Empfehlungen von 1980

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Mutterhenne
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Mutterhenne »

Da hast Du leider recht, nido... Ich bin oft damit konfrontiert, dass es mein Gegenüber für unpassend hält, wenn eine Frau (wie ich) 7 Monate nach Entbindung wieder voll arbeitet, aber ihr fast dreijähriges Kind noch stillt... Hier treffe ich überwiegend auf Menschen, die das für legitim halten, das finde ich sehr schön.
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Serafin
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Serafin »

Mutterhenne hat geschrieben:Da hast Du leider recht, nido... Ich bin oft damit konfrontiert, dass es mein Gegenüber für unpassend hält, wenn eine Frau (wie ich) 7 Monate nach Entbindung wieder voll arbeitet, aber ihr fast dreijähriges Kind noch stillt... Hier treffe ich überwiegend auf Menschen, die das für legitim halten, das finde ich sehr schön.
Das macht man aber nicht. Mit 7 Monaten hat man abgestillt zu haben und es macht psychische Schäden, wenn das Kind bevor es drei ist fremdbetreut wird!

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kleiner Maulwurf 12/15
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Sangrid
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Sangrid »

Ich habe die letzten Tage immer wieder hier rein gelesen und finde es sehr spannend, aber auch sehr traurig hier.
Ich bin 1979 geboren. Gestillt wurde ich nur kurz, da (O-Ton mein Papa) ich ja nicht satt davon wurde. Wie auch mit einem strikten 4-Stunden Rhythmus. Durchgeschlafen habe ich natürlich auch gleich, da gebe ich dem Babyzimmer die Schuld. Ich nehme an, dass ich dort schreien gelassen wurde. Nachdem ich dann ja nicht mehr gestillt wurde, sind meine Eltern erst mal 2 Wochen in den Urlaub gefahren als ich 8 Wochen alt war und ich blieb in der Zeit bei meiner Uroma (zu der ich bis zu ihrem Tod die beste Beziehung von allen Familienmitgiedern hatte...).
Mein Bruder wurde 1982 geboren und kam gleich nach der Geburt aufgrund einer ausgeprägten Gelbsucht in die 30km entfernte Kinderklinik. Meine Eltern sind 2x am Tag hingefahren und haben abgepumpte Milch gebracht, ansonsten war er alleine dort. Bei ihm wurde dann aber auch sehr schnell auf Flaschennahrung umgestellt, da die Milch meiner Mutter sehr schnell zurückging.

Meine Mutter wurde in den 50er Jahren übrigens gar nicht gestillt. Meine Oma hat mir erzählt, dass sie so ein kleines zartes Baby gewesen wäre, da wollte sie sich nicht auf "ihre dünne Milch verlassen und lieber was richtiges füttern". (Zitat meiner Oma)


Meine Schwiegermutter fand die Geburt ihres ersten Kindes 1971 im Krankenhaus und die dort so übergriffige und bestimmende Art auch in Bezug auf Stillen und Umgang mit dem Säugling damals so furchtbar, dass mein Mann dann eine Hausgeburt war, weil sie sich geschworen hatte, nie mehr zu einer Geburt ins Krankenhaus zu gehen. Er wurde dann auch lange gestillt.

Mir wurde von seiten meiner Familie anfangs auch reingeredet oder z.B. das 3 Monate alte Kind versucht mit Käsekuchen zu füttern, damit es mal was "ordentliches" zu essen bekommt. Das hat sich aber releativ schnell gegeben, nachdem klar war, dass ich mich da nicht beeinflussen lasse und auch vehement meine Grenzen verteidige. (Ich denke, da hatte ich Glück, dass sie so schnell aufgegeben haben, manche sind da ja auch lernresistent.)
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Caitrionagh
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Caitrionagh »

Ich habe gerade meine Mama gefragt, ob ich auch eine Breiflasche bekommen habe. Ihre Antwort: "Breiflasche? :shock: Was soll das denn sein? So einen Mist habe ich nicht gemacht!"
:lol:
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Mutterhenne
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Mutterhenne »

Caitrionagh hat geschrieben:Ich habe gerade meine Mama gefragt, ob ich auch eine Breiflasche bekommen habe. Ihre Antwort: "Breiflasche? :shock: Was soll das denn sein? So einen Mist habe ich nicht gemacht!"
:lol:
Das hat meine Ma auch gesagt :-D Eine Mutter aus meiner PeKip-Gruppe hat auch Breiflaschen gegeben, weil das Kind sonst einfach nix gegessen hätte (Kind war 4,5 Monate und eher propper).
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Mutterhenne
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Mutterhenne »

Serafin hat geschrieben:
Mutterhenne hat geschrieben:Da hast Du leider recht, nido... Ich bin oft damit konfrontiert, dass es mein Gegenüber für unpassend hält, wenn eine Frau (wie ich) 7 Monate nach Entbindung wieder voll arbeitet, aber ihr fast dreijähriges Kind noch stillt... Hier treffe ich überwiegend auf Menschen, die das für legitim halten, das finde ich sehr schön.
Das macht man aber nicht. Mit 7 Monaten hat man abgestillt zu haben und es macht psychische Schäden, wenn das Kind bevor es drei ist fremdbetreut wird!

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:D ...zumindest für mein Kind war/ist das super: Liebt die KiTa, liebt aber auch die Dei (und äußert das immer phantasevoller). Passt wunderbar zusammen :-D!
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Elena
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Elena »

Mein Mann war ein Spuckkind (und Flaschenkind) und ihm wurde nach Beratung durch die Mütterberatung ein zeug zum An dicken der Milch in die Flasche getan, damit sie nicht wieder rauskommt. Bis das Zeug aus den Flaschen irgendwann die Spülmaschine verstopfte und zerstörte. Da meinte mein Schwiegervater, das könnte doch nicht gut fürs Kind sein.

Überhaupt hat meine Schwiegermutter damals alles gemacht, was die Mütterberatung ihr empfohlen hat. Ich denke, da konnte man an kompetente oder inkompetente Leute geraten. Meine Mutter war gebildeter und kritischer, hatte aber auch nicht so leichten Zugang zu verschiedenen Quellen wie wir heute (!) und hat sich Infos zum Stillen erst geholt, als das beim ersten Kind gescheitert war.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
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Kirschquark
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Kirschquark »

Serafin hat geschrieben:
Mutterhenne hat geschrieben:Da hast Du leider recht, nido... Ich bin oft damit konfrontiert, dass es mein Gegenüber für unpassend hält, wenn eine Frau (wie ich) 7 Monate nach Entbindung wieder voll arbeitet, aber ihr fast dreijähriges Kind noch stillt... Hier treffe ich überwiegend auf Menschen, die das für legitim halten, das finde ich sehr schön.
Das macht man aber nicht. Mit 7 Monaten hat man abgestillt zu haben und es macht psychische Schäden, wenn das Kind bevor es drei ist fremdbetreut wird!
Oh je. Ich gehe mich schämen. Kind Nr. 2 stillt trotz VZ-Arbeit als sie sieben Monate alt war. Und bei Nr. 3 wollte ich eigentlich auch nicht länger als sieben Monate zu Hause bleiben.
LG
Hannah
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DeLaCroissant
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von DeLaCroissant »

Ich bin 85 geboren und wurde nur 3-4 Minate voll gestillt. Ich war Schreibaby, ( wurde aber nie "schreien gelassen, " sondern mit Kopfhörer in der Wohnung rumgetragen) nach 3 Monaten wurde ich immer ruhiger, aber auch immer dünner. ( hab dann wohl aufgegeben) Es wurde erst bei der Vorsorgeuntersuchung bemerkt. Wenn meine Eltern keinen medizinischen Beruf hätten, wäre ich in die Klinik gekommen.
Nachsorgehebamme oder Stillberatung war wohl nicht so üblich.... Aber dass sowas nicht auffällt :(
Dann hab ich ziemlich schnell hochkalorisch Brei bekommen.Wie die Beikosteinführung war, trau ich mich gar nicht zu fragen, weil meine Mutter hat immer noch richtig dolle Schuldgefühle, dass sie das nicht bemerkt hat..

mein älterer Bruder wurde bis 1 1/2 gestillt ( hat sich selbst abgestillt, als ich geboren war)Bei meiner jüngeren Schwester hat sie abends zugefüttert, damit ihr das nicht nochmal passiert.
Wir waren Anfangs mit wiege im Elternzimmer ( wie lange "Anfangs"war, weiß ich aber nicht.)
Wir sind aber alle 3 Fast-alles Esser und schlank. Die engste Beziehung zu meiner Mutter hat aber tatsächlich mein Bruder.
Tja, so kanns auch laufen.
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Ginevere
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Ginevere »

Hier auch, BJ 80 und ein Jahr lang nach Bedarf gestillt.
Gabs auch. [emoji6]


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LG Gini
… mit A🩰 3/09 und E 🏐 3/12
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