ich habe mich hier angemeldet, weil ich hoffe, dass ich hier noch hilfreiche Tipps bekomme. Ich versuche im Moment verzweifelt, das mit dem Stillen doch noch hinzubekommen, aber so langsam fehlt mir die Motivation.. Seit ca. 4 Wochen verwenden wir jetzt das Brusternährungsset, was mittlerweile meistens ganz gut klappt. Aber mein Sohn will nun einfach nicht mehr trinken, ohne dass ich die Pre-Milch zuschalte! Eigentlich habe ich immer zunächst ohne BES gestillt, oder mit abgeklemmtem Schlauch. Aber seit einigen Tagen wird er sehr ungeduldig, reißt sich von der Brust los und schimpft, und er ist nur sehr selten dazu zu bewegen, weiterzusaugen, solange nicht die Milch aus dem Schlauch kommt. Wenn ich nicht regelmäßig abpumpen würde, würde ich wirklich glauben, dass da gar nix mehr kommt.
Leider bemerke ich meinen Milchspendereflex nicht, befürchte aber, dass der recht spät einsetzt. Der Stress trägt wahrscheinlich auch nicht gerade dazu bei, ihn auszulösen.
Wie kann ich mein Baby denn dazu bringen, wieder ohne BES zu trinken? Nachts schaffen wir teilweise eine Mahlzeit komplett ohne BES, aber tagsüber geht das gar nicht mehr. Ich klemme natürlich auch zwischendurch mal ab, aber er merkt es sofort und fängt an zu schimpfen.
Zu unserer Geschichte:
Mein Sohn wurde vor 6 Wochen geboren. Geplant war eine ambulante Geburtshausgeburt, letztendlich wurde nach 27 Stunden leider ein Kaiserschnitt daraus. Ab da ging irgendwie alles schief. Das Anlegen in der Klinik klappte nicht richtig, so dass ich immer auf Hilfe der Schwestern angewiesen war. Ungefähr nach 24 Stunden machte mir eine Schwester furchtbare Angst, der Kleine wäre schon ganz gelb, bräuchte Flüssigkeit, sonst müsste er verlegt werden. Die Vorstellung fand ich so schlimm, dass ich heulend der Flasche zugestimmt habe, obwohl ich es besser gewusst habe.. Wir haben ab da jeweils nach dem Stillen Pre zugefüttert. Der klassische Milcheinschuss blieb allerdings aus.
Als wir nach 4 Tagen heim gekommen sind, haben wir mit der Hebamme sofort alles in Bewegung gesetzt, alle 2-3h angelegt und zwischendrin gepumpt (Doppelpumpset), Bockshornklee, Milchbildungstee, Malzbier usw. Zugefüttert erstmal mit Spritze, nach einigen Tagen mit Brusternährungsset.
Die Pumpmenge konnte ich nach und nach steigern (obwohl es bis heute kaum mehr als 30-40ml werden, nur einmal habe ich phänomenale 100ml in 15 min geschafft), aber uns fiel auf, dass er nicht richtig trinkt, d.h. kaum tiefe Züge macht und wenig schluckt, obwohl mittlerweile zumindest ein bisschen was da sein musste. Angelegt war er laut Hebamme immer gut.
Das Zungenbändchen hatten wir schon nach einigen Tagen in Verdacht, der Kinderarzt fand es aber unauffällig ("vielleicht ein bissel kurz"). Nach 10 Tagen ließen wir es von einem zweiten Arzt anschauen, und der fand es eindeutig zu kurz, denn er konnte seine Zunge kaum vom Mundboden heben. Es wurde dann auch durchtrennt, es hat eine Weile gedauert, bis er sie richtig bewegen konnte. Mittlerweile finde ich aber, dass er viel kräftiger saugt und ich kann beim Stillen seine Zunge teilweise sehen. Nachts habe ich schon erlebt, dass er an einer Brust über 10 Minuten ordentlich trinkt.
Zufüttern tun wir im Moment übrigens nach Bedarf, es werden immer ca. 400 ml pro Tag. Er nimmt von Anfang an gut zu, im Moment durchschnittlich 30g pro Tag, seine Windeln sind immer nass und täglich 1-2x Stuhl. Trotzdem mache ich mir ständig Sorgen, er könnte hungern, und bin irgendwie nur mit Stillen, abpumpen, alles auswaschen und sterilisieren beschäftigt.
Meine Milchmenge scheint aber irgendwie nicht mehr zu werden, und am Stillen finde ich mittlerweile kaum noch was Schönes, weil es jedes mal so ein Theater ist. Glücklicherweise haben wir manchmal die BES-freien Nachtmahlzeiten, die mich etwas motivieren. Mein Kleiner nutzt die Brust ja auch nicht zum Beruhigen oder so, also wirklich nur zur Nahrungsaufnahme (und wehe es läuft nicht sofort), so dass ich mich mittlerweile frage, ob er nicht eh mit der Flasche viel glücklicher wäre
Vielen Dank erstmal fürs Zulesen und liebe Grüße,
Vio
