ich wende mich heute an euch, weil mich eure Einschätzung interessieren würde, ob unsere Stillproblematik aussichtslos ist, oder ob noch jemand Ideen oder Tipps für mich hat.
Vor der Geburt meiner Tochter (15.01.) war ich mir sicher, dass ich voll stillen würde. Die Schwangerschaft verlief problemlos und meine Brüste waren in dieser Zeit um 2 Körbchengrößen gewachsen. Leider entwickelte es sich aber anders…
Von Anfang an war die Kleine fast ununterbrochen an der Brust und schrie sofort wie am Spieß, wenn sie nicht mehr angelegt war. Sie schlief fast überhaupt nicht. Da sie aber am Anfang gut zunahm – das Geburtsgewicht war nach 8 Tagen wieder erreicht – gingen wir davon aus, dass es sich um „normales“ Clusterfeeding handelt bzw. um das natürliche Ankurbeln der Milchproduktion. Die Nachsorgehebamme sah auch keinen Grund zur Besorgnis. So stillte ich viele Stunden mit inzwischen sehr wunden Brustwarzen und unter großen Schmerzen… Von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass die Kleine mehr nuckelte als saugte, die Hebamme bestätigte aber eine korrekte Mundstellung und so machten wir weiter wie gehabt.
Nach 3 Wochen stagnierte die Gewichtszunahme und die Hebamme riet uns zum Zufüttern, da meine Milchmenge scheinbar nicht ausreichte. Vielleicht würde schon ein Fläschchen am Tag reichen. Zusätzlich sollte ich nach dem Stillen Milch abpumpen. Unsere Tochter war dank Pre-Nahrung endlich mal entspannt und zufrieden und schlief mehr. Allerdings stieg die Menge der zugefütterten Milch rasch auf 600 – 700 ml an. Gleichzeitig hatte ich Probleme, das Abpumpen im Alltag unterzubringen und empfand es als extrem stressig. Es tat mir weh, mein waches Kind wegzulegen um mich an die Pumpe zu setzen und dann auch noch nur sehr wenig Milch zu gewinnen (manchmal weniger als 10 ml). Begleitend habe ich angefangen, Bockshornkleekapseln einzunehmen und die sonstigen Empfehlungen wie Malzbier auszuprobieren.
Da ich aber das Gefühl hatte, aufs Abstillen zuzusteuern und auch weiterhin den Eindruck hatte, dass die Saugtechnik meiner Tochter nicht in Ordnung war, kontaktierte ich eine Stillberaterin. Die riet mir, per Brusternährungsset zuzufüttern, was ich nun seit 4 Wochen tue. Sie gab mir auch noch ein paar Tipps zum besseren Anlegen. Die Kleine öffnet den Mund nicht weit genug, dies sollte ich immer wieder üben und neu anlegen. Außerdem verfällt sie gerne ins Nuckeln oder döst ein, weshalb die Mahlzeiten immer sehr lange dauern (manchmal 1 Stunde für 130 ml über das BES).
Zwischen den BES-Mahlzeiten pumpe ich Milch ab (15 min / Medela Symphony mit Doppelpumpset) und komme auf ca. 5 x Pumpen am Tag. Die Menge der abgepumpten Milch ist etwas mehr geworden, aber doch insgesamt sehr gering (an guten Tagen knapp über 100 ml insgesamt am Tag, an schlechten 50). Auch die Menge der zugefütterten Pre-Nahrung hat sich verringert, hier sind wir bei durchschnittlich 350 - 450 ml am Tag angekommen.
Seit ein paar Tagen versuche ich es abends mit Power-Pumpen. Einmal habe ich phänomenale 70 ml in einer Stunde gewonnen, bei den anderen Malen leider nur 20 – 30 ml.
Auch wenn man tendenziell einen Erfolg sieht, über den ich auch sehr froh bin, so ist er nur sehr gering für 4 Wochen. Denkt ihr, es ist aussichtslos, meine Milchproduktion noch weiter zu steigern? Leider habe ich nicht viel Unterstützung in meinem Umfeld und musste mir schon oft anhören warum ich nicht einfach akzeptiere, dass es nicht klappt ("das is halt bei manchen Frauen einfach so") und dass das Kind auch mit der Flasche groß wird
LG
Ahornblatt
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Pre Milch, anfangs noch per Flasche (Calma Sauger), seit 4 Wochen über das BES, ca. 350 - 450 ml / Tag
Zusätzlich abgepumpte Muttermilch, ca. 50 – 120 ml / Tag, je nach Ausbeute
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Insgesamt sind es ca. 8 Mahlzeiten pro Tag. Gefüttert wird tags ungefähr alle 3 Stunden, meistens inkl. BES (Dauer: 30 min - 60 min) Manchmal gelingt es, durch ausschließliches Stillen eine BES-Mahlzeit noch eine Stunde herauszuzögern, länger hält es aber wohl von der Menge her nicht vor. Nur nachts reicht Stillen ohne BES oft aus, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Kleine einfach zu müde und träge ist, um mehr zu verlangen. Sie scheint aber doch länger und kräftiger zu schlucken als wenn ich tagsüber mal ohne BES stille (dann meist nur 2 - 3 min pro Brust).
Sie hat meist eine längere Schlafphase von 4 -5 Stunden und dann noch mal eine kürzere von ca. 2 Stunden. Tagsüber ist es mit den Schlafpausen unterschiedlich, von 10 Minuten bis zu 1 - 2 Stunden, je nach Tagesform.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Stuhlgang ca. 1 x / Tag, manchmal auch mal ein, zwei Tage ohne
Pipi-Windel ca. 5 - 6 x / Tag
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Das Andocken nach der Geburt klappte (augenscheinlich) gut. Die ersten Tage hatte ich die Kleine dann fast ununterbrochen an der Brust. Vor allem abends, aber auch tagsüber, so kamen wir teils auf 8- 10 Stunden Stillen. Ich habe tapfer durchgehalten, obwohl meine Brustwarzen sehr wund waren und ich starke Schmerzen hatte. Ich muss dazu sagen, dass ich von Anfang an das Gefühl hatte, dass sie mehr nuckelt als effektiv saugt, aber die Hebamme meinte sie ist korrekt angelegt und betreibt einfach extremes Clustern. Da sie anfangs noch gut zunahm, machten wir so weiter. Nach 3 Wochen stagnierte das Gewicht aber und die Hebamme meinte, meine Milchmenge reiche nicht aus. Ab diesem Zeitpunkt begannen wir Pre Nahrung zuzufüttern und Milch abzupumpen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Wir haben anfangs die Milch aus der Flasche gegeben (Calma Sauger). Inzwischen bekommt sie sie aus dem BES. Flasche gibt es nur in extremen Ausnahmefällen (z.B. Arztbesuch). Kein Schnuller (manchmal Finger zur Beruhigung)
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
1 x Stillberaterin
Osteopathin (keine Auffälligkeiten, meinte aber dass die Kleine die Zunge vorschiebt beim Saugen)
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto). Die SD-Werte habe ich 5 Wochen nach der Geburt kontrollieren lassen und sie waren in Ordnung, meine Ärztin meinte daher wir brauchen an der L-Thyroxin-Dosis nichts zu ändern.
- Gebt uns genaue Daten!
Ab welchem Zeitpunkt?