Relaktation an einer Brust?

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ynnetch
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Relaktation an einer Brust?

Beitrag von ynnetch »

Hallo zusammen,

Ich stille meine Tochter einseitig und überlege nun, sie wieder beidseitig anzulegen. Dabei würde ich mich sehr über eure Tipps und euer Fachwissen freuen!

Zum Hintergrund: Schnuppsi ist jetzt 10 Monate alt und hat anfangs aus beiden Brüsten getrunken. Ich hatte die ersten Wochen starke Schmerzen und habe mit Hütchen gestillt und war nach dem Mutterschutz für etwa 8 Wochen halbtags arbeiten, da habe ich gepumpt und sie hat zu Hause vom Papa Fläschchen mit Muttermilch bekommen.

In diesem Zeitraum sind zwei Dinge "passiert": zum Einen hatte sie eine starke Vorzugshaltung nach links. Wir sind bei der Physiotherapie gewesen und es hat sich sehr schnell gebessert.
Zum Anderen ist mir beim Abpumpen aufgefallen, dass ich rechts immer viel mehr Milch rausbekam als links. Zwar war mir klar, dass die Milchmenge beim Pumpen nicht der beim Stillen entspricht; trotzdem hatte ich ab da im Hinterkopf, dass rechts meine "bessere" Seite ist (passend zur Vorzugshaltung der Kleinen).

Erschwerend kommt noch dazu, dass Schnuppsi in der Regel auf der linken Bettseite lag, sodass ich nachts auch nur mit der rechten Brust gestillt habe. Positionswechsel nachts sind und waren mir zu anstrengend, ich stille im (Halb-)Schlaf. Zwar habe ich eine Zeit lang jede Nacht die Seite gewechselt (eine Nacht lang lag sie auf der Außenseite, eine Nacht in der Mitte), aber das haben wir irgendwann aufgegeben.

Ich muss außerdem gestehen, dass ich Wechselstillen immer eher nervig fand. Am Liebsten habe ich sie immer nur an einer Seite gestillt. So kam es dann, dass ich nach und nach fast nur noch rechts angelegt habe, und so ging die Milchmenge links immer weiter zurück. Irgendwann, als sie 6 oder 7 Monate alt war, habe ich sie gar nicht mehr links angelegt. Schon vorher war rechts die Brust zum Trinken, links zum Nuckeln da - auch ganz praktisch. :D Als ich sie links gar nicht mehr angelegt habe, hätte ich am ersten Tag ein leichtes Spannen in der Brust, nach zwei Tagen war das dann auch durch.

Im Grunde stört mich die Situation nicht groß. Die Kleine wird satt und ich muss mich nicht ums Wechselstillen oder die Schlafseite kümmern. Es wäre also kein Drama für mich, wenn es nicht klappt, die linke Seite zu "reaktivieren".

Warum will ich es doch versuchen? Mir ist aufgefallen, dass meine Tochter von sich aus beide Brüste nehmen würde, wenn ich sie ließe. Das habe ich zufällig bemerkt, als ich sie nach dem Baden nackt gestillt habe - da hat sie gewechselt. Außerdem beißt sie öfters mal (gerade wenn sie zahnt), und dann wäre es manchmal schön, wenn ich eine Seite auch mal schonen und ihr die andere geben könnte. Schlussendlich sieht es auch bescheuert aus, was mich jetzt, wo es Sommer wird, doch ein bisschen stört. ;)

Na gut, jetzt ist es doch ziemlich lang geworden. Was erhoffe ich mir von euch? Ich frage mich besonders,
- ob es Vor- oder Nachteile geben könnte, wenn ich weiter nur einseitig stille,
- ob das mit der Relaktation so geht/gehen kann, oder ob etwas dagegen spricht,
- wie ich es am besten anstelle: einfach öfter mal links anlegen? Irgendeine Systematik?
- wie ich es dann nachts am besten mache, wenn es klappt: könnte ich dann nachts trotzdem bei rechts ausschließlich bleiben (kein Milchstau vorausgesetzt)?
- wie ich das mit dem Wechselstillen am besten umsetze: immer links und rechts oder "reicht" auch, wenn ich pro Mahlzeit abwechsele? (Das ist vielleicht ne blöde Frage, aber ich habe ja bis auf ganz am Anfang kaum Wechselstillen betrieben.)

Auch ganz allgemeine Kommentare und Anregungen würden mich freuen! Vielen Dank schon mal! :)
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Teazer
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von Teazer »

Hallo! :)
ynnetch hat geschrieben:Zum Anderen ist mir beim Abpumpen aufgefallen, dass ich rechts immer viel mehr Milch rausbekam als links.
Das ist völlig normal. So wie die allermeisten Menschen eine stärke Hand haben, genauso haben die meisten Frauen eine Brust, die mehr produziert als die andere.
trotzdem hatte ich ab da im Hinterkopf, dass rechts meine "bessere" Seite ist (passend zur Vorzugshaltung der Kleinen).
In diese "Falle" tappen viele Frauen und stillen dann mit dieser Seite vermehrt. Dabei wäre es besser die "schwache" Seite durch häufigeres Anlegen mehr zu stimulieren. Aber so lange das Baby gut gedeiht, ist das einseitige Stillen okay.
- ob es Vor- oder Nachteile geben könnte, wenn ich weiter nur einseitig stille
Die Milchmenge kann bei einseitigem Stillen manchmal nicht reichen. Da Deine Tochter aber bestimmt schon Beikost isst, wäre das für Euch jetzt kein Problem mehr, denn sie kann ggf. mehr Beikost essen.

Manchen Kindern fließt die Milch bei einseitigem Stillen zu langsam oder sie stillen häufiger als sie es beidseitig täten.
- ob das mit der Relaktation so geht/gehen kann, oder ob etwas dagegen spricht,
- wie ich es am besten anstelle: einfach öfter mal links anlegen? Irgendeine Systematik?
Da spricht nichts gegen, wenn Deine Kleine mit macht. Wechsel einfach konsequent die erste Brust, die Du ihr anbietest, bei den einzelnen Stillmahlzeiten ab und wenn sie mit dieser fertig ist, biete immer die zweite an. So pendelt sich das mit der Zeit von selbst wieder ein und Dein Baby bekommt auf jeden Fall genug Milch.
- wie ich es dann nachts am besten mache, wenn es klappt: könnte ich dann nachts trotzdem bei rechts ausschließlich bleiben (kein Milchstau vorausgesetzt)?
Da das nächtliche Stillen aufgrund der Hormonlage besonders anregend ist, würde ich auch nachts beidseitig stillen. Du kannst auch die obere Seite anbieten und musst Dich für einen Seitenwechsel nicht unbedingt drehen. Das muss man etwas üben, aber so spart man sich das umdrehen, wenn man will.

Hilft Dir das weiter?

Viele Grüße,
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von RonjaR »

Hallo,

ich platze hier mal rein, weil ich das gleiche Problem habe. Das heißt, auch wenn ich schon wochenlang einseitig nicht mehr gestillt habe, kann ich die Produktion wieder ankurbeln?


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ynnetch
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von ynnetch »

Vielen Dank schonmal, Teazer! Das hilft auf jeden Fall. :)

Mein Baby ist ein ziemlicher Brummer, von schlechtem Gedeihen kann bei uns nicht die Rede sein. :) Gerade ist sie krank und stillt voll aus einer Brust - die Menge scheint also auch zu passen.

Tatsächlich stillt sie häufig, es wäre ja interessant, ob das mit beidseitigem Stillen weniger würde.

Dann versuche ich das einfach mal! Heute war sie schon oft an der linken Brust. Ich gucke dann, dass ich sie wirklich abwechselnd zuerst anbiete.

Im Liegen an der oberen Brust stillen kann ich. Allerdings muss ich dafür aufwachen und kann nicht weiterschlafen. Ich werds versuchen, aber wer weiß ob nicht die Müdigkeit siegt.. ;)

Ronja, bei uns scheint ja Manches ähnlich zu sein! :) Mir ist heute aufgefallen, dass Schnuppsi schon Milch im Mundwinkel hat, wenn Sie links angelegt war - also an der Brust, die ich für "leer" halte und an der ich schon seit Monaten nicht mehr stille. Es scheint also zu gehen!

Kann es sein, dass die Produktion durch die Hormone quasi aufrecht erhalten wurde (weil ich ja an der anderen Seite noch stille) und bloß die Milchdrüsen oder so dort weniger stark ausgebildet sind? Also ich habe jetzt keine Ahnung, aber das wäre jetzt meine laienhafte Erklärung.

Ist es eigentlich möglich, die Brüste wieder auf gleiches Niveau einzupendeln, oder ist das unwahrscheinlich (oder gar nicht voraussagbar)?
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von RonjaR »

Ja, wie beruhigend es ist, hier im Forum immer wen zu finden, der die gleichen Probleme hat, wie man selbst.

Bei uns hat es sich auch so langsam ausgeschlichen. Mich nervt vor allem, dass wir unser Bett umgebaut haben und den Baby Anbau rechts. Das ist aber die Brust, mit der ihn nicht mehr stille [emoji19]

Ich bin mal gespannt, ob ich Baby überredet bekomme, rechts wieder zu stillen. Als wir damit aufhörten fand er es rechts nämlich ziemlich doof


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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von ynnetch »

Halt mich auf dem Laufenden, wie es bei euch klappt!

Ich hatte beim ersten Versuch vor ein paar Tagen gleich ne Bisswunde. :( Die ist aber jetzt verheilt und auch nach einigem Stillen heute tut es noch nicht so weh..
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von RonjaR »

Na das macht ja mut [emoji1]


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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von Teazer »

ynnetch hat geschrieben:Im Liegen an der oberen Brust stillen kann ich. Allerdings muss ich dafür aufwachen und kann nicht weiterschlafen.
Dann vielleicht doch drehen? Du kannst Dir Dein Baby an den Bauch ziehen und dann mit Körperkontakt auf die andere Seite drehen. Angedockt kannst Du hoffentlich gleich wieder einschlafen. Mit älteren Babys geht das recht gut, weil sie mithelfen.
Kann es sein, dass die Produktion durch die Hormone quasi aufrecht erhalten wurde (weil ich ja an der anderen Seite noch stille) und bloß die Milchdrüsen oder so dort weniger stark ausgebildet sind?
Die Anatomie und die Hormone sind da, das Entleeren regt dann nur die Produktion an, die lokal brach lag. Deshalb ist eine einseitige Relaktation einfacher als eine beidseitige.

Normalerweise ist die Milchproduktion mit der Zeit dann wieder ausgewogen auf beide Seiten verteilt.


Viele Grüße,
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von ynnetch »

Danke für die Info! Wir stillen jetzt viel beidseitig und oft auch im Wechsel (außer manchmal, wenn sie nach einer Brust kein Interesse mehr an der zweiten hat). Ich kann jetzt noch nicht feststellen, dass sich an der linken Seite merklich was tut, aber wir sind ja auch erst wenige Tage dran. Abends wechsle ich, nachts noch selten, aber das kriegen wir bestimmt auch noch hin. Zur Zeit haben wir eh eine Sondersituation, weil wir nicht zu Hause sind und sie letzte Woche krank war und außerdem gerade schubt.... Ich berichte weiter.

Ronja, wie läufts bei euch?
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Re: Relaktation an einer Brust?

Beitrag von RonjaR »

Ich habe auch mal damit angefangen, allerdings sind die Gelegenheiten zu denen ich es wage wahrscheinlich viel zu selten , weil er davon genervt ist und wir eh nur noch so selten stillen und es dann in der Regel ums runter kommen/ einschlafen/ mal den Bauch voll schlagen geht.
Heute Nacht würde ich allerdings total aus dem Tiefschlaf gerissen und habe ihn im Tran auf der falschen Seite angelegt. Und siehe da: er trank und schluckte . Das macht mut es wieder öfter zu versuchen


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