ist es ohne stillen leichter?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Lösche Benutzer 7681

Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Mein Sohn wurde vor zwei Monaten mit ca 27 Monaten nachts abgestillt.
Seitdem hat mein Mann die leidliche Aufgabe, ihn jede Nacht drei bis acht mal wieder zum einschlafen zu bringen :roll:

Stillen war da deutlich entspannter für uns alle.
nido56
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Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von nido56 »

Laut dem Stillbuch von Gonzalez ist es tatsaechlich so, dass statistisch gesehen mit Ersatzmilch gefuetterte Kinder nachts weniger haeufig aufwachen als Stillkinder (zur Flaschenfuetterung von Muttermilch sagt er, soweit ich mich entsinne, nichts). Er formuliert das so, dass die Ersatzmilch offensichtlich als Nebenwirkung haeufig Schlafstoerungen verursacht, da das "Normale" ja das Verhalten von Stillkindern ist, und ein deutlich davon abweichendes Verhalten eben nicht "normal".

Wie auch immer, ich koennte mir vorstellen, dass da einige Faktoren zusammenkommen:
1. Aus der Flasche trinken die Kinder meist groessere Mengen auf einmal, so dass das Aufwachen wegen Hungers reduziert wird.
2. Muetter, die stillen, setzen die Brust meistens auch als Beruhigungsmittel ein, so dass das Baby natuerlich auch dann nachts die Brust verlangt, wenn es aus anderen Gruenden als aus Hunger aufwacht. Muetter, die mit der Flasche fuettern, neigen vermutlich weniger dazu, diese zur Beruhigung zu geben, und nutzen eher einen Schnuller, tragen oder schaukeln ihr Kind, wippen auf dem Petziball etc.
3. Wie schon erwaehnt, ist stillen anfangs (wenn praktisch alle Babys noch oft aufwachen) einfach ein super bequemes "Allheilmittel". Flasche fertig machen im Halbschlaf kann ich nicht. Fuer mich war das in der anfaeglichen Zufuetter-Zeit das Hauptargument dafuer, dass es nachts nur Brust gab. Vom Krankenhaus verordnet sollte ich nach jeder Stillmahlzeit zufuettern. Da waere ich echt tot umgefallen. Haetten wir ausschliesslich mit Flasche gefuettert, haette ich mir irgendetwas einfallen lassen muessen, um die naechtlichen Mahlzeiten zu reduzieren. So waren die Naechte zwar bis weit ins zweite Lebensjahr hinein der Horror und ich ein Zombie, aber es war irgendwie auszuhalten. Nachts 10 Mal Flasche machen haette ich NICHT ausgehalten. Da haette ich tatsaechlich ALLES versucht, um die Situation zu veraendern.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Carraluma
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Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von Carraluma »

Also ich stille seit gut drei Monaten nicht mehr, aber öfters vermisse ich die unschlagbar beruhigende Wirkung, v.a. bei großer Aufregung und Schmerzen und zum Einschlafen, v.a. Mittagsschlaf.
Das meist Durchschlafen bei mir im Bett hat schon einige Monate vorher angefangen, ich vermute hauptsächlich altersbedingt (~ 2,5 J., aber einen Zusammenhang mit meiner Schwascha kann ich auch nicht ausschließen). Also ich finde es ohne Stillen mit Kleinkind nicht leichter (ob es für Baby oder junges Kleinkind anders wäre, würde ich bei uns bezweifeln, da sie nun wesentlich fester schläft. Bis 2,5 Jahre war das Kind absolut nicht schlafend um-/ablegbar).
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
EhMiwL

Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von EhMiwL »

Ich habe zwei Flaschenkinder ( ich mag diese Bezeichnung überhaupt nicht...). Beide fallen leider aus der Statistik und waren, bzw, sind sehr schlechte Schläfer... :?
Mein Sohn ist jetzt 4,5 Jahre alt und das Durchschlafen klappt erst so seit einem halben Jahr...

Der einzige Vorteil der Flaschennahrung, der mir nach langem Überlegen eingefallen ist, war, als ich etwa 6 Wochen nach der Geburt von Kind 1 zusammengebrochen bin mit Schmerzen, alle 10 Minuten übergeben, usw......: da hab ich dem Mann das Kind und die Fläschchen in die Hand gedrückt und mich ins Bett verzogen. Ich ärgere mich heute, dass ich danach soo ein schlechtes Gewissen hatte und mich als Rabenmutter gefühlt habe...
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Sakura
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Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von Sakura »

Meine Große hat mit ca. 2,5 Jahren nachts durchgeschlafen, obwohl sie da noch gestillt hat. Sie hat bis zum 1. Geburtstag alle 2-3 Stunden gestillt, und irgendwann nach dem 1. Geburtstag wurde die erste Schlafphase länger, mit 15 Monaten hat sie 6-8 Stunden am Stück geschlafen, ehe sie das erste mal Stillen wollte.


Die Kleine hat von Anfang an ziemlich gut geschlafen, klar auch mal gestillt, aber sonst gut geschlafen. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Kleine nachts alle 2 Stunden gestillt hätte, nie. Ich kann mich erinnern, dass sie oft 5 Stunden am Stück geschlafen hat, schon als ganz kleines Baby. Aaaaaaaber: sie hatte Wachphasen. Sie war nachts hellwach, für 2 Stunden, und da hat auch Stillen nicht geholfen.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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Hasenmama
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Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von Hasenmama »

mein mittlerweile großes stillkind schläft seit dem 2.Geburtstag auch mal auswärts und dort schläft er durch (bei seinen Großeltern oder einer Freundin im Bett).
Bei mir nie. mindestens 2x stillen wir noch. stört mich mittlerweile nicht mehr so.

gesendet von smartfön mit kreativer groß-, klein- und überhaupt-schreibung.
Gruß von der Hasenmama
mit dem kleinen Hasen (07/13)
SpicyChili

Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von SpicyChili »

Im zweiten Lebenshalbjahr meiner Tochter wurde ich mit dem Stillen zusehends unglücklicher. Sie schlief ganz schlecht ein und noch schlechter durch. 3-4 Mal Stillen in der Nacht war bei uns keine Seltenheit.

Als sie mit 10 Monaten anfing zu laufen, funktionierte Einschlafstillen nicht mehr. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Habe dann ein paar Bücher gelesen und bei einer Schlafberatung ein paar Tipps geholt. Ich fing dann ganz ganz langsam an, das Einschlafstillen abzugewöhnen. Und als das gut lief, habe ich das nächtliche Stillen abgeschafft. Das ging mit Fläschchen total problemlos, ohne eine Träne. Und was soll ich sagen? Seitdem schlafen wir 12 Stunden problemlos durch. Um 19h stecke ich sie ins Bett und um 7 geht das Rumpeln wieder los. Aber zwischendrin haben wir total erholsamen Schlaf. Gut, manchmal wird sie wach. Aber dann krabbelt sie zu mit rüber und ich nehme sie in den Arm und dann schlafen wir eingekuschelt weiter.

Außerdem wechseln mein Mann und ich uns jetzt immer ab mit dem Zubettbringen. Mein Mann ist da total stolz und ich kann endlich wieder abends zum Chor. Also für mich war das Abstillen mit 1 Jahr die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.
Neuhier
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von Neuhier »

Ich finde dass sowohl stillen als auch Flasche für die Eltern Vor- und Nachteile hat.
Die Babysicht lasse ich außer acht, das ist ja bekannt.

Vorteil Stillen: mutter muss nachts nicht aufstehen
Vorteil Flasche: Vater kann das nachts auch machen

Vorteil Stillen: geht auch Tags ganz fix
Vorteil Flasche: kann auch Vater tagsüber fix machen

Vorteil Stillen: man muss beim weggehen nichts mitschleifen
Vorteil Flasche: kann man auch geben wenn stillen harakiri ist (uns passiert 15 km autobahnbaustelle und keine Möglichkeit zu halten. Das waren lange 15 km! Und ich habe selbstverständlich kurz vorher gestillt)

Vorteil Stillen: man muss beim weggehen nichts mitschleifen
Vorteil Flasche: man sitzt mit superneugierigem Stillbaby nicht ständig barbusig in der Öffentlichkeit weil Kind alle zwei Schlucke den Kopf wegreißt um zu gucken

Ich könnte aus meiner persönlichen Erfahrung jetzt nicht sagen, dass Stillen nur Vorteile hätte... Ich fand einiges beim Flaschenkind WESENTLICH einfacher!
Delivery 04/13 + 07/15
SpicyChili

Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von SpicyChili »

[quote="SpicyChili"]Im zweiten Lebenshalbjahr meiner Tochter wurde ich mit dem Stillen zusehends unglücklicher. Sie schlief ganz schlecht ein und noch schlechter durch. 3-4 Mal Stillen in der Nacht war bei uns keine Seltenheit.

Als sie mit 10 Monaten anfing zu laufen, funktionierte Einschlafstillen nicht mehr. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Habe dann ein paar Bücher gelesen und bei einer Schlafberatung ein paar Tipps geholt. Ich fing dann ganz ganz langsam an, das Einschlafstillen abzugewöhnen. Und als das gut lief, habe ich das nächtliche Stillen abgeschafft. Das ging mit Fläschchen total problemlos, ohne eine Träne. Und was soll ich sagen? Seitdem schlafen wir 12 Stunden problemlos durch. Um 19h stecke ich sie ins Bett und um 7 geht das Rumpeln wieder los. Aber zwischendrin haben wir total erholsamen Schlaf. Gut, manchmal wird sie wach. Aber dann krabbelt sie zu mit rüber und ich nehme sie in den Arm und dann schlafen wir eingekuschelt weiter.

Außerdem wechseln mein Mann und ich uns jetzt immer ab mit dem Zubettbringen. Mein Mann ist da total stolz und ich kann endlich wieder abends zum Chor. Also für mich war das Abstillen mit 1 Jahr die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.


Ich wollte nur kurz richtig stellen, dass meine Tochter nachts keine Flasche gemacht bekam. Das nächtliche Abstillen ging ohne Probleme, und fiel ersatzlos weg. Das Abstillen tagsüber funktionierte mit dem Fläschchen ganz toll. Das habe ich nicht richtig formuliert.
SpicyChili

Re: ist es ohne stillen leichter?

Beitrag von SpicyChili »

Toll, zitieren kann ich auch nicht.......
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