Das hat immer gut geklappt. Ich glaube einmal war sie deswegen sauer und hatte kurz geweint. Aber da war sie schon so weit, dass sie Vertrauen zur Erzieherin hatte und sich innerhalb von ca 30 Sekunden trösten ließ.
Ich war dann immer noch in der Nähe auf dem Gelände, falls was gewesen wäre. Ich glaube insgesamt waren es ungefähr 5 Wochen, bis ich sie nur noch auf dem Parkplatz abgeben musste und nach Hause fahren konnte.
Meine Große kannte bis dahin ja auch nur mich als Bezugsperson und die Erzieherinnen meinten, dass eine Eingewöhnung meistens so "lange" braucht, wenn die Kinder so "häuslich" groß werden und nicht schon von klein auf in die Betreuung gehen. Das sei ganz normal.
Lösche Benutzer 23163

Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Lösche Benutzer 23163 »

PS: Ich glaube bei der Eingewöhnung und Abnabelung musste nicht nur meine Maus sehr viel leisten. Ich war die Zeit über auch total fertig mit den Nerven und habe viel geweint. Ich musste mich auch erstmal vom Konzept "Kindergarten" überzeugen und es hat mich viel Kraft gekostet, Vertrauen zu den Erzieherinnen zu fassen, um meine kleine süße Maus loszulassen. Erst als ich das konnte, konnte sich auch mein Kind mit Haut und Haaren darauf einlassen. Heute mache ich die Autotür auf, schmeiße das Kind raus und gebe Vollgas in den ruhigen, entspannten Vormittag.. :-D
Zööö
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Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Zööö »

Ja, mittlerweile läuft es gut, sie geht gern und würde bei den liebsten Erzieherinnen ohne Abschied bleiben. Ich glaube ihr Hauptproblem war auch, dass es halt ab der Zeit für sie als Pflicht rüber kam und sie hat sich deswegen quer gestellt. Trotzdem fand ich es doof, dass ich gehen sollte und würde ich so auch nimmer machen bzw hab ich ja dann auch nicht mehr
Viele Grüße
ich und
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Tweety2606
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Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Tweety2606 »

SpicyChili2 hat geschrieben: Ich finde es ziemlich komisch, schon nach 2 Wochen Eingewöhnung das Kind alleine zu lassen.
Bei beiden Kindern war am 5. Tag die erste kurze Trennung (Eingewöhnung mit 12/13 Monaten). Verschiedene Einrichtungen übrigens. Allerdings hätten wir auch mehr Zeit bekommen, wenn wir die gebraucht hätten.
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Lösche Benutzer 23163

Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Lösche Benutzer 23163 »

Ich denke eine Eingewöhnung mit 12 Monaten läuft auch ein bißchen anders ab als mit 3 Jahren. Die Erzieherin meinte jedenfalls, dass eine Eingewöhnung schwerer wird umso älter die Kinder sind und wenn sie keine Fremdbetreuung gewohnt sind. Das klingt für mich schlüssig. Kann mir vorstellen, dass ein älteres Kind das alles ganz anders verarbeitet.
Lösche Benutzer 23163

Re: Kind weint total bei Eingewöhnung

Beitrag von Lösche Benutzer 23163 »

Man sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall Augenmerk auf das jeweilige Kind legen. Wenn es herzzerreißend weint und die Mutter dabei ein schlechtes Gefühl hat, weil sie ihr Kind kennt und weiß wie das Weinen einzuschätzen ist, (also dass es echter Trennungsschmerz ist) dann sollte man das auch berücksichtigen und nicht nach Schema F verfahren und die Mutter wegschicken und das Kind schreien lassen. Klar beruhigt sich das Kind irgendwann, aber nicht weil es das da so toll findet, sondern weil es keine Kraft mehr hat.

Ich beispielsweise weiß noch ganz genau wie sich das anfühlt. Dieses schreckliche Gefühl des Verlassenseins und Verlorenseins. Das hat mich meine gesamte Kindergartenzeit über jeden Tag begleitet. Mir war vor Angst immer so ein bißchen schwindelig. Das weiß ich noch, ich hatte -zumindest in meiner Erinnerung- immer Adrenalin im Blut.

Ich habe mir hier auch wirklich jeden Kindergarten angeschaut (das waren 7 Kindergärten) und in mehreren habe ich Kinder gesehen, die nicht vernünftig eingewöhnt waren. Die stumm wie Geister herumgeirrt sind. Sich weh getan haben und den Schmerz runtergeschluckt haben. Die zuvor trocken waren und sich ab dann wieder eingenässt haben. Die sich in der Garderobe hinter den Jacken versteckt haben und dort leise vor sich hin geweint haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so einer Kinderseele gut tut.

Aber da ist auch jede Mutter-Kind- Beziehung individuell. Ich habe gerade wegen meiner persönlichen Erfahrung die Eingewöhnung sehr sehr ernst genommen und war wirklich übervorsichtig. Anders hätte ich sie nicht loslassen können. Andere Mütter, die eine schöne Kindergartenzeit hatten, hatten es sicher leichter mit der Eingewöhnung ihrer Kinder. Die hätten dann vielleicht auch den Kiga in der Nachbarschaft genommen und gut wär's gewesen. Ich fahre jetzt jeden Morgen 25 Minuten mit dem Auto und zahle extra Gebühren auch wenn in 250 Meter der nächste Kindergarten gewesen wäre. Aber gerade wegen meiner persönlichen Erfahrung habe ich so einen Kindergarten ganz anders wahr genommen. Ich habe da nicht die fröhlich herumtollenden Kinder gesehen, sondern nur die anderen. Das war echt schlimm für mich.
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