FuFu hat geschrieben:
Es ist auch eine Erkenntnis, dass man das, was man so ansammelt hat, im Schweiße seines angesichts wieder loswerden muss. Das ist wahrscheinlich mindestens eine ebenso große Motivation wie die luftige Wohnung, GENAU zu überlegen, was man zukünftig anschafft. [emoji6]
☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
Meine Motivation nicht wieder Dinge anzuhäufen, ist das schlechte Gewissen beim Wegwerfen. Ich habe heute ein paar Bücher in die Papiertonne geworfen. Oxfam will nur Bücher, die so gut wie neu sind. Momox zahlt für Belletristik 15 ct weil es von den belletristischen Büchern eben zig tausende Kopien gibt oder sie nach ein, zwei, drei Jahren eben doch niemanden mehr interessieren. Momox schreddert außerdem die Bücher, die nach 4(?) Monaten nicht gekauft wurden (meine ich irgendwo gelesen zu haben). Habe gestern noch Bücher zum Bücherwagen gebracht und dort einen der Herren getroffen, die sich darum kümmern. Er hat gesagt, was nach ca. 4 Wochen nicht weg ist, wird entsorgt. Er hat ebenfalls "dreckige" (also vergilbte) Bücher zum Entsorgen eingepackt. Und da hab ich dann auch gedacht: Klar, kann ich so tun, als schmeiße ich nichts weg. Dafür tun es dann aber andere. Ist doch auch Mist.
Dinge, die in meinen Augen noch gut bzw. ok sind, will ich nicht wegschmeißen, weil ich nachhaltig und nicht verschwenderisch leben will. Das ist (m)eine Erkenntnis des Ausmistens bisher: Nachhaltigkeit bedeutet nicht, nichts wegzuschmeißen, sondern weniger bzw. viel bewusster zu konsumieren. Und nur um jetzt kein schlechtes Gewissen oder keine Schuldgefühle zu haben, nicht gebrauchte und nicht gemochte Dinge zu behalten, ist da auch nicht der richtige Weg und ist auch nicht die Wertschätzung, die einer nachhaltigen Lebensweise zugrundeliegt, sondern ganz im Gegenteil. Weil mir wegschmeißen so schwer fällt und weil es sich nicht gut anfühlt, Dinge, die eigentlich noch gut und ok sind, wegzuwerfen, werde ich zukünftig, achtsamer sein, um genau diese Wegwerf-Situationen zu vermeiden.
Oh Mann, ich bin irgendwie vollkommen geflasht von dem Buch bzw. dem radikalen Ausmisten und am Ende werden hier nur noch die Sachen meines Mannes rumstehen

Habe die Belletristikbücher nochmals reduziert auf ganze 11 Stück. Dafür habe ich entgegen Marie Kondos Empfehlung ein Regal mit ungelesenen Büchern, macht für mich irgendwie viel mehr Sinn als sich die Regale mit bereits gelesenen Büchern vollzustopfen. Was ich dann nach einem Jahr immer noch nicht gelesen habe, kommt weg. Naja und dann sind da natürlich noch Inpirationsbücher aus dem Hobby-Bereich da, aber da hab ich auch die Hälfte von verkauft. Jedenfalls treibt mich gerade so die Frage um: Was _brauche_ ich um glücklich und zufrieden zu sein? Was brauche ich wirklich? Und ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass ich wirklich nicht viel brauche. Durch den Überfluss verlieren die Dinge immer mehr an Bedeutung. Eigentlich habe ich angefangen auszumisten weil ich das Gefühl hatte, wir bersten, aber mittlerweile geht es weniger um Ordnung und Übersicht als vielmehr um die Reduktion auf das Wesentliche und das Wichtige. So, genug philosophiert ... wollte ich eigentlich gar nicht, aber wie gesagt, bin irgendwie im totalen Ausmist-Selbsterkenntnis-Flash.