Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

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lala
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von lala »

Nur kurz, wer googlen mag: sie hat einen Fränkel-Apparat, der wirkt anders, nämlich nur, wenn draufgebissen wird. Rest lese ich später in Ruhe nach.

mobil
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
Lavinia
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von Lavinia »

Mein Sohn hat seit zwei Monaten eine feste Spange (um Platz zu schaffen) und eine lockere unten. Diese trägt er mind. 16 Stunden am Tag. D.h. nach der Schule rein bis zum nächsten Morgen.
So im direkten Vergleich ist die feste Spange wesentlich besser. Da gibt es nichts zu diskutieren, kein nerviges Wohin-mit-der-Spange-beim-unterwegs-essen. Einzig das Zähne putzen ist etwas aufwändiger, aber mit bisschen Übung geht das auch.
Unser Eigenanteil bei der Kk liegt bei ca. 400 Euro und an Privatleistungen beim ZA (besserer Draht, speedbrackets, zahnreinigung vorher+versiegelung) haben wir 170 Euro gezahlt.
Mama von großem Frosch (2007) und kleiner Maus (2009)
davisalo
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von davisalo »

Ich bin, was feste Spange angeht, irgendwie total anderer Meinung: Meine Brackets haben damals bei mir (zum Glück nur auf den hinteren Zähnen!!) schwarze Plätze zurückgelassen. Nicht weil ich schlecht geputzt hätte, sondern weil die damals einfach einen Fehler begangen haben beim Reinigen vorm Anbringen oder der Kleber war schlecht ... Und unter die Brackets kommt man ja dann nicht! Ich weiß, das ist die Ausnahme. Es ist auch zum Glück nur optisch und weil hinten, nicht wirklich tragisch. Aber ich würde alles tun, um meinen Kindern die festen Spangen zu ersparen! Hätte viel zu viel Angst, dass da was sein könnte ...
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
Gaby
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von Gaby »

Das war hier leider auch ein großes Thema. Hat hier für ganz viel Stress gesorgt. Meine Neunjährige hat seit gut 1,5 Jahren eine lose Zahnspange, sie hatte einen starken Überbiss. Erst hatte sie nur eine Spange für oben, nach etwa einem Jahr kam noch eine für unten dazu, die beiden "haken" sozusagen ineinander, so dass sie mit der Spange jetzt kaum vernünftig sprechen kann. Lange Zeit war die Ansage, dass sie die Spange nachts und 3-4 Stunden tagsüber tragen soll. Tagsüber dann halt bei Aktivitäten, bei denen sie nicht viel sprechen muss, also zB bei den Hausaufgaben, beim Lesen, Fernsehen usw. Nachts war überwiegend kein Problem, nur ganz selten hat sie sich geweigert, sie vor dem Schlafengehen einzusetzen, aber tagsüber, das war sehr schwierig. Oft habe ich es selbst auch vergessen, sie kommt häufiger erst nach Mittagsbetreuung und AG um 15:30 Uhr von der Schule, hat die Hausaufgaben schon in der Schule gemacht, und dann ist es meistens so, dass sie direkt zum Spielen geht, manchmal auch direkt von der Schule aus. Dann ist schon Abendessenzeit und danach bleibt nicht mehr viel Tragezeit "tagsüber" übrig.

Also hat sie die 3-4 Stunden tagsüber so gut wie nie geschafft, sie wollte sie meistens auch tagsüber nicht tragen, es war kaum möglich, sie dahingehend zu überzeugen. Ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, in dem Alter ein Kind von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Spange zu tragen, vor allem, wenn diese drückt und unangenehm im Mund ist. Am Anfang war sie ja total begeistert und freute sich auf die Spange, aber die Euphorie flaute leider sehr schnell ab.

Und wirklich zwingen kann man das Kind ja nun nicht. Ich habe verschiedenes versucht, ich habe mit ihr gesprochen und ihr die Sachlage erklärt, auch dass wir 20 % der Behandlungskosten selbst bezahlen und diese nur zurückbekommen, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Ich habe ihr die Verantwortung übergeben und sie in Ruhe gelassen. Ich habe mit ihr Deals gemacht, sie hat sich Listen gemacht, in denen sie jeden Tag, an dem sie die Spange gut getragen hat, mit Sternchen oder so versehen hat, ich hab geschimpft :oops: , weil mich das Thema so angenervt hat und sie oft schlichtweg gesagt hat "Ich will nicht", ich hab ihr Belohnungen versprochen, wenn sie sie trägt.

Letztlich hat nichts geholfen, was ich gemacht oder auch nicht gemacht habe. Das einzige, was etwas gebracht hat, war zweimalig eine klare Ansage der sonst wirklich sehr netten Kieferorthopädin. Diese hat mitten in den ganz schlechten Tragezeiten freundlich, aber sehr deutlich gesagt, dass M. mehr tragen muss, und dass jedes Mal Tragen etwas bringt. Danach war es wirklich besser und stressfreier, als die Kieferorthopädin beim nächsten Besuch M. dann lobte, wurde sie danach wieder sehr nachlässig.

Wir sind jetzt zum Glück so weit, dass die Behandlung voraussichtlich im Februar abgeschlossen ist, sie muss die Spange jetzt nur noch alle 2 Nächte tragen, insofern ist es mittlerweile sehr stressfrei. Der Erfolg ist aber wirklich klasse, muss man sagen, wenn ich Fotos von ihr von vor 2 Jahren sehe und mit jetzt vergleiche, ist das schon krass, wie sich der Überbiss gebessert hat. Wie es weitergeht, ist noch unklar, M. ist ja noch mitten im Zahnwechsel, ich denke, den wird man abwarten, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie irgendwann noch eine feste Zahnspange bekommt.

Für mich als Mutter war die ganze Behandlung extrem nervig. Nicht nur die Diskussionen, sondern auch das Problem, dass die Spangen ständig verloren waren :roll: , weil meine Tochter nicht in der Lage war, sie in der Dose zu deponieren, außerdem die Termine beim KFO, zu denen ich sie immer fahren muss (Nachteil, wenn man auf dem Dorf wohnt).

Übrigens habe ich früher selbst lange eine lose Zahnspange getragen und kann mich nicht an großartige Probleme erinnern. Ich hab sie halt getragen, war ich doch froh, dass ich keine feste Zahnspange hatte so wie meine beste Freundin, das fand ich ganz schrecklich. Sie hatte auch durch die feste Zahnspange ganz viele Probleme mit ihren Zähnen. Nee, da war ich doch mit meiner Zahnspange bestens bedient. Klar waren die Zahnarzttermine nervig, auch für meine Eltern, die mich fahren mussten, aber ansonsten? Und später hat mich wirklich jeder Zahnarzt auf meine gut korrigierten Zähne angesprochen.

Ich bin jedenfalls froh, dass bei den beiden Großen bislang keine Zahnspange erforderlich ist. Mir wurde es so erklärt, dass man normalerweise erst nach dem Zahnwechsel mit einer Behandlung beginnt, und dann auch direkt mit einer festen Zahnspange. Da gibt es heutzutage wohl kaum noch Alternativen. Nur bei besonderen Fehlstellungen, wenn dies unbedingt erforderlich ist, beginnt man vorher mit einer sog. Frühbehandlung, und das dann eben mit einer losen Zahnspange. Und ja, ich denke schon, wenn die GKV die Behandlung bewilligt, dann ist Behandlungsbedarf da, die sind ja recht streng, was das angeht.

Sofern jetzt bald die Frühbehandlung abgeschlossen ist und wir den Eigenanteil von 20% von der Kasse erstattet bekommen, verbleiben für uns keine Kosten. Das soll ja bei festen Zahnspangen dann doch anders sein.
mit 07/02, 05/04, 03/06 und 10/08

Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
jali
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von jali »

Geht es denn um das unangenehme Tragegefühl, oder schämt sie sich wegen der Optik. Wenn letzteres der Fall ist, würde ich wohl nochmal mit dem kiefernorthopäden reden, ob man es mit konsequentem Tragen vor und nach der Schule probieren kann und dann erstmal etwas engmaschiger kontrollieren, ob die Zähne besser werden. Ich habe meine Spange immer viel weniger getragen als ich sollte und die kiefernorthopädin war immer sehr zufrieden mit der Entwicklung.

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beccarei
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von beccarei »

lala hat geschrieben:Nur kurz, wer googlen mag: sie hat einen Fränkel-Apparat, der wirkt anders, nämlich nur, wenn draufgebissen wird. Rest lese ich später in Ruhe nach.

mobil
Ich habe das gegoogelt und mir mal angeschaut. Kannte ich gar nicht. Ich finde das sieht sehr unbequem aus.

Ich habe meine Spange damals nicht getragen, weil ich damit komisch geredet habe, nicht essen konnte und beim Trinken schlürfen oder die Spange in der Hand halten musste. In der Hosentasche ohne Dose ist sie oft verbogen. Mit Dose passte sie nicht in die Hosentasche.

Habt ihr eine zweite Meinung in einer anderen Praxis eingeholt? Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich das immer tun.
Meine Zähne verbesserten sich erst nach einem zweiten Anlauf in einer anderen Praxis und mit einer festen Zahnspange.
Liebe Grüße,
Becca
(Mit der Bari-Sax-Spielerin (2012), dem Posaunisten (2015) und dem Kämpfer im Herzen (2015)
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lala
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von lala »

Euch allen herzlichen Dank für die Erfahrungen und Ideen!

Folgen von mangelnder Mundhygiene bzw schiefe Zähne: Ist ein Versuch wert, sie neigt aber dazu zu denken, dass ihr doch nichts Blödes passiert (die Weltherrschersicht, die manche Kinder haben).

CMD: Leider habe ich damit selbst Erfahrung, bin also sensibilisiert. Ich denke aber nicht, dass eine KFO zwingend eine CMD nach sich zieht, genauso gut, kann man eine CMD ja bekommen, wenn eben nichts gemacht wird. Das finde ich einfach im Voraus nicht wirklich absehbar, bin aber natürlich sensibel in diesem Bereich.

Termine / häufige Besuche beim KFO: Wir sind seit einem halben Jahr sowieso gut versorgt mit Arztterminen, da kommt es auf ein paar mehr auch nicht mehr an ;) Ich bin aber auch sehr froh, dass meine Große manche Termine inzwischen alleine wahrnimmt, beim KFO war sie letztens auch alleine, das ist in der Näher ihrer Schule und gut für sie machbar.

Selber zahlen: Aktuell gehe ich davon aus, dass wir nichts selber zahlen müssen! Wenn die Krankenkasse eine Behandlung für notwendig erachtet, dann übernimmt sie die Kosten. Man muss aber 20% auslegen, die man erst nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung zurück bekommt. Ich denke, dass bei festen Zahnspangen die KFO einfach gut und recht einfach zusätzliches Leistungen / besseres Material empfehlen, so dass man evtl. tatsächlich einen echten Eigenanteil zahlen muss.

Motivation über Eigenanteil: Das habe ich auch schon mehrmals mit ihr durchgesprochen (und auch ziemlich dämliche Sachen gedroht :oops: ). Sie versteht das grundsätzlich, in dem Augeblick aber, wo man aufstehen müsste und sich die Spange reinmachen, ist der Gedanke immer weit weg und die Bequemlichkeit siegt. Sie denkt sich häufig, erst das und dann die Spange, aber zu "dann die Spange" kommt es meist nicht....

Tragezeit: Wie schon oben geschrieben, die Zahnspange meiner Tochter ist etwas speziell, weil sie nur wirkt, wenn zugebissen wird. Und das macht man im Schlaf ja nicht ständig. Wie lange sie tatsächlich getragen werden muss, dass es erfolgreich ist, keine Ahnung.... Sie ist halt drei Mal in der Woche lange in der Schule (kommt erst um 17h heim)...

Freundinnen mit ins Boot holen: Eher nein, sie tut sich sowieso eher schwer mit langfristigen Kontakten, da wüsste ich auch nicht, wen. Und auch so, fühlt sich irgendwie nicht gut an.

Verbot, statt Zwang: Die Idee ist sehr lustig und könnte bei meiner Tochter eventuell funktionieren, da sie manchmal prinzipiell das Gegenteil von dem macht, was ich möchte :lol: Allerdings befürchte ich, dass ihr das bei der Zahnspange nur gerade recht käme, immer funktioniert der "dagegen" Reflex leider auch nicht.

Optik oder doofes Tragegefühl: Eindeutig letzteres. Aber der springende Punkt ist, dass wenn die Spange einmal aus dem Mund ist, dann denkt sie nicht mehr dran, sie wieder in den Mund zu nehmen.

Zweitmeinung: Nein, haben wir nicht, habe ich aktuell aber auch wenig Lust dazu. Es gibt ja bisher keinen wirklichen Grund, dass wir mit unserer KFO unzufrieden wären. Ich wüsste auch nicht, was ich mit einer Zweitmeinung dann machen sollte? Das verwirrt unnötig und kostet sehr viel Energie/Zeit, die ich gerade nicht aufwenden möchte, wie gesagt, wir sind grundsätzlich mit der KFO zufrieden. Die Antwort der Krankenkasse auf den Antrage der KFO reicht mir gerade aus, dass die Behandlung so in Ordnung ist.

Feste Routinen: Ganz wunder Punkt, ich habe es bisher kaum geschafft dem Kind auch nur eine Routine so wirklich zuverlässig zu vermitteln... Aber wir bleiben dran!

Danke Gabi für Deinen ausführlichen Bericht. Hier hat es sich heute wie folgt entwickelt: Das Kind hat ja am Freitag seine Spange verloren, unauffindbar, am Montag habe ich alle möglichen Fundbüros abtelefoniert, die KFO drängt, wenn wir bis vor Weihnachten eine Ersatzspange wollten, dann müssten wir heute morgen vorbei kommen. Da waren wir dann auch. Ich habe erzählt, dass ich die geforderte Tragezeit kaum durchsetzen kann und dass das Kind viel lieber eine Spange nur für die Nacht hätte (wie die kleine Schwester). Also hat die KFO das Gipsmodell des Anfangsgebisses geholt, geschaut und überlegt: der Biss hat sich schon deutlich verändert (für mich war das knapper mm, den die unteren Vorderzähne jetzt weiter hinten waren), die Spange hätte also schon gut gewirkt (das sei nicht immer so nach zwei Monaten). Weiter überlegt, wir könnten nun auch mit Ober- und Unterkieferplatte weitermachen! Und deshalb führe ich die Behandlung jetzt weiter, das müssten wir hinbekommen.
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
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Re: Zu Kieferorthopädischen Behandlung zwingen? Wie?

Beitrag von sk3001 »

Ich kann nur ganz kurz von mir berichten:Die lose Spange habe ich kaum getragen und eine feste wollte ich nicht. Meine Eltern haben mich nicht gezwungen- trotz sehr schlechtem Biss.
Das Ende vom Lied war eine riesige Kiefer OP mit Ende 20. Das war echt krasse und hätte im Rückblick besser die Spange getragen....
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