Puh - ... dazu könnte ich mich seitenweise aufregen. Und das Toiletten-Argument - pff. Da gab es doch mal diese tolle Poster-Kampagne:
http://www.huffingtonpost.co.uk/2014/08 ... 28232.html
Ich habe mich damit mal länger beschäftigt, nachdem mich eine Museumsmitarbeiterin aus den Ausstellungsräumen der Frankfurter Schirn geschmissen hat, weil ich meinen damals 3 Monate alten Sohn gestillt habe (lustigerweise zeigte die Ausstellung nur nackte Frauen, teils Prostituierte in ziemlich eindeutigen Posen, von denen man deutlich mehr gesehen hat als nur ein Stückchen Brust). Erst hieß es, andere könnten sich gestört fühlen (direkt neben mir saßen einige ältere Leute, die mir sofort zur Seite gesprungen sind, sowie einige Teenager-Jungs, denen das auch überhaupt nichts auszumachen schien). Dann hieß es, es ginge nicht, weil auch sonstiges Essen im Ausstellungsraum nicht erlaubt sei - das war aber ziemlich unlogisch, denn ich habe die Mitarbeiterin gefragt, ob ich mit Fläschchen füttern dürfe, was sie bejaht hat. Leider war ich irgendwann so wütend, dass ich nur noch geheult habe und ich "durfte" mich dann in den zugigen Flur auf einen klapprigen Hocker setzen.
Ich hatte dann einen langen Email-Austausch mit mehreren Öffentlichkeits-Arbeit-Leuten einiger Museen, teilweise sehr nett, in dem sie mir dann aufgezählt haben, wo im Museum bei Ihnen man stillen darf (auf jeden Fall immer im Café). Ich hatte das Gefühl, sie haben Angst, wenn man stillen darf, packen die Leute auch ihre Brotzeit und Thermoskannen aus. Nun gut. Aber in einem Café finde ich es wirklich absolut unglaublich, das Stillen zu verbieten.
Ich glaube, ein explizites Gesetz für das Stillen in der Öffentlichkeit wäre gut. Soweit ich weiß, gibt es das in Großbritannien und in den USA in manchen Bundesstaaten (formuliert in Richtung: überall da, wo sich Mutter und Kind aufhalten dürfen, darf auch gestillt werden und niemand darf es verbieten). Solange man "nur" mit Diskriminierung argumentiert, ist es immer noch Auslegungssache, und das mit dem Hausrecht wird immer wieder angewendet werden, angebliche/mögliche Beschwerden angeführt usw.. Sind hier Juristen/*innen, die sich damit besser auskennen?
mit kleinem Gespenst (*Okt. 2013), Langzeitstillkind und ehemaliger emei-Liebhaber
und mit kleinem Punkt im Bauch (ET Mai 2018)