Kind kommt nachts nichts zur Ruhe, wie damit umgehen?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Antworten
Benutzeravatar
serotonin
hat viel zu erzählen
Beiträge: 210
Registriert: 14.05.2016, 12:23

Kind kommt nachts nichts zur Ruhe, wie damit umgehen?

Beitrag von serotonin »

Ich muss ein bisschen weiter ausholen, glaube ich. Vor Geburt von Kind 2 hat Kind 1 endlich meistens durchgeschlafen, ganz selten noch nachts gestillt wenn er wach wurde. Wir haben zu zweit in einem Bett geschlafen, mein Mann in einem anderen Zimmer weil er so schnarcht dass wir alle im Schlaf gestört wurden. Er wurde zu 95% einschlafgestillt.

Nach der Geburt von Kind 2 wollten wir es mit Familienbett zu viert versuchen, das hat aber leider nicht funktioniert, weil das Baby nachts anfangs Geräusche machte, die den Großen weckten, was dann dazu führte, dass ich nachts quasi durchgehend stillte, weil der Große sich da seine exklusive Zeit mit mir abholen wollte und stundenlang wach war. Nach einer Woche mit kaum Schlaf bin ich mit dem Baby in das andere Zimmer umgezogen, Papa mit dem Großen im Bett. Die Einschlafbegleitung hat dann auch der Papa übernommen, dh kein Einschlafstillen mehr, aber tagsüber noch wenn er und ich wollten.

Das hat mehrere Wochen gut funktioniert, aber jetzt steht er plötzlich nachts regelmäßig auf, ist dann richtig wach, kommt zu mir ins Zimmer, weckt mich (und irgendwann meist auch das Baby... Er ist laut!). Ich habe einmal den Fehler gemacht ihn nachts zu stillen, ich denke deswegen kam er überhaupt auf die Idee, mich nachts zu suchen... Gestern habe ich dann versucht ihm zu erklären, dass es erst Milch gibt, wenn es hell ist (ist nur mäßig überzeugend wenn er sieht dass das Baby ja trotzdem gestillt wird...). Er war sehr lange wach und hat sich nur unter Weinen und Protest wieder ins Bett bringen lassen. Er wollte unbedingt dass ich bei ihm bleibe, aber das ging wegen dem Baby nicht. Nachts total übermüdet habe ich keine Kraft, dann so mit ihm zu kämpfen und ich bin total unsicher, wie ich in der Situation weiter machen soll...

Nochmal Familienbett mit allen zusammen versuchen? Ehrlich gesagt bin ich aber ganz froh nicht vom Schnarchen des Mannes noch geweckt zu werden...
Es tut mir so leid wenn er weint weil er mich vermisst, ich vermisse ihn auch, aber ich kann und will ihn nachts nicht mehr stillen. Stille ich nicht, liegt er oft 2h wach bis er wieder in den Schlaf findet.

Oder muss ich "hart" bleiben? Sonst ist ja auch noch Papa zum Kuscheln da, aber der reicht eben manchmal nicht.
Kind 1: 10/13 Kind 2: 07/16

living is easy with eyes closed
elamshin
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1203
Registriert: 20.06.2012, 13:02
Wohnort: Österreich

Re: Kind kommt nachts nichts zur Ruhe, wie damit umgehen?

Beitrag von elamshin »

Ach Mensch, das ist auch eine blöde Situation. Ich schick dir eine Umarmung wenn du magst.

Bei uns war es sehr ähnlich. Der Große wollte nach der Geburt der Kleinen nachts unbedingt dauerstillen, obwohl wir davor meist gar nicht mehr oder max. 1x gestillt hatten. Ein Nein oder eine Einschränkung hat ihn zur (sehr lauten) Verzweiflung getrieben. Einschlafen wollte er nur mit mir, das Baby wollte allerdings auch nur bei mir sein. Egal, wie wir es machten, ein Kind brüllte immer. Das war wirklich sehr anstrengend.
Wir haben es dann so gelöst: Ich habe den Großen abgestillt (da mir das Stillen ohnehin schon sehr weh getan hat und er gerade beim einschlafen unglaublich schmerzhaft gebissen hat), dafür habe ich ihn in den Schlaf begleitet und der Papa hat das brüllende Baby übernommen. Das hat mehrere Wochen gedauert, danach hat er sich auch nachts wieder mit kuscheln zum weiterschlafen bewegen lassen. Es war sehr laut, er war sehr wütend und ich war teilweise echt am Ende. Aber es ging nur Alles oder Nichts, alles dazwischen hat ihn und uns nur noch mehr gestresst.

So wie ich dich lese, bist du dir über bestimmte Rahmenbedingungen eigentlich auch klar. Du möchtest deinen Großen nachts nicht mehr stillen. Du bist eigentlich zufrieden damit, dass dich das Schnarchen deines Mannes nicht mehr zusätzlich weckt (wir schlafen auch getrennt, genau deswegen). Dein Sohn ist über die Situation aber traurig und frustriert und sein Weinen tut dir verständlicherweise weh.
Mir fällt kein Weg ein wie ihr die Situation löst, sodass alle glücklich sind und genug Schlaf bekommen. Ich denke, es braucht einfach Zeit und liebevolle Begleitung. Und tagsüber möglichst Zeit mit Mama für den Großen um "aufzutanken".
Irgendwann könnt ihr bestimmt wieder zusammen schlafen und euer Großer wird von Papa bis dahin aufgefangen. Das ist auch eine Chance für die Beiden.

Ich drück euch die Daumen für gute Nerven und guten Schlaf!
2/2012, 8/2014 und 9/2019
Antworten

Zurück zu „Schlaf, Kindlein, schlaf...“