(Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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FrauPanda
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(Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von FrauPanda »

Liebe Leserinnen,

da ich momentan nicht mehr sicher bin, ob unsere Stillbeziehung so wie sie sich entwickelt okay ist, wende ich mich an euch.

Die Eckdaten: mein Sohn ist nun 12 Wochen alt. Ich stille voll und das Stillen hat auch von Anfang an super geklappt. Er hatte keine Probleme beim Andocken und ich hatte weder wunde Brustwarzen noch einen Milchstau oder sonstiges. Seine Gewichtszunahme ist bisher auch völlig im grünen Bereich, obwohl er sehr viel spuckt. Ich stille immer nur eine Seite, das hat bisher auch super geklappt. Schnuller bekommt er nicht bzw nimmt er auch gar nicht. Flasche hat er bisher 2x bekommen, als ich vormittags länger außer Haus war. Klappte so semi-gut, weil er nicht wusste wie er trinken muss. Das anschließende Stillen hat jeweils ohne Probleme funktioniert.

Er hat sich in den ersten 3 Wochen mindestens alle 2 Stunden gemeldet. Später wurde der Nachtschlaf zu Beginn erst nach ca 4 Stunden unterbrochen. Anschließend alle 2-3 Stunden stillen. Tagsüber weiterhin etwa 2-3 Stunden Abstand.

Seit ein paar Wochen hat sich hier einiges verändert:

- Tagsüber sind die Abstände nun sehr unterschiedlich. Mal 1 Stunde, mal 2, manchmal auch 3 (eher selten). Einschätzen kann ich das kaum mehr, es ist also auch schon vorgekommen, dass er nach 45 Minuten Spaziergang wie wild gebrüllt hat, weil er Hunger hatte.

- Nachts weckt er mich nun alle 1-2 Stunden zum stillen und döst dabei in Windeseile wieder weg. Der MSR wird jeweils ein Mal ausgelöst. Trinkt er hier nicht genug?

- Im Gegensatz zu tagsüber spuckt er nachts allerdings auch weniger. Tagsüber ist es oft so viel, dass ich das Gefühl habe, er behält wirklich gar nichts bei sich. Was nicht sofort retour kommt, wird innerhalb der darauf folgenden Stunde nach und nach gespuckt.

- er jammert immer häufiger an der Brust, va abends beim letzten stillen vor dem Schlafen. Dabei trinkt er zuerst, wird dann unruhig, fängt an zu wimmern, dockt ab, weint, sucht die Brust wieder, trinkt erneut, wimmert, dockt wieder ab...usw. Ich verstehe absolut nicht warum er das macht und was es zu bedeuten hat. Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, ich habe nicht genug Milch. Es kommt aber definitiv auch in diesen Schreimomenten noch Milch, das habe ich geprüft.

- insgesamt ist er oft sehr unruhig beim stillen, auch tagsüber. Er drückt sich weg, zieht meine Brustwarze in die Länge, wodurch ich mittlerweile immer öfter Schmerzen beim Stillen habe und windet sich sehr. Er zerrt dabei so sehr an der Brust, dass ich wirklich Kraft aufwenden muss, um seinen Kopf näher bei der Brust zu halten, so dass es nicht so schmerzhaft ist.

Mir ist klar, dass er insgesamt natürlich aktiver wird und vieles vll auch damit zu tun hat. Eine Stillbeziehung bleibt ja nicht immer gleich. Die kurzen nächtlichen Stillabstände verbunden mit dem vielen Spucken und vor allem das Weinen an der Brust verunsichern mich aber sehr. Ich dachte zuerst an die Brustschreiphase, dafür geht das mit nun 4 Wochen aber schon zu lange, oder? Zudem macht er das in dem Maß nur abends beim letzten stillen vor dem Nachtschlaf.

Habt ihr Ideen oder Tipps für mich? Vor allem wie ich mit dem weinen umgehen kann oder vll sogar was das bedeuten könnte? Und ist davon auszugehen, dass sich die Stillabstände wieder von alleine regulieren oder bleibt das erst mal so? Ich komme mit dem Essen gerade kaum hinterher und habe ähnlich viel Hunger wie mein Sohn...
Lösche Benutzer 9067

Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von Lösche Benutzer 9067 »

Liebe FrauPanda, herzlich willkommen! Das was du beschreibst klingt nach meinen Erfahrungen recht normal. Was ich bisher an Erkenntnis gewonnen habe ist nur etwas, nämlich "sei gewiss dass sich die Situation immer verändert, sobald du denkst jetzt hast du sie im Griff". :-)

Ist ws die Summe dessen, was du aufzählst, oder gibt es ein Verhalten das dich besonders beunruhigt?
nido56
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von nido56 »

Die schlechte Nachricht zuerst: im Alter von 4-5 Monaten stellt sich der Schlaf um, vom Babyschlaf zu den normales Schlafphasen, wie sie auch Erwachsene haben. Bei ziemlich vielen Babys führt das über einen gewissen Zeitraum dazu, dass sie häufiger aufwachen. Die Phase kann je nach Baby leider durchaus auch recht lange anhalten...

Wahrscheinlich wird dein Baby also nicht unbedingt aus Hunger wach. Es wird wach, weil es den Übergang zwischen den Schlagphasen noch nicht schafft. Und wenn es dann wach ist, will es zur Beruhigung stillen.

Zur Unruhe kann ich nichts sagen, das hatten wir so nicht, aber ich vermute auch, dass er so die neuen, aufregenden Eindrücke verarbeitet.
nido mit dem Piraten (01/2012)
klecksauge
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von klecksauge »

Ich meine, dass das Alter ein klassisches "Schub"-Alter ist.
Anstrengend.

Mein Tip:
Annehmen, wird auch wieder anders.
Gerne hier schreiben und jammern (hat mich gerettet!), falls du im Real Life auf Unverständnis triffst.
Wenn du lesen magst: Herbert Renz-Polzer "Kinder verstehen", hat mir sehr geholfen.

Ich wünsche dir viel Spaß bei uns!
Liebe Grüße aus den Norden von
S. mit Sommerbub (08.12) und Herbstmädchen (11.15)
(Still-Mod-Team)

Tablet und Smartphone-Nutzerin........

Rettet die Geburtshilfe!
https://mother-hood.de/
FrauPanda
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von FrauPanda »

Vielen Dank euch! Ich hatte vermutet, dass alles normal ist, war aber irgendwie doch unsicher.

meredith, mich beunruhigt besonders das viele Spucken (frische und anverdaute Milch, wobei er nachts weniger spuckt) und das Weinen an der Brust. Er schaut mich dabei auch immer so eindringlich an und ich verstehe einfach nicht, was er von mir möchte :(


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Angelos
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von Angelos »

Dieses An- und Abdocken und unruhig werden war bei uns immer ein Zeichen für dringend-Pipi-müssen. Vielleicht magst Du mal versuchen ihn abzuhalten, das geht zur Not auch einfach mit Windel dran. Vielleicht hilft ihm das und er kann dann ruhiger weiter trinken.
große Schwester 12/2011 und kleiner Bruder 3/2016
FrauPanda
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von FrauPanda »

Wir praktizieren das schon, weil er seit Beginn an Probleme damit hat, in die Windel zu machen. Dass er mal muss, zeigt er zwar auch oft beim Stillen durch Unruhe, aber etwas anders. Zumal er abends vor dem Schlafengehen meistens nochmal kann. Hm, ich werde das mal weiter beobachten und hoffe, dass es sich entweder von alleine gibt oder ich endlich mal verstehe was los ist.


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arachnia
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von arachnia »

Hallo,
für mich klingt das Verhalten deines Babies auch nicht unnormal. Vielleicht stört ihn abends DASS Milch kommt beim nuckeln. Reines nuckeln, also non-nutritives Saugen müssen die Kleinen erst lernen.
Ich hatte einen starken MSR und das hat das Mäusemädchen oft wütend gemacht, bis sie das mit dem nuckeln heraus hatte.

Und er behält sicher etwas bei sich. Man meint zwar, dass da riesige Mengen kommen, sieht aber meist nach mehr aus (ich hatte auch ein extremes Spuckkind. Wir hatten immer auch Wechselklamotten für die Erwachsenen dabei). Ich habe hier schon öfter den Tip gelesen, mal einen EL Milch zu verschütten so zum Vergleich.

Viel Kraft für diese anstrengende Zeit!
LG arachnia (mit Mäusemädchen 04/14) und Wintermädchen (01/17)
FrauPanda
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von FrauPanda »

Das könnte natürlich sein mit dem Nuckeln. Wobei er das tagsüber schon immer mal wieder macht und dabei wegdöst. Wenn der MSR einsetzt schluckt er halt notgedrungen aber das scheint ihn da nicht zu stören. Abends ist er insgesamt sehr unruhig beim Stillen. Wir haben momentan aber auch starke Schwierigkeiten damit, ihn in den Nachtschlaf zu begleiten (er schreit sehr viel und extrem), vielleicht ist da insgesamt gerade irgendwas im Gange.


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Carraluma
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Re: (Negative?) Veränderung in der Stillbeziehung

Beitrag von Carraluma »

Abendliche Unruhe würde ich auch eher im Zusammenhang mit dem Schlafen sehen und nicht mit dem Stillen.
Bei meinem ersten Kind hat zwischen 4 und 6 Monaten übrigens Einschlafstillen auch nicht funktioniert. Das fand ich auch sehr anstrengend. Babys und Kleinkinder entwickeln sich so rasch. Immer wenn ich dachte, jetzt weiß ich, was ich in welcher Situation tun muss, hat es sich geändert und ich musste es neu herausfinden. Mit Kindern wird es nie langweilig ;-)
Viel Erfolg beim Anpassen.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
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