Ich muss jetzt hier mal jammern, weil ich mir keinen Rat mehr weiß. Meine Jungs (11 und 7) trietzen sich ständig und bis aufs Blut und das geht mir gerade tierisch auf die Nerven. Ständig steht einer von den beiden hier "XY hat.....". Das fängt morgens um sechs an und hört abends erst wieder auf. Unter der Woche geht es, da Schule und Nachmittagsprogramm läuft. Am Wochenende ist es aber oft besonders schlimm, da ja dann auch mal die Langeweile einzieht, obwohl wir schon dies und das vorschlagen.
Der Große war immer ein Gemütsmensch, der Kleine schon immer eine Rakete. Der Große ignoriert gern die Ansprache seines Bruders und bringt ihn damit auf die Palme. Das er nicht immer mit ihm spielen will verstehe ich, aber ich denke mir auch "ist doch besser als allein". Vielleicht liege ich da aber auch falsch. Er piekst gern hintenrum, weil er weiß das L. dann schnell in die Luft geht. Wenn es dann Ärger gibt, zeigt sich ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen.

L. war schon immer impulsiv und als Baby sehr anhänglich, fordernd und anstrengend (Kisskind). Der Große musste viel zurückstecken. L. kann sich schwer unter Kontrolle halten, nölt und meckert viel und drückt schnell auf die Tränendrüse. Statt es irgendwann gut sein zu lassen, wenn er merkt, dass er mich oder Papa schon ganz oben auf die Palme gebracht hat, treibt er es immer weiter. Er jault noch lauter und wütet dann auch mal (tritt auf den Boden, wirft eine Hose,... nicht so das etwas kaputt geht). Dann wird leider viel geschrien und gemeckert, weil wir uns nicht mehr zu helfen wissen und mit den Nerven am Ende sind. Hinterher tut es mir unendlich leid und ich nehme mir immer wieder vor, viel geduldiger zu sein. Er kommt mir aber auch nie mal ein Stück entgegen, indem er einfach mal einlenkt und es gut sein lässt. Er diskutiert und diskutiert.
Weil er im Kindergarten eine Zeit lang phasenweise über Tisch und Bänke gegangen ist und nicht "gehört" hat, haben wir ihn beim Kinderpsychologen vorgestellt. Der hat festgestellt, dass er ein ganz normales Kind mit Intelligenz an der oberen Normgrenze ist. Er hat sich schlicht gelangweilt im Kiga. In der Schule kommt er gut mit und zurecht und verhält sich unauffällig. Aufgrund dieser Sache im Kiga, wollte ich ihn mal auf Wahrnehmungsschwäche testen lassen, haben die aber im Kindergartenalter nicht gemacht. Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob da was ist oder ob es evt etwas anderes ist. Vielleicht ist er einfach nur impulsiv.
Könnt ihr mir einen Rat geben, wo ich mir Hilfe holen kann? Ich möchte doch gern gut klar kommen mit meinem Kind. Ich möchte ihn viel lieber in den Arm nehmen, statt ihn anzuschreien! Und auch seine Geschwister sollen ihn doch mögen!