Es gibt Neuigkeiten und vielleicht eine Lösung!
Ich habe wirklich versucht, alle Anweisungen und Tipps der Stillberaterin in der Ambulanz umzusetzen, aber J. ging rechts irgendwann gar nicht mehr dran und links hat er wohl trotz aller Sorgfalt nicht sauber angedockt und die Brustwarze sah heute dann endgültig zum Fürchten aus. Schief, blutig, offen, mit einer offenen Stelle,...grausig.

Stillen war aber nur daran möglich und hat so weh getan, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe.
Stillen war nur noch negativ besetzt. ich hatte Angst vor jeder Mahlzeit, davor, dass mein Baby aufwacht,...denn es gab nur zwei Möglichkeiten: höllische Schmerzen oder eine halbe Stunde Kampf, die Brustwarze ins brüllende Kind zu kriegen. Oder beides
In Absprache mit meiner Hebamme und der Stillberaterin habe ich mir jetzt Stillhütchen gekauft.
Die hatte ich immer vermeiden wollen, weil ich keine Saugverwirrung riskieren wollte. Meine Hebamme meinte dazu aber völlig zu recht:
"Saugverwirrung bedeutet ja, dass er beim Trinken die Brustwarze verletzt. Das tut er schon. Oder, dass er nicht an die Brust geht, weil er nicht weiß wie. Das haben wir an der anderen Seite. Viel schlimmer kann es also nicht werden!"
Recht hatte sie. Ich war mittlerweile schon bereit, zur Flasche zu wechseln. Unsere Stillbeziehung war nicht schön. Sie war nur stressig für mich, für den Kleinen und sogar für meinen Mann. Da musste dringend Ruhe rein.
Aber vor dem Plan C "Flasche" stand noch der Plan B "Stillhütchen". Ich habe heute in der Apotheke welche besorgt und meine Hebamme kam extra noch mal abends vorbei, um mir den richtigen Umgang zu zeigen.
Und was soll ich sagen: an der rechten Seite, wo J. sonst nach 30-40 Minuten immer noch nicht angedockt hatte, sperrte er den Mund weit genug auf um das große Hütchen zu fassen (ich hatte auf Anraten der Stillberaterin die größte Göße genommen, damit er gezwungen ist, den Mund doch mal weit auf zu machen) und dockte im zweiten Versuch an! Und trank, ohne Schmerzen für mich mit vorbildlichen Fischmaul. Ich hätte heulen können, aber diesmal nicht, wie in den letzten Wochen vor Frustration und Schmerzen, sondern vor Freude
An der linken Seite habe ich es auch probiert, aber da ist die BW einfach zu kaputt, das tat trotz Hütchen zu weh. Die Seite wird jetzt übers Wochenende in Urlaub geschickt, nur gepumpt und gepflegt und wenn sie ausgeheilt ist, probieren wir es da auch noch mal.
Ich weiß noch nicht, ob wir lange oder für immer bei den Hütchen bleiben werden. Ich könnte damit leben. Vielleicht werde ich auch den Weg zurück zur "nackten" Brust suchen, aber erst mal scheint es mir, als hätten wir einen Weg gefunden, ohne Stress und ohne Schmerzen zu stillen und ich bin so so glücklich
