Ich habe lange überlegt, ob ich hier einen Thread aufmache, weil ich nicht weiß, ob uns per “Fernwartung“ geholfen werden kann, aber da eine Stillberaterin vor Ort uns nicht helfen konnte und zwei andere sich nicht zurück melden, hoffe ich doch auf Tipps oder Tricks, die ich noch nicht probiert habe. Ich bin nämlich langsam am verzweifeln
Mein Sohn ist 15 Tage alt, gesund und wohnt zur Zeit auf mir
Die momentanen Probleme
Mein Sohn kann meine flachen Brustwarzen kaum fassen und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll.
Ich habe gefühlt jedes Video dieser Welt zum korrekten, asymmetrischen oder intuitiven Anlegen gesehen, aber es funktioniert nicht in der Praxis
Teilweise kämpfen wir 15-20 Minuten, um die Brust in seinen Mund zu kriegen, damit er dann 5-10 Minuten trinkt. Das ist furchtbar frustrierend und endet nicht selten in brüllendem Kind und weinender Mama
Teilweise, wenn es gar nicht geht, füttert mein Mann etwas abgepumpte Milch per Fingerfeeding mit der Spritze zu.
Meine Brustwarzen sind wund, teilweise offen und tun -besonders beim ansaugen- fies weh. Meine Hebamme und ich gehen davon aus, dass er mindestens am Anfang eine ungünstige Technik hatte und die BW bis jetzt noch nicht verheilt sind. Vielleicht ist die Technik auch immer noch ungut, das kann ich schwer sagen...
Auf der rechten Seitehatte ich letzte Woche einen Milchstau mit Fieber. Meine Hebamme hat den mit strenger Bettruhe, pumpen, Retterspitzumschlägen und massieren mit Mercurialis-Salbe sehr gut weg gekriegt. Ich habe kein Fieber mehr, die Brust ist kaum noch gerötet, die Verhärtung nur noch minimal tastbar. Ich habe in den letzten Tagen sogar wieder an der Seite gestillt.
Allerdings ist diese Seite extrem schmerzhaft. Nicht nur beim ansaugen, sondern hier tut die BW auch beim stillen und beim pumpen weh. Außerdem auch in Ruhe, wenn ich keinen Brustdonut trage. Sie ist berührungsempfindlich und brennt -besonders nach dem Stillen.
Die Standardfragen:
Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Wenn es mit dem Anlegen gar nicht geht, bekommt er zwischen 30 und 60 ml abgepumpte Muttermilch per Fingerfeeding mit der Spritze. Das war bisher selten nötig, alle paar Tage eine Mahlzeit (genauer kann ich es bei Bedarf nachschlagen)
Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Einiges habe ich ja oben schon geschrieben. Wir stillen 10-15 mal in 24 Stunden jeweils eine Seite. (So wie er sich meldet).
Anfangs haben wir nach Anleitung der Hebamme(n) nur in liegen auf der Seite gestillt, das war aber besonders mit meinen großen weichen Brüsten total krampfig. Ich konnte außerdem nicht richtig sehen, was ich da mache. Mittlerweile habe ich ihn im Wiegegriff, das geht deutlich besser.
Wenn J. einmal angedockt ist, trinkt er gut und effektiv (ich habe viel Milch, er schluckt fast bei jedem Zug) für ein paar Minuten. Dann muss man ihn etwas animieren, damit er weiter trinkt. Nach zehn Minuten lasse ich ihn dann nuckeln, so lange er mag. Manchmal lässt er sich vorher los oder verschluckt sich und geht dann nicht mehr dran. Länger als 10 Minuten trinkt er nicht effektiv.
Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Wir fand gerade erst an, mitzuzählen, aber er hat mehrmals am Tag Stuhlwindeln. Er nimmt hervorragend zu, ist laut Hebamme fit und weder knapp im Gewicht noch dehydriert.
Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Komplikationslose Geburt im Geburtshaus. Dort gleich angelegt und auch schon Schwierigkeiten gehabt, die BW zu fassen. Die Hebamme sprach da Brustwarzenformer an.
Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Nein, nur unsere kleinen Finger zum saugen (sehr selten) oder füttern (s.o.)
Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Nachsorgehebamme. Eine Stillberaterin war zum Hausbesuch (ohne große Erkenntnisse), mit einer anderen bin ich in Mailkontakt und warte auf Antwort.
Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein.
Vielleicht weiß jemand einen Rat. Ich würde so gerne unbeschwert stillen, aber es ist immer wieder ein furchtbar belastender Kampf für uns beide. (Und es.tut.so.weh!
Herzliche Grüße
Louet
