ich bin neu hier und habe euer Forum empfohlen bekommen um mir hier Hilfe und eine Zweitmeinung einzuholen.
Ich bin 35Jahre alt und unser Sohnemann kam vor 11 Wochen zur Welt. Er ist ein Traum von Baby, sehr ausgeglichen, ruhig und lacht fast den ganzen Tag
Leider haben wir seit Anfang an starke Probleme beim stillen und mir wurde hier leider nicht richtig weiter geholfen. Wir leben aufgrund beruflicher Versetzung meines Mannes zur Zeit in den USA.
Ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten und wäre euch so unendlich dankbar wenn ihr mir eure Meinung/Erfahrung/Tipps geben könnt.
Direkt nach der Geburt wurde er zum stillen angelegt und fast über 1 Stunde hatten wir Zeit uns kennen zu lernen bevor überhaupt jemand ihn untersucht, vermessen oder gewogen hat. Die Tage nach der Geburt im Krankenhaus (2 Tage) musste ich jedes mal notieren von wann bis wann ich gestillt habe. Wenn ich der Meinung war beim anlegen Hilfe zu brauchen konnte ich jemanden rufen. Es wurde mir immer gesagt, er wird gut angelegt, der Mund ist richtig geöffnet etc. Der er bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus schon 8% abgenommen hatte musste ich mit dem kleinen Wurm alle 2 Tage in die Klinik zum wiegen. Jedes mal 45 Minuten fahrt einfach um fest zu stellen das er immer weiter abnimmt. Es wurde jedes mal geschaut wie ich ihn anlege, wie er trinkt etc. Alles angeblich super ich soll noch mehr anlegen. Ich habe ihn bereits schon alle 2 Stunden angelegt, habe es also noch öfters gemacht und parallel abgepumpt da ich nie wirklich das gefühlt hatte einen Milcheinschuss gehabt zu haben. Als er bei 11% Gewichtsabnahme war hieß es ich soll zufüttern da er sonst noch mehr abnimmt. Wir haben zuerst versucht mit einer Sonde über meinen kleinen Finger ihm Milch zu geben das hat nur bedingt geklappt auch das stillen war leider weiterhin sehr mühevoll, hinzu kommt das ich massive Schmerzen und weiße Brustwarzen hatte.
Was habe ich seit dem gemacht:
- mit Flasche zugefüttert (was mir bis heute bei jeder Flasche das Herz bricht), wenigsten laufen während dessen bei mir keinen Tränen mehr.
- mehrere Tage im Bett, haut auf haut, viel kuscheln, anlegen so oft er will und solange er will trotz Schmerzen
- Tragetuch und immer die Brust zur Verfügung stellen
- 2 verschiedene Brustpumpen (bis heute nie mehr wie 5ml bei beiden Brüsten zusammen)!!!
- Brust vor dem Stillen oder Abpumpen erwärmen
- Malzbier, Stillltee, Bockshornklee
- verschiedene Stillpositionen
- Stillen so oft und soviel er will (vor jedem und nach jedem stillen gewogen). Er hat zwischen 10-30ml von der Brust getrunken.
Ergebnis:
nichts! Ich habe weiterhin zu 80% Schmerzen, die Brust brennt wie Feuer, das Abpumpen bringt weiterhin nichts außer ein paar Tropfen. Er wird immer gestillt bzw. angelegt so oft er will und erst wenn er unruhig wird, den Kopf hin und her wirft ohne die Brustwarze los zu lassen wird die Flasche gegeben.
Mir wurde nun vor 1 1/2 Wochen eine IBCLC Stillberaterin empfohlen diese hat mich sofort zu Hause besucht und war knappe 5 Stunden da. Sie hat sich auch den Mund unseres Sohnes angesehen und gemeint dass das Zungenband verkürzt wäre was eine Antwort auf die Stillprobleme und meine Schmerzen ausmacht. Vielleicht habe ich auch zu wenig Milch was aber bedingt durch das zu kurze Zungenband hervorgerufen wird die die Brust nicht richtig stimmuliert wird. Sie hatte uns empfohlen das Zungenband durchtrennen zu lassen.
Wir waren darauf hin 2 Tage später beim Kinderarzt der diesen Eingriff auch macht. Er hat ihn auch noch mal untersucht und meinte es wäre "leicht" verkürzt, es gibt aber schlimmere Verkürzungen. Wenn er das festgestellt hätte ohne das es bisher Probleme gibt würde er nicht empfehlen es zu durchtrennen oder wenn ich mich entscheiden sollte nur noch die Flasche zu geben und er trinkt auch von der Flasche dann würde er es auch nicht durchtrennen und warten ob er ggf. wenn er größer wird dadurch Probleme bekommt. Es wäre zwar sehr selten das es dadurch zu Sprachproblemen oder Essproblemen kommen kann aber kann eben auch vorkommen. Wenn ich mich dazu entscheiden sollte weiterhin stillen zu wollen, würde er es auf jeden Fall durchtrennen da ich dann keine Schmerzen mehr haben werden und er ggf. mehr Milch bekommt und somit weniger zugefüttert werden muss. Es wird ohne Narkose gemacht und ist ein kurzer Schnitt von einer Sekunde, danach würde er sofort angelegt werden. Schmerzen haben die Kinder in dem Alter dabei kaum oder nicht weil das Zungenband noch extrem klein und kaum durchblutet ist. Auch wird keine Nachbehandlung nötig.
Fazit:
Ich gebe das stillen nicht auf solange auch nur 1 Tropfen bei mir kommt
Jetzt meine Fragen die mich nicht los lassen:
- was würde das Durchtrennen für Nachteile für ihn bringen. DAs Zungenband muss doch irgendeine Funktion haben die dann durchs durchtrennen wegfällt
- würdet ihr das Zungenband durchtrennen zu lassen wenn nicht klar ist ob das Stillen danach besser klappt und ich mehr Milch produzieren werde
- kennt ihr jemanden bei dem das gemacht wurde, oder habt ihr selbst damit Erfahrung gemacht
- wenn es doch nur "ein bisschen" zu kurz ist, kann es wirklich diese Probleme verursachen, er trinkt ja ein paar Schlucke von der Brust das würde doch dann auch nicht gehen wenn das Zungenband zu kurz ist
Ich wünsche mir nichts mehr als ihn stillen zu können, am besten komplett voll von der zufütterung wegkommen. Ich möchte auch das unser Sohn nicht mehr so unruhig ist beim Stillen, nicht mehr so frustriert wirkt. Ich will ihm aber durch den Eingriff nicht weh tun, ihm nicht Nachteile verschaffen die er vielleicht durch das fehlende Zungenband mal haben könnte, wenn es denn welche gibt.
