Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Jamelek
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Jamelek »

Ich habe hier so einen Schlechtesser, der fast nur Obst und Gemüse isst und auch alles einzeln auf dem Teller mag. Ich koche mittlerweile, was wir mögen und für den Kleinen gibt es meistens eine Extrasorte Gemüse satt. Meist Möhren, grüne Bohnen oder Mais. Das geht ganz fix (Möhren und Mais habe ich tiefgefroren da), drüber gibt es dick Butter, damit ein paar Kalorien ankommen.

Davon bekommt er dann eine große Portion hingestellt und kann nach Wahl noch unser Essen mitprobieren.

Bei Gerichten wo ich vorher weiß, dass er nichts essen wird, dann mache ich ihm eine schnelle Erbsensuppe (Tiefkühlerbsen in Brühe, einen Schuss Sahne und pürieren) oder ich hebe ihm Kartoffeln/Nudeln vom Vortag auf. Die Nudeln gibt es dann mit Butter und Salz (Tomatensoße isst er nicht).

Wenn ich mit dem Reiskocher Reis koche, kann ich das Gemüse auch ganz einfach oben mit in den Garaufsatz geben.
Jamelek
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amandaH
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von amandaH »

Nach dem ich es hier so oft gelesen habe, wollte ich mal in die Runde fragen: Wenn ihr von Rohkost sprecht, was gebt ihr euren Kindern denn gerade so saisonal? Ja, Möhren gehen immer, aber die werden hier mit 11 Zähnen noch nicht wirklich erfolgreich verarbeitet. Rote Bete ab und zu wird auch ganz gern genommen. Ansonsten bekommt man gerade auf dem Markt Salat, Kohl und diverse Rüben... Ja, ich freue mich auch auf den Sommer. Unser Sohn liebt Tomaten, Gurken und Paprika, aber ausser grünem Smoothie ist Rohkost gerade echt schwierig.
Hat jemand Tipps?
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Lösche Benutzer 6804

Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Lösche Benutzer 6804 »

Ich habe nur den ersten Beitrag gelesen.

Ich frage die Kinder regelmäßig, was ich mal wieder kochen soll. Diese Gerichte landen dann auf dem Essensplan. Die restlichen Tage plane ich wie ich will. Entweder die Kinder essen es (oder Teile davon) oder es gibt alternativ ein Käsebrot (da gibts auch keine Diskussion, dass es Wurst oder sonstwas sein soll - die Alternative ist Käsebrot oder gar nichts), was mittlerweile allerdings eher selten gefordert wird. Mein mäkeliger Großer isst also auch mal Kartoffeln oder Reis...
Aber dadurch, dass sich die Kinder eben jede Woche ein Gericht wünschen dürfen, ist es auch ok, wenn es die anderen Tage Dinge gibt, die sie nicht so sehr mögen.
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Sakura
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Sakura »

amandaH, ich kaufe, worauf wir Lust haben.
Auch die "saisonalen" Orangen und Mandarinen sind importiert, Bananen und Kiwi sowieso.
Äpfel und Karotten sind entweder SEHR energieaufwändig in hochtechnisierten Kühlhäusern gelagert, oder auch wieder importiert.

Im Spätwinter / zeitigen Frühling gibt es in Deutschland fast keine saisonale Rohkost mehr. Entweder Konserven, oder eben Spinat, Rosenkohl, und die paar ollen Schrumpelkarotten und mehligen Äpfel, die seit einem halben Jahr im Keller liegen. Die knackfrischen Karotten, die man jetzt kaufen kann, haben mit traditionell eingekellerten Karotten nichts mehr zu tun.

Und wenn ich importierte (oder sehr energieaufwändig gelagerte) Äpfel, Kiwi, Bananen, Orangen kaufe, habe ich keine Probleme, importierte Tomaten, Gurken, Zucchini zu kaufen.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

amandaH
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von amandaH »

Hm, danke für die Antwort. Ich wollte hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, ist ja auch off-topic. Wir bemühen uns halt, saisonal zu kochen, d.h. mit dem, was man bei uns auf dem Markt aus lokaler Produktion bekommt (und wir wohnen in Süddeutschland, da ist die Saison echt lang). Zum Kochen ist das auch kein Problem, aber die meisten Dinge sind zur Zeit, wie du schreibst, Sakura, eben gerade nicht so Rohkost- Hits. Dachte halt, jemand hätte da Geheimtipps...
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von kleinePrinzessin »

Etwas ganz anderes, was mir gerade noch einfiel: Bei uns tut etwas Parmesan oft Wunder. Bei etwas skeptisch guckendem Kind, wenn es auch nur ansatzweise dazu passen könnte, wahlweise: "Magst Du Parmesan dazu haben?/Guck, da ist Parmesan drauf!" So kamen gestern 2 Teller Dinkel-Gemüse-Minestrone ins (zugegeben auch sehr hungrige) Kind.
Funktioniert natürlich nicht, wenn der Kleine etwas wirklich gar nicht mag, aber bei spontaner Überforderung angesichts von Zutaten, die bisher immer gemocht wurden. Habe das Gefühl, dass es gerade bei solchen Mischgerichten hilft.
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Lavinia »

Bei uns ist es auch so, dass jeder sich ein Gericht pro Woche wünschen kann, damit sind dann schon 4 Tage weg. Die anderen mache ich das was mir gerade passt (also vom Aufwand oder MHD oder je nach Appetit). Sollte ein Essen jemandem nicht schmecken, dann kann sich derjenige von mir aus ein Brot machen oder Jogurt essen. Was auf dem Brot landet, ist mir im Prinzip egal (denn Wurst ist ja nun nicht unbedingt gesünder als Marmelade ;-) Obst und Gemüse steht bei den Mahlzeiten immer auf dem Tisch und wird auch reichlich gegessen. Da mag ich dann nicht streiten wegen dem Essen.
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Berenike
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Berenike »

Ich brauch auch mal euren Rat oder Beruhigung: wir handhaben es eigentlich auch so, dass wir kochen worauf die Eltern Lust haben und das Kind kann probieren/mitessen, wenn es mag. Allerdings ist das jetzt immer seltener der Fall, vielleicht noch 1-2x pro Woche.
Das Problem ist, dass ich ihre gerne Butterbrot etc. als Alternativen anbieten würde, aber Brot ist das Kind nicht. Nur Butter pur und zwar in Massen, bis wir sie wegnehmen. Mit dem Messer in die Butter und dann mitm Finger vom Messer die Butter in den Mund (weil sie das Messer nicht ablecken darf ;) ). Wir essen schon selbst kein Brot-Abendbrot mehr, weil wir dann ja auch Butter auf den Tisch stellen würden - aber nix davon abbekämen. Ich hab schon oft gelesen, dass die BLW-Starter auch gerne mal Butter pur essen, aber mit über 2 Jahren Massen von Butter, sobald sie in Sichtweite ist? Das fällt mir wirklich schwer, das zuzulassen.
Eine Alternative ist Dosenmais. Auch hier kennt das Kind kein Ende. So lange welcher im Haus ist, will sie nix anderes essen. Die Verdauung sieht dann auch dementsprechend aus.
Und zum Frühstück geht leider nur Naturjoghurt (das ginge ja noch) mit Schokostreuseln drin (hmpf).
Schokolade pur ginge natürlich auch immer. Gibts aber nicht.
Klar, wenn man es sich überlegt: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß, alles dabei mit den drei Nahrungsmitteln. Aber trotzdem. Wenn das Kind nicht mittags in der Kita einigermaßen vielfältig essen würde, hätte ich echt schon richtig Sorge. So ist sie halt nur sehr dünn und klein.
Das ganze geht jetzt auch schon über ein halbes Jahr, ist also nicht erst seit gestern eine Phase. Wir machen möglichst wenig Druck. Richten ihr halt ne Portion her von unserem Essen, stellen sie hin und wenn sie dann schreit (sie sagt nicht nein, mag nicht, sondern fängt sofort wie am Spieß an zu schreien), versuchen wir sie zu beruhigen und herauszufinden, was denn gerade ne angenehme Alternative wäre. Bis dahin ist dann oft unser Essen kalt und das nervt... Sie muss auch nicht am Tisch sitzen, wenn sie nicht essen will, aber wir dürfen dann auch nicht mehr sitzenbleiben, wenn sie aufsteht :roll: An Essengehen ist überhaupt nicht zu denken (das finde ich zwar schade, aber auch normal mit so nem kleinen Kind).
Weiß auch nicht, wollte mich einfach mal ausheulen weil Kochen und Essen mit dem Kind zur Zeit echt keinen Spaß macht und ich mir wirklich Sorgen um die Buttermenge mache. Nicht, dass sie in der Grundschule schon verklebte Adern hat :(
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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Mutterhenne
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Mutterhenne »

Berenike hat geschrieben:Ich brauch auch mal euren Rat oder Beruhigung: wir handhaben es eigentlich auch so, dass wir kochen worauf die Eltern Lust haben und das Kind kann probieren/mitessen, wenn es mag. Allerdings ist das jetzt immer seltener der Fall, vielleicht noch 1-2x pro Woche.
Das Problem ist, dass ich ihre gerne Butterbrot etc. als Alternativen anbieten würde, aber Brot ist das Kind nicht. Nur Butter pur und zwar in Massen, bis wir sie wegnehmen. Mit dem Messer in die Butter und dann mitm Finger vom Messer die Butter in den Mund (weil sie das Messer nicht ablecken darf ;) ). Wir essen schon selbst kein Brot-Abendbrot mehr, weil wir dann ja auch Butter auf den Tisch stellen würden - aber nix davon abbekämen. Ich hab schon oft gelesen, dass die BLW-Starter auch gerne mal Butter pur essen, aber mit über 2 Jahren Massen von Butter, sobald sie in Sichtweite ist? Das fällt mir wirklich schwer, das zuzulassen.
Eine Alternative ist Dosenmais. Auch hier kennt das Kind kein Ende. So lange welcher im Haus ist, will sie nix anderes essen. Die Verdauung sieht dann auch dementsprechend aus.
Und zum Frühstück geht leider nur Naturjoghurt (das ginge ja noch) mit Schokostreuseln drin (hmpf).
Schokolade pur ginge natürlich auch immer. Gibts aber nicht.
Klar, wenn man es sich überlegt: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß, alles dabei mit den drei Nahrungsmitteln. Aber trotzdem. Wenn das Kind nicht mittags in der Kita einigermaßen vielfältig essen würde, hätte ich echt schon richtig Sorge. So ist sie halt nur sehr dünn und klein.
Das ganze geht jetzt auch schon über ein halbes Jahr, ist also nicht erst seit gestern eine Phase. Wir machen möglichst wenig Druck. Richten ihr halt ne Portion her von unserem Essen, stellen sie hin und wenn sie dann schreit (sie sagt nicht nein, mag nicht, sondern fängt sofort wie am Spieß an zu schreien), versuchen wir sie zu beruhigen und herauszufinden, was denn gerade ne angenehme Alternative wäre. Bis dahin ist dann oft unser Essen kalt und das nervt... Sie muss auch nicht am Tisch sitzen, wenn sie nicht essen will, aber wir dürfen dann auch nicht mehr sitzenbleiben, wenn sie aufsteht :roll: An Essengehen ist überhaupt nicht zu denken (das finde ich zwar schade, aber auch normal mit so nem kleinen Kind).
Weiß auch nicht, wollte mich einfach mal ausheulen weil Kochen und Essen mit dem Kind zur Zeit echt keinen Spaß macht und ich mir wirklich Sorgen um die Buttermenge mache. Nicht, dass sie in der Grundschule schon verklebte Adern hat :(
Ach, lass Dich mal solidarisch knuddeln, wenn Du magst ((()))... Unser Kind findet auch alles erstmal 'eklig', 'bwwwwnein' oder 'iiih'. Bei uns ist das sogar schon in der KiTa aufgefallen. Außer Brot in allen Varianten, Nudeln, Reis, Quinoa, Polenta und anderen Kohlehydratlieferanten (ja, wenigstens Quinoa ist dabei...) geht eigtl. nur Obst, rohes Gemüse und Wurst :roll: Gerade letzteres finde ich ganz furchtbar; bei uns gibt's keine Wurst, und in der KiTa glücklicherweise nicht (mehr) jeden Tag. Glücklicherweise hasst mein Kind alle Süßigkeiten außer Keksen...noch ;-)...
Ich glaube, wegen der Butter musst Du Dir nicht so große Sorgen machen: Die meisten Kleinkinder (oder zumindest seeehr viele) essen Butter im Riegel - das haben mir die KiTa-Betreuerinnen, andere Mamas und beide Omas bestätigt. Gibt sich irgendwann von selbst. Wir leben ja selbst so gut wie vegan, aber Butter und Naturjoghurt haben wir immer im Haus - wegen der Kleinen ;-)... Die Inhaltsstoffe von Butter sind ja auch nicht einfach schlecht (ja, da hört man: Ich bin nicht in erster Linie aus gesundheitlichen Gründen vegan), viele fettlösliche Vitamine, Omega-3-Fettsäuren (wenn es Bio-Butter aus Weidehaltung ist; kaufe nur Demeter)... Ich würde mich da wirklich entspannen. Das geht bestimmt irgendwann von selbst vorbei.
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
mit Superheldin (09/2013), Piepselchen (11/2018) und den Schutzengel-* (März 2012, November 2017, April 2021)
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Mutterhenne
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Mutterhenne »

Achja: Und was bei Euch Dosenmais ist, sind bei uns Kapern und Oliven... Am liebsten das ganze Glas (und 100g haben so ca.3- 4 g Salz; ich suche schon immer nach salzarmen Sorten).
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
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