Der Kindergartenbereich wird vormittags nach Alter (nicht ein festes Alter, sondern wie es sich von der Gruppenstärke gerade ergibt) aufgeteilt. Die Größeren verbringen den Vormittag (bis ca. 14 Uhr) oben in den dann leeren Horträumlichkeiten, die Kleinen bleiben unten.
Bisher war mein Sohn unten bei den Kleinen (momentan 1-3 Jahre). Das passte auch gut. Nach dem Sommer war er etwas traurig, weil alle Jungs mit denen er vorher spielte nach oben wanderten. Die sind aber auch alle ca. ein Jahr älter wie er. In seinem Alter gibt es keine weiteren Jungs im Kiga. Finde ich schade, aber auch nicht so schlimm. Meiner Erfahrung nach unterscheiden die Kinder in ihrer Freundeswahl erst so ab Grundschulalter nach Geschlecht.
Nun habe ich heute erfahren, dass demnächst 3 neue U3 Kinder kommen und 3 weitere Kinder nach oben wechseln sollen. Es wurden 3 Mädchen benannt, alle im Alter meines Sohnes, eines 2 Monate jünger. Auf meine Nachfrage, warum mein Sohn dann nicht hochgeht bekam ich als Erklärung, sie möchten unten ungerne noch einen Jungen verlieren (momentan 3 Jungs/14 Mädchen).
Ganz blöde Begründung finde ich. Mein Kind soll hier eine Männerquote erfüllen oder wie?
Zumal mein Sohn und eines der Mädchen die einzigen sind von den Kleinen, die keinen Mittagschlaf mehr halten. Bisher verbrachten sie diese Zeit dann gemeinsam im Bauraum unten. Da wäre mein Sohn dann fürs nächste während der Mittagsschlafzeit jeden Tag alleine im Bauraum(ohne weitere Kinder, eine Erzieherin ist schon bei Bedarf vor Ort) . Ist doch auch blöd für ihn.
Nun weiß ich aber selber nicht recht, was das Richtige wäre. Momentan spielt er mit diesen 3 Mädchen überwiegend, jedenfalls sind das die Namen, die zu Hause fallen, wenn er vom Kiga erzählt. Für ihn wäre es schon schlimm, wenn die alle vormittags weg sind. Alle unten verbleibenden Kinder sind mindestens 9 Monate jünger.
Aber unten ist vom Spielzeugangebot schon schöner für ihn. Er liebt den Bauraum und anderes. Oben ist halt alles eigentlich auf Grundschulkinder eingerichtet. Auch ist er sehr klein und zart für sein Alter. Er würde schon sehr verloren oben auf den großen Stühle wirken, meinte die Erzieherin.
Er ist sehr sehr anhänglich, braucht Beständigkeit, mag einfach nur in Ruhe spielen. Das ist oben eher nicht möglich, da gibt es schon mehr Programm. Es werden Themen erörtert, Themengerecht gebastelt, viele kleine Ausflüge (Bibliothek,Markt im Ort, aber auch mal Backstube, also was weiteres, wo mit Bus hingefahren wird). Ausflüge mit der Kita machen ihm Angst. Er geht gerne mal mit der Gruppe in den anliegenden Wald zum Toben, aber nicht gerne weiter weg. Bisher habe ich ihn daher bei den 2 Ausflügen, wo die Kleinen involviert waren zu Hause gelassen. Aber wenn er oben ist, ginge das nicht. Die haben ja wöchentlich was im Programm.
Auch ist es schwierig, bei ihm Begeisterung für ein Thema zu wecken, was ihn nicht interessiert. Also momentan wird dort in der Gruppe die Kartoffel besungen, betanzt, ausgegraben, besprochen und und und.
Mein Sohn hat eigentlich immer ein bestimmtes Thema, was ihn über einen sehr langen Zeitraum (über 1 Jahr) interessiert und dann interessiert ihn eigentlich auch nur dieses Thema, dafür dann aber sehr intensiv und über sein Alter hinaus. Als Baby war er auf Murmeln/Punkte absolut fixiert, die wurden dann von der Müllabfuhr abgelöst, was über ein Jahr anhielt und erst jetzt vor kurzem von der Feuerwehr abgelöst wurde.
Aber gerade in den letzten Wochen sagte er häufig, dass er sich oft im Kindergarten langweilt.
Entwicklungsmäßig ist er auch eher weit. Im Grobmotorischen sehr weit, nur halt kleiner, wie gleichaltrige, auch sprachlich und Kopfmäßig relativ fit. Kann gut zählen, auch kleine Additionen so nebenbei, wenn sein Freund 3 Dinos bringt und er 4 hat, sagt er so nebenbei ohne Abzuzählen „jetzt haben wir 7 Dinos“. Kann das komplette Alphabet lesen und aus den Buchstaben einfache Wörter zusammenfügen (Name, Mama und sowas. Ach klingt jetzt blöd, soll keine Auflistung seiner ach so tollen Fähigkeiten sein, denke nur deswegen auch daran, das der dauerhafte Umgang nur mit deutlich jüngeren dann doch eher kontraproduktiv ist.
Dafür hat er kleine Defizite in der Feinmotorik
Er mag auch nicht im Vordergrund stehen, kleine Aufführungen die im Kiga erlernt wurden, verweigert er. Er mag dann nur auf meinem Schoss sitzen. Auch im Morgenkreis singt er wohl kaum mit, obwohl er ihn liebt und mir zuhause alle Lieder von dort vorträllert.
Er ist schnell überreizt, wenn ich ihn gegen 14 Uhr 30/15 Uhr abhole sitzt er häufig schon kuschelnd auf dem Schoss einer Erzieherin
Die Erzieher haben ja sozusagen schon beschlossen, dass er unten bei den Kleinen bleibt. Sehe das aber nicht als in Stein gemeißelt. Weiß nur nicht recht, ob ich mich dafür einsetzen soll, dass er zu den Großen geht oder lieber nicht. Irgendwie passt er dann nirgends rein.