Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

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Jamelek
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Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von Jamelek »

Mein Sohn (3,5 Jahre) geht in einen kleinen Kindergarten mit angrenzendem Hort. Insgesamt ca. 40 Kinder, 30 davon Kitakinder.

Der Kindergartenbereich wird vormittags nach Alter (nicht ein festes Alter, sondern wie es sich von der Gruppenstärke gerade ergibt) aufgeteilt. Die Größeren verbringen den Vormittag (bis ca. 14 Uhr) oben in den dann leeren Horträumlichkeiten, die Kleinen bleiben unten.

Bisher war mein Sohn unten bei den Kleinen (momentan 1-3 Jahre). Das passte auch gut. Nach dem Sommer war er etwas traurig, weil alle Jungs mit denen er vorher spielte nach oben wanderten. Die sind aber auch alle ca. ein Jahr älter wie er. In seinem Alter gibt es keine weiteren Jungs im Kiga. Finde ich schade, aber auch nicht so schlimm. Meiner Erfahrung nach unterscheiden die Kinder in ihrer Freundeswahl erst so ab Grundschulalter nach Geschlecht.

Nun habe ich heute erfahren, dass demnächst 3 neue U3 Kinder kommen und 3 weitere Kinder nach oben wechseln sollen. Es wurden 3 Mädchen benannt, alle im Alter meines Sohnes, eines 2 Monate jünger. Auf meine Nachfrage, warum mein Sohn dann nicht hochgeht bekam ich als Erklärung, sie möchten unten ungerne noch einen Jungen verlieren (momentan 3 Jungs/14 Mädchen).
Ganz blöde Begründung finde ich. Mein Kind soll hier eine Männerquote erfüllen oder wie?

Zumal mein Sohn und eines der Mädchen die einzigen sind von den Kleinen, die keinen Mittagschlaf mehr halten. Bisher verbrachten sie diese Zeit dann gemeinsam im Bauraum unten. Da wäre mein Sohn dann fürs nächste während der Mittagsschlafzeit jeden Tag alleine im Bauraum(ohne weitere Kinder, eine Erzieherin ist schon bei Bedarf vor Ort) . Ist doch auch blöd für ihn.

Nun weiß ich aber selber nicht recht, was das Richtige wäre. Momentan spielt er mit diesen 3 Mädchen überwiegend, jedenfalls sind das die Namen, die zu Hause fallen, wenn er vom Kiga erzählt. Für ihn wäre es schon schlimm, wenn die alle vormittags weg sind. Alle unten verbleibenden Kinder sind mindestens 9 Monate jünger.
Aber unten ist vom Spielzeugangebot schon schöner für ihn. Er liebt den Bauraum und anderes. Oben ist halt alles eigentlich auf Grundschulkinder eingerichtet. Auch ist er sehr klein und zart für sein Alter. Er würde schon sehr verloren oben auf den großen Stühle wirken, meinte die Erzieherin.

Er ist sehr sehr anhänglich, braucht Beständigkeit, mag einfach nur in Ruhe spielen. Das ist oben eher nicht möglich, da gibt es schon mehr Programm. Es werden Themen erörtert, Themengerecht gebastelt, viele kleine Ausflüge (Bibliothek,Markt im Ort, aber auch mal Backstube, also was weiteres, wo mit Bus hingefahren wird). Ausflüge mit der Kita machen ihm Angst. Er geht gerne mal mit der Gruppe in den anliegenden Wald zum Toben, aber nicht gerne weiter weg. Bisher habe ich ihn daher bei den 2 Ausflügen, wo die Kleinen involviert waren zu Hause gelassen. Aber wenn er oben ist, ginge das nicht. Die haben ja wöchentlich was im Programm.
Auch ist es schwierig, bei ihm Begeisterung für ein Thema zu wecken, was ihn nicht interessiert. Also momentan wird dort in der Gruppe die Kartoffel besungen, betanzt, ausgegraben, besprochen und und und.
Mein Sohn hat eigentlich immer ein bestimmtes Thema, was ihn über einen sehr langen Zeitraum (über 1 Jahr) interessiert und dann interessiert ihn eigentlich auch nur dieses Thema, dafür dann aber sehr intensiv und über sein Alter hinaus. Als Baby war er auf Murmeln/Punkte absolut fixiert, die wurden dann von der Müllabfuhr abgelöst, was über ein Jahr anhielt und erst jetzt vor kurzem von der Feuerwehr abgelöst wurde.

Aber gerade in den letzten Wochen sagte er häufig, dass er sich oft im Kindergarten langweilt.
Entwicklungsmäßig ist er auch eher weit. Im Grobmotorischen sehr weit, nur halt kleiner, wie gleichaltrige, auch sprachlich und Kopfmäßig relativ fit. Kann gut zählen, auch kleine Additionen so nebenbei, wenn sein Freund 3 Dinos bringt und er 4 hat, sagt er so nebenbei ohne Abzuzählen „jetzt haben wir 7 Dinos“. Kann das komplette Alphabet lesen und aus den Buchstaben einfache Wörter zusammenfügen (Name, Mama und sowas. Ach klingt jetzt blöd, soll keine Auflistung seiner ach so tollen Fähigkeiten sein, denke nur deswegen auch daran, das der dauerhafte Umgang nur mit deutlich jüngeren dann doch eher kontraproduktiv ist.
Dafür hat er kleine Defizite in der Feinmotorik :D .

Er mag auch nicht im Vordergrund stehen, kleine Aufführungen die im Kiga erlernt wurden, verweigert er. Er mag dann nur auf meinem Schoss sitzen. Auch im Morgenkreis singt er wohl kaum mit, obwohl er ihn liebt und mir zuhause alle Lieder von dort vorträllert.
Er ist schnell überreizt, wenn ich ihn gegen 14 Uhr 30/15 Uhr abhole sitzt er häufig schon kuschelnd auf dem Schoss einer Erzieherin

Die Erzieher haben ja sozusagen schon beschlossen, dass er unten bei den Kleinen bleibt. Sehe das aber nicht als in Stein gemeißelt. Weiß nur nicht recht, ob ich mich dafür einsetzen soll, dass er zu den Großen geht oder lieber nicht. Irgendwie passt er dann nirgends rein.
Jamelek
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Schneekugel
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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von Schneekugel »

Was wenn er sein während zwei Wochen zB versucht oben. Also er dann die Wahl hat?
Hier bei uns wechseln die Kinder mal tageweise die Gruppen wenn sie gerade mögen und es vom Platz her geht.
Vielleicht mag er es ja dann, vielleicht merkt er für sich aber auch, dass es ihm unten wohler ist.
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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von Sakura »

Während der ganzen ersten Hälfte des Postes dachte ich, dass Dein Sohn nach oben wechseln sollte. Aber das hier:
Jamelek hat geschrieben: Er ist sehr sehr anhänglich, braucht Beständigkeit, mag einfach nur in Ruhe spielen. Das ist oben eher nicht möglich, da gibt es schon mehr Programm. Es werden Themen erörtert, Themengerecht gebastelt, viele kleine Ausflüge (Bibliothek,Markt im Ort, aber auch mal Backstube, also was weiteres, wo mit Bus hingefahren wird). Ausflüge mit der Kita machen ihm Angst. Er geht gerne mal mit der Gruppe in den anliegenden Wald zum Toben, aber nicht gerne weiter weg. Bisher habe ich ihn daher bei den 2 Ausflügen, wo die Kleinen involviert waren zu Hause gelassen. Aber wenn er oben ist, ginge das nicht. Die haben ja wöchentlich was im Programm..
klingt dringend nach: lass ihn noch eine Weile unten. Auch dass er beim Abholen schon kuschelnd auf dem Schoß einer Erzieherin sitzt.
Es ist wirklich blöd, dass die Gruppe so nach und nach nach oben wechselt, und so nach und nach alle seine Freunde gehen.

Würde er denn JETZT, wo quasi alle seine Freunde oben sind, mit auf die Ausflüge kommen?
Aber selbst wenn Du ihn jetzt noch eine Weile unten lässt: vielleicht ist er zum Jahreswechsel so weit, nach oben zu wechseln, das ist ja eine relativ kurze Zeit.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

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vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von Lösche Benutzer 21740 »

Jamelek hat geschrieben:
Zumal mein Sohn und eines der Mädchen die einzigen sind von den Kleinen, die keinen Mittagschlaf mehr halten. Bisher verbrachten sie diese Zeit dann gemeinsam im Bauraum unten. Da wäre mein Sohn dann fürs nächste während der Mittagsschlafzeit jeden Tag alleine im Bauraum(ohne weitere Kinder, eine Erzieherin ist schon bei Bedarf vor Ort) . Ist doch auch blöd für ihn.
Wäre eine Möglichkeit, dass er während der Mittagsschlafzeit der Kleinen die Option erhält, dann für diesen Zeitraum freiwillig zu den Großen zu gehen? Oder eben im Bauzimmer zu bleiben?
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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von Salome »

Die gerade genannte Option fände ich auch gut!

Wir hatten bei uns die Situation, dass die Zwillinge keinen Mittagsschlaf mehr gemacht haben, als sie in der Kita waren (sie waren da knapp 3) und so durften sie die Mittagspause bei den "Großen" (Gruppe ab 3 Jahre) verbringen. Das hat ihnen richtig Spaß gemacht und zum Teil sind sie dort auch dann den Nachmittag über geblieben, wenn die Gruppe ins Außengelände gegangen ist.

Der temporäre Gruppenwechsel hat also gut geklappt.
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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von RosaLia »

Es braucht auch einfach seine Zeit, bis sich eine neue Konstellation zusammgeruckelt hat. Der Mittlere hat mit seinen 3 Jahren meist mit den Vorschülern gespielt. Die wurden im Sommer eingeschult und es kamen reichlich neue Kleine in die Gruppe, die meisten sind sogar sein zukünftiger Schuljahrgang. Es hat Wochen gedauert, bis er sich neu eingefunden hat, er hat die Großen richtig vermisst.

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Jamelek
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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von Jamelek »

Ich wollte nochmal kurz ein Feedback geben, es gab am nächsten Tag noch ein ganz kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel -aber von der Erzieherin aus, wo sie mir erklärte, dass sie sich schon noch mehr dabei gedacht haben. Sie hoffen, dass mein Sohn einen Sprung in Richtung Selbstvertrauen/Selbstständigkeit macht, wenn er der Älteste ist.
Außerdem kann er jederzeit nach oben wechseln, wenn er den Wunsch äußert.

Jetzt sind gerade Ferien und für die erste Novemberwoche wurde ein Termin zum Elterngespräch vereinbart, da wir noch nie eines hatten (Kind ist erst seit 12.2015 dort in der Kita). Bin mal gespannt, wie deren Eindruck ist.

Nachdenklich macht mich ja der Begriff Selbstbewusstsein. Woran macht man Selbstbewusstsein an einem Kind aus. An meiner Seite empfinde ich mein Kind als sehr selbstbewusst. Er spricht/plaudert eifrig mit fast fremden Menschen im Supermarkt, auf dem Spielplatz und co. Erzählt auch mal dem Müllmann, den wir an der Ecke treffen, dass er ein neues Feuerwehrauto hat. Auf dem Spielplatz traut er sich mehr zu, wie gleichaltrige KInder.
Aber da bleibt halt diese extreme Anhänglichkeit. Kommt immer wieder in meine Arme zurück, um Nähe zu tanken (im Kiga halt auch die Arme der Erzieherin). Und nicht bekannte Orte machen im Angst, bzw. er braucht da etwas an meiner Seite/auf meinem Arm um sich damit vertraut zu machen. Dann beim ca. 3. Besuch ist er wie ausgewechselt und lacht und tobt. Aber daher sind Kigaausflüge für ihn nur Stress.

Gibt sich das mit den Jahren?
Jamelek
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Re: Kita Wechsel zu den Großen ja/nein???

Beitrag von luna24 »

Ja, das gibt sich normalerweise mit den Jahren, das ist der ganz normale Entwicklungsprozess. In dem Alter kein Grund zur Sorge. Und ich finde das eine tolle Haltung der Erzieherin, ihm noch ein bisschen die Gelegenheit zu geben, neue Erfahrungen im geschützteren Rahmen zu machen, denn genau so entwickelt sich echtes Selbstvertrauen. Und er geht den nächsten Schritt, wenn er sich sicher genug fühlt. Ich finde, das klingt sehr gut!
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