Kindergarten-Eingewöhnung

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Iris9
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Kindergarten-Eingewöhnung

Beitrag von Iris9 »

Hallo,

Ich lese schon seit der Geburt meiner Tochter in dem Forum mit, weil ich mich hier am meisten verstanden fühle. Jetzt bräuchte ich mal einen Rat. Meine Tochter ist 3 und wir stecken jetzt in der vierten Woche der Kndergarteneingewöhnung. Bis jetzt konnte ich nicht gehen, am Anfang nicht mal auf Toilette ;-) das geht mittlerweile immerhin. Sie wurde bisher zuhause betreut, einmal die Woche bei der Oma und geht zweimal mit einer Babysitterin auf den Spielplatz, beides klappt gut. Meine Tochter war ein klassisches 24h Baby, hat im ersten Jahr nicht liegend geschlafen und viel viel geweint, hatte große Angst bei anderen Leuten und Kindern von Anfang an. Nach Lösungen suchend bin ich zum Attachment Parenting gekommen und habe sie damit so gut es geht in der Welt ankommen lassen. Wir haben jetzt um den dritten Geburtstag herum abgestillt, Familienbett, Tragen usw. Dadurch dass mein Mann freiberuflich immer unterwegs ist, und wir zwei viel alleine sind, haben wir eine sehr enge Bindung. Soviel zur Vorgeschichte : :tt_ruecken_2:

Im Kindergarten wirkt sie überfordert ( laut eigener Aussage von den vielen Kindern und der Lautstärke) und ängstlich. Der Kindergarten hat leider keinen Ruheraum. Sie hat schon Kontakt zu den Erzieherinnen aufgenommen (ich sitze passiv auf einer Bank, bin also nur da), bekommt aber oft regelrechte Panikanfälle, wenn diese woanders sind. Heute saß sie auf einer Schaukel und konnte allein nicht mehr runter, keiner von den Erzieherinnen in Sichtweite, wieder große Panik, konnte sich kaum beruhigen vor Angst. Genauso, wenn sie von vielen Kindern umzingelt ist, und nicht weg kann. Sie sagt nach einiger Zeit, sie bräuchte Ruhe, und will sich glaub ich einfach nur mit einem Buch zurück ziehen.

Der Kindergarten ist der Dorfkindergarten. zuhause orientieren wir uns an der Waldorf-Pädagogik, aber wir liegen nicht im Einzugsbereich des städtischen Waldorf-Kindergartens..

Jetzt habe ich viel geschrieben... Was meint ihr? Wie würdet ihr weiter vorgehen? Weiter versuchen? Anderer Kindergarten ( würde sie halt nicht so gern aus dem Dorfgefüge reißen, obwohl der Kiga nicht unbedingt meinen Vorstellungen entspricht). Ist sie einfach noch nicht soweit? Sozial ist sie sicherlich etwas zurück, trotzdem wir immer viel Kontakt mit anderen Kindern hatten. Sprachlich ist sie sehr weit.

Die Sache ist.. Ich bin selbst wohl das was man hochsensibel nennt ( ich mag keine Schubladen, aber zum besseren Verständnis).. Ich halte es ja selbst im Kindergarten kaum aus.. pure Reizüberflutung, ohne Rückzugsort. Ich lasse mir das ihr gegenüber aber nicht anmerken und spreche nur positiv über den Kiga.. Ich mache mir Sorgen, dass ich meine Probleme auf sie unbewusst übertrage... Ich möchte nicht, dass sie die selben Schwierigkeiten hat. Ach Mann...

Ich freue mich über Ratschläge und vielleicht ähnliche Erfahrungen..
Danke fürs Zuhören :)

Iris
DolphinFFM
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Re: Kindergarten-Eingewöhnung

Beitrag von DolphinFFM »

Was sagen denn die Erzieher?

Nur ein paar Gedanken
- wenn sie sich überfordert fühlt und Ruhe braucht, dann ist das kein Problem das du auf sie übertragen hast. Es ist das was sie empfindet. Hier wäre wichtig ob die Erzieher darauf eingehen können/wollen? Wie schnell wird sie denn überfordert? Sofort oder erst nach einer Zeitspanne?
Wenn dir diese Gefühle selbst vertraut sind, kannst du ihr vielleicht Wege zeigen sich auszuruhen auch wenn die Kita keine Ideal-Bedingungen dafür bietet?
Bei uns in der Kita gibt es jetzt zB ein Kind das sich einen Gehörschutz aufsetzt, wenn es dem Kind zu viel wird. Damit könnte sie sich vielleicht auch in einem sonst wuseligen Gruppenraum auf ein Buch konzentrieren und runter kommen und gleichzeitig nach außen zeigen "Ich brauch meine Ruhe, stör mich nur, wenn es wirklich wichtig ist." Das müsste aber von den Erziehern zumindest mitgetragen werden.

- du sagst sie hat Angst, wenn kein Erzieher in der Nähe ist. Das hört sich an als würde ihr da noch die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen fehlen das sie solche Situationen selbst lösen kann oder das nichts schlimmes passiert, wenn sie warten muss. Das könnte einfach noch ein allgemeiner Entwicklungsschritt sein, den sie noch gehen muss. (Meine Tochter hatte das mit 3 auch noch - jetzt mit 3,5 traut sie sich plötzlich viel mehr zu.) Oder sie ist einfach noch nicht vertraut genug mit der Kita und Erziehern, was nach 4 Wochen durchaus auch sein kann. Wie selbstständig ist sie sonst - zB auf dem Spielplatz? Das Verhalten an sich würde mir erstmal noch keine Sorgen machen, wichtig wäre die Frage wie die Erzieher darauf reagieren?

- Dorfgefüge: Wie eng ist das? Hat sie für immer in Sachen Freundschaften verspielt, wenn sie jetzt nicht in den Dorf-Kiga geht und dort die anderen Kids kennenlernt, oder reicht es auch diese "Bande" in der Grundschule zu knüpfen? Fürchtest du negative Auswirkungen nur wenn sie einen anderen Kiga besucht oder auch wenn sie zum Beispiel weiter zu Hause wäre? Wie stark vernetzt seit ihr als Eltern im Dorfgefüge?

Das sollen jetzt einfach mal nur Gedankenanstöße sein, du musst da nicht auf alle Fragen antworten.

Von deinen Berichten könnte ich im Moment nicht einschätzen ob ich das Kind da belassen würde, einen Wechsel anstreben oder es ganz raus nehmen. Ich finde eine Kita steht und fällt mit den Erziehern. Wie sieht es da aus?
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Feuerkind
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Re: Kindergarten-Eingewöhnung

Beitrag von Feuerkind »

Gäbe es denn einen anderen kiga als Möglichkeit?
Habt ihr es mit lärmschutzkopfhörern probiert?
Was sagen die erzieher zur Situation?



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Re: Kindergarten-Eingewöhnung

Beitrag von Sonjahb »

Das klingt echt nach einer anstrengende Situation..puhhh

Ich würde erstmal die Erzieher nach ihrer Einschätzung fragen. Manchmal sehen Außenstehende etwas anderes als man selbst - und das muss nicht immer falsch sein.

Mein Sohn hat sich auch seeehr schwer getan mit der Eingewöhnung im KiGa, obwohl er vorher schon zwei Jahre bei einer TaMu war. Aber von 5 auf 25 Kinder, da muss man erstmal sich lernen zurecht zu finden. Es ist eben schon ein riesiger Unterschied, ob man immer jemanden um sich hat oder, was bei so vielen Kindern oft gar nicht anders geht, in vielen Situationen selber Lösungen suchen muss (um Hilfe fragen oder selber etwas holen oder oder oder).
Ich hab auch schon mal Tränen vergossen, als mein Sohn beim Abholen neben der Tür am Rand des Gruppenraums saß - einfach so und - für mich - von den Erzieher unbeachtet. Im Gespräch stellte sich nachher aber raus, dass er die Bilder der Kinder auf den Mappen im Regal angesehen hat und dabei leise die Namen gemurmelt hat. Das hatte die Erzieher sehr wohl bemerkt. Für mich sah das halt erst ganz anders aus. Und so unterschiedliche Einschätzungen gab es öfters. Aber mit vielen Gesprächen hab ich immer das Gefühl gehabt zur Not die Reißleine zu ziehen, wenn mein kind schaden nimmt. Die Eingewöhnung in der Krippe hatte ich nach 6 Wochen aus genau dem Grund abgebrochen. Da wussten auch die Erzieher nicht weiter.

Seit er endlich Kontakt zu den anderen Kindern gelernt hat aufzubauen und so richtig mit Ihnen spielen kann, geht er sehr gerne in den KiGa und ist dort richtig zu Hause. Das musste er sich aber erst hart erarbeiten. Dafür ist er in dem halben/dreiviertel Jahr unglaublich innerlich gwachsen.

Ich hatte mir übrigens vorher den Waldorf-KiGa angesehen. Dort wurde schon sehr viel Wert auf Gemeinsames gelegt und es war deutlich ruhiger.

Vielleicht findet sich mit den Erzieher ja eine Lösung, was die Rückzugsmöglichkeiten angeht. Und die Frage, wie sie mit ihren Ängsten umgehen können. ein Schnuppertag im Waldorf-KiGa wäre parallel dazu sicher auch nicht verkehrt. Und vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit einer TaMu. Sozusagen Kindergarten "light" als Einstieg. Für mich war weiter bei der TaMu betreuuen lassen, die Option, falls es im KiGa doch nicht klappt.
Mit dem großen Zwerg (*10/2013) auf dem Rad und der kleinen Zwergenüberraschung (*06/2017) schon an der Hand

Früher war mehr Lametta... :)
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