Dem Kind ein Hobby aufzwängen

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suri
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von suri »

Bei uns lernt jedes Kind ein Instrument und macht eine Sportart. Welches Instrument und welchen Sport kann man sich aussuchen.
Für uns gehört das zu einer umfassenden Bildung, die wir unseren Kindern gerne ermöglichen möchten, dazu.

Klar, motzt mal jeder hier und da und wenn sie es partout nicht wollen, dann hören wir auf. Beim einen Sohn überlegen wir immer mal wieder, ob Cello wirklich das Richtige ist, weil er beim Üben häufig Theater macht. Abgemeldet werden wollte er aber auch partout nicht, von daher, lassen wir es mit etwas weniger Üben erstmal so weiterlaufen.

Wieviele Erwachsene kenne ich, die total bedauern, dass bei ihnen als Kind keiner darauf geachtet hat, ihnen diese Möglichkeit zu geben und sie motiviert hat, bei der Stange zu bleiben.
Mein Mann hat nur selbst die Erfahrung gemacht, dass er jahrelang zum Tennis musste, weil seine Mutter das schick fand, es ihm aber gar keinen Spaß machte. Das muss ja so nicht sein. Es gibt so viele Möglichkeiten, was man für Sportarten und Instrumente lernen kann, da ist doch für jeden etwas dabei.
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Duppy
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von Duppy »

Klar darf sie Sachen ausprobieren. Aber was Sport angeht, v.a. das was man beim Schulsport so machen muss, kommt sie da eher nach mir ;) Es liegt ihr nicht und macht ihr keinen Spaß. Tanzen (kein Balet) ist da schon eher ihr Ding. Da kommen dann von der Oma Kommentare wie "das Rumgehopse ist doch kein Tanzen". Ihrer Meinung ist Tanzen nur richtig, wenn es sich um Standardtänze handelt :roll:
AnSchle
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von AnSchle »

Duppy... es ist ein großer Unterschied zwischen Schulsport und Vereinsport. Stell mir einen stufenbarren hin oder ein reck und ich heule heute noch.
Ich finde die Beschränkung auf Sport und Musik sehr eng und sehe oft das nur die beiden Sparten bedient werden. Gibt es irgendwas was sie gern macht? Malen, wandern, vogelbeobachtung? Denn ein Hobby an sich ist mMn wichtig für Selbstwertgefühl, Beharrlichkeit, Disziplin ...
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AnSchle
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von AnSchle »

Zu spät gelesen
Suri so war es bei mir auch, so möchte ich es weitergeben, mein Mann bedauert das er immer nur vorm TV abgeladen wurde.

Duppy, wie hohl von der SM.
Wenn dein Kind Spaß an rumgehopse hat... modern dance... oder hipgehopse? Oder dieses famousvideoclip nachtanzen?
Omas Wertung ist von vorgestern.
Wenn es sowas bei euch gibt, hingehen, angucken...
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Duppy
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von Duppy »

Im Juli macht hier eine neue Tanzschule auf, die werden wir uns mal anschauen.
nido56
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von nido56 »

Hm, schwieriges Thema. Ich selbst war als Kind angeblich sehr unsportlich. Meine Mutter hat mich darin immer bestaetigt und mir erklaert, dass ich eben keinen Sport kann und das Sportvereine nur fuer sportliche Kinder sind. Natuerlich habe ich das schnell verinnerlicht und waere nie auf die Idee gekommen, sowas freiwillig zu machen.

Im Endeffekt BIN ich gar aber nicht so unsportlich! Ich habe NULL Ballgefuehl, bin etwas hypothon und ziemlich aengstlich, aber ich kann z.B. ziemlich gut schwimmen, laufen und klettern. Ich denke, wenn man mich als Kind ein bisschen zum Ausprobieren animiert haette, haette ich schon etwas finden koennen, was mir Spass gemacht haette. Denn es ist nunmal so, dass Kinder von allein nicht wissen koennen, was ihnen gefaellt und was zu ihnen passt.

Ich finde, dass Sport im Verein fuer Kinder eine tolle Sache ist, aber zwingen wuerde ich meinen Sohn nicht. Der muss in der Schule schon genug Dinge tun, auf die er keine Lust hat. Da soll er in seiner Freizeit das machen, was ihm gefaellt. Und deine Tochter geht doch zum Tanzen. Das ist doch eine tolle Art, sich auszutoben, Koordination und Beweglichkeit zu trainieren und dabei viel Spass mit anderen Kindern zu haben. Da wuerde ich die Oma einfach reden lassen und deine Tochter bestaerken, dass Tanzen toll ist und Oma keine Ahnung davon hat.
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von klecksauge »

Ich sehe es auch so, anbieten und die Möglichkeit bieten und bis zu einem gewissen Punkt auch motivieren. Aber keinen Zwang!

Ich selber habe lange Leistungsschwimmen betrieben und habe das aufgegeben als es mir mit der Schule zuviel wurde. Bereue ich bis heute. In der Grundschule habe ich Blockflöte gespielt. Ich liebe Musik, aber mehr wollte ich nicht.
Meine Schwester wollte schon mit 3 Jahren ein Klavier und bekam es mit 5, also ein Keyboard und Unterricht. Sie spielt bis heute, Gitarre selbst erlernt, F- und Blockflöte, im Spielmannzug war sie auch jahrelang.
Sport? In der Grundschulzeit im hiesigen Sportverein, mehr nicht.

Mein Mann kennt Vereinsleben gar nicht. Seine Mutter ist Musiklehrerin und hat nie ihren Kindern das Angebot gemacht ein Instrument zu lernen. Zum Sport kam er vor 12 Jahren (Marathon, Fitness) von alleine, er spielt seit 6 Jahren Mundharmonika (Blues) und ist echt gut. Er ist ziemlich sauer auf seine Eltern.
Liebe Grüße aus den Norden von
S. mit Sommerbub (08.12) und Herbstmädchen (11.15)
(Still-Mod-Team)

Tablet und Smartphone-Nutzerin........

Rettet die Geburtshilfe!
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Elena
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von Elena »

suri hat geschrieben:Bei uns lernt jedes Kind ein Instrument und macht eine Sportart. Welches Instrument und welchen Sport kann man sich aussuchen.
Für uns gehört das zu einer umfassenden Bildung, die wir unseren Kindern gerne ermöglichen möchten, dazu.
So stelle ich mir das auch vor, wobei z.B. die Große nicht zum regelmäßigen Üben zu bewegen war, obwohl sie unbedingt ein Instrument lernen wollte, so dass wir das aufgegeben haben. Aber: Sie singt in einem relativ guten Kinderchor mit. das war für uns und vor allem für sie eine tolle Alternative. Wenn sie das nicht gewollt hätte, wäre sie wohl vorerst "musiklos" geblieben. Sie reagiert sehr empfindlich auf Zwang und macht dann zu, regelmäßiges Üben hätten wir vergessen können (und wir haben es anderthalb Jahre mit allen möglichen Mitteln versucht).

Meine beiden Großen sind eher ruhig und spielen häufig ruhige Sachen oder basteln/malen. Da finde ich ein bisschen körperliche Betätigung schon wichtig. Wir gehen mit allen von Geburt an schwimmen. Das wird sicher irgendwann durch Reiten oder was anderes ersetzt werden. Ein typischer Vereinssport muss es echt nicht sein. :roll: Ich finde ein forderndes Hobby auch toll für Kinder und würde das nciht unbedingt auf Musik und Sport begrenzen. Aber vieles ist im frühen Alter eben anders nicht möglich bzw. es gibt wenig Angebote. Einen Malkurs hat meine Große mal in den Ferien gemacht, das war super. Aber gerade Kinderkurse sind da meiner Erfahrung nach viel weniger auf ein bestimmtes Ziel gerichtet. Also gerade für Selbstwertgefühl, Beharrlichkeit und Disziplin vielleicht nicht die beste Methode, wenn man das erwartet. Pfadfinder wäre auch noch eine tolle Möglichkeit, finde ich. Gerade für meine Große, die sehr sozial ist und gerne in der Gruppe unterwegs.
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luna24
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von luna24 »

Eine Sportart und ein Musikinstrument würde ich mir bei meinem Sohn eigentlich auch wünschen. Aber er möchte auf gar keinen Fall, ich zwinge ihn nicht - schade finde ich es schon. Allerdings ist er auch bis 16 Uhr in der Schule und beschwert sich sowieso schon immer, dass er zu wenig freie Zeit für sich hat. Und deshalb will er eben auch keine zusätzlichen Verpflichtungen mehr. Was ich wiederum auch verstehen kann.
AnSchle
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Re: Dem Kind ein Hobby aufzwängen

Beitrag von AnSchle »

Mein Patenkind (8) bastelt allein! eine große h0 Bahn. In meinen Augen auch ein Hobby. Gerade wenn man keine festen Zeiten opfern will. Ich habe lange auch beschränkt auf Sport und Musik gedacht, erkenne aber an ihm, dass auch andere Sparten das bringen was ich! von einem Hobby erwarte.
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