Meine 8-Jährige liest ziemlich selbstverständlich deutsche Bücher genauso gern und schnell wie niederländische. Vorteil ist einfach auch die Auswahl des riesigen deutschen Büchermarktes (v.a. wenn man sich auf ein Thema einschießt - Pferdebücher - hat man die niederländischen im Buchhandel bald durch)
Schreiben ist noch mal eine andere Sache, das macht sie eh nicht so gerne. Ich fände es toll, wenn sie mit ihrer deutschen Freundin eine Brieffreundschaft anfangen würde, aber zu viel drängen will ich auch nicht. Ich hoffe einfach, dass sich durch das viele Lesen das Schriftbild einzelner Wörter etwas einprägt. Viel mehr als mal ein Wort zu korrigieren wird wohl von mir aus nicht gehen, sie ist da auch der Typ Feuerkatze, der sich von den Eltern und speziell von mir eher nix beibringen lassen will
Meine russische Freundin hat wohl mit ihrer Tochter gezielt auch russisch schreiben geübt. Sie ist aber generell etwas mehr auf 'Drill' aus, weiß nicht, wie man es ohne handhaben könnte...
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Ich kaufe mir gerade französische Montessori-Materialien zum lesen und schreiben lernen zusammen ... na klar sollen die Kinder lesen und schreiben lernen in beiden Sprachen - ob es klappt, weiß ich nicht, aber so grundsätzlich gehört es für mich dazu.
In Deutschland (zumindest in Bayern) gibt es "Muttersprachlichen Ergänzungsunterricht". Da wird das Kind dann von der Schule aus in der Mutter/Vater/wasauchimmer Sprache unterrichtet.
Schneckle hat geschrieben:In Deutschland (zumindest in Bayern) gibt es "Muttersprachlichen Ergänzungsunterricht". Da wird das Kind dann von der Schule aus in der Mutter/Vater/wasauchimmer Sprache unterrichtet.
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Den gibt es deutschlandweit, allerdings nicht überall für jede Sprache.
"You can't start a new chapter in your life, if you keep re-reading the last one."
Schneckle hat geschrieben:In Deutschland (zumindest in Bayern) gibt es "Muttersprachlichen Ergänzungsunterricht". Da wird das Kind dann von der Schule aus in der Mutter/Vater/wasauchimmer Sprache unterrichtet.
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Den gibt es deutschlandweit, allerdings nicht überall für jede Sprache.
Gut zu wissen, danke!
Mal schauen, ob wir bis Schulanfang warten, oder noch vor Einschulung mit lesen anfangen (dann müßten wir allerdings ziemlich bald anfangen). Ich mache mir nur etwas Sorgen, dass mein Sohn durch Kyrillisch/Lateinisch irritiert wird, und möchte nicht, dass er gleichzeitig auf beiden Sprachen lesen lernt.
Meine Tochter hat in der ersten Klasse ganz normal Lesen und Schreiben auf Deutsch gelernt.
Seit dem letzten Kindergartenjahr geht sie jede Woche 2 Stunden in den Italienischkurs. Dort lernt die nebenbei auf Italienisch Lesen und Schreiben. Zuhause üben wir das nicht extra, aber GG liest natürlich nur italienische Bücher vor. (Und ich nur deutsche).
Jetzt ist sie in der zweiten Klasse und liest selber Bücher auf Deutsch. Ich denke im Sommerurlaub darf sie sich dann italienische Bücher kaufen.
Mit drei Mädels 07/08, 11/11 und 04/14
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
Nulsik. Das ist ja bei euch nochmal ne Nummer schwieriger. Unsere große liest mittlerweile deutsch und englisch fast gleich gut. Ihr englisch ist aber auch richtig gut geworden, vor allem ohne deutschen Akzent.
Daisy mit Herbstglück *2008 und Wintersonne *2012, Maikäferchen *2014 und zwei Sternchen
Aus eigener Erfahrung (ich bin zweisprachig aufgewachsen), glaube ich, dass man so etwa 70% des Weges geschaffen hat, wenn das Kind die Nicht-Schulsprache lesen kann. Die Motivation zum Schreiben kommt bestimmt von alleine, wir kommunizieren ja viel mehr schriftlich als früher.
Nur kurz meine Erfahrung vielleicht als Mutmacher:
Wir Eltern sind beide deutsch, haben aber zeitweise im Ausland gelebt. Unsere Große war 2 als wir nach Kanada gezogen sind und hat dort in der preschool Englisch gelernt. Mit 3,5 kamen wir nach D zurück. Mein Sohn war dann 1,5. Wir hatten 6 Jahre lang Aupairs aus USA und Kanada (bis die beiden Großen 9 und 7 waren) und haben einige Freunde aus E und Schottland, die uns regelmäßig besuchen. Einmal in der Woche kommt eine Freundin aus US am Nachmittag um die Kleinen (heute 9 und 6 - beide nie im Ausland gelebt und ohne Aupairs aufgewachsen) zu bespaßen:
Meine Große wird nun im Sommer 18, macht gerade Abitur und wird u.a. von einem Native Speaker in E unterrichtet, der ihr bestätigt, dass sie wie ein native speaker spricht. Ich bin selbst Englischlehrerin, habe nie wirklich E mit ihr gesprochen, merke aber auch, dass sie wirklich nicht die typisch deutschen Fehler macht. Sie spricht akzentfrei American English, liest seit Jahren fast ausschließlich Bücher auf E und sieht Filme ausschließlich im Original. Unser Zweiter spricht sehr gut und versteht alles, aber weit von native entfernt. Die kleinen 2 sprechen mit unserer Freundin mehr oder weniger Denglisch, was aber egal ist, weil D absolut ihre Muttersprache ist und es mir einfach wichtig war, dass sie keine Berührungsängste haben und sich verständlich machen können. Ich merke auch, wie sie sich spielerisch die englische Sprache erobern.
Also, obwohl die Große nur kurz einem englischen language bath ausgesetzt war, hat sie da irgendwie "Blut geleckt" und profitiert heute enorm. Die anderen 3 profitieren auch sehr, sind aber nicht 2-sprachig wie die Große.
Das kann aber auch durchaus einfach an der Persönlichkeit, bzw. "Sprachknubbel" deiner Ältesten liegen. Mein Bruder und ich sind sprachentechnisch unter den selben Voraussetzungen aufgewachsen (Mutter Französisch, Vater Deutsch, Umgebungssprache und Schule beides da Grenzgebiet). Mein Bruder hat sich da immer schwerer getan, obwohl er inzwischen 4 Sprachen (lustigerweise die selben wie ich tagtäglich für den Job nutzt
Der Akzent mit dem man spricht, hat ganz viel mit der Art und Weise zu hören zu tun. Es gibt Leute, die übernehmen auch regionale Sprachweisen (im Urlaub zB) sehr schnell, andere nicht. Und möglichst fehlerfrei sprechen klappt nur, wenn man konsequent - natürlich positiv gemeint! - verbessert wird. In der Schule ist das selbstverständlich (machen die Lehrer), später nicht mehr so. Da empfindet man das als unhöflich, jemanden, der sich die Mühe gibt eine Fremdsprache zu sprechen, auch noch zu korrigieren... Ich habe da ganz ganz viel meinen Kommilitonen zu danken, die trotzdem immer mit Humor verbessert haben.
Sarah, mit dem Spatz (November 2014) und der kleinen Maus (April 2018)