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Moderator: Giraeffchen
- Peppa
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Dass=welches. ...sorry, Matschkopf heute. ..
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- suttine
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Diese "Studie" trifft meine gesammelten Vorurteile über das, was Mediziner wissenschaftliches Arbeiten nennen... ich setz mich mal lieber wieder auf meine Finger.
mit S. (12/2015)
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Lösche Benutzer 20611
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Peppa, ich unterschreib vollends bei dir. Vieles hätte ich ebenso schreiben wollen, aber ich komm im Moment so selten dazu, innRuhe zu tippen.
Ich halte es wirklich für fahrlässig, das"Ergebnis" dieser "Studie" jetzt so zu publizieren... [emoji35] Was soll das?
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Ich halte es wirklich für fahrlässig, das"Ergebnis" dieser "Studie" jetzt so zu publizieren... [emoji35] Was soll das?
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- Peppa
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Na ja, Vorurteile sind ja auch kein valides statistisches Instrument ; -)
Es ist auch nicht ganz fair, die Mediziner per se für schlechte wissenschaftliche Arbeit verantwortlich zu machen. Die Problematik liegt darin begründet, dass die Mehrheit der Bevölkerung und der eigenen Zunft nicht verstehen will, dass der Dr. mit dem Arzt erst mal nicht viel Gemeinsamkeiten hat. Weder kann man daran gute oder schlechte klinische Arbeit (also die Hauptaufgabe des Arztes! ) noch gute oder schlechte wissenschaftliche Arbeit ablesen. Ich hatte Kommilitonen, die umfangreiche, jahrelange Forschung betrieben haben und dafür auch oft mehrere Semester aussetzten...eine Freundin dagegen legte 100 Fragebögen mit 30 Fragen in der Gyn-Ambulanz aus und ihr Freund (Ing.) bastelte daraus irgendwelche Diagramme, der egomanische damalige Chef war auf Publikationen aus und schon wurde da eine "tolle Studie" samt Dr.Titel draus.
Kann man machen. ...muss man nicht. Ist auch nicht das größte Problem meiner Ansicht nach. ...das größte Problem ist, dass die heute kommende Generation der leitenden Ärzte quasi null klinisches Können brauchen, solange sie nur genug impact factor Und Publikationen ansammeln und möglichst schon mit 36 habilitiert sind. ...dass das dann nicht die "Klinik -Helden " mit reichlich Patienten -Erfahrung sind. ...na ja, was solls...blöd eventuell für die Privatpatienten, aber hey
aber eben auch für Fortbildung und Weiterbildung der jungen Ärzte. ...für die Oberärzte, die das oft abfangen müssen etc. DAS sind Auswirkungen, die echt schlimm sein können.
Deshalb bin ich schon sehr lange der Meinung, Deutschland und die Ärzteschaft sollten sich klar positionieren und den Dr.med. vom Arztsein trennen. Dann löst sucht das elende Problem von selbst, denn die mistigen wissenschaftlichen Arbeiten werden nur gemacht, weil "es sich für einen Arzt eben gehört"...aber von Menschen, die eigentlich null wissenschaftlich orientiert sind und das Elend nur hinter sich bringen wollen.
Wenn die Gesellschaft in der Summe unfähig ist, diese beiden Worte Zu trennen und Ärzte ohne Promotion fragt, ob sie "den überhaupt richtig Arzt sind und studiert haben", dann ist sie selbst schuld, finde ich.
Derjenige, der wirklich forschen will, der kann dies dann ebenfalls erhobenen Hauptes tun und muss sich nicht immer die Vorurteile von den "geschenkten Dr Arbeiten " anhören. ...aber nun, das sind fromme Wünsche meinerseits.
Was ich aber sehr wichtig finde und was mit gutem (!) Statistikunterricht im Studium jedem Arzt vermittelt werden sollte, sind die Werkzeuge, um Studien zu beurteilen. Dafür braucht man keine eigene Dr.Arbeit, wie oft behauptet wird (und diese ist kein Garant, dass man da "durchsteigt"). Also: Wie ist das Design der Studie, was sind die Endpunkte, ist die Fragestellung durch die Ausführung überhaupt zu beantworten, was sind die Ein- und Ausschlußkriterien? Ist die Studie verblindet und wie wurde randomisiert? Ob überhaupt? Ist die Zahl der Probanden überhaupt annähernd groß genug?
Gute Studien können sehr aufwändig sein. in der Medizin wird es aber auch immer wieder so kleine Fallzahlen geben, weil z.b. manche Erkrankungen selten sind etc. Nur muss man dann eben kritisch mit den Ergebnissen umgehen können. Man müsste z.b. die Originalstudie aus Australien lesen. ...vielleicht interpretieren die Autoren die Ergebnisse viel vorsichtiger und verweisen auf die kleine Stichprobe? Und empfehlen weitere Untersuchungen? Das weiß ich jetzt natürlich nicht (sind es denn überhaupt Mediziner? Oder Psychologen?).
Nur die Schlüsse der Bild und der NYT halte ich für sehr verwegen und wahrscheinlich auch einfach falsch.
Ich finde Statistik ja recht spannend (war im Studium leider noch nicht so). Und z.b. das Buch "Schnelles Denken, langsames Denken " auch recht erhellend, wie sehr die Wahrnehmung des Menschen von tatsächlichen Zusammenhängen und der Statistik abweicht.
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Es ist auch nicht ganz fair, die Mediziner per se für schlechte wissenschaftliche Arbeit verantwortlich zu machen. Die Problematik liegt darin begründet, dass die Mehrheit der Bevölkerung und der eigenen Zunft nicht verstehen will, dass der Dr. mit dem Arzt erst mal nicht viel Gemeinsamkeiten hat. Weder kann man daran gute oder schlechte klinische Arbeit (also die Hauptaufgabe des Arztes! ) noch gute oder schlechte wissenschaftliche Arbeit ablesen. Ich hatte Kommilitonen, die umfangreiche, jahrelange Forschung betrieben haben und dafür auch oft mehrere Semester aussetzten...eine Freundin dagegen legte 100 Fragebögen mit 30 Fragen in der Gyn-Ambulanz aus und ihr Freund (Ing.) bastelte daraus irgendwelche Diagramme, der egomanische damalige Chef war auf Publikationen aus und schon wurde da eine "tolle Studie" samt Dr.Titel draus.
Kann man machen. ...muss man nicht. Ist auch nicht das größte Problem meiner Ansicht nach. ...das größte Problem ist, dass die heute kommende Generation der leitenden Ärzte quasi null klinisches Können brauchen, solange sie nur genug impact factor Und Publikationen ansammeln und möglichst schon mit 36 habilitiert sind. ...dass das dann nicht die "Klinik -Helden " mit reichlich Patienten -Erfahrung sind. ...na ja, was solls...blöd eventuell für die Privatpatienten, aber hey
Deshalb bin ich schon sehr lange der Meinung, Deutschland und die Ärzteschaft sollten sich klar positionieren und den Dr.med. vom Arztsein trennen. Dann löst sucht das elende Problem von selbst, denn die mistigen wissenschaftlichen Arbeiten werden nur gemacht, weil "es sich für einen Arzt eben gehört"...aber von Menschen, die eigentlich null wissenschaftlich orientiert sind und das Elend nur hinter sich bringen wollen.
Wenn die Gesellschaft in der Summe unfähig ist, diese beiden Worte Zu trennen und Ärzte ohne Promotion fragt, ob sie "den überhaupt richtig Arzt sind und studiert haben", dann ist sie selbst schuld, finde ich.
Derjenige, der wirklich forschen will, der kann dies dann ebenfalls erhobenen Hauptes tun und muss sich nicht immer die Vorurteile von den "geschenkten Dr Arbeiten " anhören. ...aber nun, das sind fromme Wünsche meinerseits.
Was ich aber sehr wichtig finde und was mit gutem (!) Statistikunterricht im Studium jedem Arzt vermittelt werden sollte, sind die Werkzeuge, um Studien zu beurteilen. Dafür braucht man keine eigene Dr.Arbeit, wie oft behauptet wird (und diese ist kein Garant, dass man da "durchsteigt"). Also: Wie ist das Design der Studie, was sind die Endpunkte, ist die Fragestellung durch die Ausführung überhaupt zu beantworten, was sind die Ein- und Ausschlußkriterien? Ist die Studie verblindet und wie wurde randomisiert? Ob überhaupt? Ist die Zahl der Probanden überhaupt annähernd groß genug?
Gute Studien können sehr aufwändig sein. in der Medizin wird es aber auch immer wieder so kleine Fallzahlen geben, weil z.b. manche Erkrankungen selten sind etc. Nur muss man dann eben kritisch mit den Ergebnissen umgehen können. Man müsste z.b. die Originalstudie aus Australien lesen. ...vielleicht interpretieren die Autoren die Ergebnisse viel vorsichtiger und verweisen auf die kleine Stichprobe? Und empfehlen weitere Untersuchungen? Das weiß ich jetzt natürlich nicht (sind es denn überhaupt Mediziner? Oder Psychologen?).
Nur die Schlüsse der Bild und der NYT halte ich für sehr verwegen und wahrscheinlich auch einfach falsch.
Ich finde Statistik ja recht spannend (war im Studium leider noch nicht so). Und z.b. das Buch "Schnelles Denken, langsames Denken " auch recht erhellend, wie sehr die Wahrnehmung des Menschen von tatsächlichen Zusammenhängen und der Statistik abweicht.
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Wollte oben eigentlich suttine's Text zitieren. ...Tapatalk lässt mich aber nicht, sorry
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http://www.123-windelfrei.de/2016/05/28 ... -problems/
mit heißgeliebtem
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Damit hast du auch wieder rechtPeppa hat geschrieben:Na ja, Vorurteile sind ja auch kein valides statistisches Instrument ; -)
Ich habe eine Zeitlang an einem Thema geforscht, bei dem ich Mediziner als Quellen nutzen musste. Da bekommt man Einblicke, die einem als Ingenieur die Haare zu Berge stehen lassen. Die Gründe beschreibst du m. M. n. sehr gut.
Inzwischen ist Statistik Teil meines Jobs, und wann immer ich von einem Kollegen einen Datensatz zum Auswerten bekomme, prüfe ich als erstes die Repräsentanz und die Ausgewogenheit seines Datensatzes. Oft genug kann ich da schon wieder aufhören, weil mindestens eins von beiden nicht ausreicht, um weitere Schlüsse zu ziehen. Ich bin beruflich vorgeschädigt, sozusagen
Dann könnte dich eventuell auch "Warum wir alle Idioten sind" von Ruben Mersch interessieren.Peppa hat geschrieben:Ich finde Statistik ja recht spannend (war im Studium leider noch nicht so). Und z.b. das Buch "Schnelles Denken, langsames Denken " auch recht erhellend, wie sehr die Wahrnehmung des Menschen von tatsächlichen Zusammenhängen und der Statistik abweicht.
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luna24
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Ich (als Psychologin mit jahrelanger Forschungserfahrung und sehr guten Statistik-Kenntnissen) habe mir jetzt die Originalstudie mal angeschaut und ich finde sie methodisch/statistisch schon ok - nicht überragend, aber auch nicht so, dass man sagen kann, so was dürfte man nicht publizieren. Natürlich werden die Ergebnisse im Sinne der lerntheoretischen Annahmen der Autoren interpretiert (die ich jetzt z.B. überhaupt nicht teile), aber es wird schon ausreichend auf die begrenzte Aussagekraft der Ergebnisse und die Notwendigkeit weiterer unabhängiger Studien verwiesen, etc. So wie es halt in wisschenschaftlichen Publikationen üblich ist - nur verstehen das Journalisten halt nicht unbedingt immer...Peppa hat geschrieben: Man müsste z.b. die Originalstudie aus Australien lesen. ...vielleicht interpretieren die Autoren die Ergebnisse viel vorsichtiger und verweisen auf die kleine Stichprobe? Und empfehlen weitere Untersuchungen? Das weiß ich jetzt natürlich nicht (sind es denn überhaupt Mediziner? Oder Psychologen?).
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Danke, luna! Ja, die Interpretation ist meist das Problem. ...und einfache Aussagen "verkaufen" sich nun mal besser 
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