Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Munin
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Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Munin »

Hallo alle!
Ich melde mich heute wegen unserer kleinen Maus, die mittlerweile schon fast 8 Monate alt ist.

Wir hatten einen guten Stillstart und bisher keinerlei Probleme. Während meines RüBi Kurses anfangs des Jahres hatte ich immer abgepumpte Milch dagelassen, welche die Kleine auch aus der Flasche von Papa akzeptiert hatte. Danach haben wir mal eine stundenweise Betreuung bei Oma probiert und auch da hatte sie im Alter von 3 und 4 Monaten zwar keine Freude an der Flasche, aber doch getrunken und danach immer geschlafen.

Nun hatten wir eine längere "Pause" mit Fremdbetreuung, in der wir im Urlaub waren und die Familie meines Freundes besucht hatten. Die Kleine hat also meine Mutter
etwa 3 Monate nicht gesehen. Insgesamt fremdelt sie aber fast nicht und scheint meine Familie inzwischen zu kennen, aber sie war nun quasi die letzten drei Monate jeden Tag 24 h bei mir ohne Betreuung durch jemand anderen.
Nun wollte ich sie also vor zwei Wochen wieder einmal für einen Weiterbildung für mich ein paar Stunden bei meiner Mutter und meiner Schwester lassen. Und jetzt verweigerte sie die Flasche komplett!! Sie hat also während des ganzen Tages keinen Schluck Milch getrunken... :shock: Wir haben natürlich immer wieder telefoniert zwischendurch und ich habe mehrmals überlegt, ob ich jetzt einfach schnell heim fahre, aber letztlich war sie den ganzen Tag gut gelaunt, wollte spielen und hat auch ihre Schlafzeiten tagsüber eingehalten, konnte also problemlos schlafen. Die Oma hat alles versucht, aus nem Becher trinken, vom Löffel... aber sie wollte keine Milch. Nur ein wenig Obst lutschen und auf ner Gurke herumkauen.
Am Abend und in der Nacht haben wir dann natürlich ganz viel Stillen und Kuscheln nachgeholt gehabt.
Ach ja, die Windeln waren tagsüber noch gut nass.

Ich fühle mich jetzt irgendwie total unsicher angesichts des nächsten Termines dieser Weiterbildung und möchte eigentlich nicht nochmal unter diesen Umständen weg fahren... Aber gleichzeitig sage ich mir auch irgendwie, dass es meinem Kind ja irgendwie nicht wirklich "schlecht" gegangen ist, also sie hat den Tag nicht weinend verbracht :? Aber ich möchte sie auch nicht so auf Entzug setzen!

Was meint ihr, kann man so eine Trinkverweigerung stundenweise hinnehmen? Wird sie schon trinken, wenn sie Durst hat? Soll ich in dieser Phase auf keinen Fall längere Zeit von ihr getrennt sein??
Zu aller Unsicherheit kam jetzt noch meine Mutter mit einem tollen Kommentar, dass ich sie ja schließlich seit Geburt auch voll gestillt habe und sie sich auch gar nicht an eine Flasche gewöhnen konnte... :roll: Normalerweise lässt sie keine komischen Kommentare ab oder denkt sie sich höchstens, aber heute hat sie mich damit nur noch genervt!
Ich hoffe auf euren Erfahrungsschatz - vielen Dank schon mal! :)
Mit kleiner Springmaus *11/2016
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saiidi
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von saiidi »

Isst und trinkt sie sonst auch nichts anderes? Mit 8 Monaten könnte sie ja schon mehr Beikost bekommen. Habt ihr es schon mit verschiedenen Breisoerten versucht? Wenn sie nicht trinken will könnte man ja sehr wässrigen Brei anbieten. Ansonsten viel Obst un Gurke enthält ja auch viel Wasser.
Liebe Grüße
Saiidi

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Carraluma
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Carraluma »

Oh, Saidii kam dazwischen. Ich schicke mal ab, was ich geschrieben habe. (Soviel ich verstanden habe, hat die Kleine zwischendurch ein paar Kleinigkeiten gegessen.)

Warum versteift ihr euch so auf die Flasche und wenn auch mit Becher angeboten wurde, hätte sie ja trinken können. Wenn es ihr mit Beikost gut geht, ist es doch super!
Und ihr stillt ja früh, abends und nachts und sonst immer.
Viele Kinder, die nach dem offiziellen Ernährungsplan gefüttert werden bekommen tagsüber auch keine Milch mehr. (Das kannst du vielleicht deiner Mutter zur Beruhigung sagen.) Und hier wird auch öfters von Stillkindern erzählt, die gar nichts zu sich nehmen, wenn Mama weg ist. Solange es ihnen gut geht, gibt es doch kein Problem.
Erkläre das deiner Mutter und versuche selber ruhig zu bleiben. Ich würde während der Abwesenheit nicht zu viel mit der Betreuungsperson kommunizieren. Viel Erfolg bei deiner Fortbildung!
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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Brianna
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Brianna »

Wie lange war den deine Abwesenheit? Ich habe, als die kleine noch etwas älter war, gar keine Milch da gelassen. Ich fand es mit neun Monaten für vier Stunden nicht notwendig. Im Notfall wäre ich schnell zu Hause gewesen.
J 05/13 L 12/15
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LilyGreen
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von LilyGreen »

Ich denke auch, zusätzlich zur milch essen und trinken anbieten, ist eine gute idee. Alt genug um ohne stillen satt werden zu können ist dein kind.
Meine madame hat von ihrem papa und ihrer oma noch nie milch akzeptiert. In vollstillzeiten hat sie auf mich gewartet (zwar max. 4h, aber normalerweise stillte sie deutlich öfter), seit beikost beginn isst sie. Und zwar gewaltige mengen. Papa kann eine ganze banane vefüttern, oma 5 kartoffelpuffer. Bei mir wird häufig nur am joghurt geleckt.

so wie ich das rauslese, kann dein kind theoretisch essen und trinken. Wenn es das nicht tut und lieber auf dich wartet, ist das aber auch ok. Ich verstehe, dass die betreuungsperson zur beunruhigung gern milch füttert, notwendig ist das aber bei einem 8 monate alten baby nicht mehr zwangsweise.
Die oma hat mit becher und löffel auch super ideen gehabt. Ich finde, das spricht für einen kompetenten umgang mit dem baby. Und dein baby war laut deiner schilderung auch zufrieden. das sind, finde ich, tolle voraussetzungen :)
☀️ Summer Child (6/16) ☀️
Munin
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Munin »

Vielen lieben Dank euch für die tollen Antworten, ich bin grad deutlich entspannter wegen nächstem Wochenende :-)
Also insgesamt sehe ich das genauso, wie ihr es schreibt und habe hier auch schon andere Berichte mitgelesen, von Kindern, die ohne Mama keine Milch wollen und solange "fasten"...
Und mein Bauchgefühl sagte auch, es geht ihr gut, sie ist gut drauf, weint nicht, schläft sogar gut....
Aber meine Mutter meinte danach, dass es ihr so weh getan habe zu sehen, dass die kleine keine Flasche akzeptiere und auch keinen ganzen Teller Brei löffeln wollte. Sie ist leider eine der Frauen, die gerne einen hübschen Plan hätten und gerne mit Flasche und Brei den Tag verbringen möchten. Das ist für mich irgendwie wie gegen Windmühlen zu kämpfen...
Gleichzeitig tut es mir natürlich auch leid für sie, jetzt beim ersten enkelchen hat sie mir zum Beispiel erzählt, dass sie uns nicht lange stillen konnte, weil man ihr mit 2 oder 3 Monaten gesagt habe, dass ihre Milch nicht reiche... Das finde ich sehr traurig, aber deswegen muss ich es ja nicht genauso machen oder kann mich ja informieren... Das ist ihr nur irgendwie alles zu unsicher, es sollte ja schon eine Empfehlung von einem Arzt oder sowas sein... Das zehrt!!
Mit kleiner Springmaus *11/2016
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Munin »

Sorry für den Roman! Ist mehr Text geworden als ich schreiben wollte.. . Aber es tut gerade einfach gut, mal was anderes zu hören als nur Zweifel! Danke ans Forum, ihr seid super!!
Mit kleiner Springmaus *11/2016
pqr
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von pqr »

Ich finde das Warten mit dem Milchtrinken auch durchaus nicht ungewöhnlich für ein Stillkind und bei einem 8 Monate alten Kind, das auch Beikost bekommt, echt unproblematisch. Es ist ja auch nicht notwendig, dass es die Flasche nimmt. Schließe mich also an.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
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Munin
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Munin »

Danke für deine Antwort, pqr.
So im Nachhinein war es wohl die Mischung aus vielen einzelpunkten, ich bin an den Tagen der Weiterbildung immer jeweils 9-10 Stunden weg, also den ganzen Tag über. Und bisher hatte sie eben die Flasche brav akzeptiert und konnte gefüttert werden.
Aber danke für eure Impulse! Ich denke wir machen so weiter wie bisher. Mit 5 Monaten war sie mal kurz ganz wild auf essen und wollte immer Stücke selber greifen, aber die letzten Wochen hat das nachgelassen. Jetzt verlangt sie immer mal wieder was, möchte dann aber doch lieber stillen. Ich finde das ja eigentlich so ganz schön, aber da sie schon 8 Monate alt ist, häufen sich nun leider die Kommentare...
Eine Idee kam mir jetzt so aus euren Texten, vielleicht kann sie einfach mal öfter der Papa übernehmen, wenn es ans essen geht, vielleicht möchte Sie dann eher. Das probieren wir mal!
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Sonny83
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Re: Trinkverweigerung bei stundenweiser Betreuung

Beitrag von Sonny83 »

Ja ja, die Mütter [emoji4] meine hat 3 Kinder erfolgreich jeweils 2 Jahre gestillt. Mir rät sie bei jeder Hürde, dass ich doch einfach abstillen soll...ärger dich nicht. Sie meinen es gar nicht böse.

Wie weit bist du denn weg? Grundsätzlich hast du so lange so stillst besonderen Schutz und die stehen Stillpausen zu. Wahrscheinlich schwer zu realisieren???

Ich habe meine Abwesenheit jetzt so geplant, dass die Kleine von Oma Brei bekommt und Trinken aus dem Camocup bekommt. Den akzeptiert sie tatsächlich!!!


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